Partnerschaft


Entwicklung
Projekte
»News & Presse


Delegation nimmt Gemeindehaus unter die Lupe nach oben  
Aufmerksame Zuhörer: Pfarrerin Sarah Töws (l.) führte die Gäste aus der lettischen Partnerregion Valmiera durch das neue Gemeindehaus der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde in Rheda.
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. September 2018

Rheda-Wiedenbrück (gl). Mit einem munteren Austausch im Gemeindezentrum der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde in Rheda ist der Besuch einer 20-köpfigen Delegation aus der lettischen Partnerregion Valmiera ausgeklungen. Die Gruppe war auf Einladung des Freundeskreises Matisi in der Doppelstadt zu Gast gewesen.
Nach der Begrüßung durch Landrat Sven-Georg Adenauer empfing Pfarrerin Sarah Töws die Besucher. Dabei wies sie auf die seit 1994 bestehenden Kontakte zwischen der damals noch eigenständigen Evangelischen Kirchengemeinde Rheda und der in Matisi hin, das 30 Kilometer nördlich von Valmiera liegt. Seit dem ersten Kennenlernen seien vielfältige Hilfsaktionen für die Partnergemeinde in Lettland durchgeführt worden, sagte Töws. Im Zentrum des Austauschs stehe indessen nicht die materielle Unterstützung, sondern gemeinsame Veranstaltungen sowie die persönlichen Beziehungen. So erwarte die Versöhnungskirchengemeinde im Juni 2019 Gäste aus Matisi, um zusammen mit ihnen den in Dortmund stattfindenden Deutschen Evangelischen Kirchentag zu besuchen.
Im Anschluss stand eine Führung durch das Gebäude an der Schulte-Mönting-Straße auf dem Programm. Pfarrerin Töws erläuterte, dass das Presbyterium der Versöhnungskirchengemeinde 2012 beschlossen habe, die Gemeindearbeit in einem neuen Zentrum in Rheda zu konzentrieren. Das dafür genutzte Schnitkerhaus wurde 1867 von Johann Hermann Schnitker errichtet. 1929 vermachte dieser es der Evangelischen Kirchengemeinde in Rheda. "Insbesondere soll mein Haus als Hermann-Schnitkerstift für die Aufgaben der evangelischen Jugend- und Gemeindepflege eine möglichst dauerhafte Verwendung finden", heißt es in seinem Testament. Mit der Sanierung der Immobilie und dem durch einen Glastunnel verbundenen Neubau sei die Versöhnungskirchengemeinde diesem Erbe treu geblieben, unterstrich Töws. Entstanden sei ein multifunktionales Zentrum im Herzen der Stadt.
Bei einem Abendessen bestand schließlich die Möglichkeit, persönlich mit den lettischen Gästen ins Gespräch zu kommen. So gehörten Harijes Rokpelnis (Bürgermeister von Mazsalaca), Janis Olmanis (Bürgermeister von Koceni) und Guntars Strombergs (Bürgermeister von Burtnieki) der Delegation an. Auch deren Amtskollegen aus Beverina, Naukseni, Rujiena und Valmiera nahmen an dem Treffen teil sowie der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Janis Zuments.

"Sicherheit geht auch in der dunklen Jahreszeit vor"


Rheda-Wiedenbrück (gl). Die Tage werden kürzer und die Sichtverhältnisse schlechter. Deshalb ist es nun besonders wichtig, dass die Lichtanlagen aller Fahrzeuge einwandfrei funktionieren. Noch bis Ende Oktober bietet der TÜV Nord in Rheda-Wiedenbrück daher allen Bürgern einen kostenlosen Lichtcheck an.
"Bei Nebel, Regen und früh hereinbrechender Dunkelheit tragen richtig eingestellte Scheinwerfer viel zur Fahrsicherheit bei", erklärt Roland Potthoff, Leiter der TÜV-Station am Pilgerpatt. So bestehe bei zu hoch eingestellten Leuchten die Gefahr, entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden. Zudem könnten vorausfahrende Fahrer, die in den Rückspiegel blicken, irritiert werden. Seien die Scheinwerfer dagegen zu niedrig justiert, sei das eigene Sichtfeld stark begrenzt, so dass Gefahren möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt würden. Auch einwandfrei funktionierende Schluss- und Nebelschlussleuchten seien ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Außerdem müssten Blinker und Bremslichter jederzeit intakt sein, um anderen Verkehrsteilnehmern Abbiegeund Bremsvorgänge anzeigen zu können.


Auf dem Kiebitzhof Integration diskutiert nach oben  
Im Gewächshaus des Kiebitzhofs wachsen die Tomaten in den Himmel. Im Vordergrund ist Janis Zuments, Bürgermeister von Naukseni, ins Gespräch vertieft.
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. September 2018

Kreis Gütersloh (gl). Wie wird das alles finanziert? Was wird hergestellt? Wie werden die Mitarbeiter bezahlt? Der Besuch aus Lettland hat viele Fragen auf dem Kiebitzhof in Gütersloh gehabt. Wenn man auf die Gästeliste der Delegation aus der Region Valmiera schaut, dann fallen die vielen Letten auf, die in ihrer Heimat für soziale Fragestellungen zuständig sind. Eine 20-köpfige Delegation aus der lettischen Partnerregion war für vier Tage im Kreis unterwegs. Unter anderem das Thema Inklusion und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung stand in diesem Jahr im Fokus des Besuchs.
Der Erfahrungsaustausch hatte bereits in der Region Valmiera begonnen, als die deutsche Delegation in der Gemeinde Burtnieki eine ähnliche, aber viel kleinere Einrichtung besuchte. Dort leben zehn Menschen mit Behinderung gemeinsam mit den Mitarbeitern auf einem 33-Hektar großen Hof. Allein der Kiebitzhof hat inklusive der Dienstleistungssparten 178 Mitarbeiter. Beim Wertkreis als Ganzes sind 1550 Mitarbeiter mit Behinderungen. Heinrich Hermwille, technischer Leiter des Wertkreises, erzählte den Gästen die Geschichte des Wertkreises und führte sie auf dem Kiebitzhof herum. Zurück zu den Fragen der Letten: Alle Einrichtungen bundesweit, die mit dem Wertkreis vergleichbar sind, finanzieren sich in etwa gleich, und zwar aus rund zwei Drittel an Zuschüssen vom Staat, und rund ein Drittel erwirtschaften sie selbst. Wirtschaftlich ist der Wertkreis auf vielen Feldern unterwegs, von Dienstleistungen wie Gartenarbeit, über Gemüseanbau und Hühnerhaltung (Kiebitzhof), ein Hotel (Flussbetthotel Gütersloh) bis zu den klassischen Werkstätten: Dort wird auf teils hochmodernen Maschinen für Industrie und andere Auftraggeber gefertigt, wird verpackt und montiert. Auch die Bezahlung ist gesetzlich geregelt. Die Beschäftigten mit Behinderung erhalten 70 Prozent des Erlöses als Lohn. Hotel und Kiebitzhofladen tragen sich übrigens selbst.
Eine Konstruktion wie beim Wertkreis, Hauptgesellschafter ist der Kreis Gütersloh, Minderheitsgesellschafter die Lebenshilfe als Gründerverein, wäre in Lettland nicht möglich. Dort müsse der staatliche Gesellschafter der kleinere sein, erläuterten die Gäste. Im nächsten Jahr, kündigte Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow an, soll der Austausch auf Fachebene vertieft werden.


Ein neues Kapitel in der Freundschaftsgeschichte nach oben  
Kultur verbindet: In der Ausstellung des Borgholzhausener Kunstschaffenden Günter Schlömann (Zweiter von links) schauten sich Bürgermeister Dirk Speckmann (von links), Regina Hartlage vom örtlichen deutsch-lettischen Freundeskreis, Naukšénis Bürgermeister Janis Zuments, Übersetzerin Rudite Markus sowie Hans-Joachim Schwolow, Partnerschaftskoordinator im Kreis Gütersloh, um. FOTO: KERSTIN SPIEKER´
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 18. September 2018

Städtepartnerschaft: Besuch aus dem lettischen Naukšéni verbringt ein verlängertes Wochenende in Borgholzhausen. Für die Zukunft sind bereits einige weitere Begegnungen geplant

Borgholzhausen (kei). Die Menge der gemeinsamen Erinnerungen wächst innerhalb einer Partnerschaft mit jedem Jahr ihres Bestehens. Das ist nicht nur zwischen Menschen so, sondern auch, wenn Städte eine Partnerschaft miteinander eingegangen sind. Und so ist die Geschichte der Freundschaft Borgholzhausens mit der lettischen Stadt Naukšéni am Wochenende ebenfalls um ein Kapitel reicher geworden. Zum ersten Mal kam eine Delegation zum Kartoffelmarkt.
"Kartoffeln sind für Deutsche und Letten ein wichtiges Nahrungsmittel", betonte Naukšenis Bürgermeister Janis Zuments die Gemeinsamkeiten. Unterschiede gebe es sicherlich dann in der Zubereitung, erklärte er anlässlich der Eröffnung des Kartoffelmarktes, die er mit Piums Bürgermeister Dirk Speckmann gemeinsam vornahm.
Einen geruhsamen Tag auf dem Markt allerdings gab es für die Besucher aus Naukšéni dann in der Folge nicht. Vielmehr stand ein Tag voller Informationen auf dem Programm. Insgesamt waren 20 lettische Besucher aus dem Kreis Valmiera in den Kreis Gütersloh gekommen (das HK berichtete). Gemeinsam besuchten sie zunächst das Böckstiegel- Museum in Werther. Und von dort aus ging es in die Kartoffelmanufaktur Pahmeyer. "Ich war sehr beeindruckt von der Größe des Unternehmens, das ja aus einem bäuerlichen Betrieb entstanden ist", sagte Janis Zuments nach der Besichtigungstour. Zurück in Borgholzhausen ging es zu Günter Schlömann in dessen Ausstellung. Der Borgholzhausener Kunstschaffende führte die Gäste aus Lettland durch die Räume.
Zum Tagesabschluss ging es dann am Abend in die Gaststätte Potthoff. Da waren Aktive des örtlichen Deutsch-Lettischen Freundeskreises mit von der Partie. Vorsitzende Regina Hartlage freut sich bereits auf weitere geplante Begegnungen. So fliegt im November eine Delegation aus Borgholzhausen nach Lettland. "Die Tickets sind schon gekauft", erklärte Bürgermeister Dirk Speckmann. Im Januar spätestens wird er den Amtskollegen aus Naukšéni in Borgholzhausen wiedersehen. Dort nämlich wird die große Wanderausstellung zum 100. Jahr der lettischen Unabhängigkeit gezeigt. Erwartet wird zur Eröffnung auch der lettische Botschafter.


Geburtstag mit lettischen Freunden nach oben  
Lettische Spezialitäten: Die stellvertretende Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (l.) informierte die Gäste im Infostand des Freundeskreises. Dieter und Ingrid Mörke aus Harsewinkel ließen sich das kräftige Brot schmecken und bewunderten die Strickwaren. FOTOS: RICHARD ZELENKA
Besuch Auch Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (5. v. r) schaute am lettischen Stand vorbei und begrüßte die Gäste aus der Partnerstadt Mazsalaca: Bürgermeister Harijs Rokpelnis (4. v. l.)und Stadtdirektor Ritvars Sirmais (2. v. r) sowie die Mitglieder des Freundeskreises.
  Die Neue Westfälische AUSZUG VOM 18. September 2018

Spökenkieker-Stadtfest: Der deutsch-lettische Freundeskreis warb mit einem eigenen Stand für die Partnerstadt Mazsalaca. Bürgermeister Harijs Rokpelnis und Stadtdirektor Ritvars Sirmais waren beeindruckt

Von Richard Zelenka

Harsewinkel. Es war gut, dass Pamela Westmeyer zu ihrem 44. Geburtstag ein knallgelbes Kleid angezogen hatte so war es am Sonntag ein Leichtes, die stellvertretende CDU-Bürgermeisterin im Gewühl des Spökenkieker-Festes zu orten. Und das Geburtstagskind stürzte sich mit vollem Einsatz in das hektische Treiben auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt.
Denn: Pamela Westmeyer hatte eine wichtige Mission zu erfüllten. Es galt, den Freunden aus der lettischen Partnerstadt Mazsalaca zu zeigen, wie ausgelassen in der ostwestfälischen Provinz Straßenfeste gefeiert werden. An der Seite von Harijs Rokpelnis und Ritvars Sirmais, Bürgermeister und Stadtdirektor des malerischen Städtchens in der Gütersloher Partnerregion Valmiera, bahnte sich Pamela Westmeyer den Weg durch die Menschenmassen zu den Attraktionen des Spökenkieker-Stadtfestes, das am Sonntag seine mittlerweile sechste Auflage erlebte.
Rokpelnis und Sirmais, die noch am Vormittag gemeinsam mit den anderen Teilnehmern der diesjährigen Delegation aus Lettland und ihren Gastgebern eine anstrengende Fahrradtour über 42 Kilometer absolviert hatten, waren beeindruckt von dem buten Treiben in der Innenstadt. "Es ist schon erstaunlich, was hier auf die Beine gestellt wird. Es ist ein tolles Fest für alle Generationen", lobte Rokpelnis. Besonders gefielen den beiden jungen Letten das Rudeltrommeln vor P. A. Richter und natürlich das Mähdrescherziehen in der Gütersloher Straße. De Gäste aus Lettland waren fasziniert von der Mischung aus Geschicklichkeit, Kraft und Kreativität, die Tausende an die Gütersloher Straße lockte. Noch an der Strecke wurde die Idee geboren, einen ähnlichen Wettbewerb einmal auch in Mazsalaca zu starten.
Der deutsch-lettische Freundeskreis Harsewinkel-Mazsalaca, der sich im vergangenen Jahr gebildet hatte, befindet sich weiterhin im Aufwind. Immer neue Anhänger schließen sich dem Zusammenschluss an. Nur so war es möglich, im Rahmen des Spökenkieker-Stadtfestes mit einem eigenen Stand Werbung für das kleine Land im Baltikum zu machen. Handwerkliche Erzeugnisse und kulinarische Spezialität aus der Region Valmiera stießen bei denFestbesuchernauf reges Interesse. Gestrickte und gehäkelte Handschuhe und Socken aus Wolle mit den für Lettland so typischen Mustern sowie kunstvoll gewebte Decken wurden neugierig angeschaut und befühlt. "Ich stricke selbst gerne. Das hier ist sehr feine Arbeit", sagte Ingrid Mörkeaus Harsewinkel, die mit ihrem Ehemann Dieter beim Rundgang über die Stadtfestmeile einen ausgedehnten Stopp am lettischen Stand einlegte. Lettische Spezialitäten wie der aus vielen Kräutern gebrannte Schnaps Balsam oder das würzige Dunkelbrot, das in Öl angebraten und mit Knoblauch bestrichen bei vielen Gelegenheiten kredenzt werden, wurden eifrig probiert. Infomaterial über Mazsalaca und Lettland komplettierte das Angebot am Stand. Harijs Rokpelnis zeigte sich beeindruckt von so viel Engagement der Harsewinkeler. "Es ist schön, dass sich so viele Menschen in Harsewinkel für diese Partnerschaft einsetzen".


Partnerschaft auch an der Basis vorantreiben nach oben  
Präsente in handgestickten Leinenbeuteln überreichte Kocenis Bürgermeister Janis Olmanis am Samstag vor der Weiterfahrt seiner Langenberger Kollegin Susanne Mittag.
Erfahrungsaustausch: (v. l.) Partnerschaftspfleger Bernhard Elbracht, Sanita Darzina Svalbe, Kocenis Bürgermeister Janis Olmanis, Dolmetscherin
  Die Glocke AUSZUG VOM 17. September 2018

Langenberg (gdd). Zu einem freundlichen Treffen mit einer Delegation aus dem lettischen Koceni, die Teil einer 20-köpfigen Besuchergruppe aus der Region Valmiera war, ist es am Samstagmorgen in Langenberg gekommen. Bürgermeisterin Susanne Mittag führte ihre drei Gäste, darunter Janis Olmanis, Bürgermeister von Koceni, durch den Ort. Gemeinsam wurde das Baugebiet Haselkampf besichtigt.

Bürgermeisterin Susanne Mittag vermittelte ihren Gästen die Siedlungsentwicklung und rückte den Awo-Kindergarten in seiner Kombination mit Wohnungen im Obergeschoss sowie den Neubau des Caritashauses am Schützenplatz, in dem sich eine Senioren-Wohngemeinschaft als familienähnliche Gruppierung etabliert hat, in den Fokus. Die Haselkamp-Siedlung sei ein deutlich sichtbarer Beweis für den Gedanken, dass junge und alte Menschen im Zusammenleben mehr zueinander finden und ein Austausch von Interessen dadurch möglich sei.
Die Beziehungen zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera gibt es seit nunmehr 26 Jahren. Koceni, 7000 Einwohner groß, das sich um das frühere Rittergut Kokenhof entwickelt hat, liegt fünf Kilometer von Valmiera entfernt; die im Kokenhof untergebrachte Grundschule, ein Kulturhaus, eine Apotheke, ein Sportclub und eine Pferdezucht sind die wichtigsten infrastrukturellen Glieder der Ortschaft.
Seit fünf bis sechs Jahren keimt das zarte Wunschpflänzchen Partnerschaft zwischen der lettischen Gemeinde und Langenberg (8500 Einwohner) im Rahmen der Gesamtpartnerschaft des Kreises Gütersloh mit der Region Valmiera. Mehrmals wurden, wohl von beiden Seiten ins Auge gefasste, Kontaktaufnahmen durch Delegationsbesuche kommunaler Vertreter umgesetzt. An der Basis hat sich bisher jedoch relativ wenig ereignet. Aber das soll sich, wenn man die Ergebnisse des jüngsten und so kurzen Treffens der beiden Gemeindeoberhäupter bewerten soll, in näherer Zukunft ändern.
Der Partnerschaftskoordinator für den Kreis Gütersloh, Hans-Joachim Schwolow, der im Tiefbauamt des Kreises vor zwei Jahren seinen Dienst quittiert hat, führte zusammen mit dem früheren Kreismitarbeiter Bernd Elbracht die kleine Delegation nach Langenberg.

"Vereine und Bürger sind gefordert"

Langenberg (gdd). Hans-Joachim Schwolow ist überzeugt: "Wenn man Beziehungen will, müssen sie an der Basis beginnen. Wir sollten in Langenberg 2019 einen Jugendaustausch auf die Beine stellen." Janis Olmanis, der Schwolof beipflichtete, meinte, in Koceni legten die Bürger schon seit Jahren Wert auf eine Partnerschaftliche Beziehung mit der ostwestfälischen Gemeinde - "aber es ist ein Wunsch, der sich nun einmal nicht forcieren lässt". Janis Olmanis und Susanne Mittag sehen insbesondere auch im Austausch sozialer Kontakte mit Altbürgern - sowohl mit dem Caritas-Altenheim in Langenberg als auch mit den Mitgliedern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Möglichkeiten -, eine Verständigung durch das Zusammenbringen junger Menschen zu vertiefen. In Koceni stehen als Gesprächspartner überwiegend Bürger mit lutheranischem Glauben zur Verfügung. Im Obergeschoss der Langenberger Friedenskirche an der Brinkstraße, die zur Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück gehört, fanden sich Gäste und Gastgeber nach einem Rundgang am Samstagmorgen durch den Ortskern zu einer Bilanz zusammen. Die Bürgermeisterin: "Ich finde es wichtig, dass auch Vereine in beiden Kommunen gefordert sind, den Partnerschaftsgedanken vorwärtszubringen. Unsere Gemeindeverwaltung würde diese Form der Kontaktbereitschaft gern unterstützen." Nach dem Besuch in Langenberg fuhren die Gäste aus Lettland nach Werther, wo sie am Mittag das Böckstiegelmuseum besichtigten. Dabei war auch "Glocke"-Mitarbeiterin Dr. Silvana Kreyer, die dank ihrer lettischen Wurzeln eindrucksvoll als Dolmetscherin fungierte.


Inklusion steht bei Treffen im Mittelpunkt nach oben  
Die Delegation aus Valmiera kam am Donnerstagabend im Kreis Gütersloh an: (v. l.) Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte Guna Kibere (stellvertretende Bürgermeisterin von Rüjiena) und Janis Zuments (stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins) im Hubertusheim in Rheda-Wiedenbrück.
  Die Glocke AUSZUG VOM 15. September 2018

Kreis Gütersloh (gl). In dieser Woche wird die deutsch-lettische Partnerschaft wieder gepflegt: 20 Gäste aus der Region Valmiera sind seit Donnerstag zu Gast im Kreis Gütersloh. Der Kreis unterhält seit mehr als 25 Jahren eine Partnerschaft zu der lettischen Region. In diesem Jahr stehen die Inklusion und der Austausch zwischen den Gemeinden im Mittelpunkt.
Landrat Sven-Georg Adenauer empfing die Gäste am Donnerstagabend im Hubertusheim der Kreisjägerschaft in Rheda-Wiedenbrück: "Ich freue mich, Sie alle im Kreis Gütersloh begrüßen zu können. In diesem Jahr stehen wichtige Themen auf dem Programm. Dafür wünsche ich uns einen konstruktiven Austausch, gute fachliche Gespräche und eine schöne gemeinsame Zeit." Adenauer war selbst noch im Juli mit einer Delegation in Lettland gewesen.
Der Jagdhornbläserchor Hubertus Wiedenbrück und die Kreisjägerschaft begrüßten die Gäste mit musikalischem Brauchtum und heimischen kulinarischen Köstlichkeiten. Am Freitag stand als erstes ein Besuch beimWertkreis auf dem Programm. Nachmittags ging es aktiv zu: Eine Wanderung auf dem Pflaumenweg in Stromberg war angesagt. Gerade erst eröffnet, schon Besucher aus Lettland: Das neue Museum Peter August Böckstiegel durfte auf dem Programm dieser Reise nicht fehlen.
Der Samstag steht ganz im Zeichen der Kontakte zwischen den einzelnen Partnergemeinden. Inzwischen pflegen vier Kommunen Partnerschaften oder partnerschaftliche Beziehungen zu Gemeinden in Lettland: die Gemeinde Steinhagen zur Stadt Rujiena, Harsewinkel zu Mazsalaca, Borgholzhausen zu Naukseni und Halle zur Stadt Valmiera.


Kloster-Hopfen gedeiht in Lettland nach oben  
"Ich habe Freunde in Harsewinkel" steht auf dem Body des Teddys, den Pamela Westmeyer Harijs Rokpelnis' kleinem Sohn schenkte.
Der Marienfelder Naturfreund Leonhard Sieweke hat einst Hopfen aus dem Klostergarten nach Mazsalaca geschickt. Vor Ort konnte er sich nun überzeugen, dass die Pflanzen gut angekommen sind.
Beim Sportfest trifft die Harsewinkeler Delegation auf Bekannte, die beim Weihnachtsmarkt dabei waren.
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 09. August 2018

Fünfköpfige Delegation aus Harsewinkel in der Partnerstadt Mazsalaca Harsewinkel (WB/sw).
Zu einer guten Freundschaft gehören auch regelmäßige, gegenseitige Besuche. Vor diesem Hintergrund führte eine Reise fünf Mitglieder des Freundeskreises Harsewinkel einmal mehr in die lettische Partnerstadt Mazsalaca.

Die Stippvisite fand im Rahmen der jährlichen Besuchsreise des Kreises Gütersloh in dessen Partnerstadt Valmiera statt. Die Harsewinkeler Delegation, bestehend aus Pamela Westmeyer, Erika Kauling, Joachim Bode sowie Annelie und Leonhard Sieweke, legte dabei auch in Mazsalaca in der lettischen Provinz nahe der estnischen Grenze einen Zwischenstopp ein.
Angeführt von Landrat Sven-Georg Adenauer, ging es in einer großen Gruppe aus Unternehmern und privaten Partnerschaftsunterstützern zunächst mit dem Flieger von Düsseldorf nach Riga. Nach verschiedenen anderen Programmpunkten war der fünfte und letzte Tag der Reise den einzelnen Partnergemeinden gewidmet.
Pamela Westmeyer, Erika Kauling, Joachim Bode sowie Annelie und Leonhard Sieweke wurden höchstpersönlich vom jungen Bürgermeister Mazsalacas, Harijs Rokpelnis, abgeholt. Mazsalacas Bürgermeister war kurz zuvor Vater geworden. Pamela Westmeyer gratulierte Rokpelnis und seiner Frau zur Geburt ihres Sohnes Karlis Jänis. Als Geschenk und Gruß aus Harsewinkel überreichte die stellvertretende Bürgermeisterin einen Bären, der ein Leibchen mit der Aufschrift "Man ir draugi Harsewinkel" trägt; auf Deutsch: "Ich habe Freunde in Harsewinkel". Auf dem Programm stand zunächst die Besichtigung des geplanten Altenheims, das erst kürzlich von der Kommune erworben wurde und wo noch viel Arbeit zu leisten ist. Dies ist aber zwingend notwendig, weil das angrenzende Krankenhaus nicht mehr alle Pflegefälle aufnehmen kann. "Hier sollte Harsewinkel als Partnergemeinde so weit wie möglich Unterstützung leisten", resümierte Pamela Westmeyer im Anschluss. Die Führung erfolgte durch den Leiter des Krankenhauses, den in Harsewinkel gut bekannten Dr. Edgars Grandans, der anschließend durch das vor 25 Jahren von Bruno Kleine gestiftete Hospital führte. Dieses befindet sich nach der Komplettdachsanierung wieder in einem hervorragenden Zustand. "An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die erneute Hilfe durch die Familie Kleine", so Pamela Westmeyer. Danach wurde im Ortskern eine Immobilie besichtigt, in der ein junger Lette beabsichtigt, eine Hausbrauerei zu errichten. Auch hier ist bereits fachliche, beratende Unterstützung angelaufen. In Augenschein wurde natürlich auch das Hopfenprojekt genommen, das sich noch in der Startphase befindet. Wie das WESTFALEN-BLATT seinerzeit berichtete, hatte der Marienfelder Naturfreund Leonhard Sieweke im März 60 Ableger des Aromabrauhopfens aus seinem Klostergarten nach Mazsalaca geschickt. Nun konnte er mit eigenen Augen sehen, dass dieses Projekt Form annimmt.
Mit Bürgermeister Rokpelnis ging es noch auf den wunderschönen Naturpfad Skanaiskalns durch einen urigen Stadtwald zum Fluss Salaca und den berühmten Echofelsen. Beeindruckt zeigten sich die Besucher auch in einer Vinothek im Nachbarort Nauksenu, wo ein junger Unternehmer aus allem anderen außer Weintrauben hervorragende Weine keltert, zum Beispiel aus Äpfeln, Pflaumen, Quitten oder Beeren. Abgerundet wurde der Tag mit einem klassischen Freiluftkonzert in einem herrlichen Garten am Kunsthaus, einem ehemaligen Gutshaus mit Teichanlage. Beim Besuch eines Sportfestes traf man noch zwei junge Letten, die vor Weihnachten mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten waren. Der Gegenbesuch lässt nicht lange auf sich warten: Vom 13. Bis zum 17. September kommt eine lettische Delegation in den Kreis Gütersloh. Wer im Freundeskreis Harsewinkel mitarbeiten möchte, kann sich an Pamela Westmeyer wenden, Tel. 05247/926059.


Heimische Firmen geben Tipps nach oben  
Die Unternehmensvertreter aus dem Kreis Gütersloh reisten in die Partnerregion Valmiera, um sich mit den dortigen Kollegen auszutauschen: (v. l.) Gerhard Wellmann (Wellmann Anlagentechnik), Albrecht Pförtner (Wirtschaftsförderer des Kreises Gütersloh), Hermann Kuhre (Kuhre Erdbau), Landrat Sven-Georg Adenauer, Norbert Laumeier (Unternehmensberater), Georg Effertz (Effertz Bedachung und Gerüstbau) und Ulrich Berens (Bio-Circle Surface Technology). Mit dabei war auch noch Otto Nüßer von Venjakob Maschinenbau.
  Die Glocke AUSZUG VOM 21. Juli 2018

Kreis Gütersloh / Valmiera (gl). Das Thema Wirtschaft hat bei der diesjährigen Reise aus dem Kreis Gütersloh in die Partnerregion Valmiera im Vordergrund gestanden. Vertreter von Firmen wie Venjakob Maschinenbau, Bio-Circle Surface Technology, Effertz Bedachung und Gerüstbau, Wellmann Anlagentechnik sowie Kuhre Erdbau reisten mit der Delegation um Landrat Sven-Georg Adenauer und Albrecht Pförtner (Wirtschaftsförderer des Kreises) nach Lettland, um sich mit dortigen Wirtschaftsvertretern auszutauschen oder Kontakte zu knüpfen.

Außer einem Treffen in der lettischen Industrie- und Handelskammer gab es ein Treffen mit Bürgermeistern und Firmenvertretern, die die aktuelle Situation der Gemeinden und ihre Unternehmen vorstellten. "Es war mir ein Anliegen, die Wirtschaft aus unserem Kreis mit in die Partnerschaft einzubinden", sagt Adenauer. "Wir haben uns bewusst für mittelständige Firmen entschieden, die ähnliche Strukturen haben, wie die lettischen Unternehmen", ergänzt Pförtner. "Wir hatten den Eindruck, dass die Letten sehr dankbar über die Anregungen unserer Wirtschaftsvertreter waren", zieht der Landrat Resümee. Vielleicht würden sich ja demnächst sogar neue Geschäftsbeziehungen ergeben.
Lettland ist eher ein kleines Land mit 1,92 Millionen Einwohnern. Da 60 Prozent des Landes mit Wald bedeckt sind, spielt die Holzindustrie eine große Rolle. Viele der hergestellten Produkte gehen in den Export. Hinzukommen die Metallindustrie und Logistik. Die Stadt Valmiera ist die neuntgrößte Stadt Lettlands (24 861 Einwohner). Inzwischen haben sich insgesamt 120 Unternehmen angesiedelt. Die Firma mit dem mit Abstand größten Umsatz (124,30 Millionen Euro) ist Valmiera Glass (Glasfaser und Glasfaserprodukte). Sie bietet 1085 Menschen einen Arbeitsplatz.
Die Arbeitslosenquote in Valmiera ist mit 3,1 Prozent gering. Eigentlich ein sehr positiver Aspekt. Allerdings tut sich da das nächste Problem auf: der Fachkräftemangel. In Deutschland aktuell viel diskutiert, betrifft er zunehmend mehr auch Valmiera. Und so sprachen die Vertreter beider Länder darüber, was sich dagegen tun lässt. In Valmiera werden zum Beispiel derzeit von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Unterkünfte gebaut, die speziell an junge Fachkräfte und deren Familien vermietet werden sollen.
Nicht nur fehlende Spezialisten sind in der Region ein Problem, sondern auch auswandernde Arbeitskräfte. Ein Grund könnte der niedrige Verdienst sein. Der durchschnittliche Stundenlohn der Mitarbeiter in der Möbelfirmaliegt bei unter fünf Euro. Die Wirtschaftsvertreter aus dem Kreis Gütersloh sind sich einig, dass viel Entwicklungspotenzial in der Region steckt. Oft fehle jedoch das Geld zur Umsetzung, was durch Privatfinanzierung geändert werden könnte.


Partner-Region verändert ihr Gesicht nach oben  
Nicht nur für Schüler geeignet: Im Lehrpark des Umweltzentrums in Daibe können Übungen für Teamwork und Naturspielzeuge ausprobiert werden

Foto Kreis Gütersloh
In der Firma Svenne konnten die Teilnehmerinnen eine Kerze herstellen. Annette Kuhre verteilt das flüssige Wachs in der Form, damit die Kerze später verschiedene Farben hat.
Blick vom Garten eines Gartenbaubetriebes in Burtnieki auf einen Storchenhorst
Die Teilnehmer der Delegationsreise in die Region Valmiera besuchten während ihres Aufenthaltes unter anderem das Umweltzentrum in Daibe
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 19. Juli 2018

Delegationsreise nach Valmiera: fachlicher Austausch und viel Programm

Gütersloh / Valmiera (WB). Vom Stadtrundgang durch die Altstadt von Riga, der Besichtigung eines Umweltzentrums und einer Behindertenwerkstatt bis zum Treffen mit Wirtschaftsvertretern - viel stand in diesem Jahr auf dem Programm der Delegation aus dem Kreis Gütersloh.
Fünf Tage lang besuchte sie die Partnerregion Valmiera in Lettland. 37 Teilnehmern um Landrat Sven-Georg Adenauer und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow waren in die Region gereist, zu der der Kreis Gütersloh bereits seit 1994 eine Partnerschaft pflegt.

"IN VALMIERA TUT SICH EINIGES"

Die Leichtathletik-Arena wird runderneuert, ein neues Schwimmzentrum ist fast fertig, bis 2021 soll ein Industriegebiet entstehen und auch der Wohnungsbau ruht nicht. Davon konnten sich die Besucher bei einer Stadtrundfahrt überzeugen. Trotzdem ist und bleibt die Stadt grün, immerhin 33 Prozent von Valmiera sind Wald und Wiese, fünf Prozent nimmt der Fluss Gauja ein. Ebenfalls von viel Landschaft umgeben ist der Abfallwirtschaftsbetrieb in Daibe, den die Delegation kennen lernte. Es handelt sich dabei um die Mülldeponie- und Entsorgungsstelle für die gesamte Region Nordvidzeme, zu der Valmiera gehört. Für die 28 Kommunen, die ihre Abfälle dorthin liefern, soll die Anlage Kapazitäten für die nächsten 50 Jahre bieten. Mit 115 Hektar ist das Gelände sogar größer als das der Stadt Riga. Seit gut einem halben Jahr

Selbst aktiv wird die Delegation in der Firma Svenne, die Metall verarbeitet und Kerzen herstellt.

können im dazugehörigen Umweltzentrum jeden Tag 60 Schülerinnen und Schüler aus ganz Lettland unterrichtet werden. Biologie, regional vorkommende Gesteine und Baumarten, Naturspielzeuge aber auch Teamarbeit stehen dabei zum Beispiel auf dem Programm. Neben einer Vogelklasse soll demnächst eine Waldklasse eingerichtet werden, in denen die Kinder über entsprechende Themen informiert werden. Beim Bau habe man von den Erfahrungen und der Beratung aus dem Kreis Gütersloh profitiert und hoffe auch weiterhin auf gegenseitigen Austausch, erklärte der Leiter der Deponie.

"BESUCH BEI DER KAMMER"

Selbst aktiv werden konnte die Delegation in der Firma Svenne, die Metall verarbeitet und Kerzen herstellt. Eine interessante Kombination, die wohl auf die beiden Eigentümer des kleinen Betriebes zurückzuführen ist - sie kümmert sich um die Kerzen, er um das Metall. Und so gab es auch zwischen den männlichen und weiblichen Delegationsmitgliedern eine strikte Trennung beim Schmieden und Kerzenherstellen. Für die Unternehmensvertreter stand zudem noch ein Besuch bei der lettischen Industrie- und Handelskammer an, wo ein Austausch über die Wirtschaft Lettlands und Deutschlands stattfand.

"KONZERT IM TREPPENHAUS"

Dass die Letten spontan sind und improvisieren können, zeigten sie als am Abend ein Konzert im Garten stattfinden sollte, es aber ziemlich regnete. Kurzerhand wurde das Konzert ins Treppenhaus der Musikschule Valmiera verlegt. Die Musikschüler präsentierten lettische Lieder und spielten Instrumente wie das sogenannte Kokle, ein sehr altes lettisches Instrument, für das es keinen deutschen Namen gibt, wie lächelnd gesagt wurde. Grund zum Lächeln gab es sowieso viel in den fünf Reisetagen: Die lettischen Gastgeber hatten wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, bei dem es viel zu Sehen und viele Möglichkeiten zum Austausch gab.

"UNTERNEHMEN SIND VERTRETEN"

Zu den Teilnehmern der Delegationsreise gehörten in diesem Jahr unter anderem die Unternehmensvertreter Otto Nüßer (Venjakob Maschinenbau, Gütersloh), Gerhard Wellmann (Wellmann Anlagentechnik, Halle), Hermann Kuhre (Kuhre Erdbau, Herzebrock-Clarholz), Ulrich Berens (Bio-Circle Surface Technology, Verl), Georg Effertz (Effertz Bedachung und Gerüstbau, Rheda-Wiedenbrück) sowie die politischen Vertreter Dirk Holtkamp (Mitglied des Kreistages), Pamela Westmeyer (stellvertretende Bürgermeisterin Harsewinkel), Dieter Baars (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Halle), Ulrike Niemeier-Müller und Elke Rosenthal (beide Mitglieder des Rates der Stadt Halle), Henrike Hollweg-Lohrer und Karl-Heinz Lohrer (Ratsmitglieder in Steinhagen) sowie Ulrich Bredhorst und Birgit Ernst (beide Ratsmitglieder der Stadt Werther sowie zahlreiche Interessierte und Freunde der Partnerschaft mit Valmiera.

Die Partnerschaft

Zwischen der lettischen Region Valmiera (ehemals Kreis Valmiera) und dem Kreis Gütersloh besteht seit 1994 eine offizielle Partnerschaft. Anfangs leistete der Kreis vor allem materielle Hilfen. Hauptsächlich in den Bereichen Bildung, Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Feuerwehr und Rettungsdienst der Region Valmiera haben über die Jahre mehr als 30 Einsatzfahrzeuge aus den Kommunen und Gemeinden des Kreises erhalten. Inzwischen stehen der fachliche Austausch und die Pflege vieler Kontakte im Vordergrund. Es findet ein reger Austausch vor allem im kulturellen und schulischen Bereich statt. Gegenseitige Besuche von Chören, Jugendorchestern, Tanzgruppen, Künstlern sowie Schulklassen tragen alljährlich zur Pflege der Partnerschaft bei. Auch offizielle Schulpartnerschaften sind entstanden, es finden Au-pair-Aufenthalte und Schüleraustausche statt. Über die Kreisverwaltung hinaus bestehen auch zahlreiche Verbindungen zwischen einzelnen Kommunen.


Vom Bürgermeister zum Bootskapitän nach oben  
Mit VIP-Deck: Bei schönstem Wetter ließen sich die deutschen Gäste von Ojars Bekeris bei einer Bootspartie die Schönheiten des Burtniekisees zeigen. Die Begegnung mit den Menschen, die zum Gelingen der zahlreichen Projekte beitragen, sowie die Besichtigung wichtiger gemeinsamer Vorhaben standen im Mittelpunkt der Visite.
Mit Schwung: Mechthild Clarfeld (l.) und Pamela Westmeyer schaukelten gemeinsam.
Stadt im Wachsen: In Valmiera werden im Eiltempo viele neue Wohnblocks gebaut
Bootspartie mit Fahne: Landrat Sven-Georg Adenauer (l.) und Albrecht Pförtner (ProWi) schipperten auf dem schönen Burtniekisee.
Mit schicker Mütze: Ojars Bekeris(r.) hat vom Bürgermeister zum Bootskapitän auf dem Burtniekisee umgesattelt
Holzprodukte: Auch eine Behindertenwerkstatt wurde besucht.
Tiefe Wasser: Die Delegationsteilnehmer konnten sich unter fachkundiger Führung aus nächster Nähe über die artenreiche lettische Tier- und Pflanzenwelt informieren
Haus der Künste: Die Nationalgalerie beeindruckte die Gäste.
Aktiv mit Spaß: Auf einem Waldlehrpfad mussten sich Gäste und Gastgeber in Teamgeist und Geschicklichkeit messen.
Unberührte Natur: In den Weiten der lettischen Landschaft ist Platz für Entspannung sowie Sport- und Freizeitaktivitäten.

FOTOS: RICHARD ZELENKA
  Die Neue Westfälische AUSZUG VOM unbekannt

Von Richard Zelenka

Delegationsreise: 39 Freunde und Förderer der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera besuchten Lettland. Wie Ojars Bekeris auf dem Burtniekisee ein neues Business begründete Kreis Gütersloh/Valmiera Lettland ist ein kleines Land. Die baltische Republik hat knapp zwei Millionen Einwohner, davon leben etwa 800.000 in der Hauptstadt Riga. Die Letten sind weltoffen und flexibel. Das haben sie in ihrer wechselvollen Geschichte gelernt.
Ein gutes Beispiel ist Ojars Bekeris. Viele Jahre stand er als Bürgermeister an der Spitze des Städtchens Mazsalaca und war eine der treibenden Kräfte der erfolgreichen Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera (heute Region Valmiera), die 2017 das 25-jährige Bestehen feierte. Bekeris entwickelte eine neue Geschäftsidee: Aus dem Rathauschef wurde ein Bootskapitän, der mit einer schicken Mütze auf dem Kopf Touristen gegen eine kleine Gebühr auf dem idyllischen Burtniekisee herumschippert und ihnen dabei wortreich die Vielfalt der heimischen Fauna und Flora erklärt. Doch das Business zündet nicht richtig - es fehlt an der nötigen Infrastruktur, der See ist in weiten Teilen von Schilf überwuchert, die Wasserqualität an einigen Stellen schlecht. "Es ist ein schönes Stück Erde. Und wir sind bereit, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass die Burtnieki- Region touristisch weiter erschlossen wird", versicherte Landrat Sven-Georg Adenauer, der in der vergangenen Woche die alljährliche Delegationsreise aus dem Kreis Gütersloh nach Valmiera anführte und dabei auch eine ausgedehnte Bootspartie auf dem zweitgrößten See Lettlands absolvierte.
Das Thema Wirtschaft prägte diesmal das Programm. Unter den 39 Reiseteilnehmern, die in der Partnerregion ein buntes Besuchs- und Besichtigungsprogramm absolvierten, waren auch mehrere Unternehmer verschiedener Branchen, die in Gesprächen mit Vertretern der IHK und Wirtschaft das Terrain für eine Intensivierung der deutsch-lettischen Wirtschaftsbeziehungen erkundeten (weitere Berichte folgen).


Sportstätten der Superlative nach oben  
Schwimmbad der Superlative: Die neue Sportstätte soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Etwa neun Millionen Euro kostet das Projekt. Die EU beteiligt sich daran.
Paradies für die Kids Für die kleinen Besucher stehen zahlreiche Sport- und Spielangebote zur Verfügung.
Millionenprojekt: Janis Baiks mit den deutschen Gästen.

FOTOS: RICHARD ZELENKA
  Die Neue Westfälische AUSZUG VOM 19. Juli 2018

Von Richard Zelenka

Partnerschaft: Die Teilnehmer der Delegationsreise aus dem Kreis in die lettische Partnerregion Valmiera waren schwer beeindruckt. Mit Hilfe der EU baut man dort für neun Millionen Euro ein Schwimmstadion

Kreis Gütersloh/Valmiera. Sichtlich stolz schreitet Valmieras Bürgermeister Janis Baiks der deutschen Delegation voran und erläutert gesten- und wortreich ein Prestigeprojekt, das zurzeit in der lettischen Partnerregion für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Ein paar Kilometer von der City Valmieras entfernt wird ein überdachtes Schwimmbad der Superlative aus dem Boden gestampft. Die Eröffnung ist bereits für den kommenden Herbst avisiert.
Gleich nebenan befindet sich das Olympische Sportzentrum, das bereits vor einigen Jahren in Betrieb genommen wurde. In mehreren multifunktional zu nutzenden Sporthallen können Leistungs- und Hobbysportler unter anderem alle Ballsportarten betreiben und trainieren. Im Eisstadion werden diverse Wintersportarten wie Eishockey oder Eislauf ausgeübt. Zudem ist der Anlage ein Hotel angeschlossen.

"Wie können sich das die Letten leisten "

Die Gäste aus Deutschland staunen: So viel Luxus ist man von zu Hause nicht gewohnt. Es wird an nichts gespart. Die Räume des Schwimmstadions, der Ausdruck Hallenbad beschreibt nur unzureichend die Realität, sind überaus großzügig dimensioniert. Große Glasfronten sorgen dafür, dass das gesamte Gebäude lichtdurchflutet ist. Schon der weiträumige Eingangsbereich der Schwimmhalle ist beeindruckend: Er erinnert eher an das Foyer eines Luxushotels als an ein Hallenbad. Neben dem oblig atorischen Hauptbecken mit acht 25-Meter- Bahnen stehen für die Besucher weitere Schwimmbereiche bereit, darunter auch ein Becken für therapeutische Zwecke, dessen aufwendige Mosaiken ein echter Blickfang sind. Auch an die Kids wurde gedacht: Eine ganze Abteilung wurde mit einer Vielzahl von Spielgeräten bestückt. Natürlich fehlen auch ein repräsentativer Saunabereich und großzügige Umkleideräume nicht. "Wie können sich das die Letten leisten?", lautet die immer wieder gestellte Frage aus den Reihen der deutschen Delegation.
Diese Frage ist berechtigt, denn all das kostet Geld, viel Geld. Die reinen Baukosten beziffert Bürgermeister Janis Baiks mit etwa neun Millionen Euro. Das wäre aus eigener finanzieller Kraft kaum zu stemmen. Die Europäische Union (EU) macht es möglich. Etwa 75 Prozent der Kosten werden aus Programmen der Europäischen Gemeinschaft gedeckt, der Rest kommt aus kommunalen Töpfen. Doch es sollte kein Neid aufkommen in Zeiten, in denen bei uns beim Bau oder der Sanierung von Schwimmbädern der Rotstift regiert und es hier und da, so wie kürzlich in Harsewinkel, auch bei relativ kostengünstigen Vorhaben wie der Sanierung von Umkleidekabinen oder der Errichtung einer Rutsche, im politischen Raum erbitterten Streit gibt.
Die Situation in Deutschland und Lettland seien miteinander nicht vergleichbar, erklärt die Partnerschaftskoordinatorin auf lettischer Seite, Rudite Markus. Denn die Stadt Valmiera sei mit ihren etwa 25.000 Einwohnern zwar für deutsche Verhältnisse relativ klein, sie erfülle in der Region Vidzeme aber die Funktion eines Mittelzentrums. Das bedeute, dass die Sportanlagen in Valmiera Anziehungspunkt für etwa 200.000 Menschen aus der gesamten Region seien.

Die Letten lieben den Sport

Die Schwimmhalle ist derzeit nicht das einzige Sportprojekt in Valmiera. Am anderen Ende der Stadt wird mit Hochdruck die betagte Leichtathletiksportbahn von Grund auf saniert. Auch dort werden Millionen verbaut. Das Stadion soll nach der Fertigstellung auch für internationale Wettkämpfe tauglich sein. Überhaupt: Die Letten lieben den Sport. Und sie sind stolz auf ihre Sporthelden. Maris Strombergs wird in Valmiera geradezu verehrt. Der BMX-Radsportler wurde in Valmiera geboren und war der erste Olympionike Lettlands, der zweimal Gold gewann. Vor einigen Jahren wurde von ihm eine BMX-Anlage in Valmiera eingeweiht, auf der sich im nächsten Jahr die BMX-Elite zu Europameisterschaften trifft. (rz)


Wenn das Treppenhaus zum Konzertsaal wird nach oben  
Nicht nur für Schüler geeignet: Im Lehrpark des Umweltzentrums in Daibe konnten Übungen für Teamwork und Naturspielzeuge ausprobiert werden.
In der Firma Svenne konnten die Teilnehmerinnen eine Kerze herstellen.
Das Konzert in der Musikschule Valmiera musste wegen Regens ins Treppenhaus verlegt werden.
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. Juli 2018

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl.) Vom Stadtrundgang durch die Altstadt von Riga, der Besichtigung eines Umweltzentrums und einer Behindertenwerkstatt bis zum Treffen mit Wirtschaftsvertretern: Viel hat in diesem Jahr auf dem Programm der Delegation aus dem Kreis Gütersloh gestanden. Fünf Tage lang besuchte sie die Partnerregion Valmiera in Lettland. 37 Teilnehmer um Landrat Sven-Georg Adenauer und Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow waren in die Region gereist, zu der der Kreis Gütersloh seit 1994 eine Partnerschaft pflegt.

In Valmiera tut sich aktuell einiges: Die Leichtathletikarena wird erneuert, ein Schwimmzentrum ist fast fertig, bis 2021 soll ein Industriegebiet entstehen, und auch der Wohnungsbau ruht nicht. Davon konnten sich die Besucher bei einer Stadtrundfahrt überzeugen.
Trotzdem bleibt die Stadt grün:
Immerhin 33 Prozent von Valmiera sind Wald und Wiese. Fünf Prozent nimmt der Fluss Gauja ein. Ebenfalls von viel Landschaft umgeben ist der Abfallwirtschaftsbetrieb in Daibe, den die Delegation kennenlernte. Es handelt sich dabei um die Mülldeponie- und Entsorgungsstelle für die gesamte Region Nordvidzeme, zu der Valmiera gehört. Für die 28 Kommunen, die ihre Abfälle dorthin liefern, soll die Anlage Kapazitäten für die nächsten 50 Jahre bieten. Mit 115 Hektar ist das Gelände größer als das der Stadt Riga. Seit gut einem halben Jahr können im dazugehörigen Umweltzentrum jeden Tag 60 Schüler aus ganz Lettland unterrichtet werden. Beim Bau habe man von den Erfahrungen und der Beratung aus dem Kreis Gütersloh profitiert und hoffe auch weiterhin auf gegenseitigen Austausch, erklärte der Leiter der Deponie.
Selbst aktiv werden konnte die Delegation in der Firma Svenne, die Metall verarbeitet und Kerzen herstellt. Für die Unternehmensvertreter stand zudem noch ein Besuch bei der lettischen Industrie- und Handelskammer an, wo ein Austausch über die Wirtschaft Lettlands und Deutschlands stattfand. Dass die Letten spontan sind und improvisieren können, zeigten sie, als am Abend ein Konzert im Garten stattfinden sollte, es aber stark regnete. Kurzerhand wurde das Konzert ins Treppenhaus der Musikschule Valmiera verlegt.
Zu den Teilnehmern der Delegationsreise gehörten in diesem Jahr unter anderem Unternehmensvertreter, Lokalpolitiker aus dem Kreis und zahlreiche Interessierte und Freunde der Partnerschaft.


Feuerwehrjugend hebt ab nach oben  
Hoch hinaus auf dem Marktplatz: Tom Harmann von der Jugendfeuerwehr Gütersloh klettert das Knotenseil hinauf und läutet die in zwölf Metern Höhe befestigte Glocke.
Knifflige Übungen: Unter Zeitdruck muss der Feuerwehrnachwuchs unter anderem ein intaktes Rohrleitungssystem aufbauen.
David Heinze (rechts) zeigte dem Nachwuchs, wie man einen Zimmermannsstich- oder einen Mastwurf-Knoten bindet.

Fotos: Krammenschneider
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 11. Juli 2018

Von Malte Krammenschneider

Treffen mit 330 Teilnehmern und jeder Menge Herausforderungen

Gütersloh / Steinhagen (WB). In zwölf Metern Höhe über dem Steinhagener Marktplatz schweben, einen Löschangriff aufbauen und technisches Wissen unter Beweis stellen: Die Anforderungen an den Feuerwehr-Nachwuchs waren beim jüngsten Kreisjugendfeuerwehrtreffen äußerst anspruchsvoll.

Für die insgesamt 330 Teilnehmer aus 13 Jugendfeuerwehren des Kreises standen neben allem Ehrgeiz aber vor allem der Spaß, der gegenseitige Austausch und die Geselligkeit im Vordergrund. Die dreitägige Veranstaltung begann bereits am Freitagnachmittag mit dem "Anzelten". Nach und nach trafen die Jugendlichen aus dem gesamten Kreisgebiet ein und

»Als Geschenk gibt es einen Bollerwagen, in dem die Ausrüstung beim Orientierungslauf transportiert wird.«
Mitorganisator Kevin Gehle


errichteten ihr Zeltlager, bevor sie von Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper und dem Kreisjugendfeuerwehrwart Andreas Kramme begrüßt wurden. Diese zeigten sich von der regen Teilnahme begeistert und hatten im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes ein Geschenk für jede Jugendfeuerwehr mitgebracht. "Es ist ein Bollerwagen, in dem die Teilnehmer ihre Ausrüstung beim Orientierungslauf transportieren können", erklärte der Jugendleiter der Steinhagener Feuerwehr, Kevin Gehle.
Nachdem die Jugendfeuerwehren den Freitagabend mit einem großen Lagerfeuer ausklingen ließen, ging es bereits am Samstagmorgen mit den Orientierungsläufen und den Wettkämpfen los. Bei ersteren mussten sich die Gruppen mit ihrem Bollerwagen auf den Weg durch Steinhagen machen, denn an unterschiedlichen Stationen warteten zum Teil sehr knifflige Aufgaben. Am Schlüttgarten musste beispielsweise eine Seilbrücke überwunden werden, im Bürgerpark galt es, Wasserbomben zunächst mit Teichwasser zu befüllen und schließlich in einem großen Sack hüpfend von A nach B zu befördern. Und auf dem Marktplatz erwartete die Teilnehmer ein Höhentraining. Denn auf dem neu gestalteten Platz stand der Hubsteiger der Feuerwehr Steinhagen parat, dessen Arbeitskorb in zwölf Metern Höhe positioniert war. Daran war ein Knotenseil befestigt. Dies galt es, unter der Sicherung von erfahrenen Feuerwehrmännern hinaufzuklettern. Für die Kinder ein großer Spaß. "Das ist heute als Motivationsübung gedacht. Es haben auch schon einige ganz oben die Glocke läuten können", erklärte Björn Deike, einer von rund 50 freiwilligen Helfern der Löschzüge Steinhagen, Brockhagen und Amshausen.
Unter den Teilnehmern war übrigens auch eine 39-köpfige Schülergruppe aus Lettland. "Es sind Kinder aus den Städten Rujiena, Naukseni, Burtnieki und Valmiera. Viele sind zum ersten Mal in Deutschland und ganz begeistert", erklärte Vita Zeibote, die den lettischen Nachwuchs während ihrer vierwöchigen Reise gemeinsam mit Egils Kauzens betreut.
"Wir möchten uns ausdrücklich bei der Spvg. Steinhagen bedanken, dass sie uns ihre Flächen zur Verfügung gestellt hat", erklärte Mitorganisator Kevin Gehle. Peter Krebs vom Graf Bernhard sorgte derweil für das Mittagessen in der nahegelegenen Mensa, und als besonderes Highlight wartete am Samstagabend noch ein gemeinsamer Ausflug in das extra für die Kreisjugendfeuerwehren reservierte Waldbad. Für den Nachwuchs ein unterhaltsames Wochenende mit viel Geselligkeit, Action und jeder Menge Spaß, das die Jugendliche bestimmt lange in Erinnerung behalten werden.


15 Schüler zu Besuch
Letten erhalten Einblick in Politik
nach oben  
Diskutierten angeregt über das politische Ehrenamt und den Weg in die große Politik: Matthias Trepper und die lettisch-deutsche Schülergruppe.
  Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2018

Gütersloh (gl). "Jugend in Europa: Berufliche Möglichkeiten in Lettland und Deutschland" - unter diesem Titel arbeiten Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule zusammen mit Mitschülern aus dem lettischen Valmiera an einem Projekt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit besuchten nun 15 Jugendliche aus Lettland ihre Partnerschule.
Außer der gemeinsamen Arbeit an dem Projekt lernten die lettischen Gäste auch die Stadt Gütersloh kennen und besuchten das Rathaus. Dort begrüßte sie der stellvertretende Bürgermeister Matthias Trepper. Er sprach über die Politik als Berufsfeld. Am Anfang jeder politischen Karriere steht für Trepper das Ehrenamt: "Ich wünsche mir, dass ihr jungen Leute euch in der lokalen Politik engagiert", unterstrich er.
Der Besuch im Rathaus war aber nur einer von vielen Programmpunkten Einer Stadtführung in Bremen am ersten Tag folgte ein Trip nach Wilhelmshaven. Anschließend wurden die Besucher von ihren Gastfamilien in Gütersloh empfangen. Bei Miele informierten sich die Jugendlichen über Ausbildungsmöglichkeiten. Auch das Stadtmuseum in Gütersloh, die Sparrenburg in Bielefeld, eine Kanufahrt auf der Lippe und Sportspiele im Mohns Park standen auf dem Programm.


Bischof übergibt "Schild der Treue" nach oben  
Eine hohe Auszeichnung wurde Birgit Strothenke von der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück zuteil. Sie erhielt das "Schild der Treue". Das Bild zeigt die Gratulantenschar und in der Mitte (v. l.) Pfarrer Anis Smilga, Erzbischof Pavils Bruvers und Birgit Strothenke in der evangelischen Kirche in Matisi.
  Die Glocke AUSZUG VOM 25. Juni 2018

Rheda-Wiedenbrück (gl). Seit langem besteht eine nachhaltige Partnerschaft zwischen der Evangelischen Versöhnungkirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück und der Evangelischen Kirchengemeinde Matisi in der Region Valmiera in Lettland. Während des jüngsten Besuchs einer Delegation aus Deutschland ist die seit vielen Jahren engagierte Birgit Strothenke in der Partnergemeinde ausgezeichnet worden.

Bischof Pavils Bruvers überreichte ihr im evangelischen Gotteshaus in Matisi die Auszeichnung "Schild der Treue" für ihre Verdienste in der jahrelangen Erhaltung und Stärkung der Partnergemeinschaft. Die Ehrung wurde von dem Erzbischof in Riga, Janis Vanags, unterzeichnet. Sie darf nur von einem Bischof verliehen werden. Pfarrer Andis Smilga aus Matisi überreichte der Rheda-Wiedenbrückerin die Kette mit Anhänger. Die zahlreich erschienenen Gemeindeglieder und Gäste in der Kirche freuten sich über die Auszeichnung und den ersten Besuch eines Bischofs dort seit fast 100 Jahren.
Bereits 1994 gehörte Birgit Strothenke der ersten Delegation der seinerzeit noch eigenständigen Kirchengemeinde Rheda an, die um Pfarrer Dr. Wennemar Schweer erste Kontakte zur kleinen Gemeinde Matisi, die rund 30 Kilometer entfernt von Valmiera liegt, aufnahm. Seitdem wurden vielfältige Hilfsaktionen für die Partnergemeinde in Lettland auf die Beine gestellt. Dazu zählten die Instandsetzung der brüchigen Kirchturmspitze, die Reparatur des Kirchendachs, die Installation einer Drainage, die Übergabe von drei gebrauchten Pkw für Pfarrer und Gemeinde, die Bereitstellung von Materialien für die Sonntagsschularbeit, ein Zuschuss zur Finanzierung von Personal (Orgelspielerin, Evangelist, Pfarrer, Sonntagsschullehrerin und mehr) sowie Kleidersendungen und Weihnachtspäckchen für die Kinder der Sonntagsschule und Senioren. Die gemeinsamen Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen sowie persönlichen Kontakte tragen dazu bei, dass die materielle Hilfe nicht zum beherrschenden Zentrum der Partnerschaft wird.
Diese vielfältigen Aktivitäten sind auch der Kirchenleitung in Riga bekannt geworden, die die Ehrung vornahm. 172 Personen insgesamt erhielten diese Auszeichnung bislang, und Birgit Strothenke ist erst die zwölfte ausländische Person, der diese Ehrung zuteilwurde. Rudite Markus vom Partnerschaftsverein Valmiera-Gütersloh dankte für die Aktivitäten des Freundeskreises Matisi, der unter anderem von Birgit Strothenke geleitet wird. Die Geehrte machte deutlich, dass die Unterstützung der Partnergemeinde in diesem Umfang nur durch viele Helfer möglich ist.


Mit Tempo 80 im Feuerwehrauto bis nach Lettland nach oben  
28 Jahre hat das Schätzchen auf dem Buckel: Das Tanklöschfahrzeug wurde am Jahresanfang ausgemustert. Der Clarholzer Dirk Holtkamp überführt es nächste Woche nach Valmiera.

Bild: Blumenstein
  Die Glocke AUSZUG VOM 21. April 2018

von ANNETTE BLUMENSTEIN
Herzebrock-Clarholz (gl). Das zweite "L" im Wort Clarholz auf der Beifahrertür hat ein bisschen gelitten. Ansonsten ist das Tanklöschfahrzeug in sehr gutem Zustand. Nach 28 Jahren ist der rote Riese kürzlich vom Löschzug Clarholz ausgemustert worden. Doch von Ruhestand keine Spur: Am Dienstag wird es nach Valmiera überführt, um dort weiter gute Dienste zu tun. Dafür hat der Clarholzer Dirk Holtkamp gesorgt. Und er bringt das Fahrzeug höchstpersönlich nach Lettland. Mit Tempo 80.

Schneller darf der Wagen nicht fahren. "Und komfortabel ist er auch nicht gerade", sagt Holtkamp schmunzelnd: keine gefederten Sitze, kein Radio, keine Klimaanlage. Letztere wird er bei Wetteraussichten von 9 bis 14 Grad in Lettland allerdings auch kaum benötigen, dafür wohl eher die Heizung. Und ein Radio lässt sich organisieren. "Da nehmen wir ein Transistorradio", sagt er. "Wir", das sind der 52-jährige Dirk Holtkamp, der für die UWG im Gemeinderat aktiv ist, und Erich Peitz (72) aus Rietberg. Peitz war Fahrer des136 damaligen Oberkreisdirektors Günter Kozlowski und wird das Steuer des Tanklöschfahrzeugs übernehmen. Am Dienstagmittag starten die beiden Richtung Travemünde. Dort legt um 24 Uhr die Fähre nach Liepaja in Lettland ab.
Donnerstagmorgen um 6 Uhr heißt es ausschiffen, und dann geht es wieder auf die Autobahn, über Riga bis in die Partnerregion des Kreises Gütersloh, Valmiera. "Insgesamt werden wir knapp 700 Kilometer in dem Löschfahrzeug fahren", sagt Dirk Holtkamp und schmunzelt: "Das wird ein spannendes Projekt." Zurück geht es am Sonntag mit dem Flugzeug bis Düsseldorf.
Der Verwaltungswirt, der für die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau arbeitet, seit 1999 im Herzebrock-Clarholzer Gemeinderat sitzt, stellvertretender Bürgermeister ist und sich seit 2009 im Kreistag engagiert, ist schon fünfmal in Valmiera gewesen, meist als Mitglied einer Delegation des Kreises. "Mich interessiert die Entwicklung Lettlands und welche Fortschritte sich nach dem Beitritt zur EU zeigen", sagt er. Zuletzt war er voriges Jahr zum 25-jährigen Jubiläum der Partnerschaft dort. Seine Frau Gisela und er engagieren sich auch privat. Regelmäßig bringen sie Spiele, Bilderbücher, Kreide, Spielzeug und Geldspenden in einen Kindergarten in Koceni. "Valmiera ist uns ans Herz gewachsen", sagt Dirk Holtkamp, der von sich aus nicht viele Worte machen möchte über seinen Einsatz. "So einige Menschen im Kreis Gütersloh setzen sich für Valmiera ein."

"Dort kann es noch gute Dienste tun"

Herzebrock-Clarholz (amu). 24 000 Kilometer hat das ausgemusterte Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Herzebrock-Clarholz auf dem Tacho. Anfang des Jahres wurde es durch eine Neuanschaffung ersetzt. Während zunächst erwogen wurde, es zu verkaufen, beschloss der Haupt- und Finanzausschuss auf Dirk Holtkamps Vorschlag hin einstimmig, es der Feuerwehr in Valmiera zur Verfügung zu stellen. "Dort kann es noch lange laufen", ist Holtkamp überzeugt. Für Löschwagen mit Tank sei man dort wegen der schlechten Wasserversorgung besonders dankbar. "Ich hoffe, dass wir das Fahrzeug unfallfrei überführen können und dass es noch viele Jahre der Bevölkerung gute Dienste tun kann." Den Kindergarten in Koceni wird er auch besuchen, mit Puzzles und Spielzeug im Gepäck. "Wenn Sie die strahlenden Augen der Kinder sehen - das ist toll."


Eine Partnerschaft voller Leben nach oben  
Zufriedener Blick zurück auf 2017: Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow und die Kulturbeauftragte Dr. Silvana Kreyer kümmern sich seit 25 Jahren auf Seiten des Kreises Gütersloh intensiv um die Beziehungen zur Region Valmiera in Lettland.
Ein Prosit auf die Partnerschaft: Landrat Sven-Georg Adenauer (links) und Janis Zuments vom Partnerschaftsverein Valmiera.
Eine Ausstellung mit Schülerarbeiten war ein Teil des Kunstprogramms in diesem Jahr.
Mit diesem farbenfrohen Plakat vor dem Kreishaus in Gütersloh ist in diesem Jahr die Valmiera-Freundschaft in den Blick gerückt worden.
Bilder: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 28. Dezember 2017

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). "Diese Partnerschaft war immer voller Leben und ist es auch heute noch." Für Hans-Joachim Schwolow, der die Beziehungen zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland von Beginn an koordiniert, ist 2017 ein besonderes Jahr gewesen. Schließlich feierte die Kreis- Partnerschaft nicht nur Silberhochzeit, sondern es kamen zwei weitere Partnerschaften hinzu.

unser 2017

Wie Schwolow blickt auch Dr. Silvana Kreyer, die Kulturbeauftragte dieser deutsch-lettischen Freundschaft, zufrieden auf 2017 zurück. Auch Kunst und Kultur haben in diesem Miteinander erneut Akzente gesetzt. Schließlich gab es im Rahmen der 25-Jahr-Feier im Juli in der Kreissparkasse in Wiedenbrück nach siebenjähriger Pause wieder eine Ausstellung mit sehenswerten Arbeiten von Kunstschülern aus Valmiera. "Das Interesse war groß. Es sind viele Bilder verkauft worden", freut sich Kreyer. Umgekehrt fanden später in Valmiera auch die Werke des Gütersloher Künstlers Christoph Winkler und der Schmuckdesignerin Kerstin Uhlmann breite Beachtung. "Wir haben in Lauf der Zeit viele Menschen und Künstler zusammengebracht, Horizonte erweitert und durch die Augen der Anderen unseren eigenen Blick geschärft", so die Kulturbeauftragte.
Dass die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera gerade in Lettland einen hohen Stellenwert genießt, ist im Jubiläumsjahr besonders deutlich geworden. Schließlich kamen zur Feier auf dem Reckenberg in Wiedenbrück der amtierende Ministerpräsident und frühere Valmiera-Landrat Maris Kucinskis, Ex-Staatspräsident Andris Berzins sowie die damalige lettische Botschafterin in Deutschland, Elita Kuzma, und ihre jetzige Nachfolgerin Inga Skujina. "Das war eine tolle Anerkennung unserer Arbeit", sagt Schwolowund betont, "dass auch unser Landrat voll hinter der Partnerschaft steht und sie nach Kräften unterstützt".
Bei der 25-Jahr-Feier in Lettland war die prominente Unterstützung nicht so groß. Dafür wurden zusätzlich zur Partnerschaft zwischen Halle und Valmiera zwei neue zwischen Harsewinkel und Mazsalaca sowie zwischen Borgholzhausen und Naukseni besiegelt. "Das ist für mich eine große Freude. Die Beziehungen weiten sich auch dank neuer Freundeskreise aus", so der Koordinator. Eins von vielen sichtbaren Zeichen: die Präsenz der Letten bei Weihnachtsmärkten im Kreis. Valmiera und Mazsalaca waren erstmals in Halle und Harsewinkel dabei, Naukseni zum zweiten Mal in Borgholzhausen. Und die Stadt Rujena hatte im Rahmen der freundschaftlichen Beziehungen schon ihren dritten Auftritt in Steinhagen.
Dieses Miteinander hat sich im Laufe der Jahre ebenso entwickelt wie der künstlerische Austausch. Eines hat sich jedoch nicht verändert: "Humanitäre Hilfe ist nach wie vor gefragt", sagt Schwolow. Schließlich gebe es gerade auf dem Land noch viel Armut und Not - trotz aller Fortschritte in Lettland durch den EU-Beitritt. So sind auch im 25. Jahr der Partnerschaft wieder vier Transporte ins Baltikum gegangen. Der letzte Anfang Dezember. Im Januar geht es weiter.

3 FRAGEN AN
. . . Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow und die Kulturbeauftragte Dr. Silvana Kreyer:
"Die Glocke": Herr Schwolow, Frau Dr. Kreyer, seit 25 Jahren gibt es die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland. Wie geht es weiter?
Schwolow: Die Beziehung ist unter anderem durch die große Kontinuität der handelnden Personen geprägt. Der Kreis wird inzwischen zum Glück auch durch neue Förderkreise größer. Derzeit sind beide Seiten bemüht, jüngere Leute einzubinden, damit die Partnerschaft weiterhin lebendig ist und auf Dauer Bestand hat. Das ist aber kein ganz leichtes Unterfangen.
Kreyer: Für den Bereich Kunst und Kultur kann ich nur sagen, dass die Arbeit nach all den Jahren weiterhin spannend ist. Ich war und bin ebenso begeistert wie auch manchmal überrascht, dass unsere Künstler aus dem Kreis so mitziehen wie sie es tun. Nicht nur bei Ausstellungen, sondern auch zwischendurch gibt es regelmäßig bilaterale Kontakte.
"Die Glocke": Gibt es Pläne zur Ausgestaltung der Beziehung im Jahr 2018?
Kreyer: Ja, einige. Vom 15. bis 31. Juli steht in Valmiera das vierte gemeinsame Kunstsymposium auf dem Programm. Jeweils fünf Künstler von dort und von hier werden teilnehmen. Geplant ist eine gemeinsame Arbeit zum 100. Jahrestag der lettischen Unabhängigkeit, der 2018 ansteht. Darüber hinaus freue ich mich schon jetzt auf eine Präsentation mit sicherlich eindrucksvollen Arbeiten der Kunstakademie Riga beim Kunstverein in Gütersloh.
Schwolow: Die 100-jährige Unabhängigkeit wird auch bei uns aufgegriffen: Das Kreishaus in Gütersloh ist vom 4. März bis zum 8. April erste Station einer deutschlandweiten Ausstellung des Außenministeriums und der Botschaft Lettlands zu diesem Thema. Darauf sind wir sehr stolz.
"Die Glocke": Was zeichnet die Partnerschaft im Rückblick besonders aus?
Schwolow: Ganz klar: Unsere Beziehung war immer eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Und genau das hat viele positive Projekte möglich gemacht.
Kreyer: Dem kann ich mich für den Kulturbereich nur anschließen. Wir leben ein befruchtendes Miteinander.

Hintergrund

Alles begann, als im Herbst 1991 Güterslohs damaliger Landrat Franz-Josef Balke und Oberkreisdirektor Günter Kozlowski ein Konzert des Jugendchors des CJD-Gymnasiums in Versmold besuchten. Chorleiter Ulrich Henning berichtete dabei von einer erfolgreichen Konzertreise durch Lettland.
Da der Kreis Gütersloh damals partnerschaftliche Beziehungen möglichst mit einem Kreis im gerade wieder "freien" Baltikum anstrebte, reifte der Gedanke, Lettland ins Auge zu nehmen. Der mit einer Lettin verheiratete und in Gütersloh lebende Detlef Henning, Bruder des Chorleiters sowie Mitarbeiter am Institut für Deutschland- und Europaforschung, schlug den Kreis Valmiera vor. Dieser reagierte umgehend.
Schon im April 1992 stand eine offizielle lettische Delegation im Kreis Gütersloh vor der Tür. Anfang Juli reisten dann die ersten Gütersloher Kreisvertreter in den wirtschaftlich ähnlich strukturierten Kreis Valmiera. Die Partnerschaft begann. (mn)


In Mazsalaca wächst Freundschaftsbaum nach oben  
Tanne gepflanzt: (v. l.): Regina Meißner-Schlömer, Pamela Westmeyer, Harijs Rokpelnis und Landrat Sven-Georg Adenauer.
  Die Glocke AUSZUG VOM 15. September 2017

Kreis Gütersloh (gl). Dass in diesem Jahr eine sehr große Delegation in die lettische Region Valmiera gereist ist, hat nicht nur am 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft gelegen. Stark vertreten waren auch die Städte Harsewinkel und Borgholzhausen, die beide- wie berichtet - in diesem Jahr offizielle Partnerschaften mit Mazsalaca beziehungsweise Naukseni eingegangen sind. Die Borgholzhausener mit Bürgermeister Dirk Speckmann an der Spitze und die Harsewinkeler unter Leitung der beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Pamela Westmeyer und Regina Meißner-Schlömer bekräftigten bei mehreren offiziellen Terminen die Partnerschaft.
Feierlich wurde es im historischen Landgut im Zentrum von Naukseni. Die Nationalhymnen erklangen im Rahmen einer kleinen Feierstunde, bei der die Beziehung auchmit erneuten Unterschriften der beiden Bürgermeister besiegelt wurde. Als Gastgeschenk überreichte Speckmann die Fahne der Lebkuchenstadt. Bereits seit 2014 bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen der Großgemeinde Naukseni (rund 2300 Einwohner) ganz im Norden Lettlands an der Grenze zu Estland und Borgholzhausen mit seinen 8833 Einwohnern. Für Borgholzhausen ist es die erste Partnerschaft in Europa.
Harsewinkels junge Partnerschaft mit der Großgemeinde Mazsalaca (rund 3500 Einwohner) hat in der lettischen Stadt beim Besuch der deutschen Delegation eine symbolische Würdigung erfahren. Unterschrieben worden war die Urkunde bereits im Juli beim Besuch der Letten im Kreis Gütersloh. Die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen pflanzten zusammen mit Bürgermeister Harjis Rokpelnis und Landrat Sven-Georg Adenauer einen Freundschaftsbaum. Die Wahl des jungen Bürgermeisters war auf eine Tanne gefallen, weil die auch im langen lettischen Winter grün sei. Und man könne sie zu Weihnachten schmücken.


"Die jungen Leute müssen mitmachen"
Bürgermeister von Naukseni und Borgholzhausen besiegeln die Städtepartnerschaft
nach oben  
Die Besucher aus dem Kreis Gütersloh und ihre Gastgeber nach der Besiegelung der Partnerschaft in Naukseni auf der repräsentativen Treppe des Gutshauses, das Verwaltungsgebäude eines Jugendarrestes ist. In der ersten Reihe von links: Partnerschaftsbeauftragter Hans- Joachim Schwolow, Ex-Landrat Franz-Josef Balke, Visvaldis Skujins, Ex- Landrätin Ursula Bolte, Nauksenis Bürgermeister Kanis Zuments, Piums Bürgermeister Dirk Speckmann, Landrat Sven-Georg Adenauer und Schulleiterin Aiga Stiere.
Schon die Kinder in der Grundschule von Naukseni sind begeisterte Volkstänze und tragen dabei die Trachten ihrer Vorfahren.
Pamela Westmeyer probiert einen der Trachtenröcke.
Regina Hartlage, Vorsitzende des Freundeskreises.
Fotos: Klaus-Peter Schillig
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 15. September 2017

VON Klaus-Peter Schillig

B o r g h o l z h a u s e n (WB). Grundschulleiterin Aiga Stiere ist Teil einer Schlager singenden "Girl-Group", Indra Jirgena als Leiterin des Kulturzentrums bringt mit der lettischen Version der Nordseewellen ihre Zuschauer zum Schunkeln - stimmungsvoller kann der Auftakt nicht sein vor der Feierstunde zur jüngsten Partnerschaft zwischen Borgholzhausen und der lettischen Großgemeinde Naukseni.

Im Juni ist die Partnerschaftsurkunde in Pium sogar im Beisein des lettischen Ministerpräsidenten unterzeichnet worden, in Naukseni wurde sie am vergangenen Wochenende "besiegelt". Den würdigen Rahmen bildete der Saal des großen Gutshauses im historischen Zentrum des Ortes. Das habe sich seit 1998 erheblich verändert und sei zu einer Perle geworden, schwärmte Bürgermeister und Gastgeber Janis Zuments.
Sein Borgholzhausener Amtskollege Dirk Speckmann, angereist in der großen Kreis-Delegation mit seinem allgemeinen Vertreter Ralf Vieweg, den Ratsmitgliedern und Freundeskreis-Mitgliedern Regina Hartlage (Vorsitzende) und Angela Tubbesing samt Partnern, würdigte den Schritt von der 2014 vereinbarten Freundschaft zur ersten Piumer Partnerschaft im Rahmen der Europäischen Union. "Weil Europa wieder einmal auf der Suche nach seiner Identität in dieser turbulenten Welt ist, scheint mir gerade jetzt das Zusammenrücken von Kommunen und Menschen ein gutes und wichtiges Signal," blickte Speckmann auf den Gesamtzusammen hang. Das sei sicher nur ein kleiner, aber ein wichtiger Beitrag. Als wesentliche Wegbereiter der Partnerschaft würdigte er Janis Zuments und seinen eigenen Amtsvorgänger Klemens Keller. Nach dem ersten Besuch der lettischen Freunde beim Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr versprach Speckmann für 2017 einen deutlich größeren Stand, um Produkte und Kunsthandwerk aus Lettland präsentieren zu können.
Den Aufruf von Visvaldis Skujins, dem ehemaligen stellvertretenden Landrat und Mitbegründer der Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera, können die beiden Bürgermeister ganz bestimmt unterschreiben: "Ich hoffe, dass immer mehr junge Leute in der Partnerschaft mitmachen. Und die müssen die Gemeinden gewinnen." Ein Wunsch, den Redner bei anderen Gelegenheiten während des Lettland-Aufenthaltes auch für die anderen Orte und Partnerschaften äußerten.
Der mittlerweile 30 Personen starke Freundeskreis in Borgholzhausen plant für das kommende Jahr eine erste gemeinsame Reise nach Riga und Naukseni, wie Vorsitzende Regina Hartlage während der Feierstunde ankündigte. Sie wünscht sich eine Partnerschaft auf Augenhöhe, an der beide Seiten ihre Freude haben sollten. Und ebenfalls junge Akteure


Krankenhaus ist wieder dicht
Besuch in Mazsalaca: Harsewinkeler Spendenaktion ermöglicht neues Dach
nach oben  
Pflanzen die Partnerschafts-Fichte (von links): Harsewinkels stellvertretende Bürgermeisterinnen Regina Meißner-Schlömer, Pamela Westmeyer, Mazsalacas Bürgermeister Harijs Rokpelnis und Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer.
Foto: Klaus-Peter Schillig
Im Hintergrund das Krankenhaus mit neuem Dach, vorne bedankt sich Chefarzt Dr. Edgars Grandans bei Reise-Organisator Hans-Joachim Schwolow für die langjährige Unterstützung.
Foto: Klaus-Peter Schillig
Mazsalaca ist Fahrradstadt: Harijs Rokpelnis mit dem Geschenk aus Harsewinkel.
Foto: Klaus-Peter Schillig
Pamela Westmeyer hat Laurenz Hecker, Franz Josef Ossenbrink, Bernhard Kortenbreer, Helmut Kuhre, Ewald Pickhinke und Norbert Daut (von links) von Riga bis Mazsalaca begleitet.
Foto: Privat
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 15. September 2017

VON Klaus-Peter Schillig

Harsewinkel / Mazsalaca (WB). Harsewinkels lettische Partnerstadt Mazsalaca hat viele Pfunde, mit denen sich wuchern lässt. Das Kulturzentrum, die Kunst- und Musikschule, den Echofelsen, das Museum im herrschaftlichen Gutshaus. Am Prunkstück, dem Krankenhaus, aber hat Harsewinkel großen Anteil. Vor allem am neuen Dach.

Das nämlich zeigte schon wenige Jahre nach dem von Bruno Kleine 1990 mit 600 000 Mark geförderten Neubau Schwächen. Die Ondoline auf dem Dach bekam Löcher, der Unterbau war zu schwach, um Pfannen draufzulegen. Der Freundeskreis Harsewinkel- Mazsalaca startete eine Spendenaktion, zu der auch Hildegard Kleine wieder eine beträchtliche Summe beisteuerte. "Insgesamt hat es nicht ganz gereicht für die Dachsanierung", erzählt Freundeskreis- Mitgründerin und Vize- Bürgermeisterin Pamela Westmeyer. Die Aktion aber erregte Aufmerksamkeit bis ins lettische Parlament. Drei Abgeordnete stellten jeweils ihre 10 000 Euro zur Verfügung, die ihnen der Staat für soziale Zwecke zukommen lässt. Jetzt reichte es.
Pamela Westmeyer (CDU) und ihre Amtskollegin Regina Meißner- Schlömer (SPD), ebenfalls Mitbegründerin des Freundeskreises, haben sich jetzt in Mazsalaca das neue Dach angeschaut, aber auch die Skulptur zu Ehren von Bruno Kleine. Die Klinik mit Schwerpunkt Geriatrie und Palliativ- Medizin habe eine große soziale Funktion in der ländlichen Region. Deshalb soll auch gegenüber noch ein Altenheim entstehen, um Betreuungs- und Pflegefälle aus dem Krankenhausbetrieb herauszuhalten, erzählt Pamela Westmeyer.
Vorher hatten die beiden Besucherinnen gemeinsam mit Mazsalacas Bürgermeister Harijs Rokpelnis im Park gegenüber des Kulturzentrums einen Partnerschaftsbaum gepflanzt. Eine Fichte. "Die ist am besten geeignet, weil sie das ganze Jahr über grün ist und weil wir sie, wenn sie groß ist, zu Weihnachten auch noch mit Lampen dekorieren können", schwärmte die Leiterin des Kulturzentrums, Dace Jurka.
Die beiden Vize-Bürgermeisterinnen gehörten zur 60-köpfigen Delegation des Kreises Gütersloh, die die 25-jährige Partnerschaft mit dem ehemaligen Kreis Valmiera und die neue Partnerschaft zwischen Borgholzhausen und Naukseni zu feiern hatte (siehe Foto-Seite).
Pamela Westmeyer war der Delegation schon voraus gereist, um in Lettland die "Staubwolke " zu treffen. Die sieben Radrennfahrer von der gleichnamigen Gruppe aus Marienfeld waren nämlich just in der vergangenen Woche im Rahmen ihrer Ostsee- Umrundung in Lettland unterwegs und wollten dabei auch der Partnerstadt einen Besuch abstatten. Pamela Westmeyer fuhr im Begleitfahrzeug von Riga mit bis ins 140 Kilometer entfernte Mazsalaca, erlebte auf den teilweise nicht asphaltierten Nebenstraßen nicht nur echte Staubwolken, sondern auch zwei Plattfüße mit. In Mazsalaca empfingen Bürgermeister Harijs Pokpelnis und Klinik-Chefarzt Dr. Edgars Grandans die Radler. Sie hatten eine Stärkung am Abend vorbereitet und ein gesangliches Erlebnis am Echofelsen im Naturpark. Am nächsten Tag waren die fünf Radler und ihr Begleitfahrer - Laurenz Hecker, Franz Josef Ossenbrink, Bernhard Kortenbreer, Helmut Kuhre, Ewald Pickhinke und Norbert Daut - bis in die estnische Hauptstadt Tallin weiter gefahren. 200 Kilometer.


Frauen zwischen Laptop und Bügelbrett
Partnerschaft mit Naukšeni: Die kleine Borgholzhausener Delegation erlebt abwechslungsreiche Tage und besiegelt die Zusammenarbeit mit einer Unterschrift. Sie erlebt Unterschiede und Ähnlichkeiten in einer Gesellschaft im Wandel
nach oben  
Gastgeber und Besucher: Auf der Treppe des Gutsgebäudes von Naukšeni entstand dieses Foto mit den vielen Menschen, die im Rahmen des Delegationsbesuchs zusammenkamen. Die Partnerschaft zwischen dem Kreis Valmiera und dem Kreis Gütersloh besteht seit einem Vierteljahrhundert und wurde entsprechend gewürdigt.
FOTO: KREIS GÜTERSLOH
Zwei Bürgermeister: Naukšenis Janis Zuments freut sich über das Geschenk, das Dirk Speckmann überreicht.
FOTO: KREIS GÜTERSLOH
Blumenschmuck: Prächtige Beete gehören zu offiziellen Gebäuden ebenso wie zu Privathäusern.
FOTO: RALF VIEWEG
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 14. September 2017

Von Andreas Großpietsch

Naukšeni/Borgholzhausen. Sie haben anstrengende Tage hinter sich. Man merkt ihnen an, dass die Teilnahme an der Delegationsreise nach Valmiera als Teil einer großen Reisegruppe Kreis Gütersloh keine reine Vergnügungsreise war. Dafür gab es in den paar Tagen einfach zu viele offizielle Programmpunkte, an denen Regina Hartlage, Bürgermeister Dirk Speckmann und sein Allgemeiner Vertreter Ralf Vieweg teilgenommen haben - die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden inklusive.
"Wenn wir um Pfingsten herum nach Naukšeni fahren, werden wir uns viel Zeit für die Sehenswürdigkeiten nehmen", verspricht Regina Hartlage. Die Vorsitzende des Freundeskreises steckt mitten in den Vorbereitungen zu der knapp einwöchigen Fahrt in den kleinen Ort, der jetzt ganz offiziell mit der erneuten Unterschrift eine Partnerschaft mit Borgholzhausen eingegangen ist.
Noch stehen nicht alle Details der Reise fest, doch die Teilnahme wird sich lohnen, da sind sich die drei Rückkehrer einig. Es gibt zwar schon eine ganze Anzahl von Mitfahrern, aber auch noch freie Plätze. Interessenten können sich bei Regina Hartlage oder Ralf Vieweg melden.

Die Mittelschule ist das Herz der Großgemeinde

Und sich dann selbst auf die Suche nach Ähnlichkeiten und Unterschieden machen - von denen es viele gibt. Wie in Borgholzhausen findet man zum Beispiel auch in Naukšeni eineNahwärmeheizungauf der Basis von Holz für die wichtigsten kommunalen Gebäude vor. Was allerdings bei einem sehr ländlich strukturierten Gebiet naheliegt. "Birken und Nadelbäume wie Fichten und Kiefern prägen die Landschaft. Es sieht schon recht skandinavisch aus", so eine Beobachtung.
Auch die Winter sollen recht lang sein, wobei vor allem die Dunkelheit länger andauert als zum Bespiel in Ostwestfalen. "Vielleicht ein Grund dafür, dass Blumen im Leben der Letten so eine wichtige Rolle spielen", kann sich Regina Hartlage vorstellen. Frische Blumenarrangements an vielen Orten, üppige Blumengärten an fast jedem Haus sind Eindrücke, die für lettische Lebensart einnehmen.
Auffälliger Schmuck in Form von prächtigen Blumenbeeten findet sich auch am Landgut Naukšeni, einem wichtigen Punkt der Großgemeinde. Im ehemaligen Gutshaus fand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden statt. Einen solchen Termin gab es zuvor bereits in Borgholzhausen, doch gehört zu einer Partnerschaft natürlich der Gegenbesuch samt Unterschrift der Bürgermeister. Dirk Speckmann überreicht zudem noch eine Fahne mit dem Stadtwappen an seinen Amtskollegen Janis Zuments.
Doch das eigentliche Herz der Großgemeinde Naukšeni, die nur wenig mehr als 2000 Einwohner aufweist, ist die Mittelschule, sind sich die Vertreter der Stadt Borgholzhausen einig. Sie wird von Schulanfängern ebenso besucht wie von den jungen Menschen, die nach zwölf Jahren Abitur machen. Die Schülerzahl beträgt derzeit aber trotzdem nur 199 Mädchen und Jungen. Die Schule in Lettland beginnt für die Kinder erst im Alter von sieben Jahren.
Integriert in die Mittelschule ist auch der Kindergarten, dessen Besuch für Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren verbindlich ist. "Die meisten Kinder besuchen die Kita aber bereits nach dem ersten Lebensjahr", sagt Ralf Vieweg. "Es gibt viele berufstätige Frauen, aber kaum Halbtagsjobs", ist Regina Hartlage ein Unterschied zu Deutschland besonders ins Auge gefallen.
In der Schule werden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet - mit einem kleinen Unterschied. Für den männlichen Teil der Schülerschaft ist Werkunterricht verpflichtend, während für den weiblichen Teil Hauswirtschaft auf dem Stundenplan steht. "Da sah man dann das Laptop neben dem Bügelbrett", schildert Regina Hartlage eine Beobachtung, über die sie und ihre Begleiter schon gestaunt haben.
Wirtschaftlich ist Naukšeni vor allem landwirtschaftlich geprägt. Die Milcherzeugung ist ein wichtiger und wachsender Faktor. Doch das genossenschaftlich organisierte Unternehmen Sia bemüht sich erfolgreich um die Veredelung von landwirtschaftlichen Produkten - zum Beispiel in Form von Fruchtwein.


Eine Reise ins Unergründliche
Ausstellung: Die beiden Gütersloher Künstler Christoph Winkler und Kerstin Uhlmann zeigen ihre Arbeiten in der lettischen Partnerregion Valmiera
nach oben  
Doppelausstellung: Kerstin Uhlmann (l.) präsentiert im Museum der Stadt Valmiera ihre ungewöhnlichen Schmuckstücke, während Christoph Winkler eine Auswahl seiner Assemblagen, Kollagen und Schaukästen zeigt. Organisiert wurde die Ausstellung von Silvana Kreyer (Mitte) und Guna Medne.
Reich der Fantasie: Diese Assemblage trägt den Titel "Hinter dem Morgen erwacht die Göttin".
FOTO: RICHARD ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 13. September 2017

Von Richard Zelenka

Kreis Gütersloh/Valmiera. Die Kunst von Christoph Winkler führt den Betrachter auf eine "fantastische Reise mit unergründlichen Wegen". So drückte es jedenfalls Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte des Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera (vormals Kreis Valmiera), bei der Eröffnung einer ungewöhnlichen Ausstellung im Museum der Stadt Valmiera aus. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Kerstin Uhlmann stellt dort der 65-jährige Künstler, Sohn des Malers und Bildhauers Woldemar Winkler, einen repräsentativen Querschnitt seiner Arbeiten aus den vergangenen Jahren aus.
Während Christoph Winkler auf einem Teil der Ausstellungsfläche mit seinen Assemblagen, Collagen, Plastiken und Guckkästen einen tiefen Einblick in seine enorme künstlerische Kreativität gibt, präsentiert Kerstin Uhlmann eine Auswahl ihrer handgefertigten Schmuckobjekte, die mühelos eine Brücke zwischen Kunst und tragbarem Körperschmuck schlagen "Es ist mir wichtig, dass meine Objekte individuell wandelbar sind. So kann jeder seine eigene Kreativität ausleben", erklärte die gelernte Goldschmiedin und studierte Architektin.
Für ihren Schmuck - größtenteils aus Silber gefertigt - verwendet die 51-Jährige recycelte Materialen wie Elektrodraht oder die Böden von PET-Flaschen - so entstehen zeitlose und witzige thematische Objektreihen, die so fantasievolle Namen tragen wie "Junges Gemüse" oder "Am seidenen Faden". Ihre Arbeiten vertreibt sie deutschlandweit über drei Galerien.
Die kreative Vielseitigkeit von Christoph Winkler ist bekannt. Bei vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsentierte er bereits die große Bandbreite seines künstlerischen Könnens. In Valmiera zeigt er vor allem seine Objektkästen, in denen er mit raffiniert zusammengefügten Kollagen und Assemblagen skurrile Geschichten erzählt, die das Auge des Betrachters fesseln. "Man kann sich dem Bann seiner Kunst kaum entziehen", sagte Silvana Kreyer.
Für seine Werke verwendet Winkler alle möglichen Materialien, die er entlang des Weges vorfindet: Holz, Metall und Glas, aber auch Knochenreste, Krallen oder Vogelfedern. "Alles, was andere wegschmeißen, nehme ich mit. Wenn ich auf der Straße ein Blech sehe, gehe ich voll in die Bremsen", erläuterte der gelernte Goldschmied, der sein Brot als Restaurator verdient. Winkler ist fasziniert von der Ästhetik des Alltäglichen, des scheinbar Banalem und vermittelt dem Betrachter fast spielerisch seine Begeisterung für seine tiefgründigen Bildund Traumwelten.
Silvana Kreyer zog eine gute Bilanz der deutsch-lettischen Kunstbeziehungen seit der Begründung der Partnerschaft vor 25 Jahren. Seit 1992 habe es auf beiden Seiten zahlreiche Begegnungen von Künstlern aus dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera gegeben. Anfangs habe man Gruppenausstellungen organisiert, dann hätten namhafte Künstler hüben und drüben ihre Werke in Einzelausstellungen der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die Kulturbeauftragte nannte hier für den Kreis Gütersloh unter anderem so bekannte Namen wie Toni Klenovitz, Barbara Davis, Barbara Körkemeier, Heike Clausen, Rudolf Kimina, Arnold Busch, Svenja Maaß und Karl-Heinz Essig.
Eine Besonderheit seien die seit einigen Jahren stattfindenden Künstlersymposien, bei denen Kunstschaffende aus beiden Ländern einen intensiven Austausch pflegten. "Man inspiriert und befruchtet sich gegenseitig", so Silvana Kreyer. Das vierte Symposium finde im nächsten Jahr in Valmiera statt. Thematisch werde sich das Treffen um die 100-jährige Unabhängigkeit Lettlands in 2018 drehen. Geplant sei eine gemeinsame Arbeit, die ihren Platz im öffentlichen Raum finden solle.


Erster Besuch bei Freunden
Städteverbindung: Eine Delegation aus dem Kreis Gütersloh besuchte bei ihrer Lettlandreise die frisch gebackene Harsewinkeler Partnerstadt Mazsalaca. Eine weitere Gruppe aus Marienfeld stieß per Rad dazu
nach oben  
Gemeinsames Werk: Regina Meißner-Schlömer (v. l.)und Pamela Westmeyer sowie Bürgermeister Harijs Rokpelnis und Landrat Sven-Georg Adenauer griffen zu Spaten und pflanzten eine Fichte als Symbol für die junge Städtepartnerschaft.
Radsportler: Fünf Aktive von "Staubwolke" Marienfeld statteten Mazsalaca einen Kurzbesuch ab.
Saniert: Das Dach des Krankenhauses in Mazsalaca erstrahlt im neuen Glanz.



FOTOS: RICHARD ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 13. September 2017

Von Richard Zelenka

Harsewinkel/Mazsalaca. Harsewinkel ist bekanntlich eine fahrradfreundliche Stadt. Ihre frischgebackene lettische Partnergemeinde Mazsalaca in der Region Valmiera trägt sogar den Titel "Stadt des Fahrrades". Man ist stolz auf den bekannten Fahrradkonstrukteur Gustav Erenpreiss (1891 bis 1956), der in Mazsalaca geboren wurde und aufwuchs. Die Marke "Erenpreiss" hat in der ganzen Welt einen guten Klang. So lag es nahe, dass die stellvertretende Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (CDU) - zusammen mit ihrer SPD-Amtskollegin Regina Meißner-Schlömer die Initiatorin und treibende Kraft des Partnerschaftsprojektes - eine mit Radlern verzierte Skulptur als symbolisches Geschenk für Mazsalacas Bürgermeister Harijs Rokpelnis mitgebracht hatte.
"Die Skulptur wird einen Ehrenplatz auf meinem Schreibtisch im Rathaus finden", versprach Rokpelnis bei der Pflanzung einer jungen Fichte im Zentrum der kleinen Stadt an der Salaca. Das immergrüne Bäumchen soll an die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten erinnern, die, wie berichtet, im Juli mit einem festlichen Akt und der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden im Harsewinkeler Rathaus besiegelt worden war.

Weiterer Schub für die junge Partnerschaft beider Städte

Damit ist Harsewinkel neben Halle und Borgholzhausen bereits die dritte Kommune, die eine offizielle Partnerschaft mit einer Stadt oder Gemeinde in der Region Valmiera pflegt. "Der Baum steht aber auch für die Hoffnung, dass sich alle unsere Wünsche und Erwartungen erfüllen", sagte der junge Bürgermeister in großer Runde - denn schließlich war die gesamte Delegation, die aus Anlass der 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft mehr als 60 Personen umfasste, nach Mazsalaca gekommen, um der jungen kommunalen Freundschaft einen weiteren Schub zu geben.
Auch Pamela Westmeyer griff das Bild des Fahrradfahrens auf. Es führten viele Wege nach Rom, aber auch nach Mazsalaca. Man könne sie mit dem Flugzeug, dem Auto oder mit dem Zug zurücklegen. "Aber auch mit dem Rad ist es möglich. Wenn hier und da die Wege nicht so gut sind, kann man schon mal einen Platten haben. Wichtig ist aber, dass man dabei mutig das Ziel vor den Augen hat", sagte sie und spielte damit auf ein aktuelles Ereignis an.
Denn nur wenige Tage zuvor hatten sechs Aktive der Marienfelder Radsportvereinigung "Staubwolke" Mazsalaca einen Kurzbesuch abgestattet. Empfangen wurden dort die Hobbyradler von Pamela Westmeyer und Joachim Bode, der seit vielen Jahren die Partnerschaft zwischen Gütersloh und Valmiera nach Kräften fördert.
Wie berichtet, stellt sich "Staubwolke" alljährlich einer großen sportlichen Herausforderung. Es lag nahe, im Rahmen der in diesem Jahr ohnehin geplanten Ostseetour, die bis nach Helsinki führte, auch in der Harsewinkeler Partnerstadt vorbeizuschauen.
Die "Staubwolke" ist seit 37 Jahren als Unterabteilung dem Sportverein Schwarz-Weiß (SW) Marienfeld angegliedert. Vom 2. bis 10. September machten sich sechs Mitglieder mit ihren Rennrädern auf die insgesamt etwa 700 Kilometer lange Schleife, die sie in vier Etappen bewältigten. Die etwa 180 Kilometer lange Strecke von Riga nach Mazsalaca führte bei strömendem Regen größtenteils über staubige und schlecht ausgebaute Straßen - kein Wunder, dass die Radler unterwegs mit Pannen und Defekten zu kämpfen hatten und froh waren, als sie endlich Mazsalaca erreichten. "Sie waren alle müde, aber tief beeindruckt von der schönen Landschaft und der Gastfreundschaft der Menschen in Lettland", berichtete Westmeyer. Es tut sich was in Mazsalaca. Davon konnten sich die Delegationsteilnehmer bei einem ausgiebigen Rundgang überzeugen.

Marienfelder Radfahrer machen ebenfalls Halt im Ort

Erste Anlaufstelle war natürlich das vor 17 Jahren eröffnete Krankenhaus, das der mittlerweile verstorbene Marienfelder Textilunternehmer Bruno Kleine mit privaten Mitteln errichten ließ. Eine Statue vor dem Hospital erinnert an den Mäzen. Die gesamte Familie Kleine unterstützte in der Folge das Projekt. Hildegard Kleine, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Reise absagen musste, spendete einen namhaften Betrag für die Krankenhausarbeit.
In den vergangenen Jahren wurde viel Geld in die medizinische Einrichtung investiert, die in der kleinen baltischen Republik eine Vorbildfunktion hat. So wurden die undichten Holzfenster bereits vor zwei Jahren ausgetauscht. Und auch das marode Dach wurde mittlerweile mit finanzieller und logistischer Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh saniert. "Jetzt können wir wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken", sagte der rührige Chefarzt Dr. Edgars Grandans.


Ein Baum mit vielen starken Ästen nach oben  
Kein Festakt, keine Feier in Lettland ohne Folklore: Die Volkstanzgruppe aus Rujiena trat beim offiziellen Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft Gütersloh-Valmiera im dortigen Kulturzentrum auf.
Festakt zum "Silbernen" der lebendigen Partnerschaft: Vitauts Stana (rechts), der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins auf lettischer Seite, hielt seine Rede vom Rollstuhl aus. In der ersten Reihe vor ihm (v. l.) Renate und Hans-Joachim Schwolow, Landrat Sven-Georg Adenauer, Dr. Silvana Kreyer, Guntis Gladskins und Ivo Virsis, Bürgermeister und Stadtdirektor von Rujiena, sowie im Hintergrund Franz-Josef Balke.
  Die Glocke AUSZUG VOM 13. September 2017

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Der grünen Stadt der Kunst, so nennen die Einwohner Rujiena selbst gern, ist es in diesem Jahr vorbehalten gewesen, die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera auszurichten. Landrat Sven-Georg Adenauer war mit einer mehr als 60-köpfigen Delegation nach Lettland gereist.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen außer dem silbernen Partnerschaftsjubiläum auch die beiden neuen Städtepartnerschaften, die in diesem Jahr besiegelt worden sind - zwischen Harsewinkel und Mazsalaca sowie zwischen Borgholzhausen und Naukseni.
Bei dem Festakt zum 25-Jährigen im Kulturzentrum Rujienas - die Nationalhymnen spielte das Blasorchester der Stadt - betonten die Redner durchweg die Vorbildrolle der Partnerschaft in schwierigen europäischen Zeiten. Stichworte waren unter anderem der Brexit und die Wirtschaftskrise 2008/2009. "Wir feiern heute den Mut von damals", betonte Landrat Adenauer. Er verzichtete in seiner Rede - wie alle anderen auch - auf die Auflistung derer, die sich umdie Partnerschaft verdient gemacht haben. Wie sagte es Vitauts Stana, der ehemalige Landrat Valmieras und jetzige Vorsitzende des dortigen Partnerschaftsvereins: "Dann würden wir noch bis Mitternacht brauchen."
Denn die Partnerschaft wird inzwischen von vielen Schultern getragen, von Schulen über Kirchengemeinden, von der Feuerwehr über die Landwirtschaft bis hin zu den Kommunen. "Der Baum der Partnerschaft hat viele Äste und in diesem Jahr sind zwei neue, starke Äste hinzugekommen', sagte Adenauer mit Blick auf die neuen Städtepartnerschaften.
Beim Besuch der Letten im Juli im Kreis Gütersloh waren die entsprechenden Urkunden bereits unterschrieben worden. Mit nach Lettland gereist waren daher auch Borgholzhausens Bürgermeister Dirk Speckmann sowie die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Harsewinkels, Pamela Westermeyer und Regina Meißner-Schlömer. Als Vertreterin der ersten Städtepartnerschaft innerhalb der Kreisbeziehung, nämlich der zwischen Valmiera und der Stadt Halle, nahm auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann an der fünftägigen Fahrt teil. Bewegend waren mitunter die Festansprachen: Vitauts Stana, der den Besuch im Kreis Gütersloh im Juli aus gesundheitlichen Gründen noch absagen musste, hielt seine Rede vom Rollstuhl aus. Nach einer Amputation trainiert er zurzeit mit einer Prothese eine Stunde täglich: "In meinem Herzen stehe ich vor Ihnen."

"Jugend gewinnen"

Kreis Gütersloh (gl). Stana erinnerte an die Erfolge, auch die indirekten, die auf die Partnerschaft zurückzuführen seien. Wirtschaftlich stehe man auf einem der ersten Plätze in Lettland, und bei der Abstimmung über den Beitritt zur europäischen Union hätten einst in keiner Region so viele Menschen mit Ja gestimmt wie in Valmiera. Stana nutze seine Rede auch zu einem Appell: "Wir sollten mehr junge Leute für die Partnerschaft gewinnen, damit wir Jubiläen auch noch in 25 Jahren feiern können."
Adenauer lobte vor rund 150 Gästen den unbedingten Willen zur Freiheit und den Mut, selbst zu gestalten. Mit diesem Mut seien viele Projekte mit Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh in Angriff genommen worden. Er nannte als Beispiele die Hörgeschädigtenschule in Valmiera, das dortige Altenheim und das Krankenhaus in Mazsalaca - alles Projekte, die während des Delegationsbesuchs auch besichtigt wurden.
Von den dreieinhalb Tagen vor Ort war einer den beiden Kommunen Naukseni und Mazsalaca gewidmet. An den anderen besuchte die Delegation Projekte, teilte sich auf und informierte sich beispielsweise über die Wirtschaftslage in Valmiera und besuchte gemeinsam den größten Arbeitgeber der Region, das Glasfaserwerk Valmiera.
Teilnehmer der Delegationsreise waren unter anderem auch Ursula Bolte, ehemalige Landrätin, sowie Franz-Josef Balke. Er war der ehrenamtliche Landrat, der vor 25 Jahren die Partnerschaftsurkunde unterschrieb.


Entwicklungs-Motor der Region
Halles Partnerstadt Valmiera hat schon mehr Arbeitsplätze als Einwohner
nach oben  
Viel Blumenschmuck und Parkanlagen sind Teil des Stadtbildes von Valmiera. Im Zentrum ist ein modernes Einkaufszentrum entstanden, im Hintergrund der neben dem Rathaus gelegene Turm der St. Simeons- Kirche, rechts sind Wohnhäuser zu sehen.
Empfang für die Haller Gruppe in Valmiera (von links): Ratsmitglied Elke Rosenthal, Vize-Bürgermeister Dieter Baars, Kämmerer Jochen Strieckmann, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, KGH-Direktor Markus Spindler, Bürgermeister Janis Baiks, Fachbereitsleiter Gints Bertins und Ratsherr Andris Klepers.
Fotos: Schillig
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 13. September 2017

VON Klaus-Peter Schillig

H a l l e / V a l m i e r a (WB). Offiziell 25 000 Einwohner, geschätzt 30 000 - damit ist Halles lettische Partnerstadt Valmiera die zweitgrößte Stadt des Landes und das pulsierende Zentrum des ehemaligen Kreises und der ganzen Region. Eine kleine Gruppe aus Halle bekam jetzt im Rathaus von Valmiera aktuelle Zahlen präsentiert.

Die Haller mit Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann an der Spitze gehörten zu einer 60- köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die in Lettland das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft (Siehe Fotoseite) zwischen den beiden Kreisen gefeiert hat. Den in Valmiera gibt es seit einer Gebietsreform nicht mehr, die Freundschaft ist nach vielen Jahren der Aufbauhilfe geblieben. Halle war die erste Stadt, die 2011 eine Städtepartnerschaft eingegangen ist.
In punkto Wirtschaftskraft könnte Valmiera auch im Kreis Gütersloh mitspielen. Die Zahl der Arbeitsplätze übersteigt die Zahl der Einwohner. Größter Arbeitgeber ist das örtliche Glasfaserwerk mit 1085 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 101 Millionen Euro oder sogar für Stadiondächer. Zweitgrößter Arbeitgeber ist das Hospital mit 667 Beschäftigten, gefolgt vom Metallverarbeiter Valpro (312). Mehr als 90 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Beschäftigte. Die müssen allerdings oft weite Anfahrten aus dem Umland in Kauf nehmen, weil in Valmiera selbst akute Not an bezahlbaren und modernen Mietwohnungen herrscht. Die Stadt selbst wird jetzt, kündigte Bürgermeister Janis Baiks an, als Bauherr für 150 Wohnungen auftreten, um auch die auf Rigaer Niveau steigenden Mieten in den Griff zu bekommen. Das Glasfaserwerk beteiligt sich und hat sich schon 30 Einheiten reservieren lassen. Bis 2020 sollen 700 neue Wohnungen aller Größen entstehen.
Denn attraktiver und günstiger Wohnraum ist eine der Voraussetzungen, um Fachkräfte anzulocken und sie nicht an die Hauptstadt oder sogar an Westeuropa zu verlieren. Wie das Altenheim, das seine 70 Bewohner mit einem Minimum an Personal betreuen

Für ein neues Industriegebiet von insgesamt 116 Hektar hat die Stadt die Hälfte der Fläche bereits in Besitz.

muss, weil viele ausgebildete Pflegerinnen im Westen wesentlich mehr verdienen können.
Ratsmitglied Andris Klepers, der auch als Übersetzer fungierte, kündigte an, dass bereits ein neues großes Industriegebiet von 116 Hektar in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Koceni ausgewiesen wird. 60 Hektar, vorher in Staatsbesitz, sind im vergangenen Juli von der Stadt erworben worden. "Wir sind das Entwicklungszentrum der Region", sagte Klepers, der in Deutschland studiert hat. Von der Bedeutung für Lettland sei Valmiera ebenso einzustufen wie Köln oder Düsseldorf für Deutschland.
Das Problem aber sind die etwa 5000 Einwohner, die nicht in der Stadt registriert sind, weil es dazu keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Die Letten, Vorreiter auch in Sachen Digitalisierung (WLan in jedem Bus), versuchen es mit einer eigenen App. Nur registrierte Bürger können sie herunterladen und verschiedene Vorteile und Vergünstigungen genießen. Das soll der Anreiz sein, sich im Rathaus anzumelden.


Viel Kultur rund um den Festakt
zum Partnerschafts-Jubiläum
nach oben  
Richard Zelenka aus Rheda-Wiedenbrück hat die Eindrücke seiner zahlreichen privaten und journalistischen Reisen nach Valmiera nicht nur in Fotos, sondern auch in gemalten Bildern von Orten, Landschaften und Menschen wiedergegeben. Seine Ausstellung wurde im Obergeschoss des Kulturzentrums von Rujiena eröffnet und zeigt unter anderem auch Landrat Sven-Georg Adenauer.
Jeder Teilnehmer des Jubiläums-Festaktes bekam am Eingang eine blumige Anstecknadel ans Revers. Hier wird gerade der stellvertretende Kreisbrandmeister Udo Huchtmann aus Borgholzhausen "verarztet".
Liebevolle Dekorationen bestimmen das Bild beim Festakt in Rujiena. Die Servietten sind in den deutschen Farben aufgestellt, auf den Tischen sind schon die Gläser mit hochprozentigem "Balsam" gefüllt.
Bei seinem kurzen Grußwort kamen Ex-Landrat Franz-Josef Balke aus Verl, dem Mitbegründer der Partnerschaft, die Tränen. Hier strahlt er aber an der Seite von Rujienas Vize-Bürgermeisterin Guna Kibere.
Nicht jede Übersetzung passt genau: Vor dem "Gebläseorchester" aus Naukseni begrüßt Rujienas Bürgermeister Guntis Gladkins die Gäste in Saal des Kulturzentrums.
Nach einer Fußamputation ist Vitauts Stana, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Valmiera, noch im Reha-Stadium und während seiner Rede auf den Rollstuhl angewiesen.
Ein singendes und tanzendes Volk

Die Letten als Gastgeber haben auch im kleinsten Dorf kaum ein Problem, ein Kulturprogramm mit eigenen Kräften zusammenzustellen. Überall gibt es Volkstanzgruppen, die viel Tempo und Witz in ihre Choreografien aufnehmen und die regelmäßig auch an großen Wettbewerben teilnehmen. Auch Orchester, Einzelmusiker und Gesangsgruppen bestimmen die Freizeitgestaltung auf dem Land. Und Sport? Valmiera ist just Basketball-Landesmeister geworden, von hier stammen gleich mehrere Nationalspieler der zuletzt erfolgreichen Europameisterschafts-Mannschaft.

Fotos: Klaus-Peter Schillig
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 13. September 2017

von Klaus-Peter Schillig

Fünf Tage war die 60-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh in Lettland unterwegs. Im Mittelpunkt stand der Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen den Kreisen in Rujiena. Drumherum hatten die Partnerschaftsbeauftragten Rudite Markus (Valmiera, rechts) und Hans-Joachim Schwolow (Rheda-Wiedenbrück) auch ein umfangreiches Kulturprogramm ausgearbeitet. Den Anfang gab es gleich nach der Landung in der lettischen Hauptstadt Riga mit einer Führung durch Altstadt und Präsidentenpalast. Kultur gehörte auch zum Rahmenprogramm des Festaktes: Richard Zelenka aus Rheda-Wiedenbrück hat die Eindrücke seiner zahlreichen privaten und journalistischen Reisen nach Valmiera nicht nur in Fotos, sondern auch in gemalten Bildern von Orten, Landschaften und Menschen wiedergegeben. Seine Ausstellung wurde im Obergeschoss des Kulturzentrums von Rujiena eröffnet und zeigt unter anderem auch Landrat Sven-Georg Adenauer.


25 Jahre Partnerschaft mit Valmiera:
Haller Delegation erlebt Festakt mit
nach oben  
Mitreißende Tanzvorführungen beim Festakt begeistern vor allem die Zuschauer aus dem Kreis Gütersloh. Mimik, Witz, Athletik - in Lettland ist Tanzen fast Nationalsport. Kinder bekommen es quasi schon in die Wiege gelegt.
Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und ihr ehemaliger Amtskollege Inesis Bokis aus Valmiera präsentieren die neueste Kreation der Eisfabrik aus Rujiena: kleine Kügelchen mit den Geschmacksrichtungen Erdbeer oder Bubble Gum.
Beim Festakt spricht auch der ehemalige Staatspräsident Andris Berzins, Mitbegründer der Partnerschaft.
Fotos: Klaus-Peter Schillig
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 11. September 2017

Aus Valmiera berichtet Klaus-Peter Schillig

Halle/Kreis Gütersloh (WB). Mit schwungvollen Tanzvorführungen, bewegenden Worten und besten Zukunftsaussichten ist am Wochenende das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und den Gemeinden im ehemaligen Kreis Valmiera gefeiert worden. Eine Delegation aus Halle bekam zudem in Valmiera selbst Gelegenheit, sich von der enormen Entwicklung zu überzeugen. "Ich saß in dem kleinen Bus mit sieben Leuten, der damals nach Deutschland gefahren ist", erinnerte sich Andris Berzins an die Suche nach einem starken Partner für den Start in Demokratie und Wirtschaftsaufschwung. Der frühere Abgeordnete Valmieras im Parlament war bis 2015 Staatspräsident Lettlands und einer der Redner beim Festakt, an dem allein eine 60-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh teilgenommen hat. Berzins rief dazu auf, auch die eigenen Kinder mit in die Partnerschaft einzubeziehen, damit die das 50. Jubiläum erleben.
"Das wird stattfinden, davon bin ich überzeugt." Landrat Sven-Georg Adenauer würdigte vor allem den Mut auf beiden Seiten, vor 25 Jahren eine Partnerschaft zwischen Ostwestfalen und einem Stück des Baltikums zu beginnen. Er blickte zurück auf den lettischen Willen zur Freiheit und diese selbst zu gestalten. "Hat das nicht dazu geführt, dass Lettland heute in Europa sogar Vorbild ist? Die Letten haben es mutig angepackt." Mit Hilfe aus dem Kreis Gütersloh sind die Hörgeschädigtenschule gegründet, das Altenheim und das Krankenhaus in Maszalaca saniert worden, außerdem sind Feuerwehr und Rettungsdienst mit Spenden und Unterstützung aus OWL aufgebaut worden.
Inzwischen sind auch städtische Partnerschaften entstanden. Halle ist verbunden mit Valmiera, Harsewinkel mit Maszalaca und ganz frisch auch Borgholzhausen mit Naukseni. Die Haller beispielsweise erfuhren am Samstag bei ihrem Besuch in der Suppenküche in Valmiera, dass die Zahl der bedürftigen Kinder zurückgegangen ist. Leiterin Gaida Perka und ihr größtenteils ehrenamtliches Team müssen aber weiterhin bis zu 70 Kinder aus armen Familien versorgen und betreuen. Die Spende von 1070 Euro, die Vize-Bürgermeister Dieter Baars übergeben hat, ist deshalb hoch willkommen, um Ferienfreizeiten oder Lernangebote durchführen zu können.
Trotz der enormen wirtschaftlichen Entwicklung in Valmiera mit einer Arbeitslosenquote von nur 4,2 Prozent gibt es doch viele Familien, die am Existenzminimum leben. Das durchschnittliche Pro- Kopf-Einkommen liegt nur bei knapp 14000 Euro, die Preise sind aber fast auf westeuropäischem Niveau. Und Sozialhilfe wie in Deutschland gibt es in Lettland nicht. Da muss die Familie sich selbst über Wasser halten.


Praktikum: Die Auszubildende des Kreises Gütersloh war für vier Wochen zu Gast in der Partnerstadt Valmiera.
Und lernte, dass es dort auch eine Sommer-Arbeitszeit gibt
nach oben  
Viel unterwegs: Kaya Kamp erkundet die lettische Landschaft.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 03. Oktober 2017

Gütersloh/Valmiera. Viel gearbeitet, viel Regen und noch viel mehr erlebt - so lassen sich die vier Wochen beschreiben, in denen Kaya Kamp in Lettland unterwegs war. Kamp, die eine Ausbildung zum Bachelor of Law beim Kreis Gütersloh macht, absolvierte ein Praktikum in Valmiera, der Stadt,die zur Partnerregion des Kreises gehört.
"Die Zeit hat sich absolut gelohnt, ich habe viel Neues kennengelernt und konnte fast durch ganz Lettland reisen", zieht die 20-Jährige ein Fazit. "Schon in der Einführungswoche erzählen wir unseren neuen Azubis von der Möglichkeit eines Praktikums im Ausland", sagt Simone Kramer, Ausbildungsleiterin beim Kreis. "Wir möchten die jungen Menschen damit unterstützen, ihren Horizont zu erweitern und die Arbeit in einer Verwaltung in einem anderen Land kennenzulernen." Der Kreis stellte die junge Mitarbeiterin für diese Zeit von ihrer Arbeit frei.
Da Kamp Valmiera möglichst von verschiedenen Seiten kennenlernen wollte, splittete sie ihre Praktikumszeit auf: Zwei Wochen absolvierte sie im Rathaus in Valmiera sowie jeweils eine Woche in der Verwaltung der Uni von Valmiera und in einer Stiftung, der "Valmieras novada fonds".

"In der Verwaltung in Valmiera gibt's keine Papierberge"

Allerdings sitzen dort deutlich mehr Personen in einem Büro inklusive Verwaltungsleiter. Und sie sollte es beurteilen können, schließlich hat sie während ihrer Ausbildung beim Kreis Gütersloh schon einige Büros gesehen: Die Azubis durchlaufen verschiedene Abteilungen an verschiedenen Dienstorten.
Aktuell arbeitet Kamp im Jobcenter in Wiedenbrück. Was sie aber noch erstaunt hat: Es gab keine Papierberge. Das hat aber nichts mit der digitalen Akte zu tun - wie sie hierzulande vielerorts eingeführt wird - sondern mit dem zentralen Aktenlager, wo alles gedruckt und aufbewahrt wird. Ein weiterer Unterschied: In Valmiera gibt es Sommerarbeitszeiten - um 15 Uhr ist Feierabend.
Wie eng die Verwaltungen verbunden sind, wurde auch bei Kamps Hauptaufgabe sichtbar: Sie bereitete den Aufenthalt einer lettischen Delegation im Kreis Gütersloh vor. Sie verfasste zum Beispiel eine Zusammenfassung der Partnerschaftsaktivitäten zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera. "So konnte ich sehr viel über die Partnerschaft erfahren", berichtet Kamp. Für die Stiftung half sie bei der Organisation einiger Aktionen und entwarf das Layout für Tickets und Plakate. "Die Arbeit war super interessant."
Auf die Frage, ob sie Schwierigkeiten bei der Verständigung hatte, antwortet die Auszubildende: "Manchmal musste es eben mit Händen und Füße gehen." Besonders beim Taxifahren sei es schwer gewesen, zu erklären, wo es hin gehen sollte. "Wenn der Fahrer kein Wort Deutsch oder Englisch spricht und ich kein Lettisch, wird es kompliziert." Auch ein Museumsbesuch stellte sich als schwierig heraus: "Zwar konnte ich mir alles anschauen, aber es gab keine Übersetzung - und mein Lettisch reichte für eine Erklärung nicht." Kamp hatte lediglich ein Wörterbuch dabei, mit dem sie einige Vokabeln lernte. Bei der Arbeit sei es anders gewesen, dort konnten viele junge Menschen Deutsch, teilweise sogar besser als Englisch. Viele Jugendliche wählen die Sprache in der Schule.
Es mussten auch nicht immer touristische Highlights sein, die die Kreismitarbeiterin besuchte: Interessant fand sie auch einfach einen Besuch im Supermarkt. Dabei stellte sie fest: Die Letten essen gerne Gewürzgurken, die man sich aus einem Fass nehmen kann. Auch Kekse gibt es nicht in Dosen, sondern lose zum selbst einpacken.
"Lettland hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Menschen dort sind sehr naturverbunden, das finde ich schön. Und auch, dass ich alleine gereist bin, hat mich persönlich weitergebracht", resümiert sie nach ihrer Reise.


61-köpfige Delegation reist
zum Jubiläum nach Lettland
nach oben  
In der Stadt Rujiena wird das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen der Region Valmiera und dem Kreis Gütersloh in dieser Woche imBeisein einer 61-köpfigen deutschen Delegation gefeiert. Auf deutschen Boden war das Jubiläum bereits am 7. Juli gewürdigt worden. Die Letten hatten seinerzeit als Geschenk einen Bienenstock überreicht. Anstelle der Waben stecken darin Tafeln mit den Namen der zur Partnerschaftsregion gehörenden Kommunen. Koordinator Hans-Joachim Schwolow präsentiert die mit dem Rujiena-Namenszug. Bild: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 04. September 2017

Von unserem Redaktionsmitglied
MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Eine so große offizielle Delegation hat es in den 25 Jahren Partnerschaft zwischen der lettischen Region Valmiera und dem Kreis Gütersloh noch nicht gegeben: 61 Männer und Frauen aus Deutschland sind in dieser Woche dabei, wenn die "Silberhochzeit" ein weiteres Mal gefeiert wird. An der Spitze der Gütersloher Reisegruppe: Landrat Sven-Georg Adenauer.

Nachdem das 25-Jährige bereits mit vielen Gästen auch aus Lettland - darunter die Botschafterin und der Ministerpräsident - am 7. Juli im Rahmen des Kreissommerfestes auf dem Reckenberg in Wiedenbrück gefeiert worden ist ("Die Glocke" berichtete), steht am Freitag der Festakt in Lettland auf dem Programm. Zum genauen Ablauf hüllen sich die Gastgeber noch in Schweigen. "Ich weiß von nichts. Wir lassen uns überraschen", sagt Hans-Joachim Schwolow, der Partnerschaftskoordinator des Kreises.
Am Mittwochabend fährt die Delegation mit einem Doppel- deckerbus nach Frankfurt, um nach einer Übernachtung am Flughafen am anderen Morgen gen Riga abzuheben. Zum Rundgang durch die Altstadt gehört zum ersten Mal auch die Besichtigung des Schlosses Riga. Danach geht's gen Valmiera.
Hörgeschädigtenschule, Altenheim Valmiera, Sprachheilzentrum - am Freitag rücken zunächst diese drei nach wie vor erfolgreichen Projekte der ersten Partnerschaftsjahre in den Blickpunkt. Später geht es zur offiziellen Jubiläumsfeier in die Stadt Rujiena. Der Tag drauf ist der Kunst gewidmet, die von Anfang an ein wichtiger Bestandteil der deutsch-lettischen Beziehung ist. Im Museum Valmiera wird eine Ausstellung des Gütersloher Künstlers Christoph Winkler und seiner Partnerin, der Goldschmiedin Kerstin Uhlmann, eröffnet. Winkler zeigt Assemblagen, Collagen und Objektkunst, Uhlmann Schmuckstücke. Der "Tag des europäischen Kulturerbes" schließt sich an.
Zur deutschen Reisegruppe gehören viele langjährige Lettland- Fahrer und -Freunde. Aber auch neue Gesichter sind darunter, bei- spielsweise Dirk Speckmann, der Bürgermeister von Borgholzhausen. Die Lebkuchenstadt hat Mitte Juli eine Partnerschaft mit Naukseni besiegelt. Klar, dass diese auch auf lettischen Boden noch einmal mit einem Festakt bekräftigt wird. So feierlich geht es im gleich gelagerten Fall Mazsalca- Harsewinkel nicht zu. In der Echo-Felsen-Kommune wird gemeinsam ein Baum der Partnerschaft als sichtbares Zeichen der neuen Beziehung gepflanzt.
Über die Delegationsfahrt hinaus dokumentieren weitere Begegnungen das seit 1992 lebendige Miteinander zwischen Valmiera und Gütersloh: Am heutigen Montag reisen nämlich Schüler des Kreisgymnasiums Halle für vier Tage nach Valmiera, um das 20-Jährige ihrer Schule mit der fünften Mittelschule in Valmiera zu feiern. Und: Pamela Westmeyer fliegt bereits einen Tag vor der großen Gruppe nachLettland, um als stellvertretende Bürgermeisterin von Harsewinkel dabei zu sein, wenn die Staubwolke-Radfahrer aus der Mähdrescherstadt in Mazsalaca eintreffen. Am Samstag haben sich die Radsportler auf den Weg gemacht.


Lettische Musikgruppe Griezes
Ein Vorgeschmack auf den kulturellen Austausch
nach oben  
Die Musikgruppe Griezes aus Valmiera bringt Folklore aus Lettland mit. Das Konzert indet am Sonntag, 9. Juli, ab 11 Uhr vor der Alten Abtei in Marienfeld statt. Bilder: privat/Walkusch
Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft
Leonhard Sieweke, Sprecher und Koordinator des Klosterhofkreises
  Die Glocke AUSZUG VOM 05. Juli 2017

Von LISSI WALKUSCH
Marienfeld (gl). Der Partnerschaftsvertrag zwischen der lettischen Stadt Mazsalaca und Harsewinkel wird am Freitag, 7. Juli, feierlich unterschrieben. Was aus dieser Verbindung an kulturellem Austausch entstehen kann, darauf gibt es am Sonntag, 9. Juli, ab 11 Uhr vor der Alten Abtei in Marienfeld einen Vorgeschmack.

Die Musikgruppe Griezes aus Valmiera bringt Folklore aus Lettland mit. Hergestellt hatte den Kontakt Silvana Kreyer (Bild), Kulturbeauftragte der Partnerschaft. "Die Gruppe reist ohnehin nach Deutschland, um die Vertragsunterzeichnung musikalisch zu begleiten", sagt die Organisatorin. Also habe sie Leonhard Sieweke (Bild), Sprecher und Koordinator des Klosterhofkreises gefragt. "Und er hat sofort etwas auf die Beine gestellt", zeigt sich Silvana Kreyer erfreut. "Wir wollen den Partnerschaftsverein vor Ort verwurzeln", so Sieweke.
Die Besucher dürften sich auf Folklore-Musik der ganz besonderen Art freuen, kündigt Silvana Keyer an. "Die lettischen Lieder sind Jahrhunderte alt", sagt die Organisatorin. Die Stücke seien aber in moderner Sprache gehalten. "Die Lieder sind ja auch da, um Rituale zu vollziehen", erklärt Silvana Kreyer. Taufen und Hochzeiten nannte sie als Beispiel. Die fünfköpige Gruppe Griezes, die 2001 von Mitarbeitern des Museums Valmiera gegründet wurde, werde häuig für private Feiern engagiert. Einen Auftritt hat die Organisatorin in Lettland schon erlebt. Im Gedächtnis sind ihr dabei vor allem die sogenannten Spott- Lieder geblieben, bei denen sich die Musiker und Sänger - auf liebevolle Art - über die Gäste lustig machen.
Ein Hingucker sind bei den Auftritten die Trachten. Die stilisierten Folklorekleidungen werden selbst angefertigt - für die Reise nach Deutschland wurden ganz neue Gewänder genäht. Gespielt wird auf alten Instrumenten wie der Kokle und Teufelsgeige. Vor der Abtei sind Tische und Stühle aufgebaut. Bei Regen wird die Veranstaltung nach innen verlegt. Der Eintritt ist frei. Jedoch wird um eine Spende gebeten. Mit dem Erlös soll ein Kulturprojekt in Mazsalaca unterstützt werden. "Welches genau, wissen wir aber noch nicht. Das wollen wir lieber mit den Letten absprechen, bevor wir ihnen irgendetwas aufbürden", sagt Kreyer.


25 Jahre Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera
"Nach wie vor überaus aktiv und voller Leben"
nach oben  
Vor dem Kreishaus in Gütersloh wird mit einem großen farbenfrohen Plakat auf die seit 25 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera aufmerksam gemacht. Heute wird eine große Delegation aus Lettland, zu der zeitweise auch Ministerpräsident Maris Kucinskis gehört, im Kreis Gütersloh erwartet. Bilder (3) Neitemeier
Partnerschaftskoordinator Hans- Joachim Schwolow hat sein Büro in der ehemaligen Villa des Oberkreisdirektors in Wiedenbrück.
17. Juli 1992: Die erste deutsche Delegation aus dem Kreis Gütersloh macht sich mit Landrat Franz-Josef Balke und Oberkreisdirektor Günter Kozlowski auf dem Reckenberg in Wiedenbrück auf den Weg nach Valmiera.
Sommer 2010: Nach der kommunalen Neuordnung unterzeichnen Vitauts Stana als Vorsitzender des Valmiera-Partnerschaftsvereins und Landrat Sven-Georg Adenauer (rechts) den neuen Vertrag. Bild: Kreis Gütersloh
Zwei Jahre nach den ersten Kontakten wurde die Freundschaft am 20. August 1994 auch in der Orangerie des Schlosses Rheda besiegelt: (v. l.) der stellvertretende Landrat Visvaldis Skujins, Landrat Karlis Greiskalns und Landrat Franz-Josef Balke. Bild: Bitter
  Die Glocke AUSZUG VOM 05. Juli 2017

Von MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft trifft die ofizielle Delegation aus der lettischen Region Valmiera heute im Kreis Gütersloh ein. Gefeiert wird das Silberjubiläum insbesondere beim Kreissommerfest am Freitagabend auf dem Reckenberg in Wiedenbrück.

Mit dabei sind auch Maris Kucinskis, der ehemalige Landrat von Valmiera und amtierende lettische Ministerpräsident, sowie Elita Kuzma, die lettische Botschafterin in Deutschland. Über das 25-Jährige sprach die "Glocke" mit Hans-Joachim Schwolow, dem Partnerschaftskoordinator des Kreises:

"Die Glocke": Herr Schwolow, seit 1992 gibt es die Beziehungen zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera. Wie ging es den Menschen in Lettland damals, wie geht es Ihnen heute?
Schwolow: Bei unserem ersten Besuch herrschte eine große Aufbruchsstimmung. Es war natürlich in den Städten noch alles total sozialistisch geprägt. Die Dörfer machten einen ärmlichen Eindruck, aber die Menschen hatten schon stark den Blick in eine neue, bessere Zukunft gerichtet. Beeindruckt haben mich von Anfang an die Herzlichkeit, Fröhlichkeit und die große Gastfreundschaft der Letten, obwohl sie selbst in sehr bescheidenen Verhältnissen lebten. Vom Rückschlag durch die Wirtschaftskrise 2008/2009 hat sich das Land inzwischen wieder erholt, die Lebensverhältnisse haben sich erheblich verbessert. Das lag nicht nur an den inanziellen Hilfen aus dem Ausland, sondern auch daran, dass die Letten tiefgreifende Sparmaßnamen und Gehaltskürzungen, manchmal bis zu 50 Prozent, in Würde mitgetragen haben. Die Zugehörigkeit zur EU hat die Entwicklung maßgeblich verbessert und rasant vorangetrieben. Viele Projekte wurden mit EU-Fördermitteln umgesetzt. Der Arbeitsmarkt öffnete sich. Die EU-Zugehörigkeit und die Mitgliedschaft zur Nato geben den Letten ein Gefühl der Sicherheit, gerade im Hinblick auf ihren östlichen Nachbarn Russland.
"Die Glocke": Hilfe zur Selbsthilfe war in all den Jahren die Marschroute der Beziehung. Hat sich diese Strategie bewährt?
Schwolow: Während anfangs materielle Hilfe im Vordergrund stand, prägen heute Fortbildungen und Erfahrungsaustausche das Miteinander. Sozial-, Bildungs- und Verwaltungsfragen sowie Umweltthemen stehen im Mittelpunkt. Waren wir einst der helfende, stärkere Partner, begegnen wir heute offenen und modernen Letten auf Augenhöhe.
"Die Glocke": Die Letten haben viel von der Partnerschaft proitiert. Der Kreis Gütersloh auch?
Schwolow: Die Partnerschaft wird von beiden Seiten mit sehr viel Leben erfüllt. So proitiert der Kreis Gütersloh insbesondere vomkulturellen Austausch. In enger Zusammenarbeit mit den Musik- und Kunstschulen sowie den Museen ist ein Dialog entstanden, der beide Seiten mit Kunst- und Kulturereignissen bereichert.

Humanitäre Hilfe weiter gefragt

"Die Glocke": Ausrangierte Fahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst, die Sanierung des Altenheims Valmiera, die Förderung der Hörgeschädigtenschule, das Krankenhausprojekt in Mazsalaca - diese und viele weitere Großprojekte hat es in den 25 Jahren gegeben. Steht Vergleichbares auch aktuell noch an?
Schwolow: Die materielle Hilfe ist zwar in den Hintergrund getreten, die Feuerwehr wird aber auch in Zukunft nochmit ausrangierten Fahrzeugen unterstützt. Im August geht wieder ein von Miele gespendetes Löschfahrzeug auf die Fähre. Ein wichtiges Projekt ist die Sanierung des Krankenhausdachs in der Gemeinde Mazsalaca, die nun ofizielle Partnerkommune der Stadt Harsewinkel wird. Durch erhebliche Spenden insbesondere von Bürgern aus Harsewinkel konnte das Dach saniert werden. Zudem werden auch heute noch regelmäßig humanitäre Hilfstransporte durchgeführt, denn der Bedarf an Kleidung, insbesondere für Kinder, ist immer noch groß. Auch sollen Altenheime durch Sachspenden besser ausgestattet werden.
"Die Glocke": Herr Schwolow, auf deutscher Seite sind Sie der ehrenamtliche Motor dieser Partnerschaft. Warum engagieren Sie sich so stark? Was treibt Sie an?
Schwolow: Das Interesse an an deren Ländern hatte ich immer schon und den Bezug zum Osten durch die Herkunft meiner Eltern aus Pommern. Ich war vom ersten Tag an dabei und habe die Entwicklung des Landes über 25 Jahre miterlebt. Viele gemeinsame Projekte wurden in dieser Zeit umgesetzt, in die auch ich mich ein wenig einbringen konnte. Das hat mir immer große Freude bereitet, vor allem auch, dass die Letten offene, zuverlässige und strebsame Partner sind, mit denen man gern zusammenarbeitet. Aber auch die vielen persönlichen menschlichen Kontakte, die inzwischen entstanden sind, sind für michweiterhin eine große Motivation.

Hohe Wertschätzung

"Die Glocke": In den 25 Jahren haben viele Mitstreiter mit ins Rad gepackt. Welche würden Sie besonders hervorheben?
Schwolow: Der Kreis Gütersloh hätte ohne die Unterstützung und Mithilfe der verschiedenen Einrichtungen wie Kammern, Innungen, Verbände, Firmen, der Lions und Rotarier, der Kirchen, der Hilfsorganisationen sowie vieler anderer die zahlreichen Projekte nicht umsetzen können. Aber auch sehr viele Privatpersonen haben sich mit Rat und Tat über all die Jahre in die Partnerschaft eingebracht. Ihnen allen zusammen gilt ein großer Dank.
"Die Glocke": Bundespräsi dent Joachim Gauck hat sich selbst ein Bild von der Partnerschaft gemacht. Wie kam es dazu?
Schwolow: Die Partnerschaft erfährt in Lettland eine hohe Wertschätzung. Sie ist - so die Aussage der Letten - einmalig im gesamten Baltikum. Daher war es auch der Wunsch des lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins, 1992 selbst Landrat im Kreis Valmiera, dem deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck bei seinem Besuch in Lettland die Partnerschaft vorzustellen. In Valmiera hatte ich die Ehre, dem Bundespräsidenten in einer kurzen Rede über unsere Partnerschaft zu berichten.

"Leider sind auch einige Projekte gescheitert"

"Die Glocke": Herr Schwolow, sind Sie stolz auf das, was in den vergangenen 25 Jahren geschaffen worden ist?
Schwolow: Sicherlich ist man ein wenig stolz, vor allem auch darauf, dass die Partnerschaft über all die Jahre nicht an Schwung verloren hat. Sie ist nach wie vor überaus aktiv und voller Leben. Das liegt insbesondere mit daran, dass sie auch von lettischer Seite von vielen Menschen aktiv begleitet und gefördert wird. Allen voran möchte ich hier die Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus und den Vorsitzenden des dortigen Partnerschaftsvereins, Vitauts Stana, sowie Karlis Greiskalns und seine Frau Vija erwähnen. Aber auch alle Bürgermeister der Kommunen im Kreis Valmiera stehen voll hinter der Beziehung. Sie treffen sich regelmäßig alle sechs Wochen, um die Ergebnisse und Ziele der Partnerschaft zu erörtern.
"Die Glocke": Gab es auch Projekte, die gescheitert sind?
Schwolow: Ja, leider. Ich denke insbesondere an das Vorhaben der Firma Grauthoff aus Mastholte, die mit einem lettischen Partner eine Türenproduktion in Valmiera aufbauen wollte. Leider ist dieses Projekt an der Zuverlässigkeit des lettischen Partners gescheitert. Schade auch, dass das mit erheblichen Spenden des Lions- Clubs Rheda und befreundeter Clubs durchsanierte Waisenhaus in Valmiera nach kurzer Zeit aus finanziellen Gründen wieder geschlossen werden musste. Das Gebäude wird aber heute als Altenheim gut genutzt. Auch das Berufsbildungszentrum in Valmiera, unter anderem gefördert durch das Land NRW und ausgestattet mit gebrauchter Technik aus dem Kreis Gütersloh, wurde nach zehn Jahren aufgegeben, weil unter anderem im Rahmen von Sparmaßnahmen Fördermittel für Umschulungsmaßnahmen wegfielen. Heute sitzt dort die Kunstmittelschule.
"Die Glocke": Die Kreispartnerschaft lankiert seit 2011 auch eine Städtepartnerschaft zwischen Halle und Valmiera. Zwei weitere kommen am Wochenende mit Harsewinkel und Mazsalaca sowie mit Borgholzhausen und Naukseni hinzu. Hätten Sie gern noch mehr solcher Beziehungen?
Schwolow: Klar, aber ich freue mich auch über "nur" freundschaftliche Beziehungen wie zwischen Steinhagen und Rujiena sowie Langenberg und Koceni.
"Die Glocke": Wie entwickelt sich die Arbeit der Jugendgruppe?
Schwolow: Es ist ein Herzensanliegen von mir, die Jugend über den allgemeinen Schüleraustausch hinaus immer mehr in die Partnerschaft einzubinden. Das ist aber nicht so ganz einfach. Das Interesse ist grundsätzlich bei den jungen Menschen gegeben, aber durch Studium und dergleichen verlassen sie oft die heimische Region.

So fing vor 25 Jahren alles an

Kreis Gütersloh (mn). Hans- Joachim Schwolow blickt zurück: Es begann alles mit einem Konzert des Jugendchors des CJDGymnasiums in Versmold im Herbst 1991, das der damalige Landrat Franz-Josef Balke und der Oberkreisdirektor Günter Kozlowski besuchten. Chorleiter Ulrich Henning berichtete von einer erfolgreichen Konzertreise durch Lettland. Da der Kreis Gütersloh damals den Wunsch hatte, möglichst mit einem Kreis im Baltikum, das soeben auf friedlicheWeise seine Freiheit wiedererlangt hatte, partnerschaftliche Beziehungen aufzunehmen, reifte der Gedanke, auf einen Kreis in Lettland zuzugehen. Der Gütersloher Detlef Henning, Mitarbeiter am Institut für Deutschland- und Europaforschung sowie der mit einer Lettin verheiratete Bruder des Chorleiters, schlug den Güterslohern Valmiera vor. Schnell iel die Entscheidung für diesen Kreis, der von der Wirtschaftsstruktur Gütersloh sehr ähnlich war. Es gab eine Molkerei, Möbelwerke, einen leischverarbeitenden Betrieb, eine Firma, die Feuerlöscher herstellte, und eine ausgeprägte Landwirtschaft. Dann ging alles sehr schnell. Der Kreis Valmiera reagierte sofort und schon im April stand die erste ofizielle Delegation unter Landrat Andris Berzins, dem späteren Staatspräsidenten, vor der Tür. Anfang Juli reiste die erste Delegation von hier nach Valmiera.


Distanz längst überwunden
Jubiläum: Der Kreis Gütersloh feiert seine 25-jährige Partnerschaft mit Valmiera in Lettland. Die Verbindung ist derart außergewöhnlich, dass der aktuelle Ministerpräsident anreist. Auch einzelne Städte verpartnern sich
nach oben  
Motor der Verbindung: Hans-Joachim Schwolow, Koordinator des Austausches, hat den kurzen Draht nach Lettland. Er war schon 1992 dabei. FOTO: LUDGER OSTERKAMP
Erneuert: Landrat Adenauer (r.) mit Vitauts Stana 2010.
Hauch von Staatsbesuch: Ministerpräsident Maris Kucinskis.
Bei der Unterzeichnung: Landrat Franz-Josef Balke (vorn r.) und sein Amtskollege Andris Berzins, der spätere lettische Staatspräsident. Im Rücken von Balke steht OKD Günter Kozlowski.
Bereichernd: Bei den gegenseitigen Besuchen treten oft lettische Folklore-Gruppen auf. FOTO: RICHARD ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 01. Juli 2017

Von Ludger Osterkamp

Kreis Gütersloh. Mal einen ausrangierten Feuerwehrwagen rüberschaffen oder beim Einrichten eines Krankenhauses mit Geld und Geräten aushelfen - so ging Partnerschaft früher. Heute legen die Partner im Vorfeld ein Thema fest und lassen sich in einem mehrtägigen Seminar die jeweilige kommunale Finanzwirtschaft oder Methoden der Gewaltprävention erklären. Wenn es eine Partnerschaft gibt, die in dieser und in vielerlei anderer Hinsicht erfolgreich ist, ist es die nun seit 25 Jahren währende Verbindung zwischen dem Kreis Gütersloh und dem lettischen Valmiera.
In der kommenden Woche, vom 5. bis 10. Juli, wollen die beiden Partner ihr Jubiläum würdigen. Und das auf hoher Ebene: Mit Maris Kucinskis reist der aktuelle Ministerpräsident des baltischen Staates an, mit Andris Berzins sein Vorgänger. Wie das kommt? Beide haben in ihrer Zeit als Landräte von Valmiera aktiv an der Partnerschaft mitgewirkt, sind zigmal im Kreis Gütersloh gewesen. Wenn sie nun erneut zu Gast sind, gemeinsam mit einer Delegation von rund 50 Teilnehmern, werden sie nicht nur feiern und auf dieses Vierteljahrhundert zurückblicken: Sie werden der Unterzeichnung neuer Verträge beiwohnen und neue Impulse setzen. "Es gibt im gesamten baltischen Raum nicht eine Partnerschaft, die ähnlich lebendig ist", sagt Hans-Joachim Schwolow, Partnerschaftsbeauftrager des Kreises Gütersloh. Anderen Kommunen diene sie als Vorbild.
Zwei neue Ehen werden in diesen Tagen offiziell geschlossen: Zwischen Harsewinkel und Mazsalaca sowie zwischen Borgholzhausen und Naukseni. Weitere freundschaftliche Verbindungen, die möglicherweise später in Partnerschaften münden, bestehen zwischen Steinhagen und Rujiena sowie Langenberg und Koceni. Halle und die Stadt Valmiera hatten ihren Bund bereits 2011 besiegelt.
"Wichtigster Bestandteil unserer Partnerschaft ist die Begegnung der Menschen - Schulklassen, Kulturgruppen, Chöre, Tanzensembles, Jugendorchester", sagt Schwolow; sie alle besuchen sich regelmäßig und wechselseitig. Offizielle Schulpartnerschaften sind entstanden - so die zwischen dem Kreisgymnasium Halle und der fünften Mittelschule in Valmiera. Kooperationen und Formen von Austausch finden auch zwischen Vertretern anderer Bereiche statt: Feuerwehr und Rettungsdienst beispielsweise, zwischen Wirtschaftsvertretern, Verwaltungsfachleuten oder Mitarbeitern aus dem Sozial- und Gesundheitswesen.
Wie fruchtbar die Verbin dung ist, zeigt sich laut Schwolow auch daran, dass sie in 25 Jahren nicht einen Durchhänger hatte. "Das ging immer voran und wurde immer umfassender", sagt der 66-Jährige. Ungewöhnlich, auch im Vergleich zu manchen anderen kommunalen Partnerschaften, sei ferner die Art und Weise, wie der langsame Schwenk von der einseitigen, reinen Hilfsleistung durch den finanziell stärkeren Partner hin zu gemeinsamen Projekten gelungensei."Längststehenbei uns eher der Erfahrungsaustausch und die Fortbildung im Vordergrund." Sachen in Valmiera finanziell zu fördern, sei inzwischen eher eine Angelegenheit der EU. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung Lettlands in den vergangenen Jahren und des steigenden Wohlstands habe aber auch das nachgelassen. Schwolow: "Verglichen mit dem Start vor 25 Jahren hat unsere Partnerschaft heute eine völlig andere Farbe."
Damals, 1992, hatte die Chemie zwischen den Beteiligten sofort gestimmt. Es war die Zeit kurz nach der Wende, als viele westdeutsche Kommunen die Überlegung anstellten, neue Partner indem sich öffnenden Osten zu finden. Auch den damaligen Landrat Franz-Josef Balke und Oberkreisdirektor Günter Kozlowski umtrieb der Gedanke. Es fügte sich, dass der Chorleiter am CJD-Gymnasium in Versmold, Ulrich Henning, geradevoneiner Reiseaus Lettland zurückgekehrt war, sein Bruder Detlef eine Lettin geheiratet hatte, dass die Hennings den Kreis Valmiera dem Kreis Gütersloh landschaftlich und strukturell nicht unähnlich fanden und dass von der lettischen Seite vermutlich durchaus ein Interesse vorstellbar wäre, sich mal Richtung Westen, Richtung Deutschland aufzumachen. Balke und Kozlowski zögerten nicht lange und sprachen Einladungen aus: Im April machte sich eine Reisegruppe aus Valmiera auf den Weg, im Juli begab sich eine Gruppe aus dem Kreis Gütersloh auf Gegenbesuch. Zwei Jahre später, 1994, unterzeichneten beide den formellen Kontrakt.
"Es hat von Anfang an gepasst, wir haben uns menschlich sofort verstanden", sagt Schwolow, damals noch Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Den Beteiligten gelang es, auch an anderer Stelle Unterstützer zu finden: Firmen, Verbände, Kammern, Innungen, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, Rotarier, Lions, Rotes Kreuz, Privatbürger: Viele halfen mit Rat und Tat, mit Geld und Material. Ein Altenheim, das Krankenhaus, das Berufsbildungszentrum, ein Kindergarten, das Logopädiezentrum, die Schule für Hörgeschädigte, das Stadion: Sie alle profitierten von der Hilfe aus dem Kreis Gütersloh. Und umgekehrt erfreuten die Letten die Gütersloher mit Gegenbesuchen, mit Kultur, mit Geschenken.
Dass die lettischen Kreise im Zuge einer kommunalen Neuordnung 2009 aufgelöst wurden, richtete keinen Schaden an. Die ehemaligen Städte und Gemeinden des circa 60.000 Einwohner zählenden Kreises Valmiera gründeten einen Partnerschaftsverein, mit dem der Kreis Gütersloh im Juni 2010 auf Basis des ersten Abkommens aus rechtlichen Gründen einen neuen Partnerschaftsvertrag schloss. Schwolow: "Das hat nichts verändert. Die Verbindung ist so gut wie immer." Am Ende der kommenden Woche vermutlich sogar noch besser.

Sommerfest

- Die Delegation aus Valmiera zählt circa 50 Mitglieder; sie trifft Mittwoch, 5. Juli, ein, bleibt bis Montag, 10. Juli, und nimmt ein Besichtigungs- und Begegnungsprogramm wahr.
- Das Sommerfest des Kreises am Freitag, 7. Juli, bildet den Höhepunkt des Programms. Rund 450 Gäste werden dazu auf dem Reckenberg- Gelände am Kreishaus in Wiedenbrück erwartet. Das Programm wird von Musik- und Folkloregruppen aus Valmiera bereichert.
- Geplant ist auch ein Grillabend auf dem Anwesen des früheren Landrates Franz-Josef Balke in Verl. Die Klosterkirche in Marienfeld, das Schnapsmuseum in Steinhagen, die "Alte Lederfabrik" (Künstlerwerkstatt) in Halle und die neugestaltete Kreuzkirche in Wiedenbrück sind weitere Ziele.
- Der Gegenbesuch der Gütersloher Delegation erfolgt vom 6. bis 11. September. Mit 60 Teilnehmern ist die Fahrt bereits ausgebucht. (ost)


Der Landrat verteilt Taschengeld
Partnerschaft: Adenauer lobt das Engagement von Familien, die lettische Gastschüler aufnehmen
nach oben  
Begrüßung im Kreishaus: Hans-Joachim Schwolow (v. l.), Isabel Kipp und Katja Mose-Kipp, Andris Karklins, Landrat Sven-Georg Adenauer, Roberts Karklins und Jaqueline Siebigs. FOTO: KREIS
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 23. Mai 2017

Rheda-Wiedenbrück (nw). Gasteltern hatte der Kreis Gütersloh für lettische Schüler gesucht. Als Katja Mose-Kipp, Lehrerin am Ratsgymnasium, davon erfuhr, dachte sie, dass Andris Karklins "zu uns passt". Nun lebt der 16-Jährige einen Monat in ihrer Familie.
Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte die beiden lettischen Gastschüler aus der Partnerregion des Kreises und ihre Gastmütter. Wie bei solchen Besuchen üblich, erhalten die Gastschüler vom Landrat Taschengeld für ihren Aufenthalt. Roberts Karklins - die Jungen aus der Stadt Valmiera sind nicht verwandt - lebt bei der Familie von Jaqueline Siebigs. Sie nimmt bereits zum zweiten Mal einen lettischen Gastschüler auf. Adenauer freut sich über so viel Engagement und lud beide Gastmütter inklusive Begleitung zum Kreissommerfest ein.
Zur Partnerschaft zwischen dem Kreis und der Region Valmiera, die seit 25 Jahren besteht, gehören regelmäßige Schüleraustausche. Wer sich ebenfalls vorstellen kann, lettische Gastschüler aufzunehmen, bekommt Infos bei Partnerschaftskoordinator Hans- Joachim Schwolow,
Tel. (0 52 41) 85 26 21,
E-Mail: J.Schwolow@t-online.de
www.partnerschaftvalmiera.de


Freundeskreise beflügeln Arbeit der Partnerschaft
nach oben  
Als Partnerschaftskoordinator beim Kreis setzt sich Hans-Joachim Schwolow nachhaltig für den Ausbau und den Fortbestand der Beziehungen zum lettischen Valmiera ein. Bild: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 14. März 2017

Von unserem Redaktionsmitglied
MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Seit nunmehr 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera. Jetzt scheint in die Beziehung weiterer Schwung zu kommen, denn in Harsewinkel und Borgholzhausen sind eigene Freundeskreise gegründet worden. Darüber sprach "Die Glocke" mit Hans-Joachim Schwolow, dem Partnerschaftskoordinator beim Kreis:

"Die Glocke":Herr Schwolow, wie kommt es dazu, dass gerade jetzt in zwei Kommunen gleichzeitig separate Freundeskreise für die Valmiera-Partnerschaft gegründet worden sind?
Schwolow: Das ist eher Zufall und vor allem auf Menschen vor Ort zurückzuführen, die sich seit einiger Zeit stark in die Partnerschaft einbringen. Die Gründung der Freundeskreise bedeutet nämlich nicht, dass bisher in diesen Kreis- Kommunen mit Blick auf Valmiera nichts passiert ist. Eher ist sogar das Gegenteil der Fall. Zwischen Harsewinkel und Mazsalaca sowie zwischen Borgholzhausen und Naukseni hat es schon jahrelang und sehr erfolgreich intensive Kontakte auf vielen Ebenen gegeben.
"Die Glocke": Werden diese Beziehungen nun durch die Freundeskreise verstetigt und durch sich daraus entwickelnde offizielle Partnerschaften aufgewertet?
Schwolow: Ganz klar. Künftig gibt es in diesen Orten auch losgelöst von den jeweiligen Stadtver- waltungen eindeutige Ansprechpartner. In Harsewinkel ist der Prozess durch den Besuch der stellvertretenden Bürgermeisterinnen Pamela Westmeyer (CDU) und Regina Meißner-Schlömer (SPD) vor zwei Jahren in Valmiera so richtig in Fahrt gekommen. Es hat auch schon eine Spendenaktion für das neue Dach des Krankenhauses in Mazsalaca gegeben. Bei den Aktivitäten spielt sicher auch die Erinnerung an das große Engagement des verstorbenen Marienfelder Textilunternehmers Bruno Kleine in Mazsalaca eine Rolle.
"Die Glocke": Und in Borgholzhausen?
Schwolow: Nachdem der früherer Bürgermeister Klemens Keller mit seinem Amtskollegen Janis Zuments aus der lettischen Gemeinde Naukseni schon länger in engem Kontakt gestanden hat, treiben jetzt insbesondere Regina Hartlage sowie Falk Kobusch und seine in Lettland geborene Frau Sandra die Partnerschaftsarbeit voran. Der Freundeskreis, zu dem auch Bürgermeister Dirk Speckmann gehört, wird sich und seine Ziele übrigens an diesem Donnerstag erstmals öffentlich vorstellen.
"Die Glocke": Im Gespräch ist, dass die Partnerschaften beim Jubiläumsbesuch der Letten Anfang Juli rund um das Sommerfest des Kreises offiziell besiegelt werden könnten. Stimmt das?
Schwolow: Denkbar ist das. Aber zunächst müssen die Stadträte noch die entsprechenden Beschlüsse fassen. Ich bin aber sehr optimistisch. Die Details sind danach noch abzustimmen.

Sachspenden für Frauen-Heim

"Die Glocke": Mit dem lettischen Ministerpräsidenten Maris Kucinskis und dem früheren Staatspräsidenten Andris Berzins, die beide einst Landräte in Valmiera waren, werden zwei besondere Gäste zur Jubiläumsfeier kommen. Wie bewerten Sie das?
Schwolow: Das ist eine besondere Ehre und Anerkennung unserer Arbeit. Kucinskis macht einen offiziellen Staatsbesuch in Deutschland und nutzt diesen für einen Abstecher in den Kreis Gütersloh, mit dem er und Berzins immer noch sehr verbunden sind.
"Die Glocke": Wird in diesem Jahr in Sachen Partnerschaft nur gefeiert? Schließlich fährt ja auch eine 60-köpfige deutsche Delegation im September zur 25-Jahr- Feier nach Lettland.
Schwolow: Nein. Wir haben zwar für dieses Jahr aus Kosten gründen den regelmäßigen Fachdialog zu einem bestimmten Thema wie zuletzt der Finanzwirtschaft abgesagt, aber ansonsten geht die Partnerschaftsarbeit gewohnt weiter. Das gilt auf Kreisebene ebenso wie beispielsweise für die Aktivitäten in Halle oder Langenberg. Momentan tragen wir für ein Heim für Frauen in Burtnieki Sachspenden zusammen. Ferner sind gerade zwei Feuerwehr- Kleinfahrzeuge nach Valmiera gebracht worden. Und die Firma Miele hat ein ausgemustertes Fahrzeug der Werkfeuerwehr für Valmiera zur Verfügung gestellt, wofür wir sehr dankbar sind. Und: Zwei lettische Schüler werden in den nächsten Wochen am Unterricht des Ratsgymnasiums in Wiedenbrück teilnehmen. Kurz: Das Thema Partnerschaft wird überall im Kreis positiv angenommen, und uns werden immer wieder Spenden angeboten.
"Die Glocke": Sind die eigentlich noch nötig?
Schwolow: Ja, auch wenn die wirtschaftliche Lage in den größeren Kommunen ganz gut ist, benötigen gerade die Menschen auf dem Land Unterstützung. Kleidung ist besonders gefragt, vor allem für Kinder.
"Die Glocke": Um die Arbeit dauerhaft zu bereichern, wurden vor einiger Zeit auf beiden Seiten auch Jugendliche eingebunden. Was ist daraus geworden?
Schwolow: Die Gruppen haben mit mangender Kontinuität zu kämpfen, da die Mitglieder angesichts ihrer Berufsausbildungen nicht immer vor Ort sind. Beide Seiten versuchen aber gerade, die Arbeit mit neuen Akzenten zu beleben.


Freundeskreis: Ein neuer Verein in Borgholzhausen will den Menschen Lettland näherbringen.
Die Gründungsmitglieder kündigen einen Bildvortrag an
nach oben  
Freundeskreis: Anna Tubbesing (von links), Brigitte Fallei, Regina Hartlage, Ralf Vieweg, Sandra Kobusch, Falk Kobusch und Angela Tubbesing zählen zu den Gründungsmitgliedern. FOTO: EKKEHARD HUFENDIEK
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 10. März 2017

Borgholzhausen (ehu). Falk Kobusch ist mit einer gebürtigen Lettin verheiratet. Klar, dass er bei einer Reise ins Baltikum die Familienmitglieder seiner Frau fotografieren wollte. Auf Lettisch hatte er dabei "Bitte lächeln" sagen wollen. Die herzhaften Lacher der Letten ließen ihn zweifeln, ob er bei der Aussprache richtig lag. Seine Frau klärte ihn auf: Tatsächlich hätte er "L dzu smaids" sagen müssen. Stattdessen klang seine Aufforderung so, als habe er "L dzu smird t" gesagt. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn "Bitte stinken" wollten die Letten nicht.
Falk Kobusch und Sandra Kobusch zählen zu den Gründungsmitgliedern des neuen Vereines Deutsch-Lettischer Freundeskreis Borgholzhausen- Naukseni. Beide werden am 16. März um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Raum 3 durch die erste Informationsveranstaltung des Vereines führen. Dabei werden sie in einem Bildvortrag Land und Leute vorstellen.
Außerdem servieren die Mitglieder lettische Spezialitäten, wie "Speka piradzini", Hefeteilchen mit einer Fleischfüllung. Es gibt Kostproben des typisch lettischen Kräuterliköres Balsam. Der wird aus der Schwarzen Johannisbeere hergestellt. Wenn sie von seiner Wirkung erzählen, geraten die Mitglieder des Freundeskreises ins Schwärmen. Man könne ihn innerlich und äußerlich anwenden, sagt Angela Tubbesing jetzt auf der Mitgliederversammlung in der Gaststätte Am Uphof.
Falk Kobusch kennt den Likör schon seit vielen Jahren: "Ich war das erste Mal in Lettland, als man noch drei Visaanträge ausfüllen musste und auf der Ostsee 30 Zentimeter dicke Eisschollen schwammen", erzählt er. Die harten Winter würden die Letten prägen. All das, was in Deutschland passiere, passiere in Lettland auch, "nur zeitverzögert", sagt Kobusch weiter. Neben der Schwierigkeit "Bitte lächeln" richtig auszusprechen, hat Kobusch andererseits viele sprachliche Übereinstimmungen in einem deutschen Dialekt gefunden: dem Plattdeutschen. "VorallemdieOmameinerFrau konnte ich sehr gut verstehen", sagt er und zählt viele gleichklingende Wörter auf, die dasselbe bedeuten.
Die Vorsitzende des Freundeskreises, Regina Hartlage, war schon dreimal in Lettland. Die Gründung des Vereines verbindet sie mit der Hoffnung auf eine Städtepartnerschaft zwischen Borgholzhausen und Naukseni. Derzeit hat der Freundeskreis elf Mitglieder, auch Bürgermeister Dirk Speckmann zählt dazu. Zehn Euro pro Jahr kostet eine Mitgliedschaft: "Gerne nehmen wir noch auf. Wir sind ja noch ganz amAnfang", sagt Hartlage.
Die im Norden Lettlands gelegene Gemeinde Naukseni hat 2300 Einwohner und liegt nur 40 Kilometer von Valmiera entfernt, der Stadt, mit der Halle seit 2011 städtepartnerschaftlich verbunden ist. Gegenseitige Besuche könnten also durch Reisepartnerschaften erleichtert werden.


Freundeskreis Mazsalaca gegründet
"Jetzt kommt Dampf auf den Kessel"
nach oben  
Nächste Hürde geschafft: Etwa 20 Interessierte hoben am Mittwochabend bei Wilhalm den deutsch-lettischen Freundeskreis Harsewinkel-Mazsalaca aus der Taufe. Bild: Richard Zelenka
  Die Glocke AUSZUG VOM 10. März 2017

Harsewinkel (gl). "Jetzt kommt Dampf auf den Kessel." So formulierte es Pamela Westmeyer im Gasthof Wilhalm. Die stellvertretende Bürgermeisterin (CDU) gehört zu den Initiatoren des Freundeskreises Mazsalaca, der nach ersten Vorgesprächen vor einem Monat am Mittwochabend offiziell aus der Taufe gehoben wurde.

Die etwa 20 Interessierten, die die Kontakte zu dem Städtchen in der lettischen Partnerregion Valmiera stärken, vernetzen und intensivieren möchten, folgten dem Appell. Mit ihren Unterschriften unterstützen sie den von Pamela Westmeyer formulierten Antrag an den Rat der Stadt, eine offizielle Partnerschaft mit Mazsalaca zu begründen. Möglichst schon in der nächsten Sitzung des Stadtrats soll das Anliegen der Lettlandfreunde zur Abstimmung kommen. Pamela Westmeyer und ihre SPD-Amtskollegin Regina Meißner-Schlömer sind sicher, dass sie die dafür erforderliche politische Mehrheit erreichen werden, wenn auch die Meinungen in den Reihen der Sozialdemokraten noch durchaus gespalten seien, wie Meißner-Schlömer einräumte.
Mit am Tisch saß auch Frico Schmitz von der UWG. Bekanntlich war es sein politischer Gefährte, der mittlerweile verstorbene Marienfelder Textilunternehmer Bruno Kleine, der mit seiner Familie die freundschaftlichen Bande mit Mazsalaca begründete, als er dort vor 17 Jahren aus eigenen finanziellen Mitteln ein Krankenhaus bauen ließ, das heute noch landesweit Maßstäbe setzt. Es ist das einzige in Lettland, das schwarze Zahlen schreibt, hieß es am Mittwoch. Die Mitglieder der Familie Kleine waren zwar bei der Gründungsversammlung nicht dabei. Hildegard Kleine ließ aber ausrichten, dass ihre Familie ohne Einschränkungen das Partnerschaftsprojekt unterstütze.
Der Fahrplan ist eng gesteckt: Den Initiatoren liegt am Herzen, dass die Zustimmung des Rats bis spätestens Ende April vorliegt. Anfang Mai finden in der lettischen Republik Kommunalwahlen statt. Eine Partnerschaft würde die Erfolgschancen des charismatischen jungen Mazsalaca- Bürgermeisters Harijs Rokpelnis, der dort der treibende Motor des Projekts ist, verbessern, glaubt man auf deutscher Seite.
Der offizielle Partnerschafts vertrag zwischen Harsewinkel und Mazsalaca soll im Juli unterzeichnet werden, wenn eine lettische Delegation aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Verbindung zwischen Valmiera und dem Kreis Gütersloh in Deutschland weilt. Als Rahmen für den feierlichen Akt schwebt den Verantwortlichen das Sommerfest am 7. Juli vor. Auch der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis wird dann voraussichtlich mit von der Partie sein.

INFO: Das nächste Treffen des Freundeskreises Mazsalaca findet am Mittwoch, 26. April, um 20 Uhr bei Wilhalm statt. Die Zusammenkunft soll dazu genutzt werden, um Projekte und Aktionen zu besprechen und in Angriff zu nehmen. Dazu sind alle eingeladen, die sich in die Partnerschaft einbringen wollen.


Lettische Schüler
Stippvisite im Kreishaus
nach oben  
Große Ziele: (v. l.) Mit einem Gläschen Birkensaftwein aus Mazsalaca stießen Joachim Bode, Melanie Fußner-Kaup, Pamela Westmeyer, Hans-Joachim Schwolow, Irene Meyer-Wilmes, Hedwig Diehm, Marita Wendt und Stefan Meyer-Wilmes auf eine gute Zukunft des Freundeskreises an. Bild: Zelenka
  Die Glocke AUSZUG VOM 16. Februar 2017

Harsewinkel (rz). Im Sommer 2005 haben die Harsewinkeler Bürgermeisterin Sabine Amsbeck- Dopheide (SPD) und ihr damaliger lettische Amtskollege Ojars Bekeris am Ortseingang des Städtchens Mazsalaca im Partnerkreis Valmiera ein Schild mit dem Bekenntnis "In Freundschaft verbunden" enthüllt. Den großen Worten folgten aber kaum Taten.

Die Verbindung zwischen den beiden Städten dümpelte vor sich hin - abgesehen von sporadischen persönlichen Kontakten und Vereinsbegegnungen gab es in den zwölf Jahren auf beiden Seiten kaum Aktivitäten. Das soll sich ändern, haben sich die stellvertretende Harsewinkeler Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (CDU) und einige Mitstreiter vorgenommen. Kürzlich wurde von ihnen der Freudeskreis Mazsalaca aus der Taufe gehoben. Die offizielle Gründung der Initiative erfolgt am Mittwoch, 8. März. Um 20 Uhr sind alle Interessenten, die sich ins Partnerschaftsprojekt einbringen wollen, in den Gasthof Wilhalm eingeladen.
Dort sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. "Wir haben uns in der Anfangsphase bewusst für ein niederschwelliges Angebot entschieden. Jeder ist willkommen", sagte Pamela Westmeyer. Fest steht für die Initiatoren, dass sie schon bald im Stadtrat den Antrag einbringen wollen, eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Harsewinkel und Mazsalaca zu begründen.
Pamela Westmeyer sieht gute Chancen, dass sich dafür eine breite politische Mehrheit finden wird: "Die CDU steht geschlossen dahinter, und auch in der SPD gibt es viele Befürworter." Da die organisatorischen und finanziellen Fragen ausschließlich im Initiativkreis erledigt würden, hätte die Beteiligung der Stadt eine rein symbolische Bedeutung.
Die Vorbereitungen sollen möglichst schnell über die Bühne gehen. Den Initiatoren schwebt vor, dass die Partnerschaftsurkunde bereits im Juli unterzeichnet wird, wenn eine Delegation aus der Region Valmiera den Kreis Gütersloh besucht, um das 25-jährige Bestehen der Beziehungen zu feiern. Mit von der Partei soll dann auch der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis sein, verriet der Koordinator der Kreispartnerschaft, Hans- Joachim Schwolow. Kucinskis gehört auf lettischer Seite zu den Erbauern der Partnerschaft - er war viele Jahre Kommunalpolitiker sowie Landrat im ehemaligen Kreis Valmiera.
Die Freundschaft zwischen Harsewinkel und Mazsalaca hat erst vor zwei Jahren wieder Fahrt angenommen, als Pamela Westmeyer und ihre SPD-Amtskollegin Regina Meißner-Schlömer im Rahmen der Delegationsreise des Kreises Gütersloh in die Partnerregion auch der Stadt Mazsalaca einen Besuch abstatteten. Bei dem letzten Besuch wurden mit Bürgermeister Harijs Rokpelnis bereits die Eckdaten der Partnerschaft vereinbart.
Die Verbindung zwischen Harsewinkel und Mazsalaca hat eine lange Geschichte: Vor 17 Jahren wurde in dem 3000-Einwohner- Städtchen ein modernes Krankenhaus eröffnet wurde, dessen Bau aus dem Privatvermögen der Familie von Bruno Kleine finanziert wurde.


Der "Freundeskreis Mazsalaca" wurde aus der Taufe gehoben.
Die offizielle Gründung wird am 8. März bei Wilhalm erfolgen. Dazu wird ein hoher Gast erwartet
nach oben  
Schon Geschichte:Im Sommer wurde am Ortseingang von Mazsalaca dieses Schild im Rahmen eines großen Volksfestes feierlich enthüllt. Doch die großen Erwartungen, vor allem auf lettischer Seite, erfüllten sich nicht ganz. Jetzt soll neuer Schwung in die Städteverbindung kommen. FOTOS: RICHARD ZELENKA
Großes Ziel: Mit einem Gläschen Birkensaftwein aus Mazsalaca stießen Joachim Bode, Melanie Fußner-Kaup, Pamela Westmeyer, Hans- Joachim Schwolow, Irene Meyer-Wilmes, Hedwig Diehm, Marita Wendt und Stefan Meyer-Wilmes (v. l.) an.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 12. Februar 2017

Von RICHARD ZELENKA

Harsewinkel. Im Sommer 2005 enthüllten die Harsewinkeler Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und ihr damaliger lettischer Amtskollege Ojars Bekeris am Ortseingang des Städtchens Mazsalaca im Partnerkreis Valmiera unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein Schild mit dem Bekenntnis "In Freundschaftverbunden".Den großen Worten folgten indes kaum Taten.
Die Verbindung zwischen den beiden Städten dümpelte vor sich hin - abgesehen von sporadischen persönlichen Kontakten und Vereinsbegegnungen gab es in diesen zwölf Jahren auf beiden Seiten kaum nennenswerte Aktivitäten. Das soll sich bald ändern, haben sich die Harsewinkeler stellvertretende Bürgermeisterin Pamela Westmeyer (CDU) und einige Mitstreiter vorgenommen. Am Mittwoch wurde von ihnen der "Freudeskreis Mazsalaca" aus der Taufe gehoben. Die offizielle Gründung wird am Mittwoch, 8. März, erfolgen. Um 20 Uhr sind alle Interessenten in den Gasthof Wilhalm an der Clarholzer Straße eingeladen. "Wir haben uns in der Anfangsphase bewusst für ein niederschwelliges Angebot entschieden. Jeder ist willkommen", erklärte Pamela Westmeyer. Wohin die Reise gehen werde, müsse gemeinsam entschieden werden.
So könnte es sich beispielsweise aus organisatorischen Gründen mittelfristig als sinnvoll erweisen, den Freundeskreis in einen eingetragenen Verein umzuwandeln. Fest steht für die Initiatoren, dass sie schon bald im Stadtrat den Antrag einbringen wollen, eine offizielle Städtepartnerschaft mit Mazsalaca zu begründen. Pamela Westmeyer sieht gute Chancen, dass sich dafür eine breite politische Mehrheit finden wird. "Die CDU steht geschlossen dahinter, und auch in der SPD gibt es viele Befürworter." Die von Bürgermeisterin Sabine Amsbeck- Dopheide wiederholt geäußerten Bedenken, eine offizielle Partnerschaft würde zusätzliche personelle und finanzielle Belastungen für die Stadt bedeuten, lässt die CDUFrau nicht gelten. Die organisatorischen und finanziellen Fragen würden ausschließlich im Initiativkreis oder im Verein erledigt.DieBeteiligungder Stadt hätte somit eine rein symbolische Bedeutung.
Die Vorbereitungen sollen möglichst schnell über die Bühne gehen. Den Initiatoren schwebt vor, dass die Partnerschaftsurkunde bereits im Juli unterzeichnet wird, wenn eine große Delegation aus der Region Valmiera den Kreis Gütersloh besucht, um das 25- jährige Bestehen der Partnerschaft gebührend zu feiern. Mit von der Partie soll dann auch der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis sein, verriet am Mittwoch Hans-Joachim Schwolow, der von Beginn an als Koordinator die Kreispartnerschaft begleitet.

Ministerpräsident kommt zur Unterzeichnung

Kucinskis gehört auf lettischer Seite zu den Erbauern der Partnerschaft - er war viele Jahre Kommunalpolitiker sowie auch Landrat in dem ehemaligen Kreis Valmiera. Neben Pamela Westmeyer gehört auch ihr Fraktionskollege Stefan Meyer-Wilmes dem neuen Bündnis an. Sein Job führt ihn regelmäßig ins Baltikum. Er schätzt die Gastfreundschaft und die Lebensart der Menschen in Lettland und möchte als Präsident der KG Rote Funken vor allem die kulturellen Banden zwischen beiden Nationen stärken. "Mein Traum wäre, wenn unsere Tanzsportgarden eines Tages beim großen Tanzfestival in Valmiera auftreten könnten."
Wie berichtet hatte die Freundschaft zwischen Harsewinkel und Mazsalaca erst vor zwei Jahren wieder so richtig Fahrt aufgenommen, als PamelaWestmeyerundihreSPDAmtskollegin Regina Meißner- Schlömer im Rahmen der alljährlichen Delegationsreise des Kreises Gütersloh in die Partnerregion auch Mazsalaca einen Besuch abstatteten. An der Seite des jungen und charismatischen Bürgermeisters Harijs Rokpelnis wurde das Städtchen an der Salaca ausgiebig erkundet. Spontan wurde ein Gegenbesuch vereinbart. Auch im vergangenen Jahr weilte Pamela Westmeyer wieder in Lettland. Dabei wurden die Eckdaten der Partnerschaft vereinbart. Rokpelnis schlägt eine intensive Zusammenarbeit auf den Gebieten Bildung, Gesundheitswesen und Kultur vor. Die vorhandenen Strukturen und Netzwerke sollen vertieft und weiter ausgebaut werden. Schüleraustausch, Vermittlung von Praktika, kulturelle Kooperationen und Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene seien nur einige der künftigen Aktivitäten des Freundeskreises. Hans-Joachim Schwolow erwähnte auch die Möglichkeit, ausgewählte Projektemit Fördermitteln der EU zu finanzieren - vor allem im Jugendbereich.
Soweit ist es abernochnicht. PamelaWestmeyer: "Wir wollen klein anfangen. So wäre zunächst zum Beispiel eine Sammlung von Bettwäsche und Handtüchern für das Krankenhaus sinnvoll und relativ leicht zu bewerkstelligen."

Kleine-Krankenhaus saniert
Die Verbindung zwischen Harsewinkel und Mazsalaca hat eine inzwischen fast historische Dimension: Denn es ist bereits 17 Jahre her, dass in dem 3.000-Einwohner- Städtchen am malerischen Fluss Salaca ein modernes Krankenhaus eröffnet wurde, dessen Bau aus dem Privatvermögen der Familie von Bruno Kleine finanziert wurde. Noch heute ist das Hospital landesweit eine Vorzeigeeinrichtung der medizinischen Betreuung. Erst kürzlich wurde das marode Dach des Krankenhauses und des benachbarten Kindergartens mit großem Aufwand saniert - ebenfalls mit finanzieller und logistischer Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh.


Lettische Schüler
Stippvisite im Kreishaus
nach oben  
Landrat Sven-Georg Adenauer (links) begrüßte mit dem Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh Hans-Joachim Schwolow (rechts) die lettischen Besucher im Kreishaus.
  Die Glocke AUSZUG VOM 05. Dezember 2016

Kreis Gütersloh (gl). Eine Woche lang sind fünf Acht- und Neuntklässler aus der Partnerregion Valmiera zu Besuch im Kreis Gütersloh gewesen. Zum Programm gehörte auch ein Besuch der jungen lettischen Delegation bei Landrat Sven-Georg Adenauer im Kreishaus Gütersloh.
Die Jugendlichen von der fünften Mittelschule in Valmiera wohnten während ihres Besuchs in Halle bei Gastfamilien und nahmen am Unterricht des Kreisgymnasiums Halle teil. Außer dem Schulbesuch gab es noch ein umfangreiches Freizeit- und Informationsprogramm: So besichtigten sie das Gerry-Weber-Stadion, die Firma Claas und die Lebkuchenfabrik Schulze, besuchten den Weihnachtsmarkt in Osnabrück und machten eine Stadtführung durch Halle.


Ministerpräsident von Lettland gibt sich 2017 die Ehre
25 Jahre Valmiera-Partnerschaft
nach oben  
Im Tiefbauamt des Kreises hat Hans-Joachim Schwolow vor gut einem Jahr den Dienst quittiert, in Sachen Lettland-Partnerschaft ist er weiter engagiert am Ball. Das signalisiert auch das Schild, das er zum Abschied von seinen Kollegen bekommen hat. Schwolow freut sich auf das 25-jährige Bestehen der Beziehungen zu Valmiera und darauf, dass der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis am 7. Juli nächsten Jahres zum Sommerfest des Kreises nach Rheda-Wiedenbrück kommt. Bild: Neitemeier
Der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis.
  Die Glocke AUSZUG VOM 11. November 2016

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Für das Sommerfest 2017 des Kreises am Freitag, 7. Juli, hat sich bereits jetzt hoher Besuch angekündigt: Der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis will sich an diesem Abend auf dem Reckenberg in Wiedenbrück die Ehre geben, um das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera mitzufeiern. Das Jubiläum steht im Mittelpunkt des Sommerfests.

Der im Februar zum Ministerpräsidenten gewählte Kucinskis käme aus gutem Grund nach Ostwestfalen- Lippe, schließlich hat der 54-Jährige als Landrat und Bürgermeister von Valmiera die Partnerschaft jahrelang mitgeprägt. "Wir freuen uns, dass der Ministerpräsident selbst kommen will. Das gibt unserem Sommerfest eine besondere Note und ist eine weitere offizielle Würdigung unserer langjährigen Beziehungen", sagt Hans-Joachim Schwolow, der Partnerschaftskoordinator beim Kreis Gütersloh.
Seit mehr als einem Jahr ist der 66-jährige Rheda-Wiedenbrücker offiziell nicht mehr Mitarbeiter des Kreises, ein Büro hat er aber weiterhin auf dem Reckenberg - in dem ehemaligen Haus des Oberkreisdirektors. Denn mit dem dienstlichen Ruhestand hat er die Arbeit für die Partnerschaft nicht an den Nagel gehängt. Im Gegenteil: Die macht er ehren- amtlich und nicht minder engagiert weiter. "Ich investiere jetzt sogar mehr Zeit als vorher und mache Dinge, um die ich mich früher nicht kümmern konnte", sagt Schwolow. Als Beispiele nennt er das Zusammenholen von Spenden, die Betreuung lettischer Gruppen auch tagsüber sowie die Überführung von (Feuerwehr-) Fahrzeugen mit dem Schiff ins Baltikum. "Das macht mir alles sehr viel Spaß", so der Koordinator. Und zwischendurch kümmert er sich mit seiner Frau auch um Egils Markus, den Sohn der lettischen Partnerschaftskoordinatorin, der im Rahmen seines Studiums für ein Vierteljahr im Kreis Gütersloh ist.
Momentan ist in Sachen Partnerschaft wieder viel zu tun, denn der nächste Transport steht vor der Tür. Am Mittwoch, 23. November, wird in Wiedenbrück wieder ein großer Lastwagen mit Schulmöbeln, Rollstühlen, Rollatoren, Kleidung und vielen anderen gespendeten Hilfsgütern beladen. "Arme, kranke und behinderte Menschen in Valmiera benötigen weiter unsere Unterstützung", erklärt Schwolow und verweist auf entsprechende Bitten der lettischen Bürgermeister.
Mit an Bord des Lastwagens werden auch wieder mehr als 1000 Weihnachtspäckchen sein. In Harsewinkel, Rheda, Gütersloh, Halle und weiteren Orten im Kreis werden sie derzeit liebevoll zusammengestellt, um vor allem Kindern in der Partnerregion zu Weihnachten eine Freude zu bereiten. "Es packen viele Menschen mit an", sagt Schwolow und freut sich auch über die nach wie vor tatkräftige Unterstützung durch Erich Peitz, Klemens Karweger sowie Monika und Bernhard Elbracht.

Spenden für die Dachsanierung


Kreis Gütersloh (mn). Der Weihnachtstransport geht in diesem Jahr früher als sonst. Der Grund: Armands Gumbris, der die Hilfsgüter in Lettland verteilt, muss diese Arbeit bis Anfang des nächsten Monats erledigt haben, denn ab dem 7. Dezember betreut er den Valmiera- Stand auf dem Christkindlmarkt in Wiedenbrück. Dort wird der Imker auch wieder seinen bekannten lettischen Waldhonig im Angebot haben. Schwolow: "Der und auch die anderen Sachen aus Valmiera sind immer sehr gefragt."
In der nächsten Woche fährt der Partnerschaftskoordinator zusammen mit der Kulturbeauftragten Dr. Silvana Kreyer erst einmal nach Berlin zum lettischen Nationalfeiertagsfest in der Hamburger Landesvertretung. "Dort treffen wir ehemalige Botschafter und viele weitere Ansprechpartner, die seit 25 Jahren für unsere Partnerschaft von Bedeutung sind und uns bei weiteren Projekten unterstützen können."
Ein paar Tage später könnte Schwolow wieder nach Lettland fliegen. Dann wird in Mazsalaca nämlich das neue Dach auf dem Krankenhaus- und Kindergartengebäude eingeweiht. In die Baumaßnahme sind auch Spenden aus dem Kreis Gütersloh geflossen. Doch diesen Termin hat der 66-Jährige abgesagt. "Das wird zu viel", erklärt Schwolow. Schließlich müssen bereits jetzt die Weichen nicht nur für das nächste deutsch-lettische Partnerschaftsforum, sondern vor allem für jenen Besuch gestellt werden, bei dem im September 2017 in Valmiera das 25-Jährige der Partnerschaft gefeiert wird. Rund 60 Männer und Frauen aus dem Kreis Gütersloh wollen in Lettland dabei sein. Ob sie dort auch Ministerpräsident Maris Kucinskis treffen werden, steht in den Sternen. Schwolow: "Die Programmgestaltung fängt gerade erst an." Gleiches gilt für das Sommerfest am 7. Juli auf dem Reckenberg.


Auch Flüchtlinge sind ein Thema
Lettische Delegation zu Gast
nach oben  
Der Besuch bei Beckhoff Automation in Verl beeindruckte die lettische Delegation, die unter anderem von Kreisdirektorin Susanne Koch begleitet wurde, in besonderer Weise. Bevor es in die Produktion ging, wurden die weißen Kittel übergezogen.
  Die Glocke AUSZUG VOM 24. September 2016

Kreis Gütersloh (gl). Sechs Bürgermeister aus der Region Valmiera in Lettland sind mit einer 19-köpfigen Delegation sechs Tage zu Gast im Kreis Gütersloh. Wirtschaftsthemen, der deutsche Umgang mit dem Flüchtlingszustrom und auch Perspektiven für die Landwirtschaft sind einige Themen des Besuchs. Seit 24 Jahren besteht offiziell die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera. Im Juni war eine Gütersloher Delegation in Lettland, jetzt erfolgt der Gegenbesuch.

Egal, wer Gastgeber ist: Beide Seiten tauschen sich von der Feuerwehr über die Jugendsozialarbeit bis zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nicht nur in vielen praktischen Fragen aus. Man zeigt sich auch gern die jeweiligen Besonderheiten sowie Vorzeigeprojekte und -firmen. Und so besuchte am Donnerstag die lettische Delegation, überhaupt als erste Besuchergruppe aus diesem Land, das 1980 gegründete Unternehmen Beckhoff Automation in Verl. In Begleitung von Kreisdirektorin Susanne Koch besichtigte die Gruppe die Produktion, nachdem ihnen Jens-Olaf Brede, zuständig für den Vertrieb in Ostund Nordeuropa und die dortigen Niederlassungen, das Unternehmen in einem Kurzvortrag vorgestellt hatte. Rund 3000 Mitarbeiter, mehr als 1000 Ingenieure, jährliches Wachstum seit dem Jahr 2000 rund 16 Prozent im Durchschnitt: Allein die Zahlen beeindruckten die lettischen Gäste. Dazu aber auch die Bandbreite der Produkte und ihrer Einsatzfelder in Theatern, Schiffen und Windkraftanlagen. Janis Zuments, Bürgermeister von Naukseni, bedankte sich bei Brede mit den Worten: "Es wäre wohl einfacher gewesen aufzuzählen, was Beckhoff nicht produziert."

Am Vormittag hatte sich die Besuchergruppe aufgeteilt. So waren beispielsweise die Gäste aus der Stadt Valmiera in der Partnerstadt Halle zu Besuch. Am Freitag ging es dann bei der Kreisverwaltung um das Projekt "Amtsdeutsch adé" und den Umgang mit dem Flüchtlingszustrom. Am Wochenende führt das touristische Programm die Gäste unter anderem zum Kaiser-Wilhelm- Denkmal in Minden.


"Es werden positive Signale gesendet" nach oben  
Vor dem Kulturzentrum Naukseni: Die Reisegruppe mit Regina Hartlage (Vierte von links) und dem ehemaligen Gütersloher Landrat Franz-Josef Balke (Vierter von rechts).
Die Kirche in Piksari: Hier finden Konzerte statt.
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 08. August 2016
FOTOS: PRIVAT

Nächster Besuch in Lettland: CDU-Ratsfrau Regina Hartlage sammelt weitere Erfahrungen in der Großgemeinde Naukseni. Auf dem Weg zu einer Partnerschaft wird die Freundschaft weiter intensiviert

Borgholzhausen/Naukseni (nic). "Die öffentlichen Gebäude sind in Schuss, die energetischen Sanierungen sowie der Ausbau der Straßen kommen Zug um Zug voran, selbst Radwege werden neuerdings gebaut. Die Menschen sind freundlich und diszipliniert, musikalisch und kreativ. Das ist wirklich toll anzusehen." Auch die Eindrücke, die die Borgholzhausener CDU-Ratsfrau Regina Hartlage von ihrem jüngsten Besuch auf dem Baltikum mit nach Hause genommen hat, sind durchweg positiv. Noch gibt es zwar keine offizielle Städtepartnerschaft zwischen den beiden Kommunen. Dafür wurde das freundschaftliche Verhältnis weiter intensiviert, auch werden weitere Besuche folgen. Gar keine Frage. "Und die Signale, die dabei gesendet werden, sind sehr positiv", fasste Regina Hartlage zusammen.
Neben verschiedenen Aktivitäten der Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die jetzt zu Gast in Riga und Valmiera war, hatten Regina Hartlage und Nicole Köhler-Hartlage verschiedene Programmpunkte allein in Naukseni auf dem Plan. Nach einem Empfang bei Bürgermeister Janis Zuments besuchte die Kleingruppe, zu der auch der frühere Landrat Franz-Josef Balke gehörte, den Möbelhersteller Koksne. Der Arbeitgeber von rund 30 Mitarbeitern hat sich auf die Produktion von Fenstern und Türen aus Holz spezialisiert. Er produziert, imprägniert, fräst aus oder hobelt, und hat seine Mannschaft dabei auf mehrere alte Hallen verteilt.
In einem Schulgebäude, das Erstklässler bis Abiturienten aufnimmt, wurde den Besuchern außerdem ein neuer Flügel vorgestellt: "Hier war der Altbau bisher stillgelegt, jetzt konnte sogar der Kindergarten in den Schulkomplex integriert werden", berichtete Regina Hartlage. "Im Keller stehen jetzt beispielsweise 25 hochmoderne Fitnessgeräte aus den USA, die sowohl die Schüler nutzen können als auch die Bürger aus dem Ort. Der Beitrag dafür ist nur gering." Später schauten sich die Gäste aus Borgholzhausen noch die kleine Kirche Piksari an, neun Kilometer außerhalb von Naukseni gelegen. Sie war zuletzt nicht gepflegt worden und wurde stattdessen als Lagerraum für Düngemittel genutzt. "Eine Bürgerbewegung hatte sich aber vehement dafür eingesetzt, dass sie restauriert wird", erzählte Regina Hartlage. "Gottesdienste können zwar immer noch nicht abgehalten werden, aber es finden wieder Konzerte statt."
Mit einem Besuch des Kulturzentrums, der Besichtigung einer Ausstellung, Gesprächen und einem großen Abendessen, an dem auch der frühere Landrat Valmieras teilnahm, klang der Naukseni-Tag schließlich aus. "Die Menschen in Lettland sehen uns als Vorbilder und sind mit vollem Elan bei der Sache, geben alles, um voranzukommen", zog die Kommunalpolitikerin ihr Fazit. Als beeindruckend empfand die Borgholzhausenerin darüber hinaus, wie sich die Menschen im Nordosten Europas, 20 Kilometer von der estnischen und keine 100 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, den Umständen anpassen. "Die Winter sind so lang, die Temperaturen sinken auf minus 35 Grad - aber es gibt Treffpunkte, die Menschen sind sehr eng miteinander."
Die nächsten positiven Signale werden übrigens im September gesendet - dann kommt eine Delegation aus Lettland zu Besuch in den Kreis Gütersloh.


Jugendfeuerwehr in Valmiera
Nachwuchs misst sich beim Frese-Cup
nach oben  
Begeistern sich für ihre Arbeit bei den Feuerwehren: Junge Frauen und Männer aus dem Kreis Gütersloh haben ihre Kameraden in Valmiera in Lettland besucht. Auf dem Programm stand nicht nur der Wettkampf um den Helmut-Frese-Cup, sondern es gab auch abenteuerliche Ausflüge im Kanu.
  Die Glocke AUSZUG VOM 08. August 2016

Kreis Gütersloh (gl). Junge Einsatzkräfte der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Gütersloh haben kürzlich ihre Kollegen in Lettland besucht. Für drei Tage war die Gruppe zu Gast in Valmiera. Die Jugendlichen aus Borgholzhausen, Harsewinkel, Isselhorst, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Steinhagen und Verl erlebten ein aufregendes Wochenende.

In Riga angekommen begrüßten Vertreter des Partnerschaftsvereins die Gruppe. Nach einem Picknick an der Daugava ging es zum Feuerwehrmuseum in Riga. Die lettischen Kameraden verabschiedeten sich während des Besuchs überraschend, weil sie zu einem Einsatz ausrücken mussten.
Am zweiten Tag traten Gruppen der Jugendlichen und der Betreuer zum Kräftemessen mit den lettischen Kameraden in Naukseni an. Es ging um den Helmut- Frese-Cup. An den Wettkämpfen nahmen neun Jugend- und neun Seniorenmannschaften teil. Beim Feuerwehrstiefel-Weitwurf, beim Versuch, die Einsatzkleidung so schnell wie möglich anzuziehen, beim Schlauchbowling und beim Staffellauf kämpften die Teilnehmer um Punkte. Den Abschluss bildete eine Angriffsübung auf Zeit. Die Wettkämpfer aus dem Kreis Gütersloh sicherten sich gute Platzierungen. Im Stiefelweitwurf der Junioren belegten Dominik Baumjohann und Leon Brinkrolf von der Jugendfeuerwehr Rietberg den ersten und den dritten Platz. Beim Schlauchbowling der Junioren schaffte es Lukas Hanusch (Borgholzhausen) auf Platz eins. Bei den Erwachsenen wurde Lukas Köpp aus Rheda- Wiedenbrück zweiter. Bei der Angriffsübung im Seniorenbereich belegte die Mannschaft aus Rheda-Wiedenbrück den vierten Rang.
Für den letzten Reisetag hatten die Gastgeber etwas Besonderes vorbereitet. Im Kanu unternahmen abenteuerlustige Gäste auf der Salaca eine Fahrt durch den Naturpark Skanaiskalns. Der Rest der Gruppe erkundete die Natur zu Fuß. Bei einer Soljanka am Lagerfeuer trafen sich alle wieder. Am Nachmittag wurde der Sportkomplex "Avoti" besichtigt. Auf der BMX-Strecke trainieren Lettlands Olympioniken. Nachdem lokale Sportler ihr Können gezeigt hatten, durften mutige Besucher eine Runde auf dem Trainingsparcours drehen.

Tanklöschfahrzeug wird überreicht


Kreis Gütersloh (gl). Beim Besuch überreichte Dietmar Holtkemper, Kreisbrandmeister des Kreises Gütersloh, ein ausgedientes Ausbildungsfahrzeug der Kreisfeuerwehrschule Gütersloh. Das Tanklöschfahrzeug war zuvor von Ehrenkreisbrandmeister Rolf Volkmann und Lutz Meschernach Valmiera überführt worden. Symbolisch übergab Dietmar Holtkemper einen Schlüssel an Vitauts Stana, den Vorsitzenden des Partnerschaftvereins. Seit Beginn der Partnerschaft 1992 sind mehr als 20 Feuerwehrfahrzeuge und 15 Krankenwagen gespendet worden.


Löschangriffe und Kanu-Tour
Jugendfeuerwehren aus dem Kreis haben das lettische Valmiera besucht
nach oben  
Löschangriff Wettkampf: Die Feuerwehrkameraden aus dem Kreis sind gegen junge Letten angetreten,
Fahrzeugübergabe: Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper (links) und Vitauts Stana, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins.
Auch ein Staffellauf (vier mal 100 Meter) stand bei den Wettkämpfen auf dem Programm.
  Westfalen-Blatt Halle (Westf.) AUSZUG VOM 05. August 2016

K r e i s G ü t e r s l o h (WB). Eine Woche haben Abordnungen der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Gütersloh die Partnerregion Valmiera in Lettland besucht. Angeführt wurde die etwa 100 Personen starke Reisegruppe durch den Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper und den Kreisjugendwart Andreas Kramme.

Die Jugendlichen aus Borgholzhausen, Harsewinkel, Isselhorst, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Steinhagen und Verl erlebten zusammen mit ihren Betreuern ein aufregendes Wochenende. Ermöglicht wurde die Reise durch die großzügige Unterstützung heimischer Banken. Einen Teil der Kosten haben die Kreissparkasse Wiedenbrück, die Kreissparkasse Halle und die Sparkasse Gütersloh getragen.
Von Bremen ging es per Flugzeug nach Riga. Dort wurde die Gruppe von Vertretern des Partnerschaftsvereins begrüßt. Nach einem Picknick in einem Park an der Daugava führte die Reise zum Feuerwehrmuseum in Riga. Das Museum im Gebäude der Feuerwache 9 bot den Teilnehmern Eindrücke zur vergangenen und aktuellen Feuerwehrarbeit. Besonderes Interesse zeigten die Jugendlichen für die aktuelle Technik. Ein besonderer Höhepunkt bot sich, als die lettischen Kameraden zu einem Einsatz ausrücken mussten. Mit den neuen Eindrücken trat die Gruppe die Fahrt nach Valmiera an und bezog im Technikum, einer Berufsschule, ihr Quartier.
Der folgende Tag stand im Zeichen des Wettkampfs. In Naukseni traten Gruppen der Jugendlichen und der Betreuer zum Kräftemessen mit den lettischen Kameraden an. Gemeinsam marschierten die Wettkämpfer in das Sportstadium ein, in welchem der Helmut-Frese- Cup ausgetragen wurde. Ausgetragen wird dieser Wettbewerb, jedes Jahr. Benannt ist er nach Helmut Frese, dem ehemaligen Kreisbrandmeister, der sehr viel für die Feuerwehren in der Partnerregion geleistet hat. Nach Grußworten der lokalen Vertreter bekam Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper das Wort. Als besondere Überraschung hatte er ein ausgedientes Ausbildungsfahrzeug der Kreisfeuerwehrschule Gütersloh im Gepäck. Das Tanklöschfahrzeug von Baujahr 1979 war zuvor vom Ehrenkreisbrandmeister Rolf Volkmann und Lutz Mescher in die Partnerregion überführt worden. Symbolisch übergab Dietmar Holtkemper einen Schlüssel an Vitauts Stana, den Vorsitzenden des Partnerschaftvereins. Seit Beginn der Partnerschaft 1992 sind damit mehr als 20 Feuerwehrfahrzeugeund 15 Krankenwagen gespendet worden.
Bei den Wettkämpfen traten neun Jugend- und neun Seniorenmannschaften gegeneinander an. Die Kameraden aus dem Kreis Gütersloh stellten sechs Juniorenund drei Seniorenmannschaften. Wer holt die meisten Punkte beim Feuerwehrstiefel-Weitwurf, Einsatzkleidung anziehen, Schlauchbowling, Staffellauf und Staffellauf? Den Abschluss des Wettkampftages bildete eine Angriffsübung auf Zeit. Die Wettkämpfer belegten im Gesamtergebnis gute Platzierungen. Beim Schlauchbowling der Junioren schaffte es übrigens Lukas Hanusch aus Borgholzhausen auf den ersten Platz. Bei den Erwachsenen belegte Lukas Köpp aus Rheda-Wiedenbrück den zweiten Platz.
Für den letzten Besuchstag hatten die Gastgeber etwas Besonderes vorbereitet. Mutige und nicht wasserscheue Kameraden fuhren im Kanu auf der Salaca durch Naturpark Skanaiskalns, während der Rest die Natur zu Fuß erkundete. Am Echofelsen trafen die Gruppen wieder aufeinander und stärkten sich bei einer Soljanka am Lagerfeuer. Am Nachmittag wurde der Sportkomplex "Avoti" besichtigt. Auf dieser BMX-Strecke, auf der Lettlands Olympioniken trainieren, konnten mutige Gruppenmitglieder eine Runde drehen.


Feuerwehreinsatz ohne Blaulicht nach oben  
Zu Besuch in Lettland: Rund hundert Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Gütersloh waren in Valmiera. Dort tauschten sie sich mit ihren lettischen Kollegen aus und nahmen an Wettkämpfen teil.
Fahrzeugübergabe: Dietmar Holtkemper (links) übergibt das ausrangierte Fahrzeug an Vitauts Stana, dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins. Seit Beginn der Partnerschaft 1992 sind mehr als 20 Feuerwehrfahrzeuge und 15 Krankenwagen gespendet worden.
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 30. Juli 2016
FOTOS: FEUERWEHR

Partnerschaft: Die Jugendfeuerwehr war zu Besuch im lettischen Valmiera. Ein aufregendes Wochenende liegt hinter ihr

Steinhagen/Valmiera (HK). Angeführt wurde die etwa hundert Personen starke Reisegruppe vom Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper und dem Kreisjugendwart Andreas Kramme aus Steinhagen. Jugendliche aus Borgholzhausen, Harsewinkel, Isselhorst, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Steinhagen und Verl hatten an der Reise in die Partnerschaftsregion des Kreises Gütersloh teilgenommen.
Nach der Landung auf dem Flughafen in Riga wurde die Gruppe von Vertretern des Partnerschaftsvereins begrüßt. Nach einem gemeinsamen Picknick führte die Reise zum Feuerwehrmuseum in Riga. Besonderes Interesse zeigten die Jugendlichen aber für die aktuelle Technik der Feuerwehr. Ein besonderer Höhepunkt bot sich, als die lettischen Kameraden während des Besuches zu einem Einsatz ausrücken mussten.
Nach den neu gewonnenen Eindrücken trat die Gruppe die Fahrt nach Valmiera an und bezog im Technikum, einer Berufsschule, ihr Quartier für die kommenden Tage. Der Samstag stand im Zeichen des Wettkampfs. Gemeinsam marschierten die Wettkämpfer in das Sportstadion ein, in welchem der Helmut-Frese- Cup ausgetragen wurde. Benannt ist der Wettbewerb nach Helmut Frese, dem ehemaligen Kreisbrandmeister, der sehr viel für die Feuerwehren in der lettischen Partnerregion geleistet hat.

Ausgedientes Tanklöschfahrzeug übergeben

Nach Grußworten der lokalen Vertreter bekam Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper das Wort. Als besondere Überraschung hatte er ein ausgedientes Ausbildungsfahrzeug der Kreisfeuerwehrschule Gütersloh im Gepäck. Das Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1979, war zuvor vom Ehrenkreisbrandmeister Rolf Volkmann und Lutz Mescher in die Partnerregion überführt worden. Symbolisch übergab Dietmar Holtkemper einen Schlüssel an Vitauts Stana, den Vorsitzenden des Partnerschaftvereins. Seit Beginn der Partnerschaft 1992 sind mehr als 20 Feuerwehrfahrzeuge und 15 Krankenwagen gespendet worden.
Bei den folgenden Wettkämpfen traten neun Jugendund neun Seniorenmannschaften gegeneinander an. Die Kameraden aus dem Kreis Gütersloh stellten sechs Junioren- und drei Seniorenmannschaften. Bei den unterschiedlichen Disziplinen wie Feuerwehrstiefel- Weitwurf und Staffelläufen wurde um Punkte gekämpft. Den Abschluss des Wettkampftages bildete eine Angriffsübung auf Zeit. Die angetretenen Wettkämpfer belegten im Gesamtergebnis gute Platzierungen. Beim Schlauchbowling der Junioren etwa schaffte es Lukas Hanusch aus Borgholzhausen auf den ersten Platz.
Für den Sonntag hatten die Gastgeber etwas Besonderes vorbereitet. Mutige und nicht wasserscheue Kameraden fuhren im Kanu auf der Salaca durch den Naturpark Skanaiskalns, während der Rest die Natur zu Fuß erkundete. Am Echofelsen trafen die Gruppen wieder aufeinander und stärkten sich bei einer Soljanka vom Lagerfeuer. Am Nachmittag besichtigten die Gäste aus dem Kreis Gütersloh den Sportkomplex Avoti. Auf dieser BMX-Strecke trainieren Lettlands Olympioniken. Nach dem lokale Sportler eine Demonstration ihres Könnens gezeigt hatten, durften mutige Gruppenmitglieder eine Runde auf dem Trainingsparcours drehen.
Nach einem erlebnisreichen Wochenende verabredeten die Verantwortlichen weitere gegenseitige Besuche für die Zukunft. Ein Austausch zwischen den Feuerwehren in regelmäßigen Abständen ist geplant.


Besuch in Valmiera
Motorradfahrer genießen deutsch-lettische Verständigung
nach oben  
Begegnung der Biker: Die Valmiera-Motorradfreunde mit ihren Gästen aus dem Kreis Gütersloh bei dem deutsch-lettischen Treffen auf dem Gelände einer Brauerei.
  Die Glocke AUSZUG VOM 23. Juli 2016

Kreis Gütersloh (gl). Vier Motorradfreunde aus dem Kreis Gütersloh haben eine zwölftägige Tour ins Baltikum genutzt, um mit ihren Motorrädern die lettische Partnerregion Valmiera des Kreises Gütersloh zu besuchen. Zu ihrer Überraschung wurden die privatreisenden Freunde aus Rheda-Wiedenbrück offiziell im Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister, Ricards Gailums, sowie den motorradfahrenden Polizei- und Feuerwehrchefs der Stadt Valmiera empfangen.
In einem digitalen Vortrag erfuhren die Besucher viel über die Entwicklung der Stadt Valmiera und des Landes. Organisiert hatte diese Überraschung Hans-Joachim Schwolow, der Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh, der mit seiner Frau Renate und einem befreundeten Berliner Ehepaar noch ein paar Tage im Anschluss an die offizielle Delegationsreise ("Die Glocke" berichtete) in Valmiera verbrachte.
Anschließend ging es auf Einladung des Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Valmiera, Vitauts Stana, zu einer Brauereibesichtigung aufs Land. Dort klärte der deutsche Braumeister, Matthias Saile, die Biker über die lettische Braukunst nach dem deutschen Reinheitsgebot auf. Auf dem Gelände der Brauereigaststätte, in der auch eine zünftige Verkostung auf dem Programm stand, fanden sich zudem rund 20 Mitglieder des Motorradclubs Valmiera mit ihren auf Hochglanz polierten Maschinen ein, um die Motorraddelegation aus dem Kreis Gütersloh zu begrüßen sowie mit Aufklebern und Stickern der Valmiera-Motorradfreunde willkommen zu heißen. Ein Gegenbesuch im September steht zu erwarten. Ob die Lettland-Biker dann aber wie die Besucher aus Deutschland eine 2700 Kilometer lange Heimreise über Polen und Litauen nach Hause antreten werden, ist noch offen.


Fahrt in die Partnerregion
Feuerwehrjugend in Lettland zu Gast
nach oben  
In Erinnerung an den früheren Kreisbrandmeister Helmut Frese gibt es in der Region Valmiera den Frese-Cup. Darum kämpfen am Samstag auch 95 Jugendfeuerwehrleute aus dem Kreis Gütersloh bei ihrem besuch in Lettland.
  Die Glocke AUSZUG VOM 21. Juli 2016
Bild: Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). Morgen, Freitag, ist es soweit: Dann fahren 95 Jugendfeuerwehrleute aus dem Kreis Gütersloh in die lettische Partnerregion Valmiera. Bis Montag, 25. Juli, wird sich die Gruppe im Baltikum aufhalten.

Seit fast 25 Jahren bestehen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera. Von Anfang an mit dabei waren auch immer Feuerwehrleute. Die Reise der Jugendfeuerwehren sei erst durch die großzügige Unterstützung heimischer Banken möglich geworden, berichteten die Verantwortlichen. So trügen die Kreissparkassen Wiedenbrück und Halle sowie die Sparkasse Gütersloh einen Teil der Kosten.
Am Freitag geht es zunächst mit dem Bus zum Flughafen Bremen. Die Teilnehmer sammeln sich dafür an zwei Standorten, in St. Vit an der Kreisfeuerwehrschule sowie für den nördlichen Bereich des Kreises direkt beim Busunternehmen Sieckendiek in Versmold. Von Bremen aus fliegt die gesamte Gruppe dann nach Riga. Dort angekommen, geht es weiter nach Valmiera, wo alle im etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum Valmiera entfernten Technikum untergebracht sind.
Auf die aktiven Feuerwehrleute und deren Begleiter wartet nach Angaben der Verantwortlichen ein interessantes Programm. Unter anderem ist ein Besuch des Feuerwehrmuseums in Riga geplant. Außerdem steht am Samstag, 23. Juli, ein feuerwehrtechnischer Wettkampf im Stadion von Naukseni auf der Tagesordnung. Dort treffen Feuerwehrleute aus den Gemeinden Burtnieki, Beverina, Naukseni, Koceni, Mazsalaca, Rujiena sowie der Stadt Valmiera und Vertreter des Kreises Gütersloh aufeinander. Ferner ist eine Wanderung im Naturpark Skanaiskalns vorgesehen. Nach einem Frühstück geht es am Montag zurück nach Deutschland.
Die Reise dient nach Angaben der Jugendfeuerwehr auch dazu, die Beziehungen zwischen Bürgern, Kommunen und den freiwilligen Feuerwehrgruppen hüben wie drüben zu verbessern und zu fördern. Dabei geht es vornehmlich auch um das Knüpfen neuer persönlicher Kontakte.


Kreis-Auszubildende in Valmiera
Lehrreicher Blick über Tellerrand
nach oben  
Zum Glück kein Ernstfall: Marina Güth (links) und Stefanie Rollié beim Probesitzen in einem lettischen Polizeiauto. Außer der Arbeit lernten sie bei ihrem Aufenthalt in Valmiera auch die Region kennen. So besuchten sie das Museum in Mazsalaca und den Naturpark Skanaiskalns sowie die Gemeinden Ramata und Sel.
  Die Glocke AUSZUG VOM 20. Juli 2016

Kreis Gütersloh (gl). Während einer Ausbildung lernt man den Arbeitgeber und die entsprechenden Aufgaben gut kennen. Doch lässt sich das Gelernte auch an anderer Stelle und noch dazu im Ausland anwenden? Dieser Frage haben sich Marina Güth und Stefanie Rollié gestellt. Sie waren drei Wochen zu Gast in Valmiera, der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh, und arbeiteten in der Stadtverwaltung mit.
Marina Güth und Stefanie Rollié sind derzeit Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten bei der Kreisverwaltung Gütersloh. "Die Zeit in Valmiera war eine sehr aufregende und lernreiche Erfahrung, durch die wir viel für uns persönlich und für unseren weiteren beruflichen Weg mitnehmen konnten", so einer Mitteilung des Kreises zufolge das Fazit von Marina Güth. "Wir haben Lettland als Land näher kennengelernt und viele Eindrücke erhalten. Außerdem haben wir viele Erfahrungen in den verschiedenen Abteilungen der Verwaltung, den Kommunalbetrieben, in der Fachhochschule und im Touristencenter gesammelt", ergänzt Stefanie Rollié.
In der Fachhochschule haben sie die international Summer Baltic School mit vorbereitet, Infokarten entworfen und Kennlernspiele organisiert. Aufgaben für das Stadtfest und eine Stadtrallye überlegten sich die Kreis-Auszubildenden im Touristen-Center. Außerdem machten sie Fotos von Sehenswürdigkeiten für die Internetseite der Stadt und präsentierten den Kreis Gütersloh. Sehr passend: die Korrektur des deutschen Textes im Reiseführer ‚Enter Gauja'. In der Abteilung der internationalen Beziehungen spürten sie, "dass in der Stadtverwaltung viel Wert auf die Partnerschaft gelegt wird".
Etwas gewundert haben sichdie beiden Auszubildenden darüber, dass sie gemeinsam mit den Leitern in einem Büro saßen. Einzelbüros gibt es nicht. Jeden Montag findet in Valmiera eine Besprechung der Bürgermeister, Abteilungs- und Unternehmensleiter sowie der Polizei statt. Es wird berichtet, was in der Woche zuvor passiert ist und was Wichtiges anstehen wird. Das kannten die beiden Gäste noch nicht. Ein weiterer Unterschied: Es gibt kein Ordnungsamt. Aufgaben wie das Ahnden von Falschparkern übernimmt die Polizei. Ähnlich wird in beiden Verwaltungen hingegen in der IT-Abteilung und am Infoschalter gearbeitet.
Das Fazit der beiden Kreis- Azubis: "Das Zugehen auf fremde Menschen wurde gestärkt, die Selbstständigkeit erhöht und der mutige Umgang mit der englischen Sprache gefördert. Wir würden diese Chance jederzeit noch einmal nutzen." Zum Glück kein Ernstfall: Marina Güth (links) und Stefanie Rollié beim Probesitzen in einem lettischen Polizeiauto. Außer der Arbeit lernten sie bei ihrem Aufenthalt in Valmiera auch die Region kennen. So besuchten sie das Museum in Mazsalaca und den Naturpark Skanaiskalns sowie die Gemeinden Ramata und Sel.


Deutsch-Lettisches Symposium
Kunst kann auf vieles eine Antwort geben
nach oben  
Im Rahmen ihres Treffens hat die deutsch-lettische Künstlergruppe auch das Museum Marta in Herford besucht. Die vierte Auflage des Austausches soll im nächsten Jahr wieder in Valmiera, der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh, stattfinden. Die Ergebnisse des aktuellen Symposiums werden an diesem Sonntag ab 11 Uhr im "Kontorhaus" in Borgholzhausen präsentiert. Interessenten sind willkommen.
Iveta Gudeta hat erste Ideen auf die Leinwand gebannt.
Metallkünstler Aivars Benuzs arbeitet an einer Installation.
Jörg Spätig integriert die Mythologie in seine Arbeiten.
  Die Glocke AUSZUG VOM 08. Juli 2016

Gütersloh (gl). Groß ist die Freude gewesen, als sich je vier Künstler aus dem lettischen Valmiera und der hiesigen Region am Montagabend vor dem "Kontorhaus" in Borgholzhausen ein weiteres Mal wiedergesehen haben. Denn dort in den Ateliers findet mit dem dritten deutsch-lettischen Kunstsymposium die Fortsetzung eines fruchtbaren Künstleraustausches statt.

Ins Leben gerufen wurde er einst von den Dauntown-Künstlern, dem Museum Valmiera sowie begleitend von Dr. Silvana Kreyer. Im vorigen Jahr hatten die Künstler in Lettland zusammengearbeitet. Und es war der ausdrückliche Wunsch, die gemeinsam begonnenen Arbeiten und Diskussionen unter dem Thema "Kunst is the answer" in der bisherigen Zusammensetzung fortzusetzen. Zu den zehn Künstlern gehören aus Lettland die Maler Iveta Gudeta und Janis Galzons. Sie nehmen die Formensprache der deutschen Kollegen auf und verarbeiten sie, während Antra Galzone das Erlebte beider Symposien anschaulich in ihren Bildern festhält. Aivars Benuzs (Metallkünstler) arbeitet mit Gespür für Ironie am Deckel einer Tonne. Erstmals dabei ist Edgars Bogdans, der Rektor der Kunstmitttelschule Valmiera. Er will mit einer Arbeit aus Holz, Sand, geschmolzenem Blei und Fundstücken überraschen.
Auch in den Arbeiten der heimischen Künstler Jörg Spätig, Wolfgang Meluhn, Susanne Kinski, Beate Freier-Bongaertz und Volker Idelberger sind die Spuren dieses Künstleraustausches immer wieder zu finden. Alle sind sich einig: Das Thema ist hoch aktuell. Unabhängig von den Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten - lettisch, deutsch oder andere Sprachen - sei Kunst eine internationale Sprache. Sie ermögliche, in den Dialog zu treten, Fragen zu stellen und Antworten zu finden - alltägliche, politische, künstlerischformale. Kunst sei universal und universell. Wie immer ist die Stimmung im dreigeschossigen "Kontorhaus" bestens. Bis spät in die Nacht hinein ziehen sich die Gespräche hin.
Auch wenn das praktische Arbeiten im Mittelpunkt des Treffens steht, gehört der Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen der Abteilung Gestaltung im Berufskolleg Senne zu den besonderen Begegnungen. Der Besuch im Museum Marta und die Ausstellung der Abschlussarbeiten Design der Fachhochschule Bielefeld bieten zudem wiederum hervorragende Anregungen für das eigene Schaffen.


Gütersloher Delegation in Lettland
Im Berufschulwesen nimmt Valmiera Vorreiterrolle ein
nach oben  
Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh informierte sich bei ihrem jüngsten Besuch in der lettischen Partnerregion ausführlich über das Technikum Valmiera, der im November vergangenen Jahres eröffneten Berufsschule.
  Die Glocke AUSZUG VOM 02. Juli 2016

Kreis Gütersloh (gl). "Eine duale Berufsausbildung hatten wir schon früher. Dann haben wir es vergessen und jetzt ganz pompös wiederentdeckt." Vita Zeibote muss selbst schmunzeln, wenn sie einen Blick auf die Geschichte wirft. Für die Lehrerin am Technikum, der neuen Berufsschule im lettischen Valmiera, ist ihre Schule Rückbesinnung und Neuanfang in einem.

Eine Delegation aus dem Partnerkreis Gütersloh informierte sich während einer mehrtägigen Reise in Lettland über den Stand der dualen Berufsausbildung im wirtschaftlichen Zentrum der Region. Valmiera sei Vorbild bei der dualen Berufsausbildung, das hatte bereits Elisabeth Bauer von der Konrad-Adenauer-Stiftung der Delegation mit auf den Weg gegeben.
Und wer die Unterrichts- und die Praxisräume sieht, weiß, dass sie Recht hat. Modernste Einrichtung und Technik, ein angegliedertes Wohnheim und nachgebaute Hotelzimmer in verschiedenen Sterne-Kategorien als Übungsräume für die Hotelfachkräfte.
Das Technikum von Valmiera ist nach einer Mitteilung des Kreises im Unterschied zur dualen Ausbildung in Deutschland Schauplatz des theoretischen und des praktischen Unterrichts. Ein Umstand, der teilweise der gleichen Ursache geschuldet ist wie das Wohnheim: Das Einzugsgebiet ist so groß, dass weder Betrieb noch Elternhaus bei vielen Schülern in vertretbarer Entfernung liegen.
Im Technikum gibt es außer den sieben Hotelzimmern unter anderem ein Fleischlabor, ein Fischlabor - ein Mal benutzt seit der Eröffnung im November vergangenen Jahres - und eine Mini-Molkerei. Derzeit besuchen 708 Schüler und Studenten in verschiedenen Bildungsgängen und mit unterschiedlichen Abschlüssen als Ziel das Technikum. Insgesamt 63 Lehrer unterrichten an zwei Standorten, der zweite liegt in dem Ort Ranka.
In die Modernisierung des Technikums sind dem Kreis Gütersloh zufolge zwölf Millionen Euro geflossen, allein vier Millionen für die Ausstattung. Die EUFörderquote lag bei 80 Prozent, 20 Prozent Eigenanteil musste die Stadt Valmiera aufbringen.


Lettland auf richtigem Weg nach oben  
Zusammen feierten (v. l.) Vitauts Stana, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Valmiera, Landrat Sven-Georg Adenauer, Laine Kucinska, Ehefrau des Ministerpräsidenten, Ministerpräsident Maris Kucinskis sowie die beiden Partnerschaftskoordinatoren Hans-Joachim Schwolow und Rudite Marcus.
  Die Glocke AUSZUG VOM 30. Juni 2016

Kreis Gütersloh (gl). Unter Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hat eine 38-köpfige Delegation die Partnerregion Valmiera in Lettland besucht und nutzte nach der Ankunft in der Hauptstadt Riga den Austausch mit der dortigen Leiterin der Adenauer-Stiftung, Elisabeth Bauer.

Lettland habe die Wirtschaftskrise überwunden, so Bauer, die Situation habe sich aber noch nicht in allen Lebensbereichen normalisiert. Das Land scheine auf dem richtigen Weg zu sein, wenngleich der baltische Staat vor großen Herausforderungen stehe.
"Knallharte Reformen", erklärte Adenauer zu Beginn den Mitreisenden, seien die Reaktion der Regierung auf die Wirtschaftskrise gewesen, als Lettland unter dem europäischen Rettungsschirm Zuflucht suchen musste. Drastische Einschnitte - etwa im öffentlichen Dienst - seien ohne große Demonstrationen durchgesetzt worden und teils bis heute nicht zurückgenommen. Im öffentlichen Dienst wurden die Gehälter um 30 bis 40 Prozent gekürzt, es gab Entlassungen. Gerade die Entwicklung der Löhne und Gehälter sieht Bauer als ein Problem an: Auf dem Land verdient ein Lehrer rund 420 Euro, in Riga ist es das Doppelte, im Schnitt kommen die Pädagogen auf etwa 550 Euro brutto. Ein Abteilungsleiter im Außenministerium verdient rund 1300 Euro brutto. Wer aber die Geschäfte in Valmiera oder Riga betritt, sieht ein Preisniveau, das sich kaum unterscheidet vom deutschen. "Die Letten demonstrieren nicht, sie wandern aus", erklärte Bauer, die für das Baltikum und Skandinavien zuständig ist. Jedes Jahr kehren 20 000 Menschen ihrer Heimat den Rücken, um ihm Ausland Geld zu verdienen. Vor allem die jungen Letten verlassen das Land.
Wie die Letten angesichts von Lohngefälle und Preisniveau überhaupt zurechtkommen im Alltag, wollten die Besucher aus dem Kreis Gütersloh von der Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung erfahren. Ihre einfache Antwort: "Die Menschen geben für Lebensmittel so viel aus, wie wir in den 50er-Jahren." Das Verhältnis zwischen nötigen Ausgaben und Konsumartikeln sei einfach anders. In anderen Bereichen sei Lettland wieder deutlich voraus: Die Internetversorgung gilt - wie im gesamten Baltikum - als vorbildlich: Breitband und freies WLAN überall. Viel Lob hatte Bauer für die Partnerregion Valmiera übrig, dort werde vieles richtig gemacht.


Vom Miltärgelände zum Industriepark
Valmiera: Eine Gütersloher Delegation besucht die lettischen Partner und gibt Tipps für wirtschaftliche Konzepte. Gemeinsame Vermarktung soll kleinen Höfen eine Perspektive bieten
nach oben  
Am Industriegebiet: Beverinas Bürgermeister Maris Zvirbulis (v. l.), Dolmetscherin Liga, Wirtschaftsförderer Albrecht Pförtner, Valmieras Bürgermeister Janis Baiks sowie Ulrich Bultmann, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Gütersloh, Münster, Warendorf.
  Die Neue Westfälische AUSZUG VOM unbekannt 2016

Kreis Gütersloh/Valmiera (nw). Die Bürgermeister stehen neben einem rostigen Geländer und blicken nach unten: EisenbahngleiseundWald, soweit das Auge reicht. Vor ihnen liegt das künftige Erweiterungsgelände für das Industriegebiet Valmieras. Noch traut sich wohl nur der Kampfmittelräumdienst auf das ehemals militärisch genutzte Gelände, wo bereits 39 Sprengkörper gefunden worden sind.
Die lettischen Partner nutzten den Besuch einer Delegation mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze,umdie Chancen und Risiken der Erweiterung sowie landwirtschaftliche Konzepte mit zwei Experten zu besprechen: Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT, der Wirtschaftsfördergesellschaft für den Kreis Gütersloh, und Ulrich Bultmann, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Gütersloh/Münster/ Warendorf.
Rund60 Hektar groß soll die Erweiterung sein, die sich direkt anschließt an das vorhandene Industriegebiet, in dem unter anderem die Glasfaserfabrik ihren Sitz hat - größter Arbeitgeber in der Stadt Valmiera. Das Besondere an der Erweiterungsfläche: Es liegt eigentlich auf dem Gebiet der ‚Großgemeinde' Beverina. Sie haben dort jedoch nicht die Kapazitäten, ein solches Gebiet zu entwickeln und auch für die Ausschöpfung von europäischen Fördertöpfen ist die Nachbarstadt Valmiera besser gerüstet und verfügt über mehr Erfahrung.
"Wir arbeiten mit der Stadt Valmiera zusammen und werden unsere Wünsche einbringen", erklärte Beverinas Bürgermeister Maris Zvirbulis die Konstellation. 64 Prozent der Beschäftigten seiner Großgemeinde arbeiten in der Nachbarstadt, lediglich 3.500 Einwohner hat die kleine Gemeinde.

Glasfaserfabrik und Agrargenossenschaft


Zum Vergleich: Valmiera zählt offiziell knapp 30.000. Neben der Glasfaserfabrik stehen in Sichtweite der Gemeindegrenze große Komplexe einer Agrargenossenschaft.
Für Wirtschaftsförderer Albrecht Pförtner macht eine strategische Aufstellung eines solchen Gebietes Sinn, eine Leitidee, welche Investoren man anlocken wolle, erklärte er den Letten. Beispielsweise Chemie auf der einen Seite, Holzverarbeitung auf der anderen. Auch ein Auftritt auf der Expo Real, der Gewerbeimmobilienmesse in München, böte sich an, so Pförtner. Lettland sei dort stets mit einem Stand vertreten.
Die Letten haben derzeit das produzierende Gewerbe allgemein im Blick, erläuterten die beiden Bürgermeister Janis Baiks (Valmiera) und Maris Zvirbulis (Beverina). Pförtner, der Tipps zur Vermarktung geben konnte, meinte: "Die Letten sind hier schon sehr weit." Bis zum beidseitigen Eisenbahnanschluss sei an alles gedacht.
Unterschiedliche Sichtweisen wurden am Beverina-Tag von Pförtner und Bultmann beim zweiten bedeutenden Thema deutlich: Die Großgemeinde Beverina verfügt über 750 kleine Hofstellen, die sich über die drei Einzelgemeinden verteilen. Viele bewirtschaften ihre Höfe wie früher, viele haben ihr Land verpachtet, andere lassen es brach liegen. Sandris Barlens, Abgeordneter im Gemeindeparlament, präsentierte seine Idee von einer gemeinsamen Produktion und Vermarktung, um wieder eine wirtschaftliche Perspektive für diese kleinen Höfe zu haben. Idealerweise mit einer Vermarktungsunterstützung in Deutschland durch die Partner aus dem Kreis Gütersloh.
Bultmann war skeptisch: Vom Herzen her begrüße er die Idee, sie sei sehr sympathisch. Aber: "Wir haben jahrelang versucht, in Deutschland die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe zu stabilisieren."
Bekanntlich ohne großen Erfolg, der Trend gehe zur Größe. "Ich bin skeptisch, ob sich das Konzept von Barlens realisieren lässt."


Zweiter Anlauf für berufliche Bildung
In der lettischen Stadt in der Gütersloher Partnerregion wurde ein modernes Technikum eröffnet. Bereits vor 15 Jahren gab es dort ein Berufsbildungszentrum. Warum es geschlossen wurde
nach oben  
Im Gänsemarsch: Die Delegationsteilnehmer schauten sich das neue Technikum in Vamiera an, das ein Zentrum der beruflichen Bildung ist. Sie staunten über die Größe und die perfekte Ausstattung der Einrichtung.
Glänzende Geräte: Die stellvertretende Leiterin Vita Zeibote (3. v. l.) führte die deutschen Gäste durch die einzelnen Abteilungen des Technikums.
  Die Neue Westfälische AUSZUG VOM unbekannt 2016

FOTOS: RICHARD ZELENKA

Kreis Gütersloh/Valmiera. Da war doch was!? Ein Zentrum für die berufliche Bildung hatte es doch schon einmal in Valmiera gegeben. Mit ungläubigem Staunen stehen einige Teilnehmer der jüngsten Delegationsreise in die lettische Partnerregion Valmiera vor einem modernen Gebäudekomplex im Zentrum der 25.000-Einwohnerstadt im Norden der kleinen baltischen Republik.
Unweit des Glasfaserwerks, des größten Arbeitgebers Valmieras, wurde im Dezember 2015 für 12Millionen Euro ein schmuckes Berufsbildungszentrum gebaut, das den Titel "Technikum" trägt. Die EU beteiligte sich mit 80 Prozent an der Bau- und Einrichtungskosten, aber auch der laufende Betrieb wird gefördert.
Eine Déjà-vu-Gefühl beschleichtdie "altenRecken"der Partnerschaft, die im nächsten Jahr das 25-jährige Bestehen feiert. Man erinnert sich noch gut: Unweit des neuen Technikums wurde vor 15 Jahren mit großem Brimborium in einem ehemaligen Möbelkombinat das Berufsbildungszentrum (BBZ) eröffnet, das für die duale Ausbildung in Lettland wegweisend sein sollte. Während die Federführung für das berufsbildende Projekt, mit dem der Handwerkernachwuchs in den Sparten Metallverarbeitung, in den Berufen des Baugewerbes und Holzverarbeitung für die moderne Arbeitswelt fit gemacht werden soll, beim Land NRW lag, brachte der Kreis Gütersloh seine Erfahrung als Koordinator und Berater in organisatorischen Fragen mit ins Boot.
Die Ausbildung in Theorie und Praxis sollte ausgerichtet werden auf den Bedarf der in Valmiera und Umgebung ansässigen Industrie- und Handelsbetriebe. Finanziert wurde die Einrichtung im wesentlichen durch das Land Nordrhein- Westfalen mit Beteiligung der Letten. Die Zuschüsse des Ministeriums für Wiederaufbau flossen über die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).
Doch das BBZ stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Schlendrian, Pfusch am Bau, Geldmangel, unklare Zuständigkeiten und mangelnde Auslastung brachten das Vorzeigeprojekt immer wieder in Bedrängnis. Als Retter in Not erwies sich damals der mittlerweile verstorbene Harsewinkeler Textilkaufmann Textilkaufmann Bruno Kleine. Er vermittelte dem Trägervereins einen zinsgünstigen Kredit, um das Millionenvorhaben vor dem Aus zu bewahren. Noch 2011 wurde mit Pomp das zehnjährige Bestehen des BBZ gefeiert.

Mit Pomp das zehnjährige Bestehen gefeiert


Doch als nach der kommunalen Neuordnung die Trägerschaft auf die Stadt Valmiera überging, kam das Aus. Das BBZ war ein Zuschussgeschäft, das sich Valmiera nicht länger leisten wollte. Heute ist in einem Trakt des Hochhauses die Kunstschule untergebracht. "Es ist schade, dass es so gekommen. Der einzige Trost fürmich ist, dass das Haus noch für Bildung genutzt wird", sagt Altlandrat Franz-Josef Balke, der damals viel Herzblut und Energie in das Bildungsprojekt eingebracht hatte.
Im Technikum Valmiera und der Dependance in der 50Kilometer entfernten Stadt Ranka werden aktuell insgesamt 708 junge Menschen im Alter von 15 bis 20 Jahren von 63 Lehrern für eine Vielzahl von Berufen fit gemacht: Als Koch und Hotelkauffrau, als Buchhalter und in der Logistik. ZumSpektrum gehört aber auch die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und Nahrungsmittelfachmann sowie in der Touristik.
Die Fachräume der schuleigenen Obst- und Gemüseverarbeitung, der Molkerei, der Fleischerei mit angeschlossener Räucherkammer und der Bäckerei sind mit modernsten Geräten ausgestattet. Auch mehrere komplett eingerichtete Hotelzimmer gehören dazu - dort können angehende Hotelfachleute unter Praxisbedingungen für ihren Job üben.
Auch ein Internat wurde für 300 Schüler eingerichtet. Dank der Förderung müssen sie pro Monat lediglich 8,50 Euro zahlen. "So etwas habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Das kann sich kaum eine Stadt bei uns leisten", wundert sich eine Besucherin über das großzügige Ambiente.

Alles unter einem Dach


Das Technikum steht für einen Neuanfang bei der beruflichen Ausbildung in Valmiera. Und alle hoffen, dass der zweite Anlauf gut geht. Die Voraussetzungen scheinen gut zu sein, wie sich die Delegationsteilnehmer bei einem Rundgang durch das Technikum überzeugen konnten. Leiter Eriks Spunzis und seine Stellvertreterin Vita Zeibote zeigten den Gästen die verschiedenen Abteilungen der Einrichtung. Das Technikum soll neuen Schwung in die duale Ausbildung bringen, die in Lettland noch ein Mauerblümchendasein fristet. Die hier übliche Trennung von Theorie (Schule) und Praxis (Betriebe) ist in Lettland fast noch ungekannt. Dort findet alles unter einem Dach statt.


Gastschüler spontan aufgenommen nach oben  
Herzliche Begegnung im Gütersloher Kreishaus: Landrat Sven-Georg Adenauer, Jaqueline Siebigs, die beiden lettischen Gastschüler Paulis Rumba und Baiba Vebruale, Marie und Ludger Thiele sowie Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow (v. l.) hatten allen Grund zur Freude. Denn die Partnerschaft mit Valmiera wächst und gedeiht - und begeistert vor allem auch viele junge Leute aus beiden Regionen.
  Die Glocke AUSZUG VOM 07. Mai 2016

Rheda-Wiedenbrück (gl). Zwei junge Menschen aus dem lettischen Partnerkreis Valmiera sind zurzeit in der Doppelstadt an der Ems zu Gast. Die 17-jährige Schülerin Baiba Vebruale wohnt bei Familie Thiele in Wiedenbrück und besucht die elfte Klasse des Ratsgymnasiums. Der 18 Jahre alte Paulis Rumba geht ebenso noch bis Ende Mai zum Ratsgymnasium. Er hat bei Familie Siebigs in Wiedenbrück eine Heimat auf Zeit gefunden.
"Wir haben uns ganz spontan entschieden, Paulis aufzunehmen", erklärt Jaqueline Siebigs. "Unsere Kinder sind aus dem Haus, so dass wir genügend Platz haben." Beide Schüler haben sich durch ihr hervorragendes Abschneiden bei der regionalen Deutsch-Olympiade in Valmiera für dem Besuch im Partnerkreis Gütersloh qualifiziert.
Mit dem Austausch solle in Lettland für Deutsch als Fremdsprache die Werbetrommel gerührt werden, heißt es in einer Mitteilung der Gütersloher Kreisverwaltung. Deutsch kann an den Gymnasien als zweite Fremdsprache gewählt werden.
Bei einer Stippvisite im Gütersloher Kreishaus begrüßte Landrat Sven-Georg Adenauer die zwei Gäste aus der Partnerregion Valmiera und überreichte ihnen ein Taschengeld für ihren Aufenthalt. "Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit hier im Kreis", sagte Adenauer und bedankte sich zugleich bei den Gasteltern für ihren Einsatz.


Ausgemusterte Fahrzeuge für Partnerregion Valmiera
Golf-Klassiker erfährt in Lettland zweiten Frühling
nach oben  
Vor dem Start zur Fahrzeugüberführung nach Lettland: (v. l.) Hans-Joachim Schwolow, Erich Peitz und Arturs Rudzitis mit dem Golf II, dem Mercedes Sprinter und dem ausgemusterten Löschfahrzeug.
  Die Glocke AUSZUG VOM 12. April 2016

Kreis Gütersloh (gl). Dass der Golf noch einen "zweiten Frühling" in Lettland erleben wird, hätte auf dem Bauhof auch keiner mehr gedacht. Der orangefarbene Golf II, Baujahr 1991, hatte zuletzt als dienstältestes Kreis-Fahrzeug schon so etwas wie Maskottchen-Status auf dem Bauhof-Gelände in Rheda-Wiedenbrück. Jetzt wird der Golf zum Dienstfahrzeug von Arturs Rudzitis.
Der Lette ist ehrenamtlicher Koordinator in Feuerwehrfragen in der mit dem Kreis Gütersloh seit Jahren partnerschaftlich verbundenen Region Valmiera in Lettland und auch in seiner Kirchengemeinde sehr aktiv. Der Golf hat sich im Übrigen nicht allein auf dem Weg Richtung Baltikum gemacht: Rudzitis wird bei der Überführung des Fahrzeugs begleitet von Hans-Joachim Schwolow und Erich Peitz. Schwolow, ehrenamtlicher Koordinator der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera, und der langjährige Unterstützer Peitz fahren einen Mercedes Sprinter und ein ausgemustertes Löschfahrzeug nach Lettland. Am Samstagmorgen ging es Richtung Travemünde, von dort nahm das Trio die Fähre Richtung Lettland.
"Der soll noch weiter dienen", antwortet Rudzitis, wenn man ihn auf das stolze Alter und die 290 000 Kilometer Laufleistung des Golfs anspricht. Der Wagen sei gut gepflegt und rostfrei, so der Lette über den einst als Dienstfahrzeug für Straßenmeister Günter Hörnlein angeschafften Volkswagen. "Ich bekomme den geschenkt und kann nun noch besser meiner ehrenamtlichen Arbeit nachgehen", so der Lette.
Und die ist nach einer Mitteilung des Kreises vor allem im Bereich der Feuerwehr unersetzbar und dringender denn je. "Früher hatte jede Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft ihre eigene freiwillige Feuerwehr, heute gibt es nur noch in 8 der 27 ehemalige Kreise Lettlands Freiwillige Feuerwehren." Rudzitis hofft diesbezüglich auf eine Gesetzesänderung. Ob beispielsweise eine Kommune eine solche Freiwillige Feuerwehr einrichtet und stützt, ist ihr selbst überlassen. In den Kommunen im ehemaligen Kreis Valmiera sieht die Situation besser aus als andernorts, nicht zuletzt auch wegen Rudzitis' Engagement und der Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh.
Das Löschfahrzeug, das die Stadt Rheda-Wiedenbrück ausgemustert hat, geht für einen günstigen Preis nach Burtnieki, einer Großgemeinde mit rund 8500 Einwohnern am Südufer des gleichnamigen Sees. Das Löschfahrzeug ist mit Baujahr 1983 noch älter als der Golf, hat aber lediglich 41 000 Kilometer gelaufen. Der Sprinter aus dem Jahr 2001 vom Kreisbauhof, ein Fahrzeug für die Streckenkontrolle, erhält die Großgemeinde Mazsalaca, die Partnerstadt von Harsewinkel.


Kreative Spendenaktion für das Krankenhaus in Mazsalaca
Mit symbolischen Ziegeln soll Dach finanziert werden
nach oben  
Noch ist der Krankenhaus-Nachbau, mit dem Spenden gesammelt werden sollen, nicht fertig. Ab Pfingsten soll die Sponsorenaktion aber starten - mit dem Modell, das gerade von den Gesamtschülern gefertigt wird. Darauf freuen sich: (v. l.) Dr. Wolfgang Strotmann (Gesamtschule), die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Pamela Westmeyer und Regina Meißner-Schlömer sowie Schüler Leon Scharmann, der die Skizze für den einfachen Nachbau gefertigt hat.
Das Dach des Krankenhauses in Mazsalaca ist marode. Die Onduline- Platten sollen durch eine Aluminium-Konstruktion ersetzt werden.
Bürgermeister Harijs Rockpelnis
  Die Glocke AUSZUG VOM 17. Februar 2016

von JUDITH AUNDRUP

Bilder: Aundrup (1)/Neitemeier (2)

Harsewinkel (gl). Andere Wege gehen die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Regina Meißner-Schlömer (SPD) und Pamela Westmeyer (CDU). Sie sammeln Spenden für ein neues Krankenhaus-Dach in dem 3000-Seelen-Örtchen Mazsalaca (Kreis Valmiera), mit dem Harsewinkel freundschaftliche Kontakte pflegt. Und sie tun das auf eine unbürokratische, charmante und kreative Art: Sie wollen symbolische Dachziegel verkaufen.
Bei ihrem Besuch im Partnerkreis Valmiera im Frühjahr 2015 besuchten die beiden Politikerinnen auch das Hospital, in dessen Grundsanierung der mittlerweile gestorbene Modeunternehmer Bruno Kleine und seine Familie vor gut 15 Jahren einen hohen Betrag investiert hatten. Der Chefarzt Dr. Edgars Grandans berichtete Westmeyer und Meißner- Schlömer unter anderem von dem maroden Dach. Eine Sanierung würde etwa 60 000 Euro kosten. Davon will das Städtchen Mazsalaca 23 000 Euro selbst aufbringen, wie Bürgermeister Harijs Rockpelnis (Bild) den Harsewinkelerinnen sagte. Hinzu kommen noch zwei große Spenden, die bereits von Harsewinkeler Unternehmern zugesichert wurden.
"Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir helfen können. Dabei sind wir auf die Idee gekommen, symbolisch einzelne Dachplatten zu verkaufen, für einen Betrag zwischen 10 und 20 Euro. Wir hoffen, dass das ein Verkaufsschlager wird, zumal die meisten solch eine Summe übrig haben", so Pamela Westmeyer. Spenden sind ab sofort möglich. "Offiziell wollen wir Pfingsten beim Wochenmarkt starten", so Regina Meißner-Schlömer. Um das Ganze visuell zu gestalten, haben die stellvertretenden Bürgermeisterinnen die Gesamtschule mit ins Boot geholt. Dr. Wolfgang Strotmann, didaktischer Leiter der Schule, sagte seine Unterstützung zu. Im bilingualen Arbeitslehrekursus Engineering & Economics des achten Jahrgangs wurde an einem Konzept für einen einfachen Nachbau des lettischen Krankenhauses gefeilt. Schüler Leon Scharmann erstellte flugs eine Skizze der zwei Hauptgebäude und sechs Türme im Maßstab 1:70.
Anhand dieser Pläne bauen die Schüler das Hospital jetzt mit leichten Sperrholzplatten nach. "Die Sponsoren sollen dann namentlich auf einlaminierten Kärtchen auf dem Dach in Sponsorenfeldern verewigt werden", sagt Regina Meißner-Schlömer. Die beiden Politikerinnen freuen sich schon darauf, wie sich das Dach mit Namen und damit die Spendenkasse füllt.

Hintergrund


Die vor 15 Jahren maßgeblich von Bruno Kleine finanzierte Sanierung des Krankenhauses in Mazsalaca hat Früchte getragen. Das Hospital, in dem auch ein Kindergarten und eine Suppenküche untergebracht sind, ist mittlerweile der größte Arbeitgeber in Mazsalaca. "Dort hat man sich auf die geriatrische Behandlung, die palliative Versorgung und Schmerztherapie spezialisiert", berichtet Pamela Westmeyer. Und sie macht auch deutlich, dass es in dem Ort nicht viele Arbeitsplätze gebe. "Deshalb zieht es die jungen Leute nach Valmiera oder ins Ausland, die ältere Generation ist deshalb vielfach auf sich allein gestellt. Daher ist die Versorgung im Krankenhaus auch so wichtig für die Älteren", so Westmeyer.


Partnerschaft zwischen Gütersloh und Valmiera

Koordinator bleibt mit Herzblut bei der Sache
nach oben  
Vor dem Technikum im lettischen Valmiera entstand dieses Bild mit den Teilnehmer des achten deutsch-lettischen Partnerschaftsforums.
Hans-Joachim Schwolow in seinem neuen Büro in der führen Oberkreisdirektoren-Villa auf dem Reckenberg in Wiedenbrück: Von dort aus steuert der 65-Jährige künftig ehrenamtlich die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland.
Bilder: Neitemeier (4)/privat
Ein Schild neben der Tür des Hauses Reckenberg 6 in Wiedenbrück weist auf das neue Partnerschaftsbüro hin.
Bilder: Neitemeier (4)/privat
Urkunden und Plaketten belegen im neuen Büro Schwolows Partnerschaftsaktivitäten.
Bilder: Neitemeier (4)/privat
Mehr als 100 Aktenordner dokumentieren die deutsch-lettische Partnerschaftsgeschichte.
Bilder: Neitemeier (4)/privat
  Die Glocke AUSZUG VOM 29. Juli 2015

VON MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Eine große Lettland-Karte, Skulpturen des Bildhauers Andris Varpa, Bilder, Medaillen an bunten Bändern, Urkunden, Wimpel, Dankschreiben: Die Ausstattung des Raums verrät deutlich, worum es innerhalb der vier Wände geht - um die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland.

Das Büro mit der Nummer 802 der Kreisverwaltung Gütersloh ist das neue Domizil des Koordinators der deutsch-lettischen Partnerschaft Hans-Joachim Schwolow. Obwohl er Ende des Monats als Verwaltungsleiter im Tiefbauamt offiziell aus dem Dienst des Kreises ausscheidet, behält der 65-Jährige weiter ein Büro für die partnerschaftlichen Aktivitäten. Schwolow musste dafür auf dem Reckenberg in Wiedenbrück nur umziehen - vom Hauptgebäude in die ehemalige Villa des Oberkreisdirektors, in der auch der Kreissportbund seit einiger Zeit seinen Sitz hat.
Reckenberg 6 lautet nun die Adresse, von der aus Schwolow allein ehrenamtlich das weiterführt, was er bisher zum Teil auch hauptamtlich gemacht hat. Etwa 15 Prozent seiner Arbeitszeit hat der seit 1969 beim Kreis arbeitende Rheda-Wiedenbrücker dafür verwandt, die Beziehungen ins Baltikum zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen, Projekte anzustoßen sowie Hilfstransporte und Besuche zu koordinieren.
"Irgendetwas Ehrenamtliches sollte man machen, wenn man Zeit hat", sagt der 65-Jährige zu seinen Beweggründen, die mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Partnerschaftsarbeit auch mit Unterstützung seiner Frau Renate fortzusetzen. Denn, so Schwolow: "Ich habe daran viel Spaß, bin mit Herzblut dabei und möchte meine Kontakte weiter noch sinnvoll pflegen und zum Wohl beider Seiten nutzen."
Auch der Kreis darf sich freuen, weil die Partnerschaftsarbeit weiter geht und er obendrein Personalausgaben spart. Das bisherige Sachkostenbudget gilt unverändert. Landrat Sven-Georg Adenauer habe sich stets für die Fortsetzung der Aktivitäten stark gemacht, berichtet Schwolow. "Und auch die Letten begrüßen es, dass ich weitermache", so der 65-Jährige. Gleichwohl ist der vorsichtige Generationswechsel durch die Gründung einer Jugendgruppe bereits eingeleitet.
Etwa 100 Aktenordner künden im Keller des Hauses Reckenberg 6 von der regen Partnerschaftsgeschichte. Alle wichtigen Unterlagen hat Schwolow also auch am neuen Standort griffbereit. "Ich fühle mich wohl hier", sagt der Koordinator. Er freut sich schon darauf, den lettischen Gästen beim Besuch in der kommenden Woche sein neues Reich zeigen zu dürfen. Dazu gehören direkt hinter dem Büro auch eine Terrasse und eine große Grünfläche - bestens geeignet für bilaterale Begegnungen jeglicher Art.

Hintergrund


Ein Großteil der lettischen Forums- Teilnehmer kommt aus der Region Valmiera, da mit diesem Treffen die offizielle Jahres-Delegationsreise der Letten verknüpft ist. So kommen vor dem Start des Forums bereits Menschen aus Harsewinkel und Mazsalaca, aus Steinhagen und Rujiena, aus Halle und Valmiera sowie aus Borg- holzhausen und Naukseni zu gesonderten Begegnungen zusammen. Nach dem Forum bleiben die Valmiera-Gäste auch noch zwei Tage länger im Kreis Gütersloh und besuchen unter anderem die Stadt Paderborn, das Naturschutzgebiet Moosheide, einen Rosenzuchtbetrieb in Bielefeld- Dornberg sowie Isselhorst. (mn)

Forum erstmals im Kreis Gütersloh


Kreis Gütersloh (mn). Es findet in der kommenden Woche zum neunten Mal statt, erstmals aber ist der Kreis Gütersloh der Gastgeber: Von Mittwoch, 5., bis Samstag, 8. August, geht im Kreishaus in Wiedenbrück das nächste deutsch-lettische Partnerschaftsforum über die Bühne.

Rund 80 Politiker, Verwaltungsmitarbeiter sowie Vertreter von Institutionen und Verbänden aus verschiedenen Regionen Lettlands und Deutschlands beschäftigen sich unter anderem mit den Themen duale Berufsausbildung, Familien- und Erziehungsberatung sowie Korruptionsprävention. Mit dabei sind beispielsweise Vertreter des lettischen Bildungsministeriums.
"Der länderübergreifende fachliche Austausch ist bedeutsam für die Weiterentwicklung Lettlands, aber auch wir können eine Menge von dort lernen", sagt Hans-Joachim Schwolow, der seit 1992 die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera koordiniert.
Rund 25 solcher freundschaftlichen Beziehungen von deutschen und lettischen Kommunen gibt es, aber längst nicht alle Akteure sind bei den Foren vertreten. Schwolow: "Einige sind besonders aktiv, weil sie sich von den Fachdiskussionen viel versprechen." Das erste Forum fand seinerzeit in Willich, das zweite in Valmiera statt. Auch im vorigen Jahr wurde ein Teil des Programms in der Gütersloher Partnerregion abgewickelt.
Als Hauptorganisator des anstehenden Treffens hat Schwolow derzeit aufgrund der Insolvenz der Kantinenpächterin des Drostenkellers im Kreishaus in Wiedenbrück mehr Arbeit als ihm lieb ist. Die Verpflegung der Gäste am Tagungsort muss neu arrangiert werden. "Das kriegen wir aber hin", ist der 65-Jährige optimistisch. Mit Blick aufs Essen umdisponieren musste er auch für die Eröffnungsveranstaltung des Forums am Mittwoch, 5. August, ab 19 Uhr im Kreishaus in Gütersloh, bei der Kreisdirektorin Susanne Koch, der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus und Dace Poggenpohl von der Lettischen Botschaft sprechen werden.
In den Tagen danach werden Fachleute beider Seiten auch der Frage nachgehen, ob Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Mehrwert für Lettland sein können. Diese Art Geldinstitute gibt es in dem baltischen Land bisher nicht. Referenten sind die Vorstände Werner Twent (Kreissparkasse Wiedenbrück) und Reinhold Frieling (Volksbank Bielefeld- Gütersloh). Die verschiedenen Themen werden in Arbeitsgruppen vertieft und in Diskussionsrunden besprochen. Zudem steht mit Besuchen im Stadtmuseum in Gütersloh sowie im Böckstiegel- Haus in Werther auch Kulturelles auf dem Programm.
Parallel zum Forum findet ein Jugendprogramm statt. 25 lettische und 5 deutsche Jugendliche legen sich in Sachen Naturschutz tatkräftig ins Zeug und lassen sich die kreisweiten Aktivitäten rund um regenerative Energien und Klimaschutz erläutern - mit Besichtigung einer Biogasanlage.


Kulturaustausch mit Valmiera

Zwei Länder, acht Künstler, viele Gedanken
nach oben  
Bildhauer Jörg Spätig, Mitglied der Künstlergemeinschaft "Dauntown" in Borgholzhausen, stellte seine Werke erstmals im Museum Valmiera aus - und wurde als Dozent nach Lettland eingeladen. Ein Novum in mehr als 20 Jahren Kulturaustausch zwischen den Kreis Gütersloh und Valmiera.
Werkstattgespräch zwischen Aivars Benus und Beate Freier-Bongaertz.
Vor dem Museum Valmiera wurden die malerischen Ergebnisse des Symposiums präsentiert.
Die Seele baumeln lassen: Wolfgang Meluhn (links) und Jörg Spätig beim Brotbacken.
  Die Glocke AUSZUG VOM 22. Juli 2015

Kreis Gütersloh (gl). Kunst verbindet über alle Grenzen hinweg. Das wurde jetzt bei einem Symposium in Güterslohs lettischem Partnerkreis Valmiera deutlich: Vier Künstler aus der hiesigen Region - die Grafikerin Beate Freier-Bongaertz, die Maler Susanne Kinski und Wolfgang Meluhn sowie der Bildhauer Jörg Spätig - arbeiteten eine Woche lang mit vier lettischen Kollegen in der Kunstmittelschule Valmiera. Sie stand den Aktiven dank der Ferienzeit als Atelier und Wohnstatt zur Verfügung stand.

Erwartet wurden die Gäste aus Westfalen, die ihre Ateliers alle in Borgholzhausen haben, von dem lettischen Metallkünstler Aivars Benuzs, dem Malerehepaar Antra und Janis Galzons sowie deren Kollegin Iveta Gudeta. Gemeinsam und leidenschaftlich wurde zum Thema "Der Mensch - sein Haus - sein Weg" gearbeitet. Die Stimmung in dem viergeschossigen Gebäude war bestens und überaus inspirierend. Die Gespräche zogen sich oft bis tief in die Nacht hinein. Eifrig wurde über Inhalte und technische Arbeitsweisen diskutiert, wurden Ideen und Gedanken ausgetauscht. Immer mit dabei: Regisseur Volker Idelberger, der als Lebensgefährte von Susanne Kinski die Künstlergruppe in seinem VW-Bus nach Lettland gefahren hatte - und sich ganz nebenbei auch noch als überraschend guter Maler erwies.
Derweil sorgten die Leiterin des Museums Valmiera, Iveta Bluma, und deren Stellvertreterin Guna Medne für ein abwechslungsreiches, bestens organisiertes Rahmenprogramm. Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen, bot sich beim gemeinsamen Brotbacken, beim Jazz im nicht weit entfernten Cesis-Schlosspark und bei einem Konzert mit Laima Jansone, die die Kokle, ein Saiteninstrument der lettischen Folklore, spielt - mit der sie übrigens auch schon beim ostwestfälischen Literatur- und Musikfestival "Wege durch das Land" begeisterte.
Natürlich stand die Kunst im Mittelpunkt des Symposiums, das der Partnerschaftsverein Valmiera und der Kreis Gütersloh finanziell unterstützten So wurden unter anderem die Ausstellung "Baltic and Nordic Contemporary Art" in der alten Brauerei Cesis besucht und eine Stippvisite in der Werkstatt des Kollegen Aivars Benuzs sowie in der Kunstschule Rujiena gemacht, die Antra und Janis Galzons mit Herzblut leiten. Und immer gab es landestypisch Leckeres zu essen.
Am Ende der Woche hatten die acht Symposiumsteilnehmer ein imposantes Ergebnis ihrer künstlerischen Arbeit zu bieten. Derweil die gemalten Werke auf der grünen Wiese vor dem Museum Valmiera einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurden, war im Museum gleich zu Beginn des Symposiums eine Skulpturen- Ausstellung mit den Werken von Jörg Spätig eröffnet worden.


"Austausch ist ein Fortschreiten im Leben" nach oben  
Die Teilnehmer des deutsch-lettischen Kunstsymposiums in Valmiera: (v. l.) Susanne Kinski, Iveta Gudeta, Uldis und Iveta Bluma, Beate Freier-Bongaertz, Jörg Spätig, Wolfgang Meluhn, Dr. Silvana Kreyer, Antra Galzone, Guna Medne, Volker Idelberger und (vorn) Janis Galzons.
  Die Glocke AUSZUG VOM 22. Juli 2015

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl). Im Gegensatz zu Beate Freier- Bongaertz und Wolfgang Meluhn, die schon öfters in Valmiera waren, war der Lettland-Besuch für Jörg Spätig eine mehr als lohnenswerte Premiere: So viele Kameras, Presse- und Fernsehleute, dazu noch offizielle Vertreter der Region Valmiera, hatte es noch bei keiner der Ausstellungen mit deutschen Künstlern im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera gegeben.
Kaum übertrieben zu sagen, dass Jörg Spätigs Arbeiten die Seele der Letten traf. Gern das Mythologische im Leben integrierend, empfanden viele des Bildhauers entlarvenden Blick auf das Leben keineswegs als beängstigend. Im Gegenteil: Selbst in seinen ungewöhnlichen Verschmelzungen von Tier und Mensch stimmte das ästhetische Empfinden der Ausstellungsbesucher mit dem des Künstlers überein.
Eine Wertschätzung, die den Bildhauer aufgrund seiner "nicht akademischen Arbeitsweise" mehr als überraschte. Doch beobachtete man den Künstler, der sich in ausgesprochener Harmonie mit der Natur vor Ort bewegte und schnell Kontakt zu den seelenverwandten Menschen fand, dann erklärte sich die Anerkennung von selbst. Er selbst gestand: "Ich habe erfahren, dass Austausch ein Fortschreiten im Leben und in der Kunst ist."
Da passt es gut, dass Edgars Bogdans, der Direktor der Kunstmittelschule Valmiera, ihn eingeladen hat, das nächste Semester als Gastdozent in Lettland zu arbeiten. Ein absolutes Novum in mehr als 20 Jahren Kulturaustausch zwischen den Partnerkreisen und eine Auszeichnung für den Künstler aus Borgholzhausen, der die erfahrene "Willkommensenergie" nur zu gern mit einer Zusage beantwortete.
Am Ende waren sich alle einig: Wie schon das erste Kunstsymposium im vergangenen Jahr in Borgholzhausen, war auch das zweite in Valmiera eine Aktion, von der alle Teilnehmer deutlich profitiert haben. Grund genug für eine dritte Auflage. Sie soll im nächsten Jahr wieder im Kreis Gütersloh stattfinden. Dr. Silvana Kreyer


Gäste aus Valmiera im Gymnasium

Letten und Deutsche knüpfen beim Austausch enge Bande
nach oben  
Eine lettische Schülergruppe war kürzlich im Harsewinkeler Gymnasium zu Gast – mit dabei waren die beiden Direktoren Lambert Austermann (Harsewinkel) und Uldis Jansons (Valmiera).
  Die Glocke AUSZUG VOM 28. November 2014

Harsewinkel (gl). Eine lettische Delegation der Partnerschule Valmieras Viestura Vidusskola ist kürzlich zu Gast in Harsewinkel gewesen: 16 Schüler, Direktor Uldis Jansons, Deutschlehrer Viktors Gammermidts und Lehrerin Agnese Degle besuchten das Gymnasium. Sie waren in Harsewinkeler Familien untergebracht, deren Kinder im April dieses Jahres in Valmiera zu Besuch waren.

Die Schüler kannten sich also bereits. Und so war die Wiedersehensfreude riesengroß. Organisiert wurde das zweite Treffen von Urte Rose de Vries und Werner Junkerfeuerborn vom Städtisches Gymnasium Harsewinkel und auf lettischer Seite von Viktors Gammermidts, der die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und Valmiera seit 20 Jahren begleitet.
Nach der Ankunft am Bremer Flughafen ging es für die Letten nach Harsewinkel, wo sie schon von ihren Gastfamilien erwartet wurden. Der Direktor des Gymnasiums, Lambert Austermann, begrüßte die Gäste aus Valmiera am nächsten Tag. Der Schulleiter führte die Letten durch die Schule. Erstaunen herrschte über die hervorragende Ausstattung des Gymnasiums, insbesondere über die Ganztagsangebote. Die Letten empfanden das Schulklima als herzlich, wie sie sagten.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa ging es während einer Stadtführung durch Harsewinkel. Eine Unterrichtshospitation stand ebenfalls auf dem Stundenplan. Bei einem Abstecher nach Bockhorst wurde das Bürstenhaus Redecker (altes Handwerk in neuem Gewand) besichtigt. Auch eine Führung durch die Dorfkirche mit der Pastorin Birgit Gillmann begeisterte die Gruppe. Die Letten zeigten großes Interesse, da es an der Valmieras Viestura Vidusskola keinen Religionsunterricht gibt. Auch das Heimatmuseum in Versmold wurde angesteuert und besichtigt.
Viel Spaß hatten die lettischen und deutschen Schüler bei einem gemeinsamen Kochprojekt im Gymnasium und in der Küche des Pfarrheims St. Lucia, das von Lehrerin Bettina Henneböle-Haffert geleitet wurde. Die Schüler brutzelten gemeinsam typisch deutsche Gerichte wie Linsensuppe, Schnitzel mit Kartoffelsalat oder westfälische Quarkspeise mit Kirschen und Pumpernickel. Parallel erstellte ein Teil der Gruppe unter der Leitung von Kristina Nettelnstroth ein deutsch-lettisches Rezeptheft im Computerraum.
Ein weiteres Ziel war das Böckstiegel- Museum in Werther. Dort erstellten die Schüler selbst Druckplatten und Bilder - für sie eine spannende Aufgabe. In Warendorf war das Programm mit dem Besuch des Landesgestüts, einer Stadtrallye und einem Bummel äußerst kurzweilig. Und auch das Schloss Rheda wurde gemeinsam angesteuert.


Dr. Silvana Kreyer ist Ehrenbürgerin nach oben  
Dr. Silvana Kreyer
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. November 2014

Kreis Gütersloh (mn). Dr. Silvana Kreyer (Bild) aus Benteler ist seit Dienstagabend Ehrenbürgerin der lettischen Stadt Valmiera. Die Auszeichnung wurde der 63-jährigen Musikwissenschaftlerin in der Feierstunde zum lettischen Nationalfeiertag für ihre Verdienste um den Kulturaustausch im Rahmen der Partnerschaft Valmiera-Gütersloh verliehen. Seit Beginn der bilateralen Beziehungen hat sich Kreyer intensiv für Ausstellungen, Künstlerbegegnungen und Konzerte eingesetzt. Ehrenbürger wurde am Montagabend auch Inesis Bokis, der bisherige Bürgermeister von Valmiera, der seit kurzem dem lettischen Parlament angehört.
Im Rahmen der langjährigen Partnerschaft wurden bereits folgende Personen zu Ehrenbürgern von Valmiera ernannt: Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator) Landrat Sven-Georg Adenauer, Ex-Landrat Franz-Josef Balke, Hans-Dieter Malsbender (früherer Fachbereichsleiter beim Kreis), Hans-Joachim Friedrich vom Gymnasium Harsewinkel, Robert Möllmann aus Ahlen (Einsatz für Schwerhörige) und Rotarier Wilfried Anskinewitsch aus Detmold (Logopädienzentrum).


Deutsch-lettische Partnerschaft und Imkerei

Armands Gumbris – so fleißig wie seine Bienen
nach oben  
Engagiert und immer fröhlich: Armands Gumbris ist mit Leib und Seele Imker und bringt sich engagiert in die Partnerschaft zwischen Valmiera und dem Kreis Gütersloh ein. Beim jüngsten Besuch der deutschen Delegation in Lettland stellte Gumbris (v. l.) Erich Peitz (verdeckt, Rietberg), Karin Otte (Borgholzhausen), Peter Kalley (Gütersloh), Hans-Joachim Schwolow (Rheda-Wiedenbrück, Koordinator der Partnerschaft) und Christian Loest (Halle) sein idyllisches Anwesen und seinen Beruf vor.
Mit seiner Frau Taiga betreut Armands Gumbris den Valmiera-Stand beim Christkindlmarkt in Wiedenbrück.
Bunte Bienenstöcke sind überall im Wald verteilt. Eine Reihe von ihnen dienen der Zucht von Königinnen.
Rund eine Tonne Honig produzieren die 100 Bienenvölker des 46-jährigen Armands Gumbris durchschnittlich in einem Jahr.

Bilder: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 15. November 2014

Von MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). Wenn am Montag, 24. November, die Stände des Christkindlmarkts in Wiedenbrück öffnen, ist auch Armands Gumbris wieder mit von der Partie. In einem der schmucken Verkaufshäuschen bietet der 46-jährige Agrarökonom mit seiner Frau Taiga erneut viele (handwerkliche) Produkte aus Valmiera, der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh, an. Dazu gehört auch leckerer Waldhonig - Marke Gumbris.
Im Sommer hatten Mitglieder der offiziellen Delegation aus dem Kreis Gütersloh bei ihrem Besuch in Lettland Gelegenheit, den Imker Armands Gumbris und sein idyllisches, mitten im Wald gelegenes Zuhause südöstlich von Valmiera zu besuchen. Angesichts von Natur pur und mit Blick auf den blumen- und blütenreichen Garten gerieten die Gäste ins Schwärmen.
Der 46-Jährige ist vielen Menschen im Kreis Gütersloh bekannt, weil er alle zwei Jahre zum Christkindlmarkt nach Wiedenbrück kommt (2014 zum fünften Mal) und weil er sich seit geraumer Zeit als Übersetzer, Fahrer und Betreuer aktiv in die deutsch-lettische Partnerschaft einbringt. Lange Zeit kümmerte sich Gumbris um die Fahrzeuge des Rettungsdienstes im Kreis Valmiera. Vor drei Jahren war damit Schluss. Von da an machte er das von seinem Opa geerbte Interesse an den Bienen und damit sein bisheriges Hobby zum Beruf.
Die rund 100 Völker bringen ihm und seiner Frau, die unter anderem fürs Schleudern des Honigs zuständig ist, jährlich etwa eine Tonne süßes Gold ein. "In diesem Jahr war es etwas weniger", berichtete der 46-Jährige. Der immer fröhliche Imker nimmt's leicht, schließlich hat er mit einer Imkerschule und der Königinnenzucht zwei weitere Standbeine. Dafür hat sich der agile Agrar-Ökonom vor drei Jahren eigens für einige Monate in Australien fortgebildet. 200 Königinnen verschickt Gumbris pro Jahr per Post in alle Welt. "Das Zuchtmaterial bekomme ich aus verschiedenen Ländern", berichtete der 46-Jährige über seine inzwischen internationalen Kontakte. Der Mann aus der Region Valmiera hat sich in der Szene einen Namen gemacht.
Sein Anwesen mit dem in jahrelanger Kleinarbeit selbst renovierten Wohngebäude, dem einstigen Sommerhaus, kennen auch viele Letten, da sie auf dem Gelände selbst zu Imkern ausgebildet worden sind und werden. Der Unterricht, der früher in einem Zelt stattfand, wird demnächst in einem festen Haus erfolgen. Wenn alles fertig ist, sollen dort einmal auch Gäste und Urlauber unterkommen können, so der Plan des Mannes, der mindestens so emsig und fleißig ist wie seine Bienen. Dazu gehört, dass der Lette alle zwei Jahre mit seiner Frau zum Christkindlmarkt nach Wiedenbrück ausschwärmt.


Erfahrungsaustausch mit Valmiera

Arbeitslosenselbsthilfe Gütersloh informiert lettische Bewährungshilfe
nach oben  
Informativ: Der Erfahrungsaustausch mit Gästen der staatlichen Bewährungshilfe aus dem lettischen Valmiera endete mit einem gemeinsamen Fototermin bei der ash in Gütersloh.

FOTO: ASH GÜTERSLOH
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 18./19. Oktober 2014

Kreis Gütersloh (ash). Mit einem Besuch und einem ausführlichen Erfahrungsaustausch bei der Arbeitslosenselbsthilfe (ash) endete der Besuch einer Delegation aus dem lettischen Valmiera auf Einladung des Kreises Gütersloh. Die Gäste aus der Partnerstadt und dem lettischen Cesis, darunter Monika Miglane, Anita Debelska und Janis Zardinš von der staatlichen Bewährungshilfe, wurden von der ash-Geschäftsführern Wolfgang Terwey und Jürgen Delker gemeinsam mit der pädagogischen Leiterin Angelika Grahl über die Ableistung von gemeinnütziger Arbeit und Sozialstunden informiert.
Die Gütersloher berichteten im Rahmen des Informationstages speziell über ihre Erfahrungswerte in der Zusammenarbeit mit zuweisenden Ämtern und der zuständigen Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die ash bietet generell Personen die Möglichkeit, Sozialstunden in eigenen Projekten ableisten zu können.
Im Jahr 2013 nahmen insgesamt 131 Probanden diese Möglichkeiten wahr. Damit leisteten durchschnittlich elf Personen pro Monat in Zusammenarbeit mit der ash gemeinnützige Arbeit ab - in diesem Jahr konnte ash-Geschäftsführer Jürgen Delker eine zehnprozentige Steigerung an Teilnehmern verzeichnen. "Es ist eine deutlich steigende Tendenz an Probanden zu verkennen", zog Delker das Fazit aus der Präsentation des vorgelegten Zahlenmaterials.


Deutsch-lettische Jugendgruppe

Erstes Treffen absolviert
nach oben  
Eine Gruppe von zehn Letten kümmerte sich um die vier Besucher aus dem Kreis Gütersloh und unterhielt sie mit einem abwechslungsreichen Programm.
  Die Glocke AUSZUG VOM 17. Oktober 2014

Kreis Gütersloh (gl). Vor mehr als einem Jahr hat sich eine deutsch-lettische Jugendgruppe gegründet. Nun fand das erste Treffen aller Mitglieder statt: Vier junge Erwachsene aus dem Kreis Gütersloh verbrachten fünf Tage in der Region Valmiera und lernten die Gegend und die Menschen kennen.
Dafür hatten die zehn lettischen Gastgeber im Alter von 15 bis 28 Jahren ein umfangreiches Programm organisiert. Die Idee zu der länderübergreifenden Jugendgruppe stammt von der Kreismitarbeiterin Michelle-Caroline Palesch. Sie absolvierte ein dreiwöchiges Praktikum in der Stadtverwaltung Valmiera. Dabei knüpfte sie erste Kontakte, unter anderem zu Harijs Rokpelnis, dem Bürgermeister der lettischen Stadt Maszalaca. Der ist Mitglied der bereits bestehenden Partnerschaftsgruppe. Er wurde neben Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) zu einem der Hauptinitiatoren der Jugendgruppe.
"Wir möchten die Gemeinschaft zwischen jungen Erwachsenen der beiden Länder aufrechterhalten und die Partnerschaft festigen", erklärt Michelle- Caroline Palesch. Mit ihr reisten Jasmin Henneböhl, Elena-Sofie Winkelhage, Maleen Kottke nach Lettland. Weitere Ziele für die Zukunft der Partnerschaft erarbeiteten die jungen Menschen in verschiedenen Workshops.
Außer einer Kanu-Tour auf der Salaca, dem Besuch des Echo- Felsens in Mazsalaca und einer Brauereibesichtigung in Valmiera standen verschiedene Stadtführungen auf dem Tagesplan. Außerdem erlebten die Gütersloher die Einschulung der i-Männchen mit den dazugehörigen Festlichkeiten. Ein wenig deutsche Kultur hatten die vier Gütersloher auch mit im Gepäck: Sie brachten den Gastgebern das Kartenspiel Skip-Bo bei, was die jungen Letten vorher nicht kannten. "Die Verständigung klappte sehr gut", betont Michelle-Caroline Palesch.
Für das kommende Jahr ist ein Besuch der lettischen Jugendlichen im Kreis Gütersloh geplant. Wer Interesse am Austausch mit lettischen jungen Menschen hat, sollte sich per E-Mail an Michelle- Caroline.Palesch@gt-net.de oder unter Tel. 05241/ 854391 melden.


Delegation besucht Imker in Lettland

Armands Gumbris hat gute Kontakte in den Kreis
nach oben  
Imkerei als Vollerwerb: Armands Gumbris zeigt den Besuchern aus dem Kreis Gütersloh auf seinem Waldgrundstück seine Imkerei. Im Hintergrund das von ihm selbst gebaute Haus.
  Die Glocke AUSZUG VOM 06. September 2014

Kreis Gütersloh/Valmiera (NW).
Alle zwei Jahre steht Armands Gumbris auf dem Weihnachtsmarkt in Rheda- Wiedenbrück. Dort verkauft er nicht nur seinen eigenen Honig, sondern Produkte aus der Region Valmiera, der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh. Als eine über 30-köpfige Delegation mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze die lettischen Freunde besuchte, gab es die Gelegenheit, den Imker zu Hause zu besuchen.
Gehört hatten schon viele davon, wie malerisch das Grundstück von Armands Gumbris mitten im Wald liegt. Seit kurzem ist es auch ein wenig leichter zu erreichen, hat doch der staatliche Forstbetrieb die Waldpiste ausgebaut, auf der man die letzten Kilometer zum Imker zurücklegen muss. Sein Haus liegt in der Großgemeinde Beverina, südöstlich der Stadt Valmiera.
Bis zum Rathaus der Stadt sind es rund 15 Minuten mit dem Auto. In welchem Ort er genau wohnt? Gumbris kann es sich aussuchen, sein Grundstück wird geteilt durch den Bach Kengunite. Geht er über seine eigene Brücke, geht er von Kaugari nach Brenguli - oder umgekehrt. "Früher war das mein Sommerhaus", erklärt Gumbris mit Blick auf seine Datscha, die er nach und nach selbst gebaut hat. Inzwischen ist der Bau ständiger Wohnsitz.
Gumbris ist seit vielen Jahren aktiv in der Partnerschaft, ständiger Begleiter, Fahrer und Übersetzer der Delegationen aus dem Kreis Gütersloh und hat zudem zahlreiche Imkerfreunde in Deutschland. Im Winter hilft in der Abgeschiedenheit der Geländewagen, den er der Witwe eines verstorbenen Imkerfreunds aus Rheda-Wiedenbrück abkaufte.
Vor drei Jahren hat sich Gumbris sogar drei Monate in Australien in der Imkerei weitergebildet. Zurück in Lettland sattelte er auf Berufsimker um. Seit zwei Jahren leben er und seine Frau von dem, was die Bienen ihnen einbringen. Vorher arbeitete er parallel im Rettungsdienst und war dort für den Fuhrpark verantwortlich. "Ich habe 24 Stunden und jeden Tag im Jahr gearbeitet", blickt er zurück. War ein Auto kaputt, musste Gumbrises ersetzen oder wieder zum Laufen bringen. Die am weitesten entfernte Wache, für die er zuständig war, liegt 180 Kilometer entfernt.
Der Imker Gumbris hat drei Geschäftsfelder: Honig, Königinnenzucht und Imkerschule. Rund eine Tonne Honig bringen die 100 Bienenvölker in guten Jahren wie 2013, in diesem Jahr ist es weniger.
Der gelernte Agrar-Ökonom teilt sich mit seiner Frau Taiga die Arbeit: "Ich mache alles mit den Bienen, sie schleudert zum Beispiel den Honig." Und nicht nur das: Die Gärtnerin hat großen Anteil daran, dass das Grundstück wie ein kleines Paradies wirkt. In diesem Jahr wird Armands Gumbris die ersten beiden Wochen den lettischen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Wiedenbrück betreuen.


Wo Erich Peitz aus Rietberg zum Landrat wird

32 Fahrzeuge nach Valmiera gelenkt
nach oben  
Der Rietberger Erich Peitz am Steuer des zuletzt von ihm nach Valmiera gebrachten Feuerwehrfahrzeugs.
Beim Besuch der Mittelschule in Mazsalaca stieß Landrat Sven- Georg Adenauer im Flur auf ein Bild seines Großvaters: Auf einem von einer Schülerin gestalteten Plakat zur europäischen Geschichte prangte sehr zur Freude des Enkels das Gesicht des ersten deutschen Bundeskanzlers.

Bilder: Neitemeier

  Die Glocke AUSZUG VOM 06. September 2014
VON MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh/Valmiera (gl).
Gleich zweimal will man ihm den roten Bomber an einer Tankstelle in Lettland abkaufen. Für 10 000 Euro. Doch Erich Peitz bleibt standhaft, schlägt das lukrative Angebot aus und fährt weiter - selbstverständlich. Wie so viele andere Einsatzfahrzeuge in den vergangenen zwei Jahrzehnten wird der 77-jährige Rietberger auch diesen Feuerwehr-Unimog mit seinem 2500-Liter-Wassertank heil nach Valmiera, in die Partnerregion des Kreises Gütersloh, bringen.

"Das mache ich gern, auch wenn mich meine Frau manchmal etwas schräg anschaut", sagt Erich Peitz über sein jahrzehntelanges Engagement in Sachen Valmiera-Partnerschaft. Eine Schmalspur-Kehrmaschine, 15 Rettungswagen und 16 Feuerwehrautos hat der 77-Jährige mit dem immer freundlichen Gesicht schon in die Partnerregion kutschiert - zuletzt den 36 Jahre alten Unimog des Löschzugs Kölkebeck der Feuerwehr Halle. Im Kreis Gütersloh wurden all diese Einsatzwagen ausrangiert, auf lettischen Boden leisten sie noch gute Dienste. Vor allem, weil die Freiwillige Feuerwehr anders als in Deutschland nicht vom Staat gefördert wird und die Kommunen nicht gerade finanzstark sind.
Strahlende Augen bei der Übergabe der Fahrzeuge - zuletzt am vergangenen Samstag - sind für Erich Peitz der beste Lohn für seinen oftmals bis zu zweitägigen Fahrer-Dienst. Fünfeinhalb Stunden mit Tempo 50 bis 70 bis Travemünde, von dort 27 Stunden mit der Fähre über die Ostsee ins lettische Liepaja und dann noch einmal neun Stunden bis Valmiera - das ist das Reiseprotokoll der Unimog-Tour.
Das Tanklöschfahrzeug hatte bis zu seiner wohl längsten Reise 24 500 Kilometer auf dem Tacho, 750 kamen jetzt dazu. Am Steuer eines Autos zu sitzen, macht Erich Peitz nichts aus, schließlich hat der Rietberger jahrzehntelang die Gütersloher Oberkreisdirektoren und Landräte gefahren.
Der gelernte Seidenweber lenkte im Juli 1992 auch eines der beiden Autos, mit dem die erste Delegation gen Valmiera fuhr. "Das war wahnsinnig abenteuerlich", erinnert sich der 77-Jährige. Wartezeiten von bis zu einem Tag an der polnisch-litauischen Grenze mussten die Kreis-Gütersloher nicht in Kauf nehmen. Dank besonderer Papiere habe man an den Autoschlangen vorbeifahren dürfen, berichtet Peitz.
Kein Wunder, dass die Reisenden in Sachen Valmiera-Partnerschaft unterwegs längst bekannt sind. "Bei der Schifffahrtsgesellschaft wird Erich Peitz nur ‚Herr Landrat' genannt", erzählt Hans- Joachim Schwolow. Der Koordinator der Partnerschaft beim Kreis Gütersloh will auf den Rietberger nicht verzichten.

Zitat

"Erich Peitz ist für unsere vielfältigen Beziehungen zur Region Valmiera in Lettland unersetzlich. Er lebt die Partnerschaft." Landrat Sven-Georg Adenauer über den 77-jährigen Rietberger.

Hintergrund

Die 37-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die jetzt die lettische Partnerregion Valmiera besucht hat, wurde von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) angeführt. Mit dabei waren auch einige FWG/UWG-Politiker aus dem Kreis, Vertreter von Stadtratsfraktionen aus Halle und Borgholzhausen sowie Klemens Keller, der Bürgermeister der Lebkuchenstadt. Auch die seit Jahren in der Partnerschaft aktiven Renate Groß aus Gütersloh und Ex-Landrat Franz-Josef Balke aus Verl vertieften vor Ort ihre Kontakte. Detlef Stieg, der Leiter der Abteilung Straßenverkehr des Kreises, traf sich zu Gesprächen mit seinem lettischen Amtskollegen. Und: Regina Dieckmann, die Leiterin des Altenheims Am Park in Rheda, besuchte die Seniorenheime in Valmiera und Rujena. Sie sprach anschließend von "berührenden Begegnungen".


77-Jähriger ist die Zuverlässigkeit in Person nach oben  
Die neue Musikschule in Valmiera war ein Punkt des Besuchsprogramms der Gütersloher Delegation. 400 Schüler werden von 40 Lehrern unterrichtet.
Im Kunsthandwerkerzentrum von Rujena bestellte Goldschmied Wolfgang Otterpohl aus Halle 50 rote Lederbeutel, um darin Schmuck für seine Kunden zu verpacken. Geliefert werden sie Ende November, wenn Valmiera sich beim Weihnachtsmarkt in Wiedenbrück präsentiert. Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus (Mitte) dolmetschte.
Übergabe eines Tanklöschfahrzeugs aus Halle-Kölkebeck: (v. l.) Janis Krastins, Chef der Berufsfeuerwehr in der Region Vizeme, Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis mit Kopien von Zeitungsberichten über die Abfahrt des Feuerwehrautos in Halle, Dieter Baar, erster stellvertretender Bürgermeister von Halle, und Übersetzerin Rudite Markus.
  Die Glocke AUSZUG VOM 06. September 2014

Kreis Gütersloh (mn).
Der agile Rietberger Erich Peitz, der inzwischen zum 33. Mal in Valmiera gewesen ist, steht außer für Fahrzeugüberführungen auch für Personentransfers zur Verfügung. Regelmäßig holt er - ebenso wie der ehemalige Landrat Franz-Josef Balke - Gäste, die aus Valmiera nach Deutschland gekommen sind, vom Flughafen ab oder bringt sie dorthin zurück. Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow vom Kreis Gütersloh betont: "Mit Erich ist das immer toll."
Und Peitz selbst? "Ich fahre, so lange ich kann und die Letten zu uns kommen", sagt der 77-Jährige, der in dem baltischen Staat inzwischen darauf verzichtet, an der Fähre abgeholt zu werden. Schließlich kennt er sich in Lettland längst gut aus. Bei der letzten Tour hat er sich gar auf eine von einem ortskundigen Letten empfohlene Abkürzung eingelassen, die ihn allerdings in die Irre führte. "Das mache ich nicht noch mal", sagt Peitz mit einem Lächeln - und mit Blick auf die irgendwann anstehende nächste Tour gen Osten.
Komplikationen unterwegs hat es bisher nur einmal bei der Tour mit der Kehrmaschine gegeben. Hinter Rostock knallte es plötzlich, und eine der beiden Antriebswellen war kaputt. Peitz: "Die defekte Welle habe ich abmontiert und dann den Weg nach Valmiera mit nur einer zurückgelegt."
Erich Peitz weiß sich zu helfen und ist die Zuverlässigkeit in Person. Undenkbar, dass er den Feuerwehr- Unimog unterwegs verkauft hätte.


Mazsalaca – ein kleiner Ort mit großem Echo nach oben  
Spendenübergabe für den Kindergarten in Mazsalaca: (v. l.) UWG-Ratsherr Peter Kalley mit Kindergartenleiterin Saiva Liepa und Michelle-Caroline Palesch vom Kreis Gütersloh, die parallel zur offiziellen Delegation mit anderen Jugendlichen in der Region Valmiera zu Gast war.
Krankenhaus-Chefarzt Dr. Edgars Grandans (rechts) erläuterte den deutschen Gästen die Situation in dem vor Jahren maßgeblich von dem Marienfelder Bekleidungsunternehmer Bruno Kleine geförderten Gebäudekomplex. In absehbarer Zeit muss ein neues Dach her.
Immer gut drauf und voller Elan ist Bürgermeister Harijs Rockpelnis. Er hat schon viel in Mazsalaca bewegt.

Bilder: Neitemeier

  Die Glocke AUSZUG VOM 06. September 2014
VON MARTIN NEITEMEIER

Harsewinkel/Mazsalaca (gl). Er hat Ökonomie in Riga studiert, ist 27 Jahre alt und kommt bei den Menschen gut an: Seit etwa anderthalb Jahren ist Harijs Rockpelnis neuer Bürgermeister von Mazsalaca, jenem Ort in der lettischen Region Valmiera, der seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zu Harsewinkel unterhält.

Beim jüngsten Besuch der Delegation aus dem Kreis Gütersloh zeigte Rockpelnis einigen deutschen Gästen, was er in seiner Gemeinde schon bewegt und welche Pläne er noch hat. Dabei spielt auch der einst von Bruno Kleine maßgeblich geförderte Gebäudekomplex, in dem das Krankenhaus und der Kindergarten untergebracht sind, eine wichtige Rolle. Denn dort wird derzeit wieder gebaut.
Der in dem verwinkelten Haus ebenfalls untergebrachte Sozialdienst ist ausgezogen und hat für eine Erweiterung des Kindergartens Platz gemacht. Die Hälfte der Arbeiten war zum Start des neuen Schul-, Kinder- und Universitätsjahrs am 1. September abgeschlossen, der Rest folgt in den nächsten Monaten. Angesichts des knappen Finanzbudgets war die neue Kindergartenleiterin Saiva Liepa überaus glücklich, als Peter Kalley, UWG Ratsherr aus Gütersloh und langjähriges ehemaliges Kreistagsmitglied, der Einrichtung eine nicht unerhebliche private Spende überreichte. Sie bedankte sich für die jahrelange Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh. Auch andernorts wurden im Rahmen des Delegationsbesuchs viele private Geldbeträge übergeben.
Die Erweiterung des Kindergartens ist allerdings nicht auf steigende Geburtenzahlen zurückzuführen. Im Gegenteil: Weil auch in Mazsalaca die Zahl der Kinder rückläufig ist, fasst die Kommune Kindergarten- und Schulstandorte zusammen. So ziehen die bisher im nahen ehemaligen Schloss untergebrachten fünf- bis sechsjährigen Kindergartenkinder jetzt mit in den "Kleine-Bau", so dass dort künftig 83 Kinder in vier Gruppen betreut werden. Ebenso verlassen die Grundschüler das herrschaftliche Haus und werden künftig in freien Räumen der benachbarten und auch mit vielen Spenden aus dem Kreis Gütersloh ausgestatteten Mittelschule betreut.
In dem frei gewordenen Schloss will der Bürgermeister die zwei andernorts vorhandenen Heimatmuseen konzentrieren und stärker dem Tourismus zugänglich machen. Schließlich liegt das einst mit Farbe aus dem Kreis Gütersloh aufgemöbelte Herrenhaus prädestiniert am Eingang zum Natur- und Skulpturenpark mit dem Sandstein-Echofelsen.
Nach dem Bau einer neuen Straße kommen angesichts des deutlich verkürzten Weges zunehmend auch Besucher aus Estland nach Mazsalaca. Kein Wunder, dass Harijs Rockpelnis voller Engagement und Stolz die Kommune mit den freundschaftlichen Beziehungen nach Harsewinkel immer wieder doppeldeutig als "kleinen Ort mit einem großen Echo" bezeichnet.

80 000 Euro fürs Dach

Harsewinkel/Mazsalaca (mn). Die Kindergarten-Erweiterung ist eine aktuelle Baustelle in dem aus Harsewinkel (Familie Kleine) und dem Kreis Gütersloh stark geförderten Gebäudekomplex in Mazsalaca. Eine weitere zeichnet sich ab. "Wir brauchen ein neues Dach", sagte Krankenhaus-Chefarzt Dr. Edgars Grandans. Die vor 20 Jahren verlegten Onduline- Platten müssen erneuert werden. Ein neues Stahldach kostet 80 000 Euro. Geld, das das Krankenhaus nicht hat. Den Tagessatz von 13 Euro will der Chefarzt auch nicht erhöhen. "Wir sind ein einfaches Krankenhaus für Arme und das soll auch so bleiben. Wir bieten gutes Essen, gute Betreuung und Wärme im Winter." Grandans ist optimistisch, dass er Wege und Mittel zur Finanzierung des neuen Dachs findet. Dabei setzt er auch auf Spenden. EU-Mittel gibt es nicht, weil sich mit dem Krankenhaus und dem Kindergarten zwei Einrichtungen unter einem Dach befinden. Das ist förderschädlich.


Die neuen Freunde fürchten um Ihre Freiheit

Klemens Keller berichtet von einer fünftägigen Delegationsreise nach Naukšeni im ehemaligen Kreis Valmiera
nach oben  
Erinnerung an den »Baltischen Weg«: Unser Bild zeigt – von links – Verwaltungschef Egils Tenters,Dolmetscherin Everita Groseva, Andreas Hartlage, Klemens keller, Janis Zument, Regina Hartlage und den Initiator der Stadtefreundschaft, Visvaldis Skujiens.
Zum Start: Klemens Keller überreichte der Schulleiterin der Grundschule in Naukšeni Geschenke aus Borgholzhausen.

FOTOS: HK

  Haller Keisblatt AUSZUG VOM 06. September 2014
VON ANKE SCHNEIDER

Borgholzhausen. "Die Menschen in Lettland haben derzeit große Angst vor Putin", schildert Klemens Keller, wie die Weltpolitik einen freundschaftlichen Besuch überschatten kann. 34 Teilnehmer aus dem Kreis Gütersloh waren Ende August zu einer Delegationsreise in die Region Valmiera gestartet. Unter ihnen auch ein Trio aus Borgholzhausen, bestehend aus dem Bürgermeister, Stadträtin Regina Hartlage und ihrem Ehemann Andreas Hartlage. Das Trio besuchte unter anderem den lettischen Ort Naukšeni, mit dem Borgholzhausen eine Freundschaft aufbauen möchte. Seit Dienstag ist die Gruppe zurück - im Gepäck viele Eindrücke von den Menschen in Naukšeni und in Lettland.

Der Kreis Gütersloh pflegt schon seit 20 Jahren enge Beziehungen zum Kreis Valmiera, der 2009 im Rahmen einer Reform aufgelöst wurde. Um die Partnerschaft auch formal weiterhin aufrechterhalten zu können, schlossen sich die Gemeinden des ehemaligen Kreises Valmiera zu einem Partnerschaftsverein zusammen und besiegelten ihre Partnerschaft zum Kreis Gütersloh erneut. Borgholzhausen möchte nun eine Städtefreundschaft mit Naukšeni aufbauen, das nur 2100 Einwohner hat und etwa 42 Kilometer nördlich der Stadt Valmiera liegt. Am 9. Mai besuchten Bürgermeister Janis Zuments und Verwaltungschef Egils Tenters aus Naukšeni die Stadt Borgholzhausen und trugen sich in das goldene Buch ein. Die Delegationsreise führte die Gruppe zunächst nach Riga, wo die Gäste aus dem Kreis Gütersloh die Oper Nabucco besuchten und die neue Nationalbibliothek, die drei Millionen Bücher vorhält. Danach ging es nach Valmiera, wo Vertreter der Stadt Halle ein ausgemustertes Feuerwehrauto an die Stadt übergaben. Am Montag reisten Klemens Keller und das Ehepaar Hartlage nach Naukšeni, wo wie in ganz Lettland Einschulungsfeiern stattfanden.
In zwei Schulen war das Trio dabei. Keller sprach im Rahmen der Feierlichkeiten ein Grußwort und übergab den Schulleiterinnen Geschenke aus Borgholzhausen. "Die Einschulung ist in Lettland ein großes Fest", berichtet das Stadtoberhaupt. Man ziehe die beste Kleidung an und bringe zu dem großen Tag die komplette Verwandtschaft mit. "Nur Schultüten gab es kein. Die kennen die Letten nicht", sagt der Bürgermeister.
Keller berichtet weiter, dass er in Erfahrung gebracht habe, dass die Kinder der Grundschulen schon in der ersten Klasse in Englisch unterrichtet werden. Ab Klasse drei kommt die zweite Fremdsprache dazu und sie können zwischen Russisch, Deutsch und Spanisch wählen.

Millionen Menschen forderten Freiheit

Beeindruckt hat den Bürgermeister auch ein Besuch des sogenannten Baltischen Weges an der Grenze zu Estland, das direkt an Naukšeni angrenzt. Der Baltische Weg erinnert an eine 600 Kilometer langen Menschenkette durch das Baltikum, zu der sich am 23. August 1989 Millionen Esten, Letten und Litauer zusammenfanden.
50 Jahre nach dem Hitler- Stalin-Pakt, durch den Estland, Lettland und Litauen an die Sowjetunion fielen, fanden sich die Menschen zu dieser menschlichen Kette zusammen, um ihre Einigkeit in dem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren. Die Menschenkette reichte seinerzeit von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland. Sie war die größte Menschenkette der Geschichte.
Keller erzählt, dass die Angst der Letten vor Putin sehr groß sei. Als Grenzland zu Russland befinden sich die Letten in unbehaglicher Nähe zum riesenhaften Nachbarn. Medienberichten zufolge soll Putin großes Interesse daran haben, die Zwergstaaten Lettland, Estland und Litauen zurückzugewinnen und auch im benachbarten Polen sind die Sorgen groß. Der Chef der rechtslastigen Liberaldemokratischen Partei in Moskau, Wladimir Schirinowski, soll kürzlich sogar empfohlen haben, diesen Ländern mit einem Atombombeneinsatz zu drohen, damit sie erkennen, wohin sie gehören. In den drei baltischen Staaten leben große russische Minderheiten.
Klemens Keller macht deutlich, dass die Energie in Zukunft dahin gerichtet sein müsse, die Menschen beider Gemeinden zueinanderzubringen. "Sonst macht eine Freundschaft zwischen uns keinen Sinn", sagt er. Zu diesem Zweck hat die Stadt Borgholzhausen eine CD erstellt, auf der sich die Lebkuchenstadt vorstellt.
Eine ebensolche CD gibt es auch aus Naukšeni. Die Datenträger der jeweils anderen Gemeinde sollen nun unters Volk gebracht werden, dazu unter anderem auch in den Schulen verteilt werden. Natürlich sind auch weitere Besuche geplant, womöglich noch in diesem Jahr.


Große Haller Delegation zum Feiertag

Delegationsreise von Vertretern des Kreises Gütersloh in die lettische Partnerregion Valmiera
nach oben  
Bunte Begrüßung: Die älteren Schülerinnen und Schüler präsentieren bei der Einschulungsfeier in Koceni eine Aufführung.
Flachblumenstrauß: Georg Wittkowski übergab in Koceni eine 500-Euro-Spende an die Kindergartenleiterin Inese Sudraba.
Ein starkes Präsent: Dieter Baars (Zweiter von rechts), stellvertretender Bürgermeister der Stadt Halle, übergibt den Unimog an den Chef der Freiwilligen Feuerwehr Lettlands, Stanislavs Sungaila (rechts), Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis und Janis Skrastins, Chef der Berufsfeuerwehr Vidzeme (links).

FOTOS: J. Focken

  Haller Keisblatt AUSZUG VOM 05. September 2014

Kreis Gütersloh/Valmiera (HK). Gleich siebenfachen Besuch statteten Vertreter des Kreises Gütersloh statteten ihrer Partnerregion zu einem besonderen Feiertag ab: Am 1. September werden in jedem Jahr die neuen Erstklässler in Lettlands Schulen begrüßt. Diesmal war in allen sieben Kommunen des ehemaligen Kreises Valmiera eine Delegation aus dem Kreis Gütersloh dabei.

Vor zwei Jahren wurde der 1. September zum offiziellen Feiertag im baltischen Staat erklärt, damit die Familien ihn ausgiebig feiern können. In den Restaurants und Lokalen herrscht Vollbetrieb. Die mehr als 30-köpfige Delegation aus dem Kreis Gütersloh mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze nutzte die Gelegenheit und verteilte sich in diesem Jahr auf die sechs Großgemeinden und die Stadt Valmiera.
In jedem Jahr gibt es neben unzähligen Kontakten auf den unterschiedlichsten Ebenen eine große Delegation aus dem Kreis Gütersloh, die die Partnerregion Valmiera besucht. Der lettische Besuch fand bereits im Mai statt.
Mit auf den Weg nach Lettland machten sich diesmal 34 Teilnehmer, darunter eine sehr große Gruppe aus Halle, das seit 2011 eine offizielle Städtepartnerschaft mit Valmiera pflegt. Freundschaftliche Beziehungen gibt es darüber hinaus zwischen Borgholzhausen und Naukseni, zwischen Harsewinkel und Mazsalaca und zwischen Steinhagen und Rujiena. Gleichzeitig besuchten in diesem Jahr vier Nachwuchskräfte des Kreises Gütersloh die Region Valmiera. Michelle-Caroline Palesch, Jasmin Henneböhl, Elena-Sofie Winkelhage und Maleen Kottke sind Teil der Jugendpartnerschaft, welche die Kontakte unter den Jüngeren in beiden Ländern intensivieren soll. "Wir bauen auf die Jugend", erklärte Adenauer. Die Jüngeren könnten der Freundschaft wieder neue Impulse geben. Interessantes Detail am Rand: Harijs Rokpelnis, Bürgermeister von Maszalaca, ist mit seinen 27 Jahre selbst Mitglied der jungen Gruppe und war einer der Initiatoren dieser Nachwuchsriege.

Besuch in der Kulturhauptstadt

Das Programm, das die Letten für ihre deutschen Freunde vorbereiten, ist in jedem Jahr tagesfüllend. Neben dem Schulstart zum 1. September spielte auch die europäische Kulturhauptstadt Riga in diesem Jahr eine Rolle. In der lettischen Staatsoper, Nationalheiligtum einer kulturbegeisterten Bevölkerung, durften die Besucher aus dem Kreis Gütersloh Verdis Oper "Nabucco" sehen und hören. Auch der Besuch der neuen Nationalbibliothek am Tag der offiziellen Eröffnung stand auf dem Programm.
Ein Feuerwehr-Unimog der Stadt Halle für die Partnerstadt war die größte Spende (siehe Info), aber es gab auch viele weitere Wohltätigkeiten zu verteilen: Als Privatmann ließ Werner Dünhölter aus Anlass seines 80. Geburtstags eine Spende in Höhe von 7000 Euro an den Kindergarten Kauguri überreichen. Dirk Holtkamp überreichte seine persönliche Spende in Höhe von 500 Euro selbst im Kindergarten in Burtnieki. Zudem hatte er Malpapier und Spielzeug dabei. Ebenfalls von ihm organisiertes Spielzeug gab es für einen Kindergarten in Rujiena. Des Weiteren überreichte Peter Kalley eine Privatspende: Das ehemalige FWG/UWG-Kreistagsmitglied spendete 1000 Euro für einen Kindergarten in Mazsalaca. Ein Akkordeon für eine lettische Heimatmusikgruppe hatte Hans-Joachim Schwolow im Gepäck: Der Partnerschaftskoordinator auf Seiten des Kreises Gütersloh hatte die Spende von Karin Tönnissen-Lersmacher erhalten.

Kraftpaket im Gepäck

Halle/Valmiera. Die Freiwillige Feuerwehr im ehemaligen Kreis Valmiera hat eine Ausnahmestellung. Nirgendwo sonst gibt es so viele Fahrzeuge wie in den sechs Großgemeinden und der Stadt Valmiera. Dank der deutsch-lettischen Partnerschaft mit dem Kreis Gütersloh ist es seit Ende August wieder ein Einsatzfahrzeug mehr. Ein Unimog-Löschfahrzeug, gespendet von der Stadt Halle, bereichert den Fuhrpark in Valmiera. Seit Beginn der Partnerschaft 1994 sind mehr als 30 Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge gespendet worden. Die Fahrzeuge, die bei Städten und Gemeinden, bei Firmen und dem Kreis Gütersloh ausgemustert worden sind, leisten in Valmiera immer noch gute Dienste. Vor allem der Feuerwehrbereich profitiert im Vergleich zu den Nachbar-Regionen enorm. "In Lettland erhalten Freiwillige Feuerwehren weder vom Staat noch von der Gemeinde ein Fahrzeug. Deswegen ist die Situation in anderen ehemaligen Kreisen wesentlich schlechter", berichtet Arthurs Rudzitis. Er koordiniert seit rund 20 Jahren ehrenamtlich die Feuerwehrhilfe innerhalb der Partnerschaft auf lettischer Seite.


"Das ist gelebte Partnerschaft"

Erich Peitz leistet unschätzbare Dienste bei der deutsch-lettischen Freundschaft
nach oben  
Von Anfang an dabei: Erich Peitz engagiert sich seit 1992 in der Partnerschaft zwischen den Kreisen Gütersloh und Valmiera. In diesem Jahr hat er ein Unimog-Löschfahrzeug nach Lettland überführt.
Viel gesehen, viel erlebt: Unser Foto zeigt die Gruppe aus dem Kreis Gütersloh vor der ehemaligen Grundschule in Mazsalaca, in der demnächst unter anderem das Heimatmuseum ein neues Domizil finden wird.
Monumental: Mehr als 500 Millionen Euro hat die neue lettische Staatsbibliothek in Riga gekostet. Die Delegation hatte die Gelegenheit, das futuristische Bauwerk noch vor der offiziellen Eröffnung zu besichtigen.
Volle Körbe: Vitauts Stana, Vorsitzender des lettischen Partnerschaftsvereins (l.), und Landrat Sven-Georg Adenauer nutzten die Pilzsaison zu einem Ausflug in die schönen lettischen Wälder.

FOTOS: RICHARD ZELENKA

  Westfalen Blatt AUSZUG VOM 04. September 2014

Von Richard Zelenka

Kreis Gütersloh/Valmiera. Gleich zweimal auf seiner langen Fahrt von Gütersloh in die lettische Region Valmiera wurde Erich Peitz bei Tankstellenstopps gefragt, ob er das rote Feuerwehrlöschfahrzeug Unimog 1.300 L verkaufen wolle. Der 77-jährige Gütersloher winkte dankend ab." Man hat mir einen guten Preis geboten, aber das Fahrzeug wird hier dringend benötigt", sagte Peitz bei der Übergabe des gut erhaltenen Unimogs an die Freiwillige Feuerwehr in Valmiera.

Das rote Feuerwehrauto, das 34 Jahre zuverlässige Dienste beim Haller Löschzug Kölkebeck leistete und keine 25.000 Kilometer auf dem Tacho hat, wurde bereits sehnsüchtig erwartet. Denn die Freiwilligen Feuerwehren in der kleinen lettischen Republik sind im Gegensatz zu den dortigen Berufsfeuerwehren schlecht ausgestattet und werden staatlich finanziell kaum unterstützt.
Das gilt auch für die Löschzüge in dem ehemaligen Kreis Valmiera, mit dem der Kreis Gütersloh seit 1992 auf vielen Ebenen freundschaftliche Beziehungen pflegt und in diesen 22 Jahren zahlreiche Hilfsprojekte, so auch im Feuerwehrwesen, startete und erfolgreich abschloss. Die Fahrzeugspende wurde im Rahmen der jüngsten Delegationsreise im Zentrum von Valmiera an die lettischen Kameraden übergeben. Die Gäste aus Deutschland unter der Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer absolvierten auch diesmal ein interessantes Programm (siehe Infokasten).
Nach der Gebietsreform besteht der ehemalige Kreis Valmiera aus sechs Großgemeinden und der Stadt Valmiera. Sie alle profitierten von der Hilfe aus dem Kreis Güterloh. Das wurde auch beim Frese-Cup in Rujiena deutlich, mit dem die Freiwilligen Feuerwehren alljährlich an den 2000 verstorbenen ehemaligen Kreisbrandmeister Helmut Frese erinnern - von den neun Fahrzeugen, die am Rande des Wettkampfs auf einer Wiese abgestellt waren, hatte sieben Erich Peitz nach Lettland gesteuert.
Ihm kommt eine Schlüsselrolle zu bei der Überführung von Hilfsgütern nach Lettland. Der heute 77-Jährige war bis zu seiner Pensionierung viele Jahre zuverlässiger Chauffeur im Gütersloher Kreishaus - er kutschierte Hans Scheele zwei Jahre lang, saß 15 Jahre am Steuer, wenn Werner Sturzenhecker von Termin zu Termin eilte und war auch unter Günter Kozlowski fünf Jahre lang als Fahrer im Einsatz. In dieser Zeit legte Erich Peitz unzählige Kilometer auf den Straßen im Kreis Gütersloh und in der gesamten Region unfallfrei zurück. Das prädestinierte ihn schließlich für die wichtige Aufgabe, die im Kreis Gütersloh gespendeten Fahrzeuge, Geräte und Maschinen zu den lettischen Freunden zu befördern. Aber auch seine Freundlichkeit, seine ausgeglichene Art und seine Hilfsbereitschaft machten ihn zur idealen Besetzung für diesen verantwortungsvollen Posten. Von Anfang an interessierte sich Erich Peitz für die Partnerschaft zwischen Deutschen und Letten. Er gehörte bereits im Juli 1992 der ersten Delegation aus dem Kreis Gütersloh an, die sich auf den Weg ins Baltikum machte, um die Chancen einer freundschaftlichen Beziehung auszuloten. An der Seite von Günter Kozlowski, Franz-Josef Balke und Ursula Bolte bereiste er das kleine baltische Land und knüpfte Kontakte zu den Menschen, die sich mit viel Idealismus daran machten, die ehemalige Sowjetrepublik in eine bessere Zukunft zu führen.
Erich Peitz war bereits 33 Mal in Lettland. In dieser Zeit hat er alleine und in Begleitung weiterer Helfer 15 Fahrzeuge für die Krankenversorgung und 16 Feuerwehrautos auf verschiedenen Routen - über Land und mit einer Fähre - nach Lettland überführt. Auch eine ausgediente Allradkehrmaschine war dabei. An diese abenteuerliche Reise erinnert sich der 77-Jährige noch ganz genau. "Das Gerät schaffte gerade 60 Sachen. So bin ich auf der Autobahn nur nachts gefahren". Aber nicht nur bei den Fahrzeugtransporten ist Erich Peitz, der auf der Fähre bereits den Beinamen "Landrat" hat, stets zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird. Auch bei der Beförderung der lettischen Gäste im Kreis Gütersloh oder beim Flughafentransfer ist er, wenn es seine Zeit zulässt, immer einsatzbereit. All dies leistet der Pensionär Erich Peitz unentgeltlich und ehrenamtlich. Und er tut es gerne: "Das macht mir immer noch viel Spaß", beteuert er. Sein Einsatz wird allseits geschätzt. "Erich ist einfach toll. Ohne ihn wäre die Partnerschaft kaum denkbar", sagt Hans-Joachim Schwolow als unermüdlicher Koordinator und Motor der Freundschaft. Und auch Landrat Sven-Georg Adenauer ist voller Lobes: "Das, was Erich Peitz leistet, ist gelebte Partnerschaft. Er ist ein Vorbild für uns alle".

Gute Zukunft für die Partnerschaft

37 Personen aus dem Kreis Gütersloh gehören in diesem Jahr der Delegation in den ehemaligen lettischen Partnerkreis an. Sie absolvieren ein umfangreiches Besuchsund Besichtigungsprogramm in der kleinen lettischen Republik. Die Begegnung mit den Menschen, die zum Gelingen der zahlreichen Projekte beitragen, die Besichtigung wichtiger gemeinsamer Vorhaben sowie kulturelle und touristische Programmpunkte standen im Mittelpunkt der Reise. Erstmals in der Geschichte der Partnerschaft hatten die Gäste aus Deutschland die Gelegenheit, den ersten Schultag, der in Lettland traditionell am 1. September erfolgt und überaus festlich und fröhlich begangen wird, persönlich mitzuerleben. Dass die Partnerschaft auf eine gute Zukunft bauen kann, wurde deutlich, als eine Gruppe junger Menschen aus dem Kreis Gütersloh gemeinsam mit lettischen Gleichaltrigen die Ergebnisse eines Workshops in Valmiera vor großem Publikum präsentierte. Die Delegationsreise wurde ein wenig überschattet von der russischen Aggression in der Ukraine. Viele Letten fürchten, dass der große Nachbar auch die baltischen Staaten ins Visier nehmen könnte.


Oldtimer sichern den Brandschutz

Vize-Bürgermeister Dieter Baars übergibt Haller Löschfahrzeug an die Feuerwehr in Valmiera
nach oben  
Halles Vize-Bürgermeister Dieter Baars (Zweiter von rechts) übergibt den Unimog an den Chef der Freiwilligen Feuerwehr Lettlands, Stanislavs Sungaila (rechts), Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis und Janis Skrastins, Chef der Berufsfeuerwehr des Bezirkes Vidzeme (links).
  Westfalen Blatt AUSZUG VOM 04. September 2014

H a l l e / Va l m i e r a (WB). Die Freiwillige Feuerwehr im ehemaligen Kreis Valmiera hat eine Ausnahmestellung. Nirgendwo sonst gibt es so viele Fahrzeuge bei den Freiwilligen Feuerwehren wie in den sechs Großgemeinden und der Stadt Valmiera. Dank der deutschlettischen Partnerschaft mit dem Kreis Gütersloh ist es seit Ende August wieder ein Einsatzfahrzeug mehr. Ein Unimog- Löschfahrzeug, gespendet von der Stadt Halle.

Übergeben wurde der Unimog im Rahmen einer Delegationsreise aus dem Kreis Gütersloh unter Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer. Seit Beginn der Partnerschaft 1994 sind mehr als 30 Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge gespendet worden. Die Fahrzeuge, die bei Städten und Gemeinden, bei Firmen und dem Kreis Gütersloh ausgemustert worden sind, leisten in Valmiera immer noch gute Dienste. Vor allem der Feuerwehrbereich profitiert im Vergleich zu den Nachbar-Regionen enorm. "In Lettland erhalten Freiwillige Feuerwehren weder vom Staat noch von der Gemeinde ein Fahrzeug. Deswegen ist die Situation in anderen ehemaligen Kreisen wesentlich schlechter", berichtet Arthurs Rudzitis während des Frese-Cups der Freiwilligen Feuerwehren in Rujiena.
Rudzitis koordiniert seit rund 20 Jahren ehrenamtlich die Feuerwehrhilfe innerhalb der Partnerschaft auf lettischer Seite. Auf deutscher Seite war am Anfang federführend der Namensgeber des sportlichen Feuerwehr-Wettkampfs dabei: Helmut Frese, im Jahr 2000 verstorbener ehemaliger Kreisbrandmeister.
Alt, aber funktionstüchtig: Was auf die meisten der gespendeten Fahrzeuge zutrifft, gilt auch für den Unimog aus Halle-Kölkebeck. Der jedoch hat trotz seiner 34 Jahre einen beachtlichen Liebhaberwert, wie Erich Peitz zu berichten weiß. Peitz, der etliche der Fahrzeuge nach Lettland überführt hat, wurde auf dem Weg beim Tanken zwei Mal angesprochen, ob er den Unimog verkaufen wolle. Wie viele Lettlandfahrten Peitz bereits hinter sich gebracht hat, lässt sich in Rujiena beim Frese-Cup erahnen. In der Reihe von neun Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren am Rande des Sportplatzes stehen lediglich zwei, die er nicht nach Lettland gesteuert hat.
Rund 200 aktive Mitglieder zählen die Freiwilligen Feuerwehren in der Region Valmiera. Allmählich, so Rudzitis, komme auch die Nachwuchs-Werbung in Schwung. Beim Frese-Cup in Rujiena sind viele junge Gesichter zu sehen. In sechs Schulen gibt es eine freiwillige AG Feuerwehrwesen.


Die Kunst überwindet die Grenzen nach oben  
Gut besucht: Auch viele Gäste und Kunstfreunde aus Halle und Dissen wollten sich diese Ausstellungseröffnung nicht entgehen lassen. Staunen über die Vielfalt: Jeder der vier lettischen Künstler arbeitet auf seine ganz eigene Weise. So ergibt sich eine große Bandbreite von Kunstwerken, die jetzt in der kleinen Rathausgalerie zu sehen ist.
Von Alexander Heim
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 06.08.2014



Borgholzhausen.
Die Stile ihrer Arbeiten sind zutiefst unterschiedlich: Mal wollen sie, dass der Betrachter einen Blick auf sich selbst wirft. Dann wieder sind es Städteporträts, die ihm oder ihr begegnen. Manch Stillleben erwartet da die Besucher der Ausstellung. Oder aber es ist zuvorderst der kompositorische Aufbau, der zu dem Kunstinteressierten sprechen möchte. Seit Sonntag stellen die vier lettischen Künstler Iveta Gudeta, Aivars Benuzs, Janis Galzons und Antra Galzone im Rathaus aus. Und ihr Besuch ist dabei mehr als nur die Stippvisite einiger Kunstschaffenden. Seit mehr als 20 Jahren nämlich verbindet den Kreis Gütersloh und den Kreis Valmiera in Lettland eine enge Partnerschaft. Kein Wunder also, dass Piumer Künstler wie Wolfgang Meluhn oder im Vorjahr Beate Freyer-Bongartz den Weg ins Baltikum fanden, jeweils bereits große Einzelausstellungen dort präsentieren durften. Nun fanden umgekehrt, wieder einmal einige lettische Künstler den Weg in den Kreis Gütersloh. Und machten dabei erstmals auch Station in der Lebkuchenstadt. Zu Gast in »Dauntown«
Umso mehr freute sich am Sonntag Bürgermeister Klemens Keller, die vier Kunstschaffenden begrüßen zu dürfen. "Über Kunst und Kultur verstehen sich die Menschen ja oft besonders gut", so Piums Bürgermeister in seiner Ansprache. "Daher freut es mich, dass Sie gemeinsam arbeiten und die gemeinsamen Arbeiten auch am nächsten Wochenende gezeigt werden."
Eine Woche lang nämlich arbeiten Iveta Gudeta, Aivars Benuzs, Janis Galzons und seine Frau Antra Galzone nun beim Symposium in der Künstlerwerkstatt »Dauntown«, die in der ehemaligen Bettfedernfa-brik in Kleekamp beheimatet ist. Was dabei in Pium entsteht - am Samstag wird es ab 14 Uhr im Museum Borgholzhausen öffentlich zu sehen sein. "Am Freitagabend sind wir bereits auf der Burg Ravensberg verabredet, um gemeinsam dort zu essen", so Kulturvereins-Vorsitzende Astrid Schütze.
20 Jahre Kulturaustausch
Sie sprach dazu eine herzliche Einladung an alle weiteren Interessierten aus. Ihren großen Dank entbot sie zum einen dem Dauntown-Team, zum anderen Joseph Schräder, dem Zweiten Vorsitzenden des Kulturvereins, der sich um das Entstehen der Ausstellung vor Ort gekümmert hatte. Doch: Wer sind die vier Künstler eigentlich, die nun im Bergstädtchen zu Besuch sind? Darüber informierte Dr. Silvana Kreyer. Seit vielen Jahren ist sie für den Kulturaustausch zwischen dem Kreis Gütersloh und dem Kreis Valmiera zuständig. Sie führte am Sonntag nicht nur ins Werk der Künstler ein, sie übersetzte auch simultan die Reden der Gastgeber ins Lettische.
Während Antra Galzone und ihr Mann Janis Galzons bereits öfter im Kreis Gütersloh zu Gast waren, sind die Besuche und Ausstellungen von Iveta Gudeta und Aivars Benuzs echte Premieren. "Aivars Benuzs ist fast unbemerkt zu einer der leuchtendsten Künstlerpersönlichkeiten in der lettischen zeitgenössischen Kunst geworden", erläuterte Dr. Silvana Kreyer. Plakativ seien seine Arbeiten, erklärte sie weiter. "Mit einer gewissen Ironie geht er an seine Themen heran. Er blickt auf seine Mitmenschen, auf die Attribute ihres Stolzes." Und fordere mit einer gewissen Nettigkeit dazu auf, den Blick auf sich selbst zu richten. Dabei sticht vor allem auch seine Technik heraus, bei der er auf Metallplatten arbeitet, in sie ritzt, ätzt, sie dann mit Farbe überzieht. "Ich wüsste nichts Vergleichbares schon einmal gesehen zu haben", machte Dr. Silvana Kreyer auf diese Bilder neugierig.
Janis Galzons hingegen ist überzeugt von der Kraft der Inspiration. "Jede Arbeit ist der Widerschein einer neu geschaffenen Gefühlswelt", erläuterte die Musikwissenschaftlerin Dr. Silvana Kreyer. Was Galzons interessiere sei die assoziative Grenze zwischen der realen, sichtbaren Welt sowie das eigene, innere Gefühl für die Welt. »Nachtgespräch«, »Herzklopfen« oder »Warte auf mich« hat er einige der Werke betitelt, die nun im Rathaus zu sehen sind. Antra Galzones’ Interesse ist es hingegen, die innere Welt von Menschen sichtbar werden zu lassen. Konkrete Orte oder Menschen sowie deren Befindlichkeiten seien es, die den geistigen Hintergrund ihrer Arbeiten bildeten. Wichtig sei ihr der kompositorische Aufbau der Bilder, dessen Rhythmus dichte und mehrschichtige Farbfelder bilden. Iveta Gudeta, als Vierte im Bunde, zeigt in Borgholzhausen Stillleben. Fantasievolle Stillleben
"Fantasievolle Bilder, die Erinnerungen an Lettlandreisen wecken", so Dr. Silvana Kreyer. Ein großer Dank ging am Sonntag an Hans-Joachim Schwolow, den Partnerschafts-Koordinator des Kreises Gütersloh. Janis Galzons überreichte ihm als besonderes Präsent ein gerade erst erschienenes Buch, das lettische Künstler gestaltet haben.
Freundschaft und Liebe
Auch Guna Medne und Museumsleiterin Iveta Bluma, die die Künstlergruppe nach Deutschland begleiten, sprachen Worte des Dankes aus. "Im Leben eines jeden Menschen gibt es drei wichtige Dinge: Liebe, Freundschaft und Achtung. Sie haben uns viel Freundschaft und Liebe entgegengebracht. Wir möchten gerne denen danken, die die Ausstellung möglich gemacht haben."


Aktuelle Kunst aus Lettland im Rathaus nach oben  
„Salute“ so lautet der Titel dieses Bildes von Antra Galzone
Lettische Künstler zu Gast in Borgholzhausen: Am Sonntag, 3. August, wird eine Ausstellung im Rathaus eröffnet. Dieses Stillleben von Iveta Gudeta ist eines der Bilder, die dort zu sehen sind.
  Haller Kreisblatt AUSZUG



Borgholzhausen(AG). Nur sechs Tage lang besteht die Möglichkeit, eine hoch interesannte Ausstellung mit lettischer Gegenwartskunst in Borgholzhausen zu besichtigen. Die erste Möglichkeit ergibt sich am Sonntag, 3. August ab 11.15 Uhr, bei der Ausstellungseröffnung, zu der vom Kunstverein Borgholzhausen eingeladen wird.

Aivard Benužs (Jahrgang 1966), Iveta Gudeta (1965), Antra Galzone (1965) und Jänis Galzons (1954) nehmen seit heute an einem Kunst-Symposium in der Künstlergemeinschaft „Dauntown“ teil, die in der ehemaligen Bettfederfabrik in Kleekamp ihr Domizil hat.

Die vier Künstler arbeiten als Dozenten an der Kunstmittelschule im lettischen Valmiera mit dem Kreis Gütersloh und die Stadt Borgholzhausen partnerschaftliche Beziehungen unterhalten. Sie alle können auf eine beeindruckende Zahl von Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Lettland, aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern verweisen. Der künstlerische Austausch wird unterstützt vom Kreis Gütersloh und der Stadt Borgholzhausen und ist eine Initiative des eingetragenen Vereins „Kultur unterwegs“. Dr. Silvana Kreyer, die auch als Übersetzerin im Rahmen der Partnerschaft zu Valmiera arbeitet, wird im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Sonntagmorgen im Namen des Vereins in das Schaffen der vier Künstler einführen. Für die Begrüßung durch den Borgholzhausener Kulturverein ist Astrid Schütze zuständig. Wer zu Eröffnung der Ausstellung am Sonntag keine Zeit hat, wird sich beeilen müssen. Die Bilder und Metallplastiken sind nur eine Woche lang in der Rathausgalerie zu besichtigen. Für Besucher geöffnet ist das Borgholzhausener Rathaus von montags bis freitags an den Vormittagen in der Zeit von 8 bis 12.30 Uhr. Am Donnerstagnachmittag kann die Ausstellung in der Zeit zwischen 14.30 und 18 Uhr besichtigt werden.


Grüße vom Roten Mond überm Baltikum
Kunstverein zeigt „4x Kunst aktuell aus Lettland“ - Zusammenarbeit mit Borgholzhausener Kreativen
nach oben  
Janis Galzons, Leiter und Dozent der Kunstschule Rujiena, hat in seinem Atelier schon Halles Bürgermeisterin begrüßt. Foto: Klaus-Peter Schilling


Auch Aivars Benuzs, Antra Galzone und Iveta Gudeta zeigen ihre Arbeiten in Borgholzhausen
Eine Schöne in farbenprächtiger Umgebung – dieser Ausschnitt eines Bildes von Antra Galzone erinnert ein wenig an Frida Kahlo.
  Westfalen Blatt AUSZUG



Borgholzhausen(kg). Zweifellos ein Monopol der Liebe: Herzen schießen mit Kanonen. Eine Sauciere bildet mit dicken Bohnen ein kühnes Stillleben. Eine schwarzhaarige Schöne schickt eine Taube als Gruß. Und ein roter Mond geht über einer kubistisch verfremdeten Landschaft auf.

Die Handschrift der Künstler ist unterschiedlich wie ihr Werk. Gemeinsam in diesem Quartett die baltische Herkunft. „4x Kunst aktuell aus Lettland“ lautet darum beziehungsreich der Titel einer Ausstellung des Kulturvereins Borgholzhausen am kommenden Wochenende.
Arbeiten von Aivars Benuzs, Iveta Gudeta, Antra Galzone und Janis Galzons sind am Sonntag, 3. August um 11.15 Uhr in der Galerie im Rathaus zu sehen. Nach der Begrüßung durch Vorsitzende Astrid Schütze spricht Dr. Silvana Kreyer von „Kultur unterwegs“. Denn die Ausstellung ist Teil eines Austausches, den der Kreis Gütersloh, die Stadt sowie Kultur unterwegs unterstützen.
Der Kulturverein beteiligt sich damit an der Partnerschaft der Kreise Gütersloh und Valmiera. Nachdem bereits zwei Künstler aus Pium große Einzelaustellungen im Museum Valmiera zeigen konnten, ist auch in der Lebkuchenstadt ein Kunst-Symposium geplant. Im Anschluss an die Ausstellung, die bis zum 8. August jeweils von acht bis 12.30 Uhr und Donnerstadt auch von 14.30 bis 18 Uhr zu sehen ist, arbeiten die vier zusammen mit Borgholzhausener Kreativen. Die Ergebnisse dieses künstlerischen Teamworks sind am Samstag 9. August, im Heimatmuseum Borgholzhausen zu sehen, die Astrid Schütze im WB-Gespräch sagte.
Aivars Benuzs ist 1966 geboren. Er hat am Kunstinstitut in Talinn in Estland mit Schwerpunkt im Metall-Design studiert. Er lebt in Valmiera, wo er an der Kunstmittelschule arbeitet. Er hat seine mehrfach ausgezeichneten Werke bei zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Ein Jahr jünger als Benuzs ist Iveta Gudeta, die ebenfalls als Dozentin an der Kunstmittelschule in Calmiera arbeitet. Sie hat an der lettischen Kunst-Akademie studiert: Kunstpädagogik, Design-Pädagogik und Malerei. Ungewöhnlich ist vielleicht, dass sie mehrfach an Pleinairs in Russland teilgenommen hat, bei der der Künstler das abzubildende Objekt direkt, in natürlichem Licht und natürlichem Umfeld darstellt – ein Gegensatz zu Ateliermalerei.
Ebenfalls 1965 geboren ist Antra Galzone. Sie hat an der lettischen Kunstakademie studiert und ihre Werke wie ihre Kollegen bei Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Sie lebt und arbeitet in Rujiena und ist Dozentin an der Kunstschule. Leiter und ebenfalls Dozent der Kunstschule Rujieana ist Janis Galzons, 1954 geboren. Auch er hat die Kunstakademie mit einem Abschluss bei Prof. Ivars Heinrihsons beendet. Neben der Malerei beschäftigt er sich mit Grafik, Reklame- und Interieur-Design.


Erster Schultag wird besonders festlich gestaltet nach oben  
Seit dem vorigen Jahr gibt es im Rathaus der Großgemeinde Koceni einen eigenen Raum für die Partnerschaft Gütersloh-Valmiera, hier der Vorsitzende des lettischen Partnerschaftsvereins Vitauts Stana (links) mit Landrat Sven-Georg Adenauer bei der Eröffnung.
Die neue lettische Nationalbibliothek in Riga wird am Freitag, 29. August, offiziell eingeweiht. Vor der Feier dürfen die Teilnehmer der Gütersloher Delegation an diesem 95. Gründungstag der Einrichtung bereits einen Blick hinter die Kulissen des Neubaus an der Daugava werfen.
Eine Neunaugen-Fischanlage an der Salaca werden die 34 Männer und Frauen der Delegation des Kreises Gütersloh im Rahmen des Partnerschaftsbesuchs im lettischen Valmiera in Augenschein nehmen. Die sechstägige Besuchsreise startet am 28. August. Herausragende Themen des Informationsaustausches sind der Stand der Einführung eines dualen Ausbildungssystems nach deutschem Vorbild in Lettland sowie die Feierlichkeiten rund um den ersten Schultag.

Bilder: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 08. August 2014

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). In Nordrhein-Westfalen enden die Sommerferien am 19. August. Im lettischen Valmiera werden die i-Männchen etwas später am Montag, 1. September, eingeschult. Dass dieser Tag auf dem Baltikum noch ausgeprägter und festlicher als hierzulande gestaltet wird, werden erstmals auch Teilnehmer der Gütersloher Delegationsreise in die lettische Partnerregion live erleben.

Von Donnerstag, 28. August, bis Dienstag, 2. September, reisen 34 Männer und Frauen vornehmlich aus dem Kreis Gütersloh unter Federführung von Landrat Sven-Georg Adenauer in den Raum Valmiera, zu dem es bereits seit 22 Jahren freundschaftliche Beziehungen gibt. „Wir haben den Einschulungstag bewusst in den diesjährigen Delegationsbesuch eingebaut“, sagt Hans-Joachim Schwolow, der die Partnerschaft auf Seiten des Kreises Gütersloh koordiniert. „Mit Blumen und vielen anderen Dingen ist das ein großer Festtag.“ In Kleingruppen sind die Gäste aus Deutschland in verschiedenen Kommunen dabei.
Das vielfältige Besuchsprogramm beginnt am Tag nach der Anreise an einem Abend in der Nationaloper in Riga mit einem Paukenschlag: Bevor am Nachmittag die neue lettische Nationalbibliothek an der Daugava offiziell eingeweiht wird, dürfen die Gütersloher in das rund 200 Millionen Euro teure, von dem US-amerikanischen Architekten Gunnar Birkerts entworfene Gebäude (13 Stockwerke, 68 Meter hoch) hinein. Danach geht es über den Gauja-Nationalpark weiter nach Valmiera.

Ob Altenheim, SOS-Kinderdorf, Suppenküche oder die Imkerei des im Kreis Gütersloh unter anderem durch seine Stände beim Weihnachtsmarkt in Wiedenbrück bekannten Armands Gumbris – für den dritten Reisetag haben die Letten ein vielfältiges Programm vorbereitet. Dazu gehört auch ein Abstecher zur neuen Musikschule in Valmiera. Feuerwehrleute aus der Partnerregion werden zudem um den Pokal streiten, den der bereits verstorbene Kreisbrandmeister Helmut Freese aus Rheda-Wiedenbrück einst gestiftet hat. Im nächsten Jahr sollen Schwolow zufolge auch wieder Feuerwehrleute aus dem Kreis Gütersloh an dem Wettstreit teilnehmen.

Der Sonntag wird außer der Entspannung an der Ostsee und dem Besuch einer sehenswerten Neunaugen-Fanganlage vom Thema duale Berufsausbildung geprägt. Ein System wie in Deutschland gab es in Lettland bisher nicht, es wird aber langsam entwickelt. In der Mittelschule in Mazsalaca erfahren die Gütersloher, wie weit das Projekt gediehen ist. Als Bundespräsident Johannes Gauck im vorigen Jahr Valmiera besuchte („Die Glocke“ berichtete), hatten Deutschland und Lettland eine Absichtserklärung zur Übertragung des deutschen dualen Ausbildungssystems unterzeichnet. Das Abkommen ging auf eine deutsch-lettische Partnerschaftskonferenz zurück. Die Nächste dieser Art findet 2015 in Gütersloh statt.


Künstler aus Valmiera stellen aus nach oben  
Zu Gast in Borgholzhausen: (v.l.) Aivars Benuzs, Iveta Gudeta, Janis Galzons und Antra Galzone nutzen die Gelegenheit, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Bild: Kreyer

Die Glocke AUSZUG VOM 06. August 2014

Borgholzhausen (gl). Viermal Kunst aktuell aus Lettland: Noch bis Freitag, 22. August, sind Arbeiten von Aivars Benuzs, Janis Galzons, Antra Galzone und Iveta Gudeta in der Rathausgalerie Borgholzhausen zu sehen. Am Samstag, 9. August, werden in diesen Tagen im Kreis Gütersloh entstehende Werke der Künstler ab 14 Uhr im Museum Borgholzhausen, Freistraße 25, gezeigt.

Nachdem bereits zwei Künstler aus Borgholzhausen jeweils große Einzelausstellungen im Museum Valmiera in Lettland gezeigt haben, veranstaltet die Künstlergemeinschaft „Dauntown“ jetzt ein Kunst-Symposium in ihren Ateliers. Seit dem 1. August sind die vier Künstler aus der Region Valmiera, mit der der Kreis Gütersloh eine Partnerschaft unterhält, zu Gast. Für Sonntag, 10. August, ist ihre Heimreise geplant.

Jetzt wurde die Ausstellung in der Rathausgalerie eröffnet. Nach der Begrüßung durch Astrid Schulze, Vorsitzende des Kulturvereins Borgholzhausen, führte Dr. Silvana Kreyer (Langenberg) von Kultur Unterwegs in die Ausstellung ein. Wer Einblick in die Kunst aus Lettland gewinnen möchte, sollte der Rathausgalerie einen Besuch abstatten. Oder am Samstag die Präsentation der Arbeiten, die im Laufe des Symposiums entstehen, begleiten.

Rathausgalerie Borgholzhausen, Schulstraße 5, Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14.30 bis 18 Uhr; Vorstellung der aktuellen Arbeiten am Samstag, 9. August, ab 14 Uhr im Museum Borgholzhausen, Freistraße 25.
Öffentlichkeitsarbeit der lettischen Kommunen
Soziale Medien werden genutzt
nach oben  
Freuten sich über den Besuch des Böckstiegel-Hauses:
(v.l.) Zane Abelite-Medne, Laura Moca, Rudite Markus, Beate Balsliemke, Jan Focken, Hans-Joachim Schwolow, Nora Karklina, Ute Dormann, Ilze Ulmane,Ilze Mitane, Elina Upite und Normunds Zauls



Die Glocke AUSZUG VOM 31. Mai 2014

Kreis Gütersloh (gl). Im Rahmen der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera in Lettland hat es erstmals einen Austausch zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Sechs entsprechende Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter aus den Kommunen der Partnerregion trafen am Sonntag ein und erlebten den Wahlabend live im Kreishaus Gütersloh.

Albrecht Pförtner, Geschäftsführer von Pro Wirtschaft GT, präsentierte den Gästen am Tag darauf das Konzept „Erfolgskreis GT“. Außer dem Standortmarketing erläuterte Pförtner im Bereich Tourismus unter anderem das neue Beschilderungskonzept für Radwege im Kreis. Es folgte ein reger Austausch über die Öffentlichkeitsarbeit in der Region Valmiera und im Kreis Gütersloh. Besonderes Interesse zeigten die Letten an der Arbeit des Redenschreibens, da dies, im Gegensatz zur Pressestelle des Kreises, nicht zu ihrem Arbeitsalltag gehört. Jan Focken, Pressesprecher des Kreises Gütersloh, erläuterte bisherige Planungen für den Bereich Social Media: „Da können wir noch viel von Ihnen lernen.“

Im Gegensatz zum Kreis Gütersloh sind Twitter und Facebook wesentliche Kommunikationsmedien in den sieben lettischen Kommunen. Auch ein wenig aus der Not heraus, denn klassische Medien sind im ehemaligen Kreis Valmiera nicht so verbreitet wie im Kreis Gütersloh: Dort erscheint die einzige Tageszeitung lediglich vier Mal wöchentlich und sie widmet nicht jeden Tag jeder Kommune eine Seite.

Großes Interesse zeigte die lettische Delegation an den Themen Bürgerbeteiligung und Krisenkommunikation. Ebenfalls vorgestellt wurde die aktuelle Mobilitätsumfrage des Kreises Gütersloh und des Verkehrsverbunds Ostwestfalen-Lippe, die auf größere Resonanz gestoßen war als die Bürgerbeteiligung am Haushalt. Höhepunkte bei den Außenterminen waren Besuche des Böckstiegel-Hauses in Werther und – wie aktuell berichtet – bei der „Glocke“ in Oelde.
Vier Wochen
Lettischer Schüler sind zu Gast
nach oben  
Die beiden lettischen Schülerinnen Paula Indra Zuga und Liga Maurite (vorn v. l.) wurden von Georg Effertz (links, Gastfamilie), Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator beim Kreis) und Landrat Sven-Georg Adenauer (rechts) im Kreishaus Gütersloh begrüßt.



Die Glocke AUSZUG VOM 24. Mai 2014

Kreis Gütersloh (gl). Das Leben in einem anderen Land mit seinen Sitten und Bräuchen sowie den deutschen Schulunterricht für vier Wochen kennenlernen - das ist jetzt zwei Schülerinnen aus dem lettischen Valmiera ermöglicht worden. Paula Indra Zuga (16) und Liga Maurite (17) besuchen derzeit das Ratsgymnasium in Rheda-Wiedenbrück. Die Zehnt- und Elft-Klässlerinnen wohnen bei den Familien Effertz und Pieczewski in Rheda-Wiedenbrück. Dadurch können sie am täglichen Leben teilnehmen, Erfahrungen sammeln und die Menschen im Kreis Gütersloh kennenlernen. In ihrer Heimat - Valmiera ist die Partnerregion des Kreises Gütersloh - besucht Paula Indra Zuga das Staatsgymnasium, Liga Maurite das Gymnasium Pargauja. Beide glänzten an ihrer Schule mit sehr guten Leistungen im Fach Deutsch.
Jugendarbeit steht jetzt im Blickpunkt
Austausch mit Mazsalaca/Lettland vereinbart
nach oben  
Erfolgreicher Themenaustausch: Rudite Markus, Stadtdirektor Ritvars Sirmais, Bürgermeister Harijs Rokpelnis und Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (vorn, v. l.) mit Vertretern aus kulturellen Vereinen und Kindergärten.

FOTO: JOE CUBICK

Neue Westfälische AUSZUG VOM 14. Mai 2014

Harsewinkel (joe). Eine Delegation aus Mazsalaca im lettischen Partnerkreis Valmiera mit Bürgermeister Harijs Rokpelnis, Stadtdirektor Ritvars Sirmais und der Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus tauschte sich Freitagvormittag über die Schwerpunkte Kultur und Bildung mit Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und Vertretern von Tanz und Musikgruppe sowie Kindergärten aus.
Der erst 27-jährige Bürgermeister freute sich über die "erfolgreichen Gespräche und die freundschaftlichen Kontakte". Bei der "professionellen Zusammenarbeit" sei er "überzeug, dass sich weiterhin aktiv über die Themen ausgetauscht" werde.
Ein Thema war die Nachwuchsarbeit in den kulturellen Vereinen, die in Lettland viel besser klappe. "Das ist bei uns viel schwieriger", merkte Wilhelm Isenberg, Vorsitzender des heimischen Männerchores (MCH) an. So sollen im Sommer nächsten Jahres Vertreter des MCHund von Takt und Töne mit in den Partnerkreis fahren und sich dort informieren. Nach Möglichkeit sollten auch Vertreter aus den Harsewinkeler Kindergärten mitfahren. Denn Sabine Amsbeck-Dopheide hatte festgestellt, "dass die Systeme sehr unterschiedlich sind".
Bei der Reise im kommenden August werde die Jugendarbeit ein Schwerpunkt sein. Ein weiterer Schwerpunkt des Austausches war die duale Ausbildung, mit der man in Lettland kaum Erfahrungen habe. Diesbezüglich sollten noch heimische Ausbildungsbetriebe mit ins Boot geholt werden.
Insgesamt waren 22 Vertreter aus den sieben Großgemeinden des Partnerkreises Valmiera im Kreis Gütersloh. Am Freitag waren sie jeweils in den einzelnen Gemeinden unterwegs, bevor es am Nachmittag Richtung Heimat ging.
Besuch aus Lettland im Rathaus
Austausch soll intensiviert werden
nach oben  
Empfang im Rathaus: vorn v.l.) die Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus, der Stadtdirektor Mazsalacas, Ritvars Sirmais, der Bürgermeister Mazsalacas, Harijs Rokpelnis, und Bürgermeisterin Amsbeck-Dopheide mit Vereins- und Stadtvertretern

Bild: Darhoven

Die Glocke AUSZUG VOM 10. Mai 2014

Harsewinkel (gad). Der 27-jährige Bürgermeister der 3800 Einwohner starken lettischen Gemeinde Mazsalaca, Harijs Rokpelnis, und der gleichaltrige Stadtdirektor Ritvars Sirmais sind am Freitag im Rathaus zu Gast gewesen. Mit dabei war Partnerschaftskoordinatorin und Übersetzerin Rudite Markus. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) begrüßte die Delegation aus Lettland gemeinsam mit einigen Vertretern der Stadtverwaltung und der örtlichen Vereine im kleinen Sitzungssaal. Die beiden jungen Stadtvertreter aus Mazsalaca weilen seit Montag mit einer 22-köpfigen Gruppe aus der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh, Valmiera, in Ostwestfalen.
Während des zweistündigen Gesprächs in Harsewinkel ging es unter anderem um Vereinsstrukturen, Bildung, Ausbildung und Kultur. Harijs Rokpelnis und Ritvars Sirmais sprachen auch das Bemühen um einen Austausch an. Dieser soll intensiviert werden, waren sich alle Beteiligten einig.
Dabei lag dem jungen Bürgermeister vor das duale Ausbildungssystem am Herzen, das es bisher in dieser Form in Mazsalaca noch nicht gibt. Harijs Rokpelnis macht sich dafür stark, dass es jetzt kurzfristig in Mazsalaca eingeführt wird. "Im nächsten Jahr können wir sicherlich von den ersten Erfolgen berichten", zeigte sich Harijs Rokpelnis zuversichtig.
Fest in der lettischen Kultur verankert ist der Volkstanz. Von der Begeisterung dafür berichtete der Bürgermeister. Wilhelm Isenborg, Vorsitzender des Männerchors Harsewinkel, sowie Eckhard Bakenhus und Herbert Kintrup von der Volkstanzgruppe Marienfeld erzählten den Letten von der Überalterung ihrer Vereine und dem Mangel an jungen Mitgliedern.
Während der Kindergartenbesuch in Deutschland freiwillig ist, ist er in Lettland für zwei Jahre gesetzliche Pflicht. Es sei wichtig, voneinander zu lernen, betonte Harijs Rokpelnis. Zumal die Partnerschaft keine Einbahnstraße sein solle. Sabine Amsbeck-Dopheide versprach dafür zu werben, dass 2015 nicht nur Mitglieder aus den Chorgemeinschaften Harsewinkels bei der jährlichen Valmiera-Reise mitfahren, sondern auch Vertreter aus den Kindergärten und der Stadtverwaltung.
Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Mazsalaca, dem Kreis Gütersloh und Harsewinkel bestehen seit 1995. Sie kamen durch das Engagement des Harsewinkeler Unternehmers Bruno Kleine zustande.
Delegation im Kreis Gütersloh

Lage in der Ukraine beunruhigt Gäste aus der Region Valmiera
nach oben  
Landrat Sven-Georg Adenauer und Vitauts Stana (Mitte) besuchten mit der lettischen Delegation und den Freunden aus dem Kreis Gütersloh am Dienstag unter anderem Rietberg.



Die Glocke AUSZUG VOM 8. Mai 2014

Kreis Gütersloh (gl). Öffentliche Beteiligung bei Bauvorhaben, Umfragen zur demografischen Entwicklung oder zum Mobilitätsverhalten - der erste Arbeitstag der lettischen Besucher hat ganz im Zeichen der Bürgermitwirkung gestanden. 22 Gäste aus dem ehemaligen Kreis Valmiera sind seit Montagabend in Deutschland und wurden von Landrat Sven-Georg in Rheda-Wiedenbrück begrüßt. Der Besuch der Delegation aus der Partnerregion dauert bis Freitag.
Am Dienstag standen Besuche in Rietberg und Halle auf dem Programm. Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder und seine Kollegin Anne Rodenbrock-Wesselmann empfingen die Letten. Halle ist die einzige Kommune im Kreis Gütersloh, die eine offizielle Partnerschaft zu einer der Kommunen im ehemaligen Kreis Valmiera - nämlich zur Stadt Valmiera - pflegt. Freundschaftliche Beziehungen haben darüber hinaus Borgholzhausen und Naukseni, Harsewinkel und Mazsalaca sowie Steinhagen und Rujiena.
Die Besuche und Gegenbesuche sind einer Mitteilung des Kreises zufolge inzwischen lieb gewordene Routine geworden. Doch diesmal ist etwas anders: Der Konflikt in der Ukraine lässt die Gäste nicht kalt. Viele Letten seien beunruhigt über die Entwicklung, hieß es.
Vitauts Stana, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, unterhielt sich mit Landrat Adenauer über die aktuelle Situation in seiner Heimat. Dort spiele die russische Minderheit zwar eine andere Rolle als in der Ukraine. Dennoch seien die Letten froh, in der Nato zu sein.
Die Letten, wie in den vergangenen Jahren in Rheda-Wiedenbrück unweit des Kreishauses im Hotel untergebracht, werden auch einem Abstecher nach Köln unternehmen. Am Donnerstag stehen unter anderem Fragen der Verwaltungsentwicklung auf dem Plan: Die Jahresmitarbeitergespräche und die leistungsorientierte Bezahlung interessieren die Letten. Zum Gegenbesuch reist Landrat Adenauer im September mit einer großen Delegation nach Lettland.
"Weihnachtspäckchen und vieles mehr"

Auf dem Valmiera-Lastzug bleibt keine Lücke frei
nach oben  
Palettenweise Weihnachtspakete für Valmiera: Am Dienstag wurde der Lastwagen in Wiedenbrück beladen; Markus Elbracht (links) und Mehmet Özdemir vom Kreisbauhof packten mit an.
Jede noch so kleine Lücke unter der Plane füllen Werner Kampmann (links) und René Schüttforth mit einem Paket.
Für eine Schule in Berzaine sind diese Stühle bestimmt.
Hans-Joachim Schwolow mit einem speziell als Weihnachtsspende ausgezeichneten Karton.

Bilder: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 12.12.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). Heute Abend will Vilnis Vecgailis nach einer zweieinhalbtätigen Tour mit seinem 17 Meter langen 24-Tonnen-Lastwagen im lettischen Valmiera eintreffen. Morgen dann stehen dort zahlreiche Helfer bereit, um hunderte Kartons, Weihnachtspäckchen und andere Hilfsgüter aus dem Kreis Gütersloh abzuladen und die kostbare Fracht an bedürftige Menschen in der Partnerregion zu verteilen.

Längst nicht alle der 700 von der Evangelischen Kirchengemeinde Rheda gepackten Kisten mit Kleidung und Schuhen, die im Depot auf dem Hof Stiens in Wiedenbrück lagern, haben am Dienstag auf dem großen Lastwagen Platz gefunden. Sie werden Ende Januar ins Baltikum gebracht. Vorrang hatten jetzt - beim schon sechsten Partnerschafts- Hilfstransport in diesem Jahr - vor allem Weihnachtspakete, Fahrräder, Kinderwagen, Spielzeug, Tische und Stühle sowie Büromöbel und Betten.
Hans-Joachim Schwolow, der Koordinator der Valmiera-Partnerschaft beim Kreis Gütersloh, ist begeistert von der Welle der Hilfsbereitschaft. Kirchengemeinden, Kindergärten, Kommunen, die Lebenshilfe, Privatleute, Schulen und auch die Volkstanzgruppe Marienfeld haben Nützliches und Leckeres liebevoll verpackt, um Menschen in Not in der Region Valmiera eine Freude zu Weihnachten zu machen. Allein die Isselhorsterin Renate Groß hat unter anderem 134 Kartons beigesteuert. "Die Hilfe kommt über soziale Einrichtungen garantiert an den richtigen Stellen an", verspricht Schwolow.
Klemens Karweger aus Rheda-Wiedenbrück, einer der Aktiven im Kreis in Sachen Partnerschaft, hat die Päckchenaktion in den vergangenen Wochen mit großem Engagement koordiniert, unterstützt von Franz-Josef Balke aus Verl. Beim Beladen des Lastwagens packten Mitarbeiter des Kreisbauhofs kräftig mit an. Teilweise wurden ganze Paletten mit 200 Weihnachtspäckchen verstaut, wie die aus der Stadt Halle für die Suppenküche in Valmiera.
1700 Euro kostet der Hilfstransport mit der Spedition Vinda aus Valmiera, mit der der Kreis Schwolow zufolge gute Erfahrungen gemacht hat. Die Kosten der Weihnachtstour trägt der Kreis. Manche Transporte finanzieren die Letten auch selbst. Autobahngebühren fallen nicht an. "Hilfstransporte sind mautbefreit, sie müssen nur rechtzeitig angemeldet werden", so Schwolow.

"Voneinander abgucken und dabei noch etwas lernen" nach oben  
Informationsaustausch: Über Gemeinsamkeiten, aber auch über die Unterschiede der Kinder-tagesstätten in Langenberg und Konceni in Lettland sprachen bei einem Rundgang (v. l.) Inese Sudraba (Kindertagesstätte Konceni), Katrin Hunnekuhl (Awo-Familienzentrum "Abenteuerland"), Bürgermeisterin Susanne Mittag, Dr. Silvana Kreyer, der Bürgermeister der lettischen Konceni-Gemeinde, Janis Olmanis und dessen Stellvertreterin Evija Nagle.
  Die Glocke AUSZUG VOM 27.09.2013

Langenberg (gl). Erstmals hat eine offizielle Delegation aus der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh, Valmiera, in Langenberg Station gemacht. Am Baum der Partnerschaft reife eine weitere Knospe heran, hatte Landrat Sven-Georg Adenauer in diesem Zusammenhang gesagt. Damit meinte er vor allem erste Kontakte, die sich zwischen Kindertagesstätten in Langenberg und der Großgemeinde Koceni im Raum Valmiera entwickeln.
So besuchte im Rahmen des fünftägigen Abstechers nach Ostwestfalen ein Teil der Delegation aus Lettland die Kindertagesstätte St. Lambertus und das Awo-Familienzentrum "Abenteuerland". "Wir wollen uns gegenseitig über unsere Arbeitsweisen informieren und voneinander lernen", betonten Katrin Hunnekuhl als Leiterin der Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt und Martina Pelzel als Leiterin der Einrichtung der Lambertus-Kirchengemeinde gegenüber der "Glocke" im Vorfeld.
Bereits am frühen Morgen trafen sich Bürgermeisterin Susanne Mittag, Dr. Silvana Kreyer als Dolmetscherin, der Bürgermeister der lettischen Konceni-Gemeinde, Janis Olmanis, seine Stellvertreterin Evija Nagle sowie Inese Sudraba, die die Leitung der Kindertagesstätte in Konceni innehat, vor Ort mit der Einrichtungsleitung des Awo-Familienzentrums "Abenteuerland", um sich über die pädagogische Arbeit in den beiden Ländern auszutauschen.
Anschließend ging es weiter in die St.-Lambertus-Kindertagesstätte. Hier wurden die Besucher aus Lettland in der U3-Gruppe mit frischen Waffeln empfangen. Nachdem sich auch hier über die pädagogische Arbeit und neue Ideen für die Gruppengestaltung in Konceni ausgetauscht wurde, bekam Hauswirtschaftskraft Anne Schildmacher zum Geburtstag ein lettisches Geburtstagslied gesungen.
Während der Rundgänge durch die Einrichtungen fielen den Besuchern viele Unterschiede auf. So sind die Kindergärten allein schon unterschiedlich groß: Bei der Awo werden 37, bei St. Lambertus 68 und in Konceni 260 Kinder betreut. Inese Sudraba stehen dafür 40 Mitarbeiter zur Verfügung.
Die ersten Fühler sind ausgestreckt, nun geht es darum, die "junge Knospe" der Partnerschaft zu entwickeln. In Zukunft möchten die drei Kindertagesstätten per E-Mail und gegenseiteigen Besuchen im engen Kontakt bleiben, um voneinander zu lernen und sich über Kita-Themen auszutauschen.

Neue Freunde stellen sich vor

Borgholzhausen strebt eine besondere Beziehung zur Großgemeinde Naukšeni in Lettland an
nach oben  
Fahne mit Wappen: Die Großgemeinde Naukšeni in Lettland im ehemaligen Kreis Valmiera nutzt die Farben Blau und Gold für die Hoheitszeichen.
Vor dem Ravensberger Wappen: Bürgermeister Klemens Keller (rechts) und sein Amtskollege Janis Zuments mit Schulleiterin Aiga Stiere aus Naukšeni.
Begrüßung im Borgholzhausener Rathaus-Foyer: Ex-Landrat Franz-Josef Balke (links), ein starker Förderer der Freundschaft des Kreises Gütersloh zum Kreis Valmiera, und Bürgermeister Klemens Keller (rechts) heißen die Delegation bei ihrer Stippvisite in Pium willkommen.

Fotos: A. Großpietsch
  HKB AUSZUG VOM 24.09.2013

Von Andreas Großpietsch

Borgholzhausen. Seit 21 Jahren bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Kreis Gütersloh und dem ehemaligen Kreis Valmiera in Lettland. Die Stadt Borgholzhausen macht sich in den nächsten Wochen auf den Weg, ein eigenes Kapitel im Buch dieser Freundschaft zu schreiben. Mit der Großgemeinde Naukšeni, gelegen ganz im Norden des baltischen Staates, soll eine besondere Beziehung eingegangen werden.

Die lettische Delegation, die in diesen Tagen zu Gast beim Kreis Gütersloh war, machte am Freitag auch im Borgholzhausener Rathaus Station. Bürgermeister Klemens Keller begrüßte die Gäste im "Herzen des Teutoburger Waldes" und lud zum gemeinsamen Kaffeetrinken, nachdem die Delegation die Lebkuchenproduktion besichtigt und einen Rundgang durch das Stadtzentrum absolviert wurde, wo gerade der Kartoffelmarkt vorbereitet wurde.
Dieses Fest stand leider nicht auf dem Programm der Letten. Janis Zuments, dem Bürgermeister von Naukšeni (gesprochen: Naukschene), hätte es vermutlich gefallen, denn die Gemeinde, die er vertritt, ist vor allem von der Landwirtschaft geprägt. Er hat das Amt seit 16 Jahren inne und ist so beliebt, dass sich bei der jüngsten Kommunalwahl kein Gegenkandidat fand - ein Umstand, der seiner kleinen Gemeinde sogar zu einem Auftritt im lettischen Fernsehen verhalf.
Naukšeni ist mit seinen 2150 Einwohnern auch in lettischen Maßstäben eher klein - nur vier Gemeinden mit geringerer Einwohnerzahl finden sich in dem baltischen Land. Andererseits gibt es auch gute Gründe, warum sich Naukšeni "Großgemeinde " nennen darf.
Denn mit einer Größe von 281 Quadratkilometern ist Naukšeni flächenmäßig mehr als fünf Mal so groß wie Borgholzhausen, zu dem 55,9 Quadratkilometer Fläche gehören. Und auf seinem Gebiet gibt es einen besonderen Berg, der auf seine Weise sogar der größte in Europa ist. Denn der Konu-Berg ist ein sogenannter Drumlin.
Drumlins sind Gebilde, die während der Eiszeit unter den Gletschern entstanden. Dabei türmte sich vor einem festen Hindernis ein Haufen Gesteinsschutt, der durch die Bewegung des Eises an einer Seite steil abfällt und an der gegenüberliegenden stromlinienförmig ausläuft. Aus der Luft wirkt so ein Gebilde wie eine sehr regelmäßig aussehende Insel im umgebenden Land.
Bürgermeister Janis Zuments gab seiner Freude Ausdruck, dass seine Heimatgemeinde und Borgholzhausen "eine neue Knospe am Partnerschaftsbaum aufblühen lassen wollen." Klemens Keller erklärte, dass die angestrebte Freundschaft noch Thema im Hauptausschuss sein werde. In der Runde der Fraktionsvorsitzenden habe es aber bereits positive Signale gegeben, betonte er. Klemens Keller kann den Politikern aus erster Hand berichten, denn er war schon selbst mehrfach in Lettland.

22-köpfige Valmiera-Delegation kommt heute an

Letten erleben den Wahlausgang live im Kreishaus
nach oben  
Hinter dieser Tür im Rathaus der Großgemeinde Koceni befindet sich auf lettischer Seite das Zentrum der Partnerschaft zwischen der Region Valmiera und dem Kreis Gütersloh. Beim jüngsten Besuch der Gütersloher Delegation im Sommer wurde das Partnerschaftszimmer eingeweiht. Das obligatorische Band schnitten der neue Bürgermeister Harijs Rokpelnis sowie die Partnerschaftskoordinatoren Hans-Joachim Schwolow und Rudite Markus durch.
  Die Glocke AUSZUG VOM 19.09.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Neitemeier

Kreis Gütersloh (gl). Wenn am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr im Kreishaus Gütersloh die ersten Hochrechnungen auf der Großleinwand im Sitzungssaal zu sehen sind, werden nicht nur interessierte Bürger und Politiker aus dem Kreis gespannt auf die Zahlen blicken. Erstmals erleben auch die Mitglieder einer Delegation aus der lettischen Partnerregion Valmiera live den Ausgang einer Bundestagswahl.
Dass der heute beginnende fünftägige Besuch der 22 Letten mit der Bundestagswahl zusammen fällt, ist Zufall. "Das hat sich so ergeben", sagt Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow. Gleichwohl nehme die Besuchergruppe, zu der zahlreiche Bürgermeister gehörten, gern die Gelegenheit wahr, den vielschichtigen Ablauf einer deutschen Bundestagswahl samt der Präsentation und Analyse der Ergebnisse direkt mitzuverfolgen.
Knapp zwei Stunden sind dafür im Programm vorgesehen. Wenn der Wahlausgang weitgehend klar ist, ziehen die Letten weiter, um den Abend im Veerhoff-Haus in Gütersloh beim Kreis-Kunstverein ausklingen zu lassen. Kunst und Kultur sind ein wichtiger Baustein des Besuchs. Bereits am morgigen Freitag geht es nach einem Abstecher zur Flora Westfalica im Rathaus in Rheda-Wiedenbrück um die Erarbeitung von Kulturprogrammen und die Arbeit von Jugendkulturringen. Außer über das Sparkassenwesen wollen die Letten etwas über das Radwegekonzept im Kreis erfahren - um daraus zu lernen. Schwolow: "Der Tourismus gewinnt in Lettland immer mehr an Bedeutung." Ferner wird das Thema Integration von Migranten für den baltischen Staat immer wichtiger. Was im Kreis Gütersloh dafür getan wird, steht am Montag zur Debatte, bevor die Gruppe wieder zurückfliegt.
"In der Partnerschaft ist immer etwas los", sagt Hans-Joachim Schwolow und meint damit weit mehr als die offiziellen Delegationsreisen. So ist gerade eine Schülergruppe aus Halle aus Valmiera zurückgekehrt. Zudem sind derzeit Gütersloher Kunstwerke in der Partnerregion zu sehen. Intensiv wird ferner am Aufbau von Jugendgruppen gearbeitet, um die seit mehr als 20 Jahren bestehenden Beziehungen dauerhaft zu sichern. Die Letten sind da weiter als der Kreis Gütersloh. Aber Michelle-Caroline Palesch, eine Auszubildende beim Kreis, zeigt großes Interesse an der Partnerschaftsarbeit. Schwolow: "Wir hoffen auf weitere Unterstützer."
Heute Abend ist die Delegation in Langenberg zu Gast, denn zwischen Kindergärten dort und in Koceni in der Region Valmiera bahnen sich Kontakte an. Die gibt es zwischen Harsewinkel und der lettischen Großgemeinde Mazsalaca bereits, weswegen deren neuer Bürgermeister Harijs Rokpelnis (Bild) in diesen Tagen auch die Mähdrescherstadt besuchen wird.

Am Baum der Partnerschaft reift weitere Knospe heran nach oben  
Anstoßen auf eine neue Knospe am Partnerschaftsbaum: (v. l.) Vitauts Stana (Vorsitzender des lettischen Partnerschaftsvereins), Janis Olmanis (Bürgermeister Koceni), Susanne Mittag (Bürgermeisterin Langenberg), Landrat Sven-Georg Adenauer sowie die Erzieherinnen Katrin Hunnekuhl (Awo Langenberg), Martina Pelzel (St. Lambertus Langenberg) und Inese Sudraba (Koceni).
Danke für die Unterstützung des Krankenhauses in Valmiera sagte am Donnerstagabend Bürgermeister Inesis Bokis seiner Gütersloher Amtskollegin Maria Unger.

Bilder: Neitemeier
  Die Glocke AUSZUG VOM 21.09.2013

Kreis Gütersloh (mn). Erstmals hat eine offizielle Delegation aus der lettischen Partnerregion Valmiera in Langenberg Station gemacht. Zum Auftakt ihres fünftägigen Besuchs trafen die 22 Gäste vom Baltikum am Donnerstagabend unter anderem mit Bürgermeisterin Susanne Mittag und Vertretern der Ratsfraktionen zusammen.

Die Begegnung am Abend in der "Linde" hatte einen konkreten Anlass. Schließlich entwickeln sich am schon weit verzweigten Baum der Freundschaft zwischen Valmiera und dem Kreis Gütersloh weitere Knospen, wie Landrat Sven-Georg Adenauer und Vitauts Stana, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins auf lettischer Seite, betonten. Hoffnungsfroh blicken beide auf Kontakte, die sich zwischen Kindertagesstätten in Langenberg und der Großgemeinde Koceni im Raum Valmiera entwickeln.
So saßen denn auch Katrin Hunnekuhl als Leiterin der Kin- dertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt und Martina Pelzel als Leiterin der Einrichtung der Lambertus- Kirchengemeinde mit ihrer lettischen Kollegin Inese Sudraba an einem Tisch. "Wir wollen uns gegenseitig über unsere Arbeitsweisen informieren und voneinander lernen", betonten die Erzieherinnen gegenüber der "Glocke". Die Kindergärten sind allein schon unterschiedlich groß: Bei der Awo werden 37, bei St. Lambertus 68 und in Konceni 260 Kinder betreut. Inese Sudraba stehen dafür 40 Mitarbeiter zur Verfügung. Dem ersten Kontakt am Abend folgte am Freitag ein Besuch in den Einrichtungen in Langenberg.
Das Treffen in der Langenberger "Linde" nutzte auch Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis, um in besonderer Weise Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger zu danken. Denn aus dem aufgelösten Krankenhaus in Rheda sind zahlreiche Nachtschränkchen, Betten, Rollstühle, Infusionsständer und dergleichen für das Krankenhaus in Valmiera mit einem Einzugsbereich von rund 200 000 Einwohnern zur Verfügung gestellt worden. "Die Sachen haben uns sehr geholfen", sagte Bokis.
Zuvor hatte auch Landrat Sven-Georg Adenauer der Gütersloher Bürgermeisterin gedankt. Schon mehrfach habe die Stadt hier nicht mehr benötigte Geräte oder Mobiliar gespendet. Beispielsweise aus dem aufgelösten städtischen Altenheim, mit dem eine ähnliche Einrichtung in Rujena unterstützt wurde.
Die Sparkassenlandschaft in Deutschland, das Radwegekonzept des Kreises, die Integration von Migranten und die Erarbeitung von Kulturprogrammen sind einige Themen des bis Montag dauernden Arbeitsbesuchs der Letten. Dazu gehört auch die Teilnahme am Fest Gütersloh International sowie ein Besuch am Sonntagabend im Kreishaus Gütersloh, wo die Letten ab 18 Uhr live den Ausgang der Bundestagswahl miterleben werden.

Kurz & knapp

Mit einem halbstündigen Sonderkonzert hat der Langenberger Gospelchor Rejoice am Donnerstagabend in der Langenberger Pfarrkirche die lettische Delegation erfreut. Unter Leitung von Roland Orthaus beeindruckten die mehr als 60 Sänger die Gäste unter anderem mit Stücken, die sie im nächsten Jahr auch in Riga singen werden. Rejoice nimmt in der lettischen Hauptstadt am größten Chorwettbewerb der Welt teil. Dort wirkt auch ein Chor aus Koceni mit - jener Kommune, zu der Langenberg derzeit im Rahmen der Kreispartnerschaft ein paar Fühler ausstreckt.

Letten lernen Boccia kennen nach oben  
Ran an die Kugel: Letten und Deutsche trafen sich auf der Boccia-Bahn und spielten gemeinsam. Später wurde gegrillt.

Bild: Ibeler
  Die Glocke AUSZUG VOM 24.09.2013

Schloß Holte-Stukenbrock (ibe). Am Samstagabend ist die Delegation aus dem lettischen Partnerkreis Valmiera, die bis einschließlich heute im Kreis Gütersloh weilt, ("Die Glocke" berichtete) einer Einladung auf die Boccia-Anlage am Kruskotten gefolgt. Gastgeber waren der stellvertretende Bürgermeister Hans Schäfer (CDU) und seine Ehefrau Annegret. Die beiden waren schon des Öfteren bei den lettischen Freunden zu Besuch und wollten sich auf diese Weise für die herzliche Gastfreundschaft bedanken. Außerdem wollte Hans Schäfer den Balten die Boccia-Anlage seiner Heimatstadt präsentieren. Auf seiner jüngsten Reise hatte er in Lettland davon erzählt und vorgeschlagen, in Lettland aus einem unbespielbar gewordenen Tennisplatz eine Boccia-Anlage zu machen. Dementsprechend groß war das Interesse der 26-köpfigen lettischen Delegation.
"Ich habe mir hier schon ein Boccia-Spiel gekauft", verriet Vitauts Stana, der ehemalige Landrat von Valmiera. Er ist der Vorstandsvorsitzender des Partnerschaftsvereins. Aus dem Partnerkreis Valmiera waren Vertreter aus sieben Städten gekommen: Rujiena, Naukseni, Mazsalaca, Beverina, Burtnieki, Koceni und Valmiera. Die Delegation bestand größtenteils aus Bürgermeistern, Schulleitern oder Kulturbeauftragten. Dolmetscherin war Rudite Markus, die den ganzen Abend im Dauereinsatz übersetzen musste.
Karl-Heinz Wohlhaupt von der Männergruppe der Boccia-Abteilung des FC Stukenbrock kam in den Genuss einer besonderen Geburtsüberraschung. Ihm zu Ehren sangen die Letten ein Ständchen. Nach der Begrüßung durch Hans Schäfer begaben sich die Gäste an die zwei Boccia-Bahnen und ließen sich das Spiel erklären. Boccia-Kugeln waren genügend vorhanden, so dass jeder Gast das Spiel ausprobieren konnte. "So eine Bahn hätte ich auch gern", schwärmte Vitauts Stana. Auf irgendeiner Fläche Boccia zu spielen, mache ja auch schon Spaß, aber die glatte Bahn sei etwas ganz anderes und eine sportliche Herausforderung. Der gelungene Grillabend mit Oktoberfestcharakter endete mit einem gemütlichen Beisammensein im Vereinsheim.

Staatspräsident überreicht den Orden persönlich nach oben  
Einige herzliche Begegnungen hat es schon zwischen dem lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins und Franz-Josef Balke gegeben, wie das Bild in den Händen des Verlers zeigt. Jetzt hat Berzins den 74-jährigen Deutschen in Riga mit dem lettischen Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Bilder: Neitemeier (3)/privat
Stießen in Riga auf den Orden an: (v. l.) Ida Balke, Staatspräsident Andris Berzins und Franz-Josef Balke
Ganz lettisch: Urkunde und Orden.
Für das Berufsbildungszentrum in Valmiera hat sich Franz-Josef Balke besonders engagiert.
  Die Glocke AUSZUG VOM 10.09.2013

Lettisches Verdienstkreuz für Franz-Josef Balke

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). "Es war wie im Film. Ich habe es genossen." Die Augen von Franz-Josef Balke (74) leuchten, wenn er an den vergangenen Mittwoch denkt. Im Schwarzhäupterhaus in Riga erhielt der 74-jährige Verler für sein Engagement in der Kreis- Partnerschaft Valmiera-Gütersloh aus der Hand des Staatspräsidenten Andris Berzins das lettische Verdienstkreuz vierter Klasse - die höchste Ordensstufe für einen Ausländer.

Auch wenn er im offiziellen Teil der Feier selbst nicht das Wort ergriff, der Staatspräsident wusste genau, wen er da vor sich hatte. Schließlich hatte Berzins selbst 1992 als erster lettischer Landrat beim Besuch im Kreis Gütersloh im Gespräch unter anderem mit dem damaligen Landrat Franz- Josef Balke (CDU) die Weichen für die später vielfach als vorbildlich und wegweisend bezeichnete Partnerschaft gestellt. Erst beim Glas Wein nach der Ordensverleihung, so berichtet Balke, habe der Staatspräsident direkt mit ihm gesprochen und gesagt: "Heute ist geschehen, was schon längst hätte geschehen müssen."

Mit dem reich verzierten vierzackigen Orden mit Emaille-Elementen hat der lettische Staat jene Verdienste Balkes um die Partnerschaft zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh gewürdigt, die bei der Zeremonie im Schwarzhäupterhaus offiziell nur kurz von der Protokollchefin dargelegt wurden. "Auf Lettisch, ohne Übersetzung. Aber dem Grunde nach haben wir es verstanden", berichtet der Verler, der mit seiner Frau Ida, Tochter Friederike sowie den Ehepaaren Daniel (Mastholte) und Feldmann (Rheda-Wiedenbrück) nach Lettland gereist war. Auch 40 Letten nahmen an der Zeremonie teil - Bürgermeister, Freunde und Weggefährten, deren Namen mit vielen Projekten verknüpft sind.

Balke selbst erinnerte in seinen Dankesworten an seinen Einsatz für die berufliche Bildung in Lettland und die Einrichtung des Berufsbildungszentrums. "Dass Lettland das deutsche duale Ausbildungssystem übernehmen will, geht auch auf unsere Partnerschaft zurück und freut mich riesig", sagte der Ex-Landtagsabgeordnete der "Glocke". Besonders am Herzen gelegen haben dem Verler, der in 21 Jahren 28-mal in Valmiera war, die Förderung der deutschen Sprache, weswegen er eine Schulbibliothek einrichtete, und der Aufbau vielfältiger (land)wirtschaftlicher Kontakte. Kümmel aus Lettland gegen harte D-Mark - an das erste Projekt mit Kruse-Saaten aus Spenge denkt Balke ebenso gern zurück wie an das Engagement der Unternehmer Grauthoff (Mastholte) und Frankenfeld (Verl).

Akademie feiert

Kreis Gütersloh (mn). Wer ihm den lettischen Orden "eingebrockt" hat, weiß Franz-Josef Balke nicht. "Im Gegensatz zu hier wird das dort nicht sofort publik", sagt der in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnete Verler. Er hat eine Vermutung, dass die von ihm mitbegründete lettische Senioren- Akademie um den früheren Landrat Karlis Greiskalns ihre Finger im Spiel hatte.

Denn am Tag der Ordensverleihung hat die Akademie mit dem 74-jährigen Deutschen gemeinsam in Valmiera ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert - und dabei auch das Wirken Balkes gewürdigt.

Damit endete der "Film", der im April mit einem Anruf aus der lettischen Botschaft in Berlin begonnen hatte. Auf die für ihn überraschende Frage am Telefon, ob er einen Orden annehmen würde, hatte Balke spontan gesagt: "Selbstverständlich."

Zitat

"Ich freue mich, dass Franz-Josef Balke die hohe Auszeichnung vom lettischen Staatspräsidenten erhalten hat. Herr Balke war als Landrat Initiator und Mitbegründer der Partnerschaft. Er hat über all die Jahre bis zum heutigen Tag die Partnerschaft mit großem persönlichen Engagement und viel Leidenschaft begleitet. Die Umsetzung zahlreicher Projekte ist ihm zu verdanken."
Hans-Joachim Schwolow, beim Kreis Gütersloh Koordinator der Partnerschaft zwischen Valmiera und dem Kreis Gütersloh.

Ein knallrotes Präsent nach oben  
Übergabe des Löschgruppenfahrzeugs: (von links) Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper, Arturs Rudzitis, Egils Kausens (beide Freiwillige Feuerwehr Region Valmiera), Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, Stanilavs Sungaila, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Lettlands, und Klemens Karweger, ehemaliger Leiter der Abteilung Ordnung des Kreises Gütersloh und in der Partnerschaft aktiv.
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 08.08.2013

Ein knallrotes Präsent

Rheda-Wiedenbrücker stiften das zehnte Fahrzeug für die Feuerwehr in Valmiera

R h e d a - W i e d e n b r ü c k (WB). Die lettische Delegation der Feuerwehr, die anlässlich der Verabschiedung von Kreisbrandmeister Rolf Volkmann zu Besuch im Kreis Gütersloh war, ist nicht mit leeren Händen nach Hause gereist. Sie fuhr mit einem Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr "LF 16" (Baujahr 1981) zurück in die Partnerregion Valmiera. Übergabe des Löschgruppenfahrzeugs: (von links) Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper, Arturs Rudzitis, Egils Kausens (beide Freiwillige Feuerwehr Region Valmiera), Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, Stanilavs Sungaila, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Lettlands, und Klemens Karweger, ehemaliger Leiter der Abteilung Ordnung des Kreises Gütersloh und in der Partnerschaft aktiv.

Das bisher an der Kreisfeuerwehrschule Gütersloh in St. Vit stationierte Einsatzfahrzeug wurde seinerzeit von der Feuerwehr Rheda-Wiedenbrück zur Ausbildung hiesiger Feuerwehrmänner und -frauen zur Verfügung gestellt. Es hat in diversen Ausbildungen, zum Beispiel beim Truppführer- Lehrgang, über viele Jahre gute Dienste geleistet. Nimmt man die Stadt Rheda-Wiedenbrück als ursprünglichen Spender, ist der LF 16 bereits das zehnte Fahrzeug aus der Emsstadt, das der Partnerregion gespendet wurde.
Nach seiner Ankunft im Partnerkreis Valmiera wird es mit einem Tank bestückt und dann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Renceni, einem Ortsteil der Großgemeinde Burtnieki, eingesetzt. Die freien Ladekapazitäten des Fahrzeugs wurden ebenso genutzt: Als zusätzliche Spende erhielten die Letten ausgediente, ausgesonderte, aber natürlich funktionstüchtige Feuerwehrkleidung von der Werkfeuerwehr Miele und der Freiwilligen Feuerwehr Rheda-Wiedenbrück sowie Helme von der Feuerwehr Gütersloh.
Da die ehrenamtliche Freiwillige Feuerwehr in Lettland bei der Finanzausstattung weiterhin ein kümmerliches Dasein führt, sind solche Hilfen im Rahmen der deutsch-lettischen Partnerschaft noch immer äußerst willkommen. Der Kreisfeuerwehrverband und der Kreis Gütersloh sind in diesem Zusammenhang gern bereit, die langjährig gewachsenen Strukturen in der Partnerregion Valmiera nach Kräften zu unterstützen.
Mehr als 600 Feuerwehrleute waren im Juli zusammengekommen, um Rolf Volkmann zum Ende seiner 13-jährigen Dienstzeit zu verabschieden. Es gab eine Feierstunde in der Aula des Steinhagener Gymnasiums, anschließend einen Großen Zapfenstreich. Während Volkmann mit feierlicher Urkundenübergabe entlassen und zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt wurde, gab es zahlreiche gute Wünsche für seinen Nachfolger Dietmar Holtkemper sowie dessen Stellvertreter Udo Huchtmann und Uwe Theismann.

Weitere Spende umfasst Helme und Kleidung für die Einsatzkräfte.

Partnerschaftszimmer in Koceni eingeweiht /
Spenden für lettische Freunde
nach oben  
Zeichen der Verbundenheit: In der Großgemeinde Koceni weihten der dortige Bürgermeister Janis Olmanis, Vitauts Stana, Vorsitzender des lettischen Partnerschaftsvereins, und Landrat Sven-Georg Adenauer (v. l.) das neue Partnerschaftszimmer ein.
Für den Sozialen Dienst: Klemens Karweger probierte gemeinsam mit Cilda Purgale, Bürgermeisterin von Beverina, eines der acht von ihn gespendeten Fahrräder aus.
Geld für Kindergarten: Im Namen zweier Spender überreichte Landrat Sven-Georg Adenauer 500 Euro an den Naukseni-Bürgermeister Janis Zuments.

FOTOS:RICHARD ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 06.07.2013

Freundschaft hat ein Zuhause

VON RICHARD ZELENKA

Kreis Gütersloh/Valmiera. Die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera sei wie eine Pflanze, deren Wurzeln fest im Boden verankert sind, hieß es immer wieder in den vergangenen 21 Jahren. Jetzt hat die Völkerfreundschaft auch ein Zuhause, einen festen Ort, an dem die Begegnung zwischen Letten und Deutschen stattfinden kann.

Im Rathaus der Großgemeinde Koceni wurde im Rahmen der jüngsten Delegationsreise ein offizielles Partnerschaftszimmer eingeweiht. Vor den Fahnen der beiden Länder brachten der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer und Janis Olmanis, Bürgermeister von Koceni, die Schilder mit den Logos der beiden Partner an der Wand des etwa 20 Quadratmeter großen Raumes als Symbol der Freundschaft an. Renate Groß aus Isselhorst, die seit vieler Jahren Päckchen für bedürftige lettische Familien packt, überreichte Vitauts Stana, dem Vorsitzenden des lettischen Partnerschaftsvereins, mehrere Bilder mit Motiven von Alt-Gütersloh, die den Raum verschönern werden. Ausgestattet wurde das Partnerschaftszimmer mit Möbeln aus dem Kreis Gütersloh: Der Konferenztisch und die Stühle stammen aus dem Kreishaus in Rheda-Wiedenbrück, den massiven Eichenschrank besorgte der deutsche Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow aus der Haushaltsauflösung des ehemaligen Leiters der Gütersloher Kreispolizeibehörde, Bruno Feil.
Der Raum im Obergeschoss des Rathauses wird in Zukunft für die regelmäßigen Zusammenkünfte des Partnerschaftsvereins genutzt, aber auch Sitzungen des Rates der Gemeinde Koceni (knapp 4.050 Einwohner) werden dort stattfinden. Bei der offiziellen Einweihung würdigte Adenauer die "überwältigende Gastfreundschaft", die auch der jüngsten Delegation der Abordnung aus Gütersloh zuteil geworden sei. "Die Aktiven auf beiden Seiten tun es nicht für sich, sondern für die Menschen in beiden Ländern", sagte der Landrat. Vitauts Stana kündigte die Gründungeiner Jugendabteilung an, die dem Partnerschaftsverein neue Impulse geben soll. Die regelmäßigen Austausche zwischen den Schulen hüben und drüben, die von Beginn an die Partnerschaft begleiteten, sollen dazu genutzt werden, noch mehr junge Menschen in das Programm einzubinden.
Mit im Gepäck hatten die Gäste aus dem Kreis Gütersloh wieder einige Sach- und Geldspenden, die das Leben der Menschen in der Region Valmiera leichter machen werden. So überreichte Landrat Adenauer in Naukseni dem Bürgermeister Janis Zuments einen Scheck über 500 Euro für den dortigen Kindergarten. Das UWG/FWG Kreistagsmitglied Dirk Holtkamp und Beate Balsliemke von der Presseabteilung des Kreises Gütersloh waren die Spender.
Klemens Karweger war bis zu seiner Pensionierung Leiter der Abteilung Ordnung beim Kreis Gütersloh. Seit vielen Jahren unterstützt er die Partnerschaft - 70 bis 80 Fahrräder, so schätzt Karweger, hat er mit seinen Mitstreitern in dieser Zeit für Valmiera in Privatinitiative organisiert. Diesmal hatte Karweger acht Räderdabei, die für die Mitarbeiter der Sozialen Dienste in der Stadt Valmiera und den sechs Großgemeinden bestimmt sind. "Es mussten besonders robuste und stabile Räder sein, weil die lettischen Straßen zum Teil in einem schlechten Zustand sind", so der Rheda-Wiedenbrücker. Karweger nutzte seine guten Kontakte und wurde fündig: Beim "Räderwerk" in Rheda-Wiedenbrück bekam er zum Sonderpreis acht technisch überholte Räder, die er an die neue Bürgermeisterin von Beverina, Cilda Purgale, überreichte.

Bundespräsident trifft auf lebendige Partnerschaft nach oben  
Im Rathaus der Großgemeinde Koceni, einem Vorort der Stadt Valmiera, ist das neue Partnerschafts- zimmer untergebracht. Unser Bild zeigt vor dem Gebäude (v. l.) Janis Olmanis, den Bürgermeister von Koceni, Vitauts Stana, den früheren Landrat von Valmiera und Vorsitzenden des Partnerschafts- vereins auf lettischer Seite, sowie Landrat Sven-Georg Adenauer.
Hans-Joachim Schwolow (rechts), der Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh, ist neuer Ehrenbürger der Großgemeinde Rujiena. Deren Bürgermeister Guntis Gladskins überreichte die Auszeichnung.
Klemens Karweger übergab der neuen Bürgermeisterin von Beverina, Cilda Purgale, eines der acht Fahrräder.
Einen Scheck über 500 Euro für den Kindergarten von Naukseni überreichte Landrat Sven-Georg Adenauer an Bürgermeister Janis Zuments. Die Spende stammt von Dirk Holtkamp (Herzebrock- Clarholz) und Beate Balsliemke (Verl).
  Die Glocke AUSZUG VOM 06.07.2013

Gütersloher Delegation in Valmiera

Kreis Gütersloh (gl). Um ein paar Tage haben sich die Delegation aus dem Kreis Gütersloh und Bundespräsident Joachim Gauck verpasst. Landrat Sven-Georg Adenauer war zusammen mit einer 28-köpfigen Reisegruppe einige Tage in der lettischen Partnerregion Valmiera. Am Mittwoch kehrte die Delegation zurück, ab diesem Samstag besucht das deutsche Staatsoberhaupt für drei Tage den baltischen Staat und kommt auch nach Valmiera.

Dann wieder mit dabei ist Hans-Joachim Schwolow, der Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh. Er wird in der neuen Grundschule Valmieras einen Kurzvortrag vor Gauck und dem lettischen Staatspräsidenten, Andris Berzin, halten. "Das ist eine große Ehre und zeigt, dass unsere Partnerschaft Vorbildcharakter hat", freut sich Schwolow.
Beim Präsidentenbesuch dürfte auch die wirtschaftliche Entwicklung ein Thema sein. "Mir imponiert, wie die Letten mit der Wirtschaftskrise umgegangen sind", sagt Landrat Adenauer. Er hoffe, dass das, was man in den Zeitungen lese, auch irgendwann bei den Menschen ankomme: Denn nach dem großen Einbruch geht es mit dem Wachstum in dem kleinen Land wieder aufwärts.
Die Reiseaktivitäten Ende Juni/ Anfang Juli zeugen nach einem Bericht des Kreises von der Lebendigkeit der Partnerschaft: Auf dem Weg ins Baltikum nahm die Delegation aus dem Kreis Gütersloh einige Letten mit zurück in ihre Heimat, die Gäste der Landwirtschaftskammer gewesen waren. Und am Mittwoch ist Dr. Edgars Grandans, Chefarzt des Krankenhauses Mazsalaca, in Düsseldorf gelandet. Er wird sich im Krankenhaus Rheda umsehen, ob Teile der dort nicht mehr benötigten Einrichtung in Lettland noch gute Dienste verrichten können.
Das Zentrum der Partnerschaft auf lettischer Seite befindet sich seit neuestem in der Großgemeinde Koceni. Landrat Adenauer und Vitauts Stana eröffneten offiziell das Partnerschaftszimmer. Als sich aufgrund der kommunalen Neugliederung in Lettland die Kreise auflösten, wurde ein Partnerschaftsverein gegründet, dem die Stadt Valmiera und die sechs Großgemeinden auf dem Gebiet des ehemaligen Kreises beitraten.
Einmal im Monat treffen sich die Bürgermeister in Koceni mit dem Vereinsvorsitzenden Stana und der lettischen Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus. Stana kündigte an, eine eigene Jugendabteilung des Vereins zu gründen, um die jüngere Generation stärker mit einzubinden. Die Idee fange nicht bei Null an, es gebe schon einen regen Austausch unter Schulen samt Gastaufenthalten, so der Kreis.

Euro kommt 2014

Kreis Gütersloh (gl). Landrat Sven-Georg Adenauer hat jetzt in Valmiera daran erinnert, dass die Letten vom nächsten Jahr an mit dem Euro zahlen. "Ich hoffe, dass es die Region und das Land weiterbringt." Die Geschäfte haben teilweise bereits mit der doppelten Preisauszeichnung begonnen, um auf die neue Währung einzustimmen.
"Ich hoffe, dass der Euro nicht so teuer wird", sagte Partnerschaftskoordinatorin Markus. Die Letten sind skeptisch: Der Blick ins Nachbarland Estland reicht als Grund aus. Was vorher zehn Kronen gekostet habe, koste dort jetzt zehn Euro, erklärte beispielsweise die Lehrerin Hiie Allvee, die bei einem Abstecher nach Viljandi (Estland) als Übersetzerin aushalf. Das sei eine Preissteigerung um ein Drittel.

Naukseni landesweit im Rampenlicht

Kreis Gütersloh (gl). Im gerade eröffneten Partnerschaftsraum in Koceni sind künftig einige neue Gesichter zu sehen. Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh lernte bei ihrem Besuch drei der am 1. Juni gewählten neuen Bürgermeister kennen. Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus verpasste übrigens den Einzug in den Stadtrat von Valmiera nur knapp. Cilda Purgale ist nun Bürgermeisterin der Großgemeinde Beverina. Sie war sie doch bereits Bürgermeisterin der Gemeinde Trikata, die jetzt zu der Großgemeinde gehört.
Edvins Straume ist in der Großgemeinde Burtnieki als neuer Bürgermeister künftig erster Ansprechpartner für die Freunde aus dem Kreis Gütersloh. In Mazsalaca setzte sich der erst 26-jährige Harijs Rokpelnis durchgesetzt.
Landesweit Beachtung gefunden hat die Großgemeinde Naukseni bei den Wahlen. In der kleinsten Großgemeinde im ehemaligen Kreis Valmiera, die fünftkleinste des ganzen Landes mit nur 2100 Einwohnern, hatten die Wähler keine Wahl: Es gab nur eine Liste. Das rief sogar das lettische Staatsfernsehen auf den Plan. Am Wahltag drehten sie eine Reportage über Naukseni und besuchten den alten und neuen Bürgermeister Janis Zuments. "Ich war gerade beim Rasenmähen", erzählte er der Delegation. Die Gemeinde genoss große Aufmerksamkeit. "Werbung ist normalerweise teuer, wir hatten sie jetzt ganz umsonst", sagte der Bürgermeister. Dass nur eine Liste zur Wahl antrat, begründete er mit der großen Einigkeit in der Gemeinde. Die Wahlbeteiligung war mit knapp 46 Prozent übrigens die niedrigste aller Zeiten.

Koordinator geehrt

Kreis Gütersloh (gl). Der Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh, Hans-Joachim Schwolow, ist neuer Ehrenbürger der Großgemeinde Rujiena in Lettland. Der Bürgermeister von Rujiena, Guntis Gladskins, zeichnete Schwolow während der Reise einer 28-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh in die Partnerregion Valmiera aus. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigt der Gemeinderat die Verdienste Schwolows in der Partnerschaft.
Mit leeren Händen ist noch keine Delegation aus dem Kreis Gütersloh in die Partnerregion gefahren: Klemens Karweger, ehemaliger Abteilungsleiter Ordnung beim Kreis und seit vielen Jahren in der Partnerschaft aktiv, übergab acht Fahrräder für den Sozialdienst: zwei für die Stadt Valmiera und jeweils eins für die sechs Großgemeinden. "Wir fragen immer, wo wir helfen können", erklärte Karweger. Eine der jüngsten Antworten habe gelautet: "gute, robuste Fahrräder, die den häufig schlechten Straßen Lettlands gewachsen sind". Karweger wurde beim "Räderwerk" in Rheda-Wiedenbrück fündig.
In Naukseni überreichte Landrat Sven-Georg Adenauer Bürgermeister Janis Zuments einen Scheck über 500 Euro für den dortigen Kindergarten. Die Spende kam von Dirk Holtkamp, FWG/UWG-Kreistagsmitglied, und Beate Balsliemke, stellvertretende Leiterin des Referats Presse, Kultur und Archiv des Kreises Gütersloh.

Lockerer Plausch am Stehtisch mit Joachim Gauck nach oben  
Güterslohs Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow eingerahmt von Bundespräsident Hans-Joachim Gauck (links) und dem lettische Staatspräsidenten Andris Berzins.
In Beverina versucht Gemeindedirektor Bralens Sandris (vorn mit der Fahne) die Großgemeinde durch Kooperationen für die Zukunft aufzustellen. Hier führt er eine Prozession an, die zu einem Handwerkermarkt auf den alten Schlossberg von Beverina zieht. Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh war dabei.
Die Delegation aus dem Kreis Gütersloh in einem der Gewächshäuser der modernen Baumschule Strenci, in der jährlich. 30 Millionen Bäume produziert werden.
  Die Glocke AUSZUG VOM 11.07.2013

Valmiera-Partnerschaft beeindruckt den Bundespräsidenten

Von unserem Redaktionsmitglied
MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl). "Der Bundespräsident war sehr interessiert und beeindruckt. Er hat uns für das weitere Miteinander alles Gute gewünscht." Hans- Joachim Schwolow ist stolz und zufrieden: Der Koordinator der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera hat Joachim Gauck in Lettland persönlich die seit 1992 sehr rege Beziehung vorstellen dürfen.

Was Schwolow in der Grundschule in Valmiera der deutschen Delegation im Beisein des lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins offiziell erläuterte, hatte der Rheda-Wiedenbrücker mit Joachim Gauck zuvor schon im nahen Schloß Dikli bei einem spontanen Gespräch am Stehtisch erörtert. "Das war ganz unkompliziert", berichtet Schwolow von einer lockeren Unterhaltung, zumal der Bundespräsident von seinem lettischen Kollegen bereits gut informiert gewesen sei.

Andris Berzins muss es ja auch wissen, schließlich hat er 1992 als erster lettischer Landrat beim Besuch im Kreis Gütersloh mit die Weichen für die Freundschaft gestellt. Das Krankenhaus in Mazsalaca, die Umgestaltung des Altenheims in Valmiera, das Logopädiezentrum und die Hörgeschädigtenschule - diese Leuchtturmprojekte der Partnerschaft haben Schwolow zufolge Gaucks volle Aufmerksamkeit gefunden.

Die Region Valmiera war bewusst als Schlusspunkt des dreitägigen Besuchs von Bundespräsident Gauck in Lettland gewählt worden. Zum einen ging es um die bemerkenswerte Partnerschaft, zum anderen um das deutsch-lettische Glasfaserwerk in Valmiera. Drittes Thema war die Bildung: Vertreter beider Regierungen unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Übertragung des deutschen dualen Berufsbildungssystems auf Lettland. "Dieses Abkommen geht auf unsere jüngste deutsch-lettische Partnerschaftskonferenz zurück", erklärt Schwolow. Und: Das Glasfaserwerk in Valmiera will als erstes Unternehmen einen Versuch mit der dualen Berufsausbildung starten.

Nicht nur Joachim Gauck hat sich für die von gegenseitiger Hilfestellungen, kulturellen Bereicherungen sowie aktiver Unterstützung von Veränderungsprozessen und Projekten zur Verbesserung von Lebenssituationen in Lettland geprägten Partnerschaft interessiert. Auch die Lebensgefährtin des Präsidenten, Daniela Schadt, war Schwolow zufolge sehr wissbegierig. "Die hat meine lettische Kollegin Rudite Markus und mich ganz schön gelöchert", berichtet der Koordinator mit einem Augenzwinkern.

Bei ihren Erklärungen zum Ende des Staatsbesuchs gingen beide Präsidenten auch auf die Beziehung zwischen Valmiera und Gütersloh ein. Vor allem Andris Berzins gab dieser Freundschaftsgeschichte breiten Raum und hob seinen Duzfreund Hans-Joachim Schwolow besonders hervor, was diesen verständlicherweise sehr freute.

Perspektiven für Gemeinden gefragt
Kreis Gütersloh (gl). Vor vier Jahren hatte die Großgemeinde Beverina in der lettischen Region Valmiera 3500 Einwohner. Jetzt sind es noch 3200. Die Arbeitslosigkeit beträgt rund 15 Prozent, die Infrastruktur ist sanierungsbedürftig. 100 Kilometer Entwässerungsgräben wurden lange nicht gepflegt. Von 23 Mehrfamilienhäusern sind nur 5 in einem guten Zustand. Gemeindedirektor Bralens Sandris hat beim Besuch der 28-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh viele Probleme benannt.

Wo man dieser Tage im ehemaligen Kreis Valmiera auch hinkommt, das Problem ist überall das gleiche: Mangels Perspektive zieht es die jungen Leute in die Städte oder gleich ins Ausland. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, kehrt seinem Dorf häufig den Rücken und in der Regel nicht zurück. Die Bevölkerung schrumpft, der Durchschnittslohn liegt offiziell bei 650 Euro, inoffiziellen Angaben nach beträgt er die Hälfte. Man kann auch für deutlich weniger arbeiten. Die Tochter eines lettischen Delegationsbegleiters verdiente in einem Hotel in Valmiera 150 Euro im Monat. Sie suchte sich in Riga einen neuen Job.

Beverina will durch Zusammenarbeit neue Perspektiven für das Leben auf dem Land entwickeln: 20 größere Bauern und unzählige kleinere Höfe, die jeweils nur wenige Hektar bewirtschaften, gibt es in der Großgemeinde. "Gerade den vielen kleinen müssen wir helfen", so der Gemeindedirektor. Jetzt wurden Kooperationen gebildet, unter anderem auf dem Gebiet der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk. Die Zusammenarbeit trägt erste Früchte: Ein gemeinsamer Stand auf den Märkten in Valmiera und Riga vertreibt die Produkte von 25 kleinen Höfen.

In Valmiera gibt es seit kurzem einen Laden, der handwerkliche Produkte wie etwa Filzhüte und Taschen anbietet. "Wir haben 70 Jahre in der Okkupation gelebt, danach haben wir keine guten Erfahrungen mit der Marktwirtschaft gemacht", erzählte Sandris. Heutzutage sei es auch deswegen schwer, die Bürger zu gemeinsamen Aktionen zu bewegen, sie für Ideen zu begeistern.

Aber es bewegt sich etwas: Nicht nur die Marktstände und der Laden sind erste Erfolge. Die großen Landwirte haben gemeinsam bereits einige Kilometer Sandpiste erneuert und mehrere Anlieger haben sich der Pflege der vier Seen und Teiche angenommen. Und mit der Baumschule Strenci in Trikata, einem Dorf der Großgemeinde Beverina, gibt es ein Vorzeigeunternehmen: Die größte Baumschule des Baltikums produziert 30 Millionen Kiefern, Fichten, Birken und Schwarzerlen. Aber auch Rückschritte müssen verkraftet werden: In Trikata wurde die Käserei dicht gemacht, 30 Leute verloren ihren Job.

Hintergrund
Abgesehen von vielen laufenden Kontakten und Projekten gibt es jährlich offizielle Delegationsbesuche. Eine Gruppe aus dem Kreis Gütersloh ist gerade aus Valmiera zurückgekehrt. Der Gegenbesuch erfolgt in der Zeit vom 19. bis 23. September. Die Letten werden dabei die Bundestagswahl live erleben.
Ein Herz für lettische Senioren nach oben  
Lange Verbundenheit: Gisela Kuttig (r.)vom Friedrichsdorfer Mittwochabendkreis brachte ein riesiges Lebkuchenherz für die Bewohner des Altenheimes in Valmiera mit. Leiterin Teiksma Rusmane freute sich über das süße Geschenk.
FOTOS: RICHARD ZELENKA
Tatkräftige Hilfe: Mit Unterstützung aus dem Kreis Gütersloh wurde das Altenheim in Valmiera zu einer modernen Einrichtung umgebaut.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 10.07.2013

Friedrichsdorfer Mittwochabendkreis setzt sich für Altenheim in Valmiera ein

VON RICHARD ZELENKA

Gütersloh/Valmiera. Symbolischer geht's kaum: Mit einem riesigen Lebkuchenherz im Koffer reiste Gisela Kuttig mit der Delegation aus dem Kreis Gütersloh nach Lettland. "Wir grüßen ganz herzlich das Altenheim in Valmiera" - so lautet die Inschrift auf dem Naschwerk aus der Produktion der Firma Schulte in Borgholzhausen.

Die Grüße an die Senioren im Altenheim in Valmiera stammen von dem Mittwochabendkreis aus Friedrichsdorf, das die Einrichtung in der lettischen Partnerregion seit 13 Jahren durch alljährliche Weihnachtspaketaktionen unterstützt.

Das Herz aus Gütersloh überreichte Gisela Kuttig, die dem Führungsteam des Mittwochabendkreises angehört, an Teiksma Rusmane, die das mit deutscher Hilfe sanierte und ausgestattete Altenheim leitet. Die Friedrichsdorferin kann sich sicher sein, dass das süße Präsent nicht einfach vernascht wird, sondern einen Ehrenplatz in der Senioreneinrichtung findet, die eine Dependance unterhält - denn die Bewohner und die Leitung sind den Damen aus Friedrichsdorf unendlich dankbar.

"Soziales Engagement und informative Angebote ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Arbeit", sagt Ursula Kuttig, die viele Jahre in der Altenpflege tätig war und daher aus eigener Erfahrung die enormen Probleme und Herausforderungen kennt, die der demografische Wandel mit einem immer größer werdenden Anteil älterer Menschen verursacht. Auch in Lettland ist dieser Wandel im vollen Gange - doch im Gegensatz zu Deutschland, wo wenigstens ansatzweise versucht wird, den Alten einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen, weht im Baltikum ein scharfer Wind. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die die kleine baltische Republik mit besonderer Härte traf und erst allmählich einem leichten Aufschwung weicht, hatte Auswirkungen vor allem im sozialen Bereich. Für Kranke, sozial Schwache und Alte ist wenig Geld übrig.

Umso willkommener ist die Hilfe aus dem Kreis Gütersloh. Der Friedrichsdorfer Frauenkreis, der bereits von 40 Jahren von einer Handvoll engagierter Frauen mit christlichem Anspruch gegründet wurde und sich seitdem einmal in der Woche trifft, ist ein unverzichtbarer Partner für die Altenheime in Valmiera geworden. Alljährlich am 20. Oktober starten die etwa 35 Frauen ihre Hilfsaktion. "Die ganze Gemeinde mit unserem Pfarrer Volker Waller steht dahinter und unterstützt uns", freut sich Ursula Kuttig. Durch Spenden, Sponsoring und eigene Aktionen wie eine Suppenküche bemüht man sich, "ein bisschen Geld für die Kasse zu bekommen", wie Ursula Kuttig sagt. In Abstimmung mit dem Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, der die Nöte und Sorgen am besten kennt, werden Päckchen gepackt, die das Leben der lettischen Senioren schöner und angenehmer machen. Dinge des täglichen Gebrauchs, Hygieneartikel, Weihnachtsdekoration, Bekleidungsstücke und Plätzchenwerden von den Aktiven des Abendkreises liebevoll verpackt und bis zum Buß- und Bettag im Altarraum der Friedrichsdorfer Kirche gelagert. "Waschen kann man sich auch mit Kernseife, aber gerade in der Weihnachtszeit freuen sich die alten Menschen über ein wenig Luxus und Qualität", erzählt die Friedrichsdorferin.

Dann gehen die Päckchen mit einem der regelmäßigen Transporte aus dem Kreis Gütersloh auf die weite Reise in das Baltikum, wo sie schon mit Vorfreude erwartet werden. Die Motivation für den Einsatz der Friedrichsdorfer Frauen beschreibt Ursula Kuttig so: "Es gibt noch viel Nachholbedarf in Lettland. Wir leisten unseren Beitrag dazu, weil das Alter etwas mit Würde zu tun hat".
Bundespräsident Gauck besucht Partnerstadt Valmiera nach oben  
 
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 09.07.2013

Halle (hego). Bei strahlendem Sonnenschein hat gestern der Deutsche Bundespräsident Joachim Gauck der Haller Patenstadt Valmiera einen Besuch abgestattet. Grund, dass ihn der Staatsbesuch in Lettland nach Valmiera führte, dürfte die Tatsachesein, dass der lettische Staatspräsident Andris Berzins in Valmiera zu Hause und die Stadt inzwischen gut vorangekommen ist. Auch das moderne Glasfaserwerk kann sich sehen lassen und gilt als Aushängeschild. Zu den Gästen gehörte auch der Partnerschaftsbeauftragte des Kreises Gütersloh, Joachim Schwolow. Schwolow kennt Lettlands Präsidenten Andris Berzins persönlich aus den Anfängen der Partnerschaft mit dem Kreis Gütersloh und vertritt Landrat Sven-Gerog Adenauer, der wegen der Verabschiedung seines langjährigen Kreisdirektors Christian Jung nicht nach Valmiera reisen konnte. Das große Bild oben zeigt Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis, Joachim Gauck,, Daniela Schadt, Andris Berzins. Auf den kleinen Bild Präsident Berzins und rechts Joachim Schwolow in Kreis lokaler Prominenz.
Fotos: Dace Jase
Kirche lebt nur von Spenden nach oben  
Kirchen-Treffen in Valmiera mit (von links) Fritz Ellerweg, Ineta Biteniece, die Pfarrer Magnus Olsson, Jens Christian Weber, Arnis Buss und Dolmetscherin Elina Göring. Die mit einem Deutschen verheiratete Übersetzerin ist selbst erst vor einem Jahr nach einem Alpha-Kurs in die Gemeinde eingetreten.
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 06.07.2013

Pfarrer Jens Weber und Kirchbaumeister Fritz Ellerweg besuchen Gemeinde in Valmiera

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). So ganz ohne Kirchensteuer - wie werden da die Pfarrer bezahlt und die Gebäude unterhalten? Pfarrer Jens Weber und Kirchbaumeister Fritz Ellerweg haben sich darüber jetzt beim Besuch in Valmiera informiert. Es läuft alles etwas anders in der lettischen Partnerstadt von Halle. Das fängt schon beim Gottesdienst an, in dem Jens Weber vergangenen Sonntag die Predigt gehalten hat. Zwei Stunden dauert die Liturgie in der Kirche der St.-Simeons-Gemeinde, gefeiert von beiden Pfarrern: Magnus Olsson, ein Schwede, der der Liebe wegen in Lettland gelandet ist, und Arnis Buss, der zusätzlich eine Position in der Landeskirche bekleidet.

Weil am vergangenen Sonntag auch das Ende einer Fortbildungsveranstaltung gefeiert wurde, waren Jens Weber und Fritz Ellerweg nach dem Gottesdienst auch gleich zum Essen im etwas außerhalb gelegenen Gemeindehaus eingeladen. Hier gab es nicht nur reichlich Steaks, sondern auch 60 alte Bekannte. Die Stühle aus der Haller St.-Johanniskirche, die erst vor wenigen Wochen als Spende an die Gemeinde in Valmiera transportiert worden sind.

"Wir fänden es schön, uns einmal jährlich zu treffen", berichtet Pfarrer Weber von den Gesprächen am Nachmittag. Gerade am Anfang gehe es vorrangig um Kontakte. Positiv aufgenommen wurde das Angebot, dass Martin Rieker im Herbst nächsten Jahres mit einem Chor nach Valmiera fahren möchte. Auf lettischer Seite könnte sich der Kirchengemeinderat vorstellen, Kontakte zum Haller Presbyterium aufzunehmen.

Ganz anders als in Deutschland werden die Pfarrer aber nicht beamtenähnlich angestellt, sondern werden allein aus den Spenden aus der Gemeinde bezahlt. In einigen Orten wird da sogar das Modell der katholischen Kirche praktiziert. Beim Besuch des katholischen Kirchenneubaus in Valmiera - finanziert auch mit Mitteln des Bonifatiuswerkes - erzählte der dortige Pfarrer, dass er kein festes Gehalt bekomme, sondern nach der Zahl der Gemeindemitglieder entlohnt werde. er müsse also sich jeden Monat für sein Geld einsetzen.

Auch für die Unterhaltung der Gebäude gibt es kaum staatliche Zuschüsse. "Das Gemeindehaus wird mit Holz beheizt, weil das Gas zu teuer ist", erzählte Jens Weber nach seinen Treffen. Für die Renovierung des maroden Kirchturms erhofft sich die Gemeinde dennoch auch Geld vom Staat oder von der Stadt, weil die Kirche unter Denkmalschutz steht.

Zwei Jahrzehnte nach der Wende haben die Kirchen in Valmiera - die evangelischen Lutheraner ebenso wie Katholiken und Orthodoxe - aber weiter Zulauf. Die St.-Simeons-Gemeinde hat den Konfirmanden-Unterricht, an dem auch viele Erwachsene teilnehmen, mit dem Alpha-Kurs, den man auch in Halle kennt, zusammengelegt. Weil die Konfirmanden sich beklagt hatten, dass die Alpha-Leute immer etwas zu essen bekommen. In Lettland würden jetzt allerdings weniger moderne Elemente bei der Hinführung zum christlichen Glauben genutzt, sondern eher die traditionellen Liturgien, die bekannten Kirchenlieder und der Katechismus vermittelt.

"Die Form ist geblieben, aber die Inhalte wurden geändert. So finden sich die Menschen nachher im Gottesdienst besser zurecht", erläutert Jens Weber.
Dankeschön an die Haller Spender nach oben  
Wasserdichte Freundschaft: Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis zeigte seiner Haller Amtskollegin Anne Rodenbrock-Wesselmann vom Gauja-Schiff aus die Schönheiten seiner Stadt, die vom Fluss aus zu sehen sind - unter anderem die neue Musikschule.
Fotos: Klaus-Peter Schillig
Gaida Pevko, Leiterin der Suppenküche (rechts) bedankt sich bei Anne Wesselmann für eine 500-Euro-Spende aus Halle.
Andris Varpa (links), Leiter der Kunstschule in Rujiena, erläutert hier Hans-Joachim Otte die Ausstellung seiner Schüler.
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 05.07.2013

Bürgermeisterin besucht bei Valmiera-Aufenthalt die Suppenküche - Waschraum fertig

Aus Valmiera berichtet
Klaus-Peter Schillig

Halle/Valmiera (WB). In der Partnerschaft zwischen Halle und Valmiera soll künftig "mehr Musike drin sein". Beim Besuch in der lettischen Stadt wurde jetzt der Besuch von Musikern zu einem Workshop in Halle verabredet.

Bürgermeisterin Anne Roden- brock-Wesselmann, ihre Stellvertreterin Karin Otte samt Ehemann Hans-Joachim, Fachbereichsleiter Christian Loest sowie von der evangelischen Kirchengemeinde Pfarrer Jens Christian Weber und Kirchbaumeister Fritz Ellerweg waren gemeinsam mit der Delegation des Kreises Gütersloh nach Valmiera gefahren. Der Partnerschaftsverein dort (siehe Extra- Kasten im Text unten) hatte für die gesamte Gruppe ein volles Programm mit Terminen bis in den späten Abend geplant, so dass der Bürgermeister von Valmiera nur einen halben Tag lang als Gastgeber der kleinen Haller Gruppe fungieren konnte. Und das auch noch unter Zeitdruck. "Two pieces and then let's go (Zwei Stückchen und dann müssen wir los)", drückte Inesis Bokis bei einem vorherigen Steh-Empfang im Nachbarort Koceni aufs Tempo. Schließlich hatte er eine Ausflugsfahrt auf dem Fluss Gauja organisiert, um von dort die Wildwasserstrecke und die neue Brücke zeigen zu können. Gesprächsthema war zu- dem das zurückliegende Hochwasser. "Drei Zentimeter höher, und die Gauja wäre in die Stadt geflossen", berichtete Vize-Bürgermeister Janis Baiks.

Der begleitete die Gruppe nach dem späten Mittagessen auch zur Suppenküche für Kinder, die seit mehreren Jahren von Halle aus unterstützt wird. Getragen vom Verein "Christliches Zentrum der Barmherzigkeit" kümmert sich die Leiterin Gaida Pevko mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen um die Ärmsten aus der Stadt und der Umgebung. Das gesamte Erdgeschoss eines städtischen Wohngebäudes steht zur Verfügung und soll nach Gaidas Vorstellung zu einem sozialen Zentrum ausgebaut werden. In dem Land, in dem im kommenden Jahr der Euro eingeführt wird, gibt es trotz wirtschaftlichen Aufschwungs viele Familien, die nach deutschen Maßstäben unter dem Existenzminimum leben. Die engagierte Leiterin hat überwiegend mit Mitteln aus Halle ein Kinderspielzimmer eingerichtet, vor einem halben Jahr ist der Waschraum fertig geworden. "Nicht nur im Winter können die Kinder hier duschen, weil viele Familien auf dem Land gar kein warmes Wasser haben", erklärt Gaida Pevko auf deutsch ihren Besuchern. Auch die Winterjacken könnten hier gewaschen werden. Das könnten die Familien zwar auch, sie bekämen sie aber nicht so schnell wieder trocken. "Ich bin deshalb sehr glücklich über unseren Wäschetrockner", sagt die engagierte Lettin. Ganz besonderen Dank lässt sie nach Halle ausrichten auch für die Weihnachtspakete mit Lebensmitteln, Süßigkeiten und Spielen, die im vergangenen Winter für viele Familien wieder schöne Überraschungen gebracht hätten.

Beim Gespräch mit dem Vorsitzenden der Musikschule Valmiera verabredeten Christian Loest und Anne Rodenbrock-Wesselmann für den kommenden Herbst einen Besuch einer Gruppe junger lettischer Musiker zu einem Workshop in Halle.

Die Bürgermeisterin zog schon während der Rückreise ein positives Fazit der Fahrt nach Valmiera: "Die Partnerschaft ist dadurch wieder lebendig geworden. Wir konnten uns ein Bild machen, was in den vergangenen zwei Jahren entstanden ist. Wichtig sind diese Besuche vor allem, um im direkten Gespräch weitere Projekte anzustoßen."
Der Duzfreund des Präsidenten nach oben  
Treffen mit Staatspräsident (von links): Valmieras Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus, Hans-Jo- achim Otte, Präsident Andris Berzins, Joachim Schwolow, Klemens Karweger, Renate Schwolow, Lusise Karweger, Halles Vize-Bürgermeisterin Karin Otte und Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wessel- mann begegneten dem lettischen Staatsoberhaupt bei einem Abendspaziergang in Riga.
Besucht Valmiera: Bundespräsident Joachim Gauck.
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 05.07.2013

Joachim Gauck macht bei Staatsbesuch auch Station in Valmiera - Joachim Schwolow persönlich eingeladen

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). Die Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und dem ehemaligen Kreis Valmiera in Lettland wird kommenden Montag auf höchster Ebene gewürdigt. Bundespräsident Joachim Gauck lässt sich darüber von seinem lettischen Amtskollegen Andris Berzins informieren. Joachim Schwolow, Motor der Partnerschaft, ist live dabei.

Erst am Mittwochabend ist Schwolow, eigentlich Mitarbeiter im Bauamt des Kreises, nach vollem Programm mit einer Delegation aus Lettland zurückgekehrt. Sonntag steigt er schon wieder in den Flieger. Der lettische Staatspräsident hat ihn persönlich und Landrat Sven-Georg-Adenauer eingeladen, an der Zeremonie in der Grundschule von Valmiera teilzunehmen. Adenauer musste absagen, weil er am Montag eine Kreistagssitzung leiten muss, in der auch sein Stellvertreter, Kreisdirektor Christian Jung, in den Ruhestand verabschiedet wird. "Das hat Vor- rang", sagt der Landrat, der natürlich gern mit nach Lettland geflogen wäre.

Schwolow wird ihn sicher würdig vertreten, denn er ist seit den ersten Kontakten mit Valmiera Koordinator der Partnerschaft mit dem früheren Kreis Valmiera (siehe Extra-Kasten). Und auf der Seite der Letten gehörte Andris Berzins als damaliger Landrat zur ersten Delegation, die vor 21 Jahren den Kreis Gütersloh besucht hat, um sich hier viele gute Ratschläge und praktische Hilfe zum Aufbau einer modernen Verwaltung zu holen. "Das ist der einzige Staatspräsident, den ich duze", scherzte Joachim Schwolow noch am Sonntag, als er von seiner Einladung berichtete. Schließlich habe man schon gemeinsam Tennis gespielt und sich immer mal wieder im Rahmen des Austauschs getroffen. Schon am Dienstagabend liefen sich die beiden Mitbegründer der Partnerschaft in der lettischen Hauptstadt Riga (800 000 Einwohner) zufällig über den Weg. Schwolow war mit einem kleinen Teil der Reisegruppe auf dem Platz vor dem Nationaldenkmal unterwegs, als Andris Berzins ihren Weg kreuzt. Der herzlichen Begrüßung und Vorstellung der Runde, zu der auch Halles Bürgermeisterin Anne-Rodenbrock- Wesselmann, der Haller Hauptamtsleiter Christian Loest, der frühere Leiter des Kreisordnungsamtes, Klemens Karweger mit Gattin Luise gehörten, folgte sogleich der Informationsaustausch über den bevorstehenden Staatsbesuch.

Joachim Gauck wird Sonntag im provisorischen Amtssitz des Präsidenten, im schmucken Schwarzhäupterhaus, empfangen, weil das Stadtschloss erst vergangene Woche durch einen Brand stark beschädigt worden ist. Nach offiziellen Terminen am Tag werden die beiden Präsidenten mit ihren Lebensgefährtinnen den Abschluss des großen Sing- und Spielfestes in Riga besuchen, bei dem in dieser Woche aus fast jedem Ort des Landes Gruppen teilnehmen.

Am Montag um 16 Uhr ist dann Valmiera Ort des Geschehens. In der dortigen Grundschule soll im Beisein des Präsidenten von den zuständigen Ministerien eine Absichtserklärung zur dualen Berufsausbildung unterzeichnet werden. Das mit einem deutschen Unternehmen eng zusammenarbeitende Glasfaserwerk, Valmieras größter Arbeitgeber, will im Zuge einer Versuchsphase den deutschen Exportschlager in Sachen Ausbildung einführen. Das Experiment wird von der deutsch-baltischen Handelskammer und beratend auch vom Berliner Bildungsministerium unterstützt. Bei dieser Gelegenheit wird Berzins mit Hilfe der Aktiven auf lettischer Seite und von Hans-Joachim Schwolow die aktive Partnerschaft zwischen den beiden Kreisen erläutern.

Drei Bürgermeister neu gewählt
Nach einer kommunalen Neuordnung sind 2009 die Kreise in Lettland aufgelöst worden. Der ehemalige Kreis Valmiera besteht jetzt aus den Großgemeinden Koceni, Naukseni, Mazsalaca, Rujiena, Burtnieki und Beverina sowie der Stadt Valmiera, die ihrerseits seit 2011 eine Städtepartnerschaft mit Halle unterhält. An die Stelle des Kreises ist der Partnerschaftsverein getreten mit dem früheren Landrat Vitauts Stana an der Spitze.

Erst im Juni haben in Lettland Kommunalwahlen stattgefunden. Seitdem sind auch einige Bürgermeister neu im Amt: Inesis Bokis ist in Valmiera im Amt bestätigt worden, ebenso Janis Olmanis in Koceni, Guntis Gladkins in Rujiena und Janis Zuments in Koceni. Dort war - im lettischen Fernsehen als Sensation berichtet - ohnehin nur eine Partei zur Wahl angetreten. Neu sind der erst 27-jährige Harijs Rokpelnis in Mazsalaca, Edvins Straume in Burtnieki und Cilda Purgale in Beverina.
Staatspräsident zum Anfassen nach oben  
Small talk mit dem Staatspräsidenten: Beim Spaziergang in Riga trafen einige Mitglieder der heimischen Delegation am späten Dienstagabend den Staatspräsidenten Andris Bernis (Mitte). Unser Bild zeigt von links Christian Loest (Halle), Rudite Markus (Dolmetscherin), Hans-Joachim Otte (Halle), Präsident Andris Bernis, Klemens Karweger, Renate Scholow, Luise Karweger (Kreis Gütersloh), Karin Otte und Anne Rodenbrock-Wesselmann (Bürgermeisterin und Stellvertreterin aus Halle).
Nach dem Gottesdienst in Valmiera: Fritz Ellerweg, Ineta Biteniece, (von links) Magnus Olsson, Jens Christian Weber, Arnis Busch, Elina Döring.
Floßfahrt auf der Gauja: Vorn sitzen die Bürgermeister Anne Rodenbrock-Wesselmann und Inesis Bokis.
Einen Blick in den Gärbehälter der örtlichen Brauerei wagt Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock -Wesselmann.
Der Partnschaftsbeauftragte Joachim Scholow (rechts auf dem rechten Bild) wurde von Bürgermeister Guntis Gladkins zum Ehrenbürger ernannt.
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 05.07.2013

Delegation traf beim Spaziergang Lettlands Staatspräsident Andris Bernis

aus Valmiera
berichtet Herbert Gontek

Halle. Das gibt es nur in Lettland: Beim Spaziergang durch die Hauptstadt Riga trafen am Dienstagabend Delegationsmitglieder aus Halle und dem Kreis Gütersloh den Staatspräsidenten Andris Bernis. Erkannt hatte ihn Joachim Scholow, ("der einzige Staatspräsident, den ich duze"), Partnerschaftsbeauftragter des Kreises. Bernis ist ein alter Bekannter im Kreis Gütersloh, denn er stammt aus dem Kreis Valmiera und gehörte zur ersten Delegation aus Lettland, die damals in den Kreis Gütersloh kam. 28 Partnerschaftsverbundene aus dem Kreis Gütersloh besuchten jetzt fünf Tage den baltischen Staat.

Schwolow wird am kommenden Wochenende schon wieder nach Lettland reisen, als offizieller Vertreter des Kreises Gütersloh. In der kommenden Woche wird nämlich der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck auf Staatsbesuch in Lettland erwartet und dazu ist auch ein Repräsentant des Kreises Gütersloh geladen.

Die Delegation aus Halle und dem Kreis Gütersloh machte sich am späten Nachmittag des vergangenen Freitag auf den Weg nach Lettland, gegen Mitternacht kam sie auf dem Flughafen in Riga an, zwei Stunden später war sie im Quartier in Valmiera.

Wie ausführlich berichtet, hat nach der Auflösung des Kreises Valmiera die Stadt Halle die Partnerschaft mit der Stadt Valmiera geschlossen. Die ehemals angeschlossenen Gemeinden werden über einen Partnerschaftsverein vom Kreis Gütersloh betreut.

Mit einem straffen Programm, ausgearbeitet von Dolmetscherin Rudite Markus, ging es am Wochenende und den folgenden Tagen weiter. Darauf werden wir in den kommenden Tagen noch zurückkommen.

Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh, Hans- Joachim Schwolow, ist neuer Ehrenbürger der Großgemeinde Rujiena/Lettland. Der Bürgermeister von Rujiena, Guntis Gladkins, zeichnete Schwolow am Sonntagabend vor einem offiziellen Essen aus. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigt der Gemeinderat die Verdienste Schwolows in der Partnerschaft.

Halles Pastor Jens Christian Weber dagegen erlebte am Sonntag sein eigenes Programm. In der evangelischen St.-Simenons- Gemeinde in Valmiera hielt Weber seine Predigt in deutscher Sprache. Unterstützt von seinen lettischen Amtskollegen Magnus Olsson und Arnis Busch wurde der zweistündige Gottesdienst mit anschließenden drei Taufen gestaltet. Die mit einem Deutschen verheiratete Elina Döring übersetzte die Predigt. Weber war begeistert von dem Zusammenhalt in der Gemeinde. Nach dem Gottesdienst sei ein großes Fest gefeiert worden mit Steaks vom Grill. Zum Abschluss habe man versprochen, sich gegenseitig in die Gebete mit aufzunehmen. In den Gemeinden wollen die Kirchenvertreter nun beraten, wie sie die Partnerschaft aktivieren können.

Am Montag kam es zu einem offiziellen Kontakt zwischen Valmieas Bürgermeister Inesis Bokis und Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. Nach einer Floßfahrt auf der Gauja wurden von den beiden Politikern zahlreiche Probleme bearbeitet.

Die Partnerschaft hat nach Einschätzung von Landrat Sven- Georg Adenauer schon viele Früchte getragen. So reisten zum Beispiel auf dem Hinweg nach Riga sechs Landwirte wieder heim, die an einem landwirtschaftlichen Seminar im Kreis Gütersloh teilgenommen hatten.

In Kürze beginnen Austauschprogramme für Schüler verschiedener Schulen und Musikschulen aus Halle und dem Kreis Gütersloh.
Eine präsidiale Begegnung nach oben  
Treffen vor dem Nationaldenkmal in Riga: Staatspräsident Andris Berzins (3. v. l.) begrüßte herzlich die lettische Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus (l.) sowie einige Teilnehmer der Delegation aus dem Kreis Gütersloh: Hans-Joachim Otte, Hans-Joachim Schwolow, Klemens Karweger, Renate Schwolow, Luise Karweger, Karin OtteundAnne Rodenbrock-Wesselmann, Bürgermeisterin von Halle (v. l.).
Reise ins Baltikum: Bundespräsident Joachim Gauck informierte sich in Lettland über die Partnerschaft Gütersloh/Valmiera.
Ehrung: Rujienas Bürgermeister Guntis Gladkins (l.) überreichte Hans-Joachim Schwolow die Ehrenbürgerurkunde.

FOTO: R.ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 05.07.2013

Thema Partnerschaft / Hans-Jochim Schwolow trifft gleich zwei Staatsoberhäupter

VON RICHARD ZELENKA

Kreis Gütersloh/Valmiera. Die Gäste aus Deutschland konnten ihren Augen kaum trauen: Bei ihrem Abendspaziergang durch die malerischen Gassen der lettischen Hauptstadt Riga hatten sie eine wahrlich präsidiale Begegnung. Am Nationaldenkmal kam der Gruppe aus dem Kreis Gütersloh Andris Berzins entgegen, der seit zwei Jahren als Staatspräsident an der Spitze der kleinen lettischen Republik steht.

Ohne Bodygards an der Seite, so schien es jedenfalls, flanierte der 68-jährige Geschäftsmann und Politiker entspannt durch die Altstadt Rigas. Und er bewies, dass er ein Präsident zum Anfassen ist. "Ich bin ein freier Mensch, und das möchte ich auch bleiben", sagte Berzins nach einer herzlichen Umarmung mit Hans-Joachim Schwolow, der seit über 21 Jahren als Partnerschaftskoordinator ein unermüdlicher Motor der Freundschaft zwischen den beiden Nationen ist. Man kennt sich und man schätzt sich. Denn schließlich war Berzins in der Gründungsphase Landrat des damaligen Kreises Valmiera und gehörte auch der ersten lettischen Delegation an, die sich 1992 mit einem klapprigen Bus der Marke "Latvia" auf die weite Reise nach Deutschland machte, um neue Freunde zu suchen. "Er ist der einzige Staatspräsident, mit dem ich mich duze", witzelt Schwolow gern.

Das könnte sich ändern, denn schon bald wird er nach einer kurzen Verschnaufpause zu Hause erneut ins Baltikum aufbrechen, wo ihn ein weiteres präsidiales Gipfeltreffen erwartet. Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wird mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt im Rahmen einer Reise nach Finnland sowie in die baltischen Republiken Estland, Litauen auch Lettland einen Besuch abstatten und sich dort ausführlich über die Partnerschaft des Kreises Gütersloh mit der Region Valmiera informieren, die europaweit Modellcharakter hat.

Den Auftakt bildet am Montag, 8. Juli, eine Begegnung der beiden Staatsoberhäupter im berühmten Rigaer Schwarzhäupterhaus. Die lettische Präsidentenresidenz im historischen Schloss Riga steht dafür derzeit nicht zur Verfügung - vor einigen Wochen hat ein Feuer während einer Renovierung große Teile das Gebäudes zerstört, in dem auch Lettlands Nationalmuseum untergebracht ist. Von Riga reist die deutsche Delegation nach Valmiera. In der dortigen neuen Grundschule will sich Gauck aus erster Hand über die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Gütersloh und Valmiera informieren. Schwolow hat die Aufgabe, Gauck und seinen Begleitern die wichtigsten Stationen der Völkerfreundschaft zu erläutern, die im vergangenen Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feierte (wir berichteten). "Es nicht gerade einfach, die vielen Projekte und Aktivitäten in wenige Worte zu fassen", sagt der Koordinator, dem im Rahmen der Delegationsreise eine weitere Auszeichnung für seinen Einsatz für die Partnerschaft zuteil wurde: Der Rat der Stadt Rujiena erklärte den Rheda Wiedenbrücker zum Ehrenbürger.

Derweil die beiden Staatsoberhäupter über die Partnerschaft sprechen, wird für Daniela Schadt ein Frauenprogramm vorbereitet. Die lettische Partnerschaftsbeauftragte Rudite Markus wurde gebeten, der Lebensgefährtin Gaucks einige Facetten des Lebens im Baltikum zu vermitteln.

Mit seinem Besuch will Joachim Gauck den Übergang der baltischen Staaten zu Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft würdigen. Er wird erfahren, dass vor allem in Lettland die Schere zwischen Arm und Reich immer noch weit auseinander klafft. Die kleine Republik erwacht nur langsam aus der Schockstarre nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise, die vor allem Lettland mit großer Härte traf. Zwar erholt sich die Wirtschaft allmählich wieder, doch davon haben große Teile der Bevölkerung nur wenig. "Zu Sowjetzeiten hatten alle Geld, aber es gab nichts zu kaufen. Heute ist es umgekehrt", formulierte es ein Busfahrer treffend. Landflucht und Exodus: Immer mehr junge und gut ausgebildete Menschen zieht es auf der Suche nach Arbeit, Einkommen und einer gesicherten Zukunft in die Hauptstadt Riga oder gar ins Ausland. Erstmals droht die Einwohnerzahl Lettlands unter die Zwei-Millionen-Grenze zu fallen.

Ein umfangreiches Programm
Unter der Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer absolvierte die 28-köpfige Besuchsgruppe aus dem Kreis Gütersloh bis Mittwoch ein fünftägiges umfangreiches Besuchs- und Besichtigungsprogramm in der kleinen lettischen Republik. Die Begegnung mit den Menschen, die zum Gelingen der zahlreichen Projekte beitragen, sowie die Besichtigung wichtiger gemeinsamer Vorhaben standen im Mittelpunkt der Visite. Eine geballte Ladung an Kultur mit Musik, Gesang und Tanz, der Besuch touristischer Sehenswürdigkeiten und gesellige Treffen rundeten die Reise ab.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit nach oben  
Empfang im Kreishaus: Diana Rubele, Elza Medne und Kristina Karklina (v.v.l.)wurden von Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator), Georg Effertz und Friedel Hain (Gastfamilien),Jens Dunker und Christian Holtkamp (Lehrer am Gymnasium Halle) und Landrat Sven-Georg Adenauer(h.v.l) begrüßt.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 05.06.2013

Schülerinnen aus Valmiera besuchen den Kreis Gütersloh

Kreis Gütersloh (NW). Vier Wochen lang in ein anderes Leben eintauchen, Land und Leute, Lebensformen und Bräuche sowie den deutschen Schulunterricht kennen lernen - für drei Schülerinnen aus Valmiera ergab sich diese Chance.
Diana Rubele, Elza Medne und Kristina Karklina waren zu Gast im Kreis Gütersloh. Kristina wohnte bei Friedel Hain, Diana fand bei der Familie Effertz in Rheda-Wiedenbrück Unterschlupf.
Beide sind Schülerinnen des Staatlichen Gymnasiums Valmiera und gingen nun im Ratsgymnasium Rheda-Wiedenbrück zu Schule. Elza geht zu Hause in die 5. Mittelschule, wo sie auch das Abitur ablegen kann. In den vergangenen vier Wochen besuchte sie das Kreisgymnasium in Halle, das seit vielen Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Mittelschule pflegt.
Bei der Begrüßung im Kreishaus übergab Landrat Sven-Georg Adenauer den jungen Frauen ein kleines Taschengeld. "Mein Dank gilt den Gastfamilien für ihre Bereitschaft die Schülerinnen aufzunehmen und den Schulen, dass sie ihnen die Möglichkeit einräumen, am Unterricht teilzunehmen." Bereits seit einigen Jahren haben Schüler und Schülerinnen aus Valmiera die Chance, den Kreis zu besuchen und am Schulunterricht im Gymnasium teilzunehmen. Ausgewählt werden sie durch ihre sehr guten Leistungen bei der Deutscholympiade.
Partner im Geiste nach oben  
Probst Arnis Busch und Pastor Andris Kraulins aus Lettland (sitzend von links) tragen sich beim ihrem Besuch ins goldene Buch der Stadt ein. Begrüßt werden sie im Rathaus von (stehend von links) Pfarrer Jens Weber, Kirchmeister Fritz Ellerweg, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann, Gastgeberin Christa Stockkamp und Fachbereichsleiter Christian Loest. Foto: Klaus-Peter Schillig
  Westfalenblatt AUSZUG VOM 28. Januar 2013

Arnis Busch aus Valmiera besichtigt kirchliche Einrichtungen in Halle

Von Klaus-Peter Schillig

H a l l e (WB). Die Stadt Halle hat ihre Partnerschaft mit der lettischen Stadt Valmiera 2010 besiegelt, jetzt wollen auch die beiden evangelischen Kirchengemeinden nachziehen. Probst Arnis Busch hat an diesem Wochenende seinen Antrittsbesuch in Halle absolviert.
Der leitende Geistliche aus der 3000 Mitglieder starken evangelisch-lutherischen Gemeinde in Valmiera hat einen befreundeten Pastor, nämlich Pfarrer Andris Kraulins aus Riga, mitgebracht, der auch perfekt Deutsch spricht. Empfangen wurden sie in Halle von Pfarrer Jens Weber und Kirchmeister Fritz Ellerweg, untergebracht sind sie im Haus von Christa Stockkamp. Die Rathaus- Mitarbeiterin spielt ja auch in der Partnerschaft zu Ronchin eine tragende Rolle. Am Freitag wurden die Gäste aus Lettland und ihre Gastgeber im Rathaus von Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann empfangen.
Die ersten Kontakte gehen zurückauf das Jahr 2010, als Halles Vize-Bürgermeister Dieter Baars und Christian Loest, im Rathaus als Fachbereichsleiter zuständig für die Städtepartnerschaft, bei der Reise mit der Kreisdelegation erstmals den Wunsch der St.-Simenons- Gemeinde von Valmiera mitgenommen hatten, Kontakt mit der Haller Gemeinde aufzunehmen. Von den 3000 Gemeindemitgliedern dort nehmen 200 ständig an den Aktivitäten teil. 120 Ehrenamtliche engagieren sich in Chören, in der Sonntagsschule, der Jugendgruppe oder den Frauenkreisen. Kontakte bestehen bislang auch zu einer Partnergemeinde in Schweden. Der Haller Pfarrer Nicolai Hamilton hat per Email nach Valmiera ebenfalls Interesse an einer Partnerschaft bekundet, den ersten persönlichen Kontakt gab es 2011, als Kirchmeister Fritz Ellerweg und Christian Loest mit der Bürgermeisterin in Valmiera weilten.
Das Wochenende in Halle bot den beiden Geistlichen aus Lettland ein umfangreiches Besichtigungsprogramm, aber auch viel Raum für Gespräche mit ihren deutschen Kollegen. Das Martin- Luther-Haus, das Café Gegenüber, die St.-Johanniskirche, das Krankenhaus und die Haller Sehenswürdigkeiten standen auf dem Programm. Manchmal werden Arnis Busch und Andris Kraulins etwas neidisch geschaut haben, denn die finanzielle Ausstattung ihrer Heimatgemeinde sieht wesentlich schlechter aus. Die angestellten Pastoren und Mitarbeiter müssen aus Mitgliedsbeiträgen der evangelischen Christen am Ort bestritten werden, die dafür zehn Prozent eines Monatseinkommens als Jahresbeitrag zahlen. Viele weitere Aktivitäten sind abhängig von Spenden und ehrenamtlichem Einsatz. Für die Unterhaltung der Gebäude gibt es einen Zuschuss der Stadt Valmiera. Das ist aber nicht viel. "Für Plätze für Katzen gibt es EU-Mittel, für Kirchenbauten nichts", skizziert Fritz Ellerweg die Situation.
Die ist auch noch durch die Sowjetzeit geprägt, als Lettland Teil der UdSSR war. Damals, so erzählt Andris Kraulins, hätten sich die Christen in Valmiera in der kleinen Kirche der Adventisten getroffen. Die eigentliche Stadtkirche war enteignet worden - wie viele andere auch. Die seien als Lager für Mineraldünger, als Trainingsstätte für Boxvereine oder Werkstätten genutzt worden. Die Kirche in Valmiera war Konzertsaal geworden, der Altar war abgebaut, die Kirchenbänke waren deshalb in Richtung Orgel umgedreht worden.
Nach dem Besuch bei der Probe der Singgemeinde ist Arnis Busch sicher, dass sich ein großer Teil der Partnerschaft auf die Musik beziehen wird. Ansonsten wolle man viel lernen von den Aktivitäten in Halle. Als Beispiel nannte er den Alpha-Kurs, der regelmäßig auf dem Hof Grewe in Barnhausen angeboten wird. "Es ist unser Wunsch, dass sich zwischen den Menschen in Halle und Valmiera Kontakte entwickeln. Jede Begegnung ist eine Motivation, sich zu ändern und zu bewegen", sagte der Probst aus Valmiera. Auch Pastor Jens Weber will die Haller Gemeindemitglieder motivieren, über den Tellerrand hinauszuschauen, um zu sehen, dass das Christentum universal ist und sich nicht nur vor Ort abspielt."
Musik als Bindeglied nach oben  
Eintragung in Goldene Buch der Stadt: Unser Bild zeigt von links Pastor Jens Weber, Kirchmeister Fritz Ellerweg, Probst Arnis Busch, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmnann, Christa Stockkamp, Pfarrer Andris Kraulins und Fachbereichsleiter Christian Loest. Foto: H. Gontek
  Haller Kreisblatt AUSZUG VOM 26./27. Januar 2013

Lettische Pastoren bauen Kontakte zur evangelischen Gemeinde in Halle auf

von Herbert Gontek

Halle. Die lettischen Pastoren Arnis Busch und Andris Kraulins wollen ihre Haller Kollegen und die Bürgermeisterin in ihre tägliche Fürbitte aufnehmen, das versprachen sie gestern bei ihrem Besuch in Halle. Die beiden Gottesmänner weilen derzeit auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde in Halle und wollen Kontakte in die Partnergemeinde aufbauen.
Die Kontakte zur evangelischen Kirchengemeinde "St. Simenons Gemeinde" wurden im Juli 2010 vom ersten stellvertretenden Bürgermeister Dieter Baars und vom Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung Christian Loest geknüpft. Auf dieser Reise fand auch ein Besuch der "Suppenküche" des Vereins "Christliches Zentrum der Barmherzigkeit" statt.
Die Gemeinde hat 3000 Mitglieder von denen 200 ständig an den Angeboten teilnehmen und sich bei den Aktivitäten engagieren. In der St.-Simenons-Gemeinde herrscht reges Gemeindeleben. Angebote bestehen unter anderem vom Familienferienlager bis hin zu Alphakursen. Festangestellt kümmern sich zwei Pfarrer, ein Organist und eine Gemeindesekretärin um die Gemeinde. Die restlichen Arbeiten werden von einer Schar Freiwilliger erledigt.

Kontakte 2011

2011, als die Städtepartnerschaft zwischen Halle und Valmiera unterzeichnet wurde, kam es zum ersten persönlichen Kontakt zwischen den Vertretern der Kirche, Pfarrer Karlis Zikmanis und Eglis Juitinovics, und auf Haller Seite Kirchmeister Fritz Ellerweg und Christian Loest. Pfarrer Zikmanis ist inzwischen nach Riga gewechselt. Für ihn kamen der Probst Arnis Busch und Pfarrer Andris Kraulins. Die beiden Männer kamen am Donnerstag in Halle an und werden von Pastor Jens Weber und Kirchmeister Fritz Ellerweg betreut.
Gestern waren sie zu Gast im Rathaus der Stadt bei der Bürgermeisterin Anne Rodenbrock- Wesselmann.
Bewegt berichteten die beiden Männer, dass sich die Kirche in Lettland nach dem Untergang des Kommunismus neu ordnen musste. Damals sei sie enteignet worden. Die Kirche sei zu einer Konzerthalle umfunktioniert worden. Der Altar wurde abgebaut, die Sitzbänke in Richtung Orgel umgebaut. Kirchen- und klassische Musik auf hohem Niveau wird in Valmiera gepflegt. Und es traten bereits Musiker in Halle auf. Gestern machten die beiden Gottesmänner klar, dass die Musik ein wichtigter Baustein in einer Zusammenarbeit der Gemeinden sein könnte.
Ansonsten wollen sie in Halle schauen, wie hier in den Gemeinden gearbeitet werde. Die in Halle praktizierten Alphakurse zum Beispiel interessieren sehr.
Gestern standen eine Besichtigung der St. Johanniskirche, ein Mittagessen im Krankenhaus und eine Stadtführung mit der Besichtigung des Gerry Weber Stadions auf dem Programm.
Am Samstag und Sonntag gibt es weitere Kontakte und am späten Sonntag werden beide wieder in ihre Heimat Lettland reisen.
Päckchen und Scheck helfen nach oben  
Sammelten Sach- und Geldspenden fürs Altenheim Valmiera: (v. l.) Pastor Volker Walle, Sabine Prange, Lieselotte Wachsmann, Rudite Markus (lettische Partnerschaftskoordinatorin), Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator des Kreises Gütersloh), Landrat Sven-Georg Adenauer und Gisela Kuttig.
  Die Glocke AUSZUG VOM 07. Dezember 2012

Altenheim Valmiera

Kreis Gütersloh (gl). Im Dienste der Hilfe für die mit dem Kreis Gütersloh partnerschaftlich verbundene Region Valmiera in Lettland haben sich jetzt die Evangelische Kirchengemeinde Friedrichsdorf, die Kirchenstiftung, die Firma Schulze aus Borgholzhausen, eine Privatperson, die nicht genannt werden will, und die Sparkasse Gütersloh zusammengetan. Sachspenden aus der Lebkuchenbäckerei wurden verpackt, der Erlös aus dem Gemeindecafé wurde gestiftet, und die Sparkasse stockte den Betrag auf 1000 Euro auf.
Motor dieser Aktion, in deren Rahmen schon seit 2001 Spenden Richtung Lettland gehen, ist Gisela Kuttig aus Friedrichsdorf. "Wenn andere Partner völlig unproblematisch sagen, da machen sie mit, das finde ich lobenswert", betont die aktive Ehrenamtlerin.
"Klasse, dass wir so engagierte Menschen im Kreis Gütersloh haben", lobte Landrat Sven-Georg Adenauer den Einsatz. Schon in den nächsten Tagen werden die Spenden weitergeleitet nach Valmiera in Lettland, wo sie im Altenheim verteilt werden. Von den Geldspenden werden zielgenau die Dinge gekauft, die die Menschen dort benötigen.
500 Päckchen erreichen Lettland nach oben  
Stolz übergeben junge Harsewinkeler einen Pferdeanhänger voller Weihnachtspäckchen an Landrat Sven-Georg Adenauer. Unser Bild zeigt ihn mit (v. l.) Theresa Wachten, Ana Elbeshausen, Ilka Austermann, Christoph Johannsmann, Marlen Meier zu Wickern und Christina Thüte.
  Die Glocke AUSZUG VOM 06. Dezember 2012

Aktion "Weihnachten für alle"

Harsewinkel (gl). Unter der Federführung des Gymnasiums Harsewinkel sind im Rahmen der Aktion "Weihnachten für alle" 500 Weihnachtspäckchen für Kinder und Senioren in Lettland gepackt worden. Sie werden in den kommenden Tagen an die Sozialabteilungen der Gemeinden im Kreis Valmiera verteilt. Die Sozialämter entscheiden, wer ein Päckchen bekommt. Landrat Sven-Georg Adenauer nahm die Päckchen auf dem Hof Stiens entgegen und lobte die engagierten Schüler. "Man kann gar nicht genug danken, und ich bin sicher, jedes Päckchen kommt gut an."
Nicht nur von den Gymnasiasten waren Pakete geschnürt worden, auch viele Grundschulen und Kindergärten beteiligten sich an der Aktion. Die Liste der Helfer ist lang: Löwenzahngrundschule, Kardinal-von-Galen Grundschule, Astrid-Lindgren-Grundschule, Gesamtschule Harsewinkel, Gymnasium Harsewinkel, Awo-Kindergarten Findikus, DRK-Kindergarten Hokus Pokus, Evangelischer Jona-Kindergarten, St.-Paulus-Kindergarten, DRK-Kindergarten "Freunde", Marienschule, St.-Marien-Kindergarten, St.-Martin-Kindergarten, Marienkäfer-Kindergarten, Johannesschule und St.-Johannes-Kindergarten.
Lettinnen zu Gast nach oben  
Deutsch-lettischer Austausch im Kreishaus Gütersloh: Beim Landratsempfang trafen sich (v. l.) Egija Vermane, Agita Eglite, Antra Savele, Rudite Markus, Landrat Sven-Georg Adenauer, Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator), Jens Dunker und Christian Holtkamp (beide Lehrer am Kreisgymnasium Halle) sowie Elza Medne, Laura Skrastina und Sintiea Lovkina.
  Die Glocke AUSZUG VOM 05. Dezember 2012

Schüleraustausch

Kreis Gütersloh (gl). Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hat fünf lettische Austauschschülerinnen aus der Mittelschule Valmiera im Kreishaus in Gütersloh empfangen. Die jungen Frauen, angereist in Begleitung von Lehrerin Antra Savele und der Partnerschaftskoordinatorin Rudite Markus, bekamen zunächst eine Führung durch das Verwaltungsgebäude, dann ging es in die Kantine.
"Ich finde es prima, dass eine Schule in Kreisträgerschaft nun den Austausch mit Lettland ausbaut", sagte Adenauer mit Blick auf das Kreisgymnasium in Halle. Dessen Lehrer Christian Holtkamp und Jens Dunker wollen den Kontakt mit der Partnerschule wieder intensivieren. Für die fünf Schülerinnen, die in Gastfamilien wohnen, gibt es ein einwöchiges Austauschprogramm im Kreis Gütersloh.
Mit zahllosen Hilfsgütern in Lettland geholfen nach oben  
Auszeichnung verliehen: (v. l.) die Partnerschaftskoordinatoren Joachim Schwolow und Rudite Markus, Vitauts Stana (Vorsitzender des Partnerschaftsvereins), die Geehrte Renate Groß, Landrat Sven-Georg Adenauer und Bürgermeisterin Maria Unger. Bild: Stickling
  Die Glocke AUSZUG VOM 29. November 2012

Verdienstmedaille für Renate Groß

Kreis Gütersloh (ms). Die Isselhorsterin Renate Groß hat am Mittwochabend im Kreishaus aus der Hand von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Adenauer würdigte im Namen des Bundespräsidenten das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der 75-Jährigen. Zu den Gästen der familiären Zeremonie zählten Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger (SPD), Delegierte aus dem Partnerkreis Lettland und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, der ehemalige lettische Landrat Vitauts Stana. Der beispielhafte Einsatz der Geehrten wurde in den Mittelpunkt gerückt. An der Seite von Renate Groß befanden sich ihr Ehemann Günter, ihre zwei Söhne, ihre Schwiegertöchter und ihre drei Enkel.
Die Verdienstmedaille sei ein Zeichen der Anerkennung für eine ganz besondere Leistung, die es ohne den Einsatz der Geehrten gar nicht gäbe, betonte Landrat Adenauer. Er verwies auf die Hilfe durch Renate Groß für Menschen, denen nicht nur das Lebensnotwendigste fehlt, sondern die vor allem auf Zuwendung und Mitsorge angewiesen sind.
Renate Groß erkannte 2002 nach Friedenswanderungen mit dem Verler Droste-Haus ins Baltikum und nach Russland die Not und Hilflosigkeit der Menschen. "Geben ist seliger denn nehmen", sagte sie sich und begann mit ihren ersten Hilfsaktionen. Später motivierte sie der Wahlspruch ihrer baltischen Freunde: "Liebe hat kein Ende".
Adenauer listete die vielen Hilfsgüter auf, die in den vergangenen zwölf Jahren auf ihre Initiative hin nach Valmiera geschickt wurden. Adressiert an Altenheime, Krankenhäuser, Kinderheime, Schulen, Kindergärten und notleidende Familien. Allein in den Vorweihnachtswochen verlassen Jahr für Jahr mehr als 1000 Weihnachtspakete das Depot ihres Einfamilienhauses in Isselhorst. Zudem nimmt sich Renate Groß Zeit für so manche Korrespondenz mit lettischen und russischen Freunden. Denn sie ist längst auch in die Arbeit des Kuratoriums Rshew hineingewachsen, dem es um Friedensarbeit zwischen Deutschen und Russen geht. Eine Arbeit, die ihr ebenfalls anwesender Friedrichsdorfer Onkel Erich Vornholt in den 90er-Jahren begonnen hatte.
Zudem sah Renate Groß ein weiteres soziales Feld, das sie nicht minder in den Bann zog. Sie engagierte sich im Seniorenhof, einer Betreuungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Isselhorst. Dort ist sie an zwei bis drei Tagen in der Woche einer der guten Geister des Hauses.
Männerchor singt herzergreifend lettische Lieder nach oben  
Musik seiner Heimat brachte der lettische Männerchor "Balte berzi" (Weiße Birken) in der Kreuzkirche Wiedenbrück den Zuhörern nahe. Die sangesfreudigen Männer dirigiert Inga Zirne, Konzertmeisterin ist Inese Reinfelde (vorne, v. l.). Bild: Dr. Kreyer
  Die Glocke AUSZUG VOM 21. September 2012

Rheda-Wiedenbrück (gl). In die Welt der lettischen Chormusik hat der Männerchor Baltie berzi ("Weiße Birken") am Mittwochabend viele Zuhörer entführt. Auf dem Rückweg von einer Konzertreise nach Brüssel gaben sie ein Konzert in der evangelischen Kreuzkirche Wiedenbrück. Unter der Leitung ihrer engagierten Dirigentin Inga Zirne ist den 17 Männern, die teilweise mehr als 80 Jahre alt sind, ein musikalisch überzeugender Zwischenstopp gelungen. Alle eint das besondere Schicksal, dass sie selbst oder einer ihrer Familienangehörigen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Sibirien deportiert worden sind.
Zur Freude vieler verbindet sie seit 1993 zudem eine enorme Sangesfreude, die sie in mehr als 600 Konzerten in und außerhalb Lettlands weitergegeben haben. Zu Ehren des Gastlands gab es auch Klassiker der deutschen Chormusik zu hören, wie Franz Schuberts "Der Lindenbaum" und Johannes Brahms "Wiegenlied". Erstaunlich, wie klar die Sänger den deutschen Text artikulierten und dabei feine Akzente setzten.

Mit Liedern lettischer Komponisten des 20. Jahrhunderts setzte der erste Teil des Programms Schwerpunkte. Der bekannteste unter ihnen ist Janis Medin. Sein Lied "Ewig lebe Lettland" (Tev muam dzivot Latvija) wird in Lettland oft gesungen und gilt als inoffizielle Hymne. Auch Titel wie "Lettland ist mein" und "An die Mutter Lettland" von Agris Engelmanis ließen nationale Inhalte vermuten. Ohne übertriebene Emotionalität, jedoch voller Stolz werden darin Land und Natur beschrieben. Fern jeglicher sentimentaler Gefälligkeit sind die untergelegten Melodien und geben die textlichen Stimmungen dynamisch und rhythmisch wieder.
Als Intermezzo spielte Inese Reinfelde am E-Piano zwei kurze Stücke - die lyrisch anmutende "Arietta" von Adolfs Skulte und die herbere "Miniatur in G-Dur" von Janis Ivanovs. In den Liedern von Maestro Raimonds Pauls, wie der "Vielkomponierer" im eigenen Lande gern genannt wird, zeigten sich die Sänger einmal mehr als differenziert agierend.
Dieser kleine Chor überraschte mit seiner Ausdruckskraft und harmonischem Zusammenklang. Es war eine Freude zu beobachten, wie die Chorleiterin und ihre Konzertmeisterin Inese Reinfelde ihre Herren zu herzergreifendem Gesang inspirierten. Kein Zweifel, dass das Chorsingen Tradition in Lettland hat.
Im Anschluss trafen sich die Freunde der deutsch-lettischen Partnerschaft im Gemeindehaus der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück, in dessen Namen sich Birgit Strothenke mit Blumen bedankte. Dr. Silvana Kreyer
"Wer nicht gut hört, der lallt beim Sprechen" nach oben  
Robert Möllmann in dem modernen Audimetrie- und Hörgeräte-Anpassraum im lettischen Valmiera. Dort werden die Hörgeräte genau auf die jungen und älteren Hörgeschädigten angepasst.
  Die Glocke AUSZUG VOM 1. August 2012

Kreis Gütersloh (gl). Jedes Jahr hätte sich die Stadt Valmiera um 20 zusätzliche Sozialfälle kümmern müssen, wenn nicht vor 19 Jahren durch die finanzielle Unterstützung von Franz-Josef Krane (Rheda-Wiedenbrück) und die Tatkraft seines damaligen Angestellten Robert Möllmann ein Hörstudio in der Hörgeschädigtenschule der lettischen Kommune Valmiera eingerichtet worden wäre. Sämtliche Schüler erhalten seitdem ein Hörgerät.
"Wer nicht gut hört, lallt beim Sprechen. Und wer lallt, wird für dumm gehalten", erklärt Robert Möllmann, der das Hörstudio zu seinem persönlichen Projekt gemacht hat. Und wer für dumm gehalten werde, habe kaum Chancen auf einen vernünftigen Schulabschluss, eine Ausbildung, einen Beruf und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
Jetzt hat der Mann aus Walstedde (Kreis Warendorf) maßgeblichen Anteil an der Erneuerung des Hörstudios gehabt. Zwei Drittel der Kosten hat der Unternehmer übernommen. Die Technik ist komplett neu, die Räume im Erdgeschoss sind frisch renoviert. Vorher saß Leiterin Dina Tanberga mit ihren Mitarbeitern im Keller des Hauses. Eingeweiht wurde das Studio während des jüngsten Besuchs einer Gütersloher Delegation.
"Eine bessere Technik habe ich in meinem Studio in Ahlen auch nicht", sagt Möllmann. So befindet sich im Audimetrie- und Hörgeräte-Anpassraum ein Computer, über den auf einem Flachbildfernseher Alltagsgeräusche eingespielt werden können: Kindergartenlärm, Straßenverkehrsgeräusche, Konzertmusik. Möllmann: "So kann man die Hörgeräte richtig einzustellen." Besonderer Vorteil: "Dank der neuen Geräte akzeptieren die Kinder das Hilfsmittel besser."
Das Hörstudio, das wie eine Arztpraxis modernen Standards wirkt, wird komplettiert durch ein Büro, eine Werkstatt und einen Besprechungsraum. Ganz neu ist zudem ein medizinisch ärztlicher Bereich. "Dadurch ist das hier nicht nur ein Hörzentrum, sondern eine staatlich anerkannte Heilanstalt, die Zuwendungen vom Staat bekommt.
Die von ihm seit fast zwei Jahrzehnten begleitete Institution ist zwar in erster Linie für die Kinder in der Hörgeschädigtenschule sowie für die des angeschlossenen Kindergartens. Aber refinanzieren kann sich die Heilanstalt auf dem freien Markt, indem sie auch Erwachsene mit Hörgeräten versorgt und diese repariert. Möllmann: "Das Hörzentrum liegt nun in Lettland weit vorn."

Zitat
"Wegen der Kinder. Das sind die, die hier am meisten Hilfe brauchen."
Robert Möllmann auf die Frage, warum er sich so stark in der lettischen Partnerregion Valmiera engagiert und eigenes Geld sowie Mittel, die er von anderen bekommt, in verschiedene Hilfsprojekte steckt.

Hintergrund
Das Engagement von Robert Möllmann in der lettischen Region Valmiera erstreckt sich nicht nur auf den Kernbereich, in dem sich der Hörgeräteakustik-Meister besonders gut auskennt: 2006 wurde der Kinderspielplatz auf dem Gelände der Schule und des Kindergartens eröffnet - Möllmann hatte dafür die Spenden in Deutschland gesammelt. 2008 finanzierte der Walstedder 50 neue Betten für das Internat der Schule. Die Stadt Valmiera dankte ihm für seinen Einsatz unter anderem mit der Ehrenbürgerwürde im Jahr 2008. Im gleichen Jahr wurde Möllmann zum Präsidenten des lettischen Schwerhörigen-Verbands gewählt.
Wenn Volkslieder zweisprachig erklingen nach oben  
Lettische Spezialitäten gab es beim Sommerfest des Kreises.
Volkstänzer aus Naukseni und Marienfeld waren eine Augenweide beim Sommerfest des Kreises am Freitagabend im Kreishaus Gütersloh. Bilder: Neitemeier
Landräte der ersten Stunde: Visvaldis Skujins (links) und Franz-Josef Balke kamen mit einem fähnchengeschmückten Oldtimer.
Danke für die Gastfreundschaft: Ex-Landrat Vitauts Stana (links) überreicht Hausherrin Anne Geissel ein Präsent.
Musik am Lagerfeuer: Stimmgewaltig zeigten sich die Gäste aus Valmiera beim gemütlichen Samstagabend auf Gut Geissel.
Ein Prosit auf 20 Jahre Partnerschaft: die Koordinatoren Rudite Markus (links) und Hans-Joachim Schwolow.
  Die Glocke AUSZUG VOM 2. Juli 2012

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER
Kreis Gütersloh (gl).
Lettische und deutsche Fähnchen zieren den Mercedes-Oldtimer, der langsam die Allee heraufkommt. Drinnen sitzen Franz-Josef Balke und Visvaldis Skujins, zwei Männer, die einst als Landräte mit ihren Unterschriften die Partnerschaft zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh besiegelt haben. In diesen Tagen feiern sie mit vielen Freuden hüben wie drüben das 20-Jährige dieser Beziehung - auch am Samstagabend auf Gut Geissel in Langenberg.
Rund 60 Männer und Frauen, so viele wie noch nie, zählt die Delegation aus Lettland, die seit Donnerstag im Kreis Gütersloh weilt. Mit dabei sind außer Ex-Landrat Vitauts Stana, der in Valmiera dem Partnerschaftsverein führt, die Bürgermeister der sechs Großgemeinden sowie die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Valmiera, Vaira Dumdre. Viele von ihnen sind erstmals im Kreis Gütersloh und lernen beispielsweise den Kiebitzhof des Wertkreises in der Kreisstadt, das Bibeldorf in Rietberg oder die Feuerwehrschule in St. Vit kennen. Besuche bei Gerry Weber in Halle, der Firma Kleine in Harsewinkel und im Nagel-Logistik-Center in Borgholzhausen gehören ebenso zum umfangreichen Programm wie Abstecher zum Kloster Dalheim und eine Fahrt nach Papenburg. Zwischendurch begegnen sich Experten aus verschiedenen Bereichen bei Einzelprogrammen - von der Landwirtschaft bis zur Kultur.
Und dann wird und wurde auch noch gefeiert. Zunächst am Freitagabend beim Sommerfest des Kreises im deutsch-lettisch geschmückten Kreishaus Gütersloh. Während die seit Jahren befreundeten Volkstänzer aus Naukseni und Marienfeld in ihren farbenfrohen Trachten glänzten, malten Wolfgang Meluhn (Verl) und Janis Galzons (Rujiena) live Partnerschaftsbilder, die sich künftig beim Kreis und in der Kreissparkasse Wiedenbrück wieder finden. Andreas Kleine darf sich seit Freitag Bürger des Jahres von Mazsalaca nennen - jener Kommune im Raum Valmiera, in der sein Vater den Bau eines Krankenhauses ermöglicht hat. Eine deutsch-lettische Ehrung erfuhr zudem Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, die am Freitag 60 Jahre alt wurde. Gefeiert wurde auch am Samstagabend auf Gut Geissel in Langenberg. Unter freiem Himmel im Lavendel- und Rosengartens durch Cellisten der Kreismusikschule eingestimmt, machten Letten und Deutsche später am Lagerfeuer selbst Musik - getrennt, aber auch zusammen. Schließlich gibt es Volkslieder, die man zugleich auf deutsch und lettisch singen kann. Da hatten die Übersetzerinnen Dr. Silvana Kreyer und Rudite Markus Zeit zum Luftholen. Sonst sind die Frauen während des Delegationsbesuchs, der am Dienstag endet, stets sehr gefragt und unverzichtbar.

Valmiera Abend auf Gut Geissel:
Bildgalerie unter www.die-glocke.de

Drei Fragen an…
. . . Rudite Markus und Hans-Joachim Schwolow, die Partnerschaftskoordinatoren auf der lettischen und deutschen Seite.

"Die Glocke": Was hat die Partnerschaft in 20 Jahren bewirkt?
Markus: Sehr viel. Abgesehen von der humanitären Hilfe gerade bei den menschlichen Begegnungen und beim Erfahrungsaustausch. Wir haben viel von unseren deutschen Freunden gelernt.
Schwolow: Die Menschen aus beiden Ländern haben sich sehr gut kennen- und schätzen gelernt. Man kann sich auf die Letten verlassen. Beeindruckend ist das gegenseitige Vertrauen und die Tatsache, dass alle Projekte stets von beiden Seiten betrieben wurden.

"Die Glocke": Welches Ereignis in den 20 Jahren war für Sie am bedeutendsten?
Markus: Der Aufbau des Sprachheilzentrums, als ich noch nicht Koordinatorin war. Dann 2001 die Einweihung des Krankenhauses in Mazsalaca. Da war ich gerade erst im Amt und musste vier Stunden in der prallen Sonne stehen und übersetzen - und habe es geschafft.
Schwolow: Schwer zu sagen angesichts der Fülle der Begegnungen. Herausragend war gleich zu Beginn das Bemühen der Letten, Hilfe beim Stadionbau in Valmiera zu bekommen, was uns auf den letzten Drücker gelungen ist. Eine außergewöhnliche Leistung war zudem der Bau des Krankenhauses in Mazsalaca mit überwältigender Unterstützung aus dem Haus Kleine. Dass das Krankenhaus heute im Gegensatz zu vielen anderen in Lettland Bestand hat, freut mich besonders.

"Die Glocke": Wie sieht die Zukunft der Partnerschaft aus?
Markus: Wir wollen und werden sie weiter mit Leben füllen, weil wir viel voneinander lernen können und wollen.
Schwolow: Trotz der lettischen Kommunalreform hat es keinen Bruch in der Beziehung gegeben. Deswegen bin ich für die Zukunft weiter sehr optimistisch. Der Erfahrungsaustausch steht ganz oben an. Gerade im sozialen Bereich gibt es noch viele Ansatzpunkte, beispielsweise bei der Hilfe für Behinderte oder im Kampf gegen Gewalt. (mn)
Partnerschaft schillert in bunten Farben nach oben  
Ihre eigene Stille und Weite in einer lauten und überfüllten Welt schafft sich die lettische Malerin Ieva Lapina (links) in ihren großformatigen Bildern. Neun sind bis zum 19. Juli in der Kreissparkasse Wiedenbrück zu sehen; das Foto zeigt die 31-Jährige mit Johannes Hüser, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, und Dr. Silvana Kreyer, der Kulturbeauftragten der Partnerschaft. Bilder: Neitemeier
Einen großen schweren Apfel aus Eichenholz als Symbol für die beständige Partnerschaft überreichte Vitauts Stana beim Kreis-Sommerfest an Landrat Sven-Georg Adenauer (r.). Als Fan der deutschen Fußballnationalelf gab es für Stana zuvor einen passenden Schal.
Andris Varpa zeigt in Wiedenbrück ausdrucksvolle Skulpturen aus Holz und Bronze.
Während lettische Volkstänzer durchs Kreishaus-Foyer wirbelten, malten die Künstler Wolfgang Meluhn (links) und Janis Galzons Partnerschaftsbilder.
Janis Galzons
  Die Glocke AUSZUG VOM 30. Juni 2012

Von unserem Redaktionsmitglied MARTIN NEITEMEIER

Kreis Gütersloh (gl).
Beim Sommerfest des Kreises ist am Freitagabend ein buntes Bild der 20-jährigen Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region um die lettische Stadt Valmiera gemalt worden. Nicht nur weil die Künstler Janis Galzons aus Rujiena und Wolfgang Meluhn aus Verl gemeinsam zum Pinsel griffen, sondern auch weil die 500 Gäste viel Wissenswertes über die Beziehung erfuhren und die kulturelle Lebendigkeit des Austausches hautnah erfuhren.
Wegen des unsicheren Wetters war das Sommerfest aus dem Garten des Wiedenbrücker in das Gütersloher Kreishaus verlegt worden. Landrat Sven-Georg Adenauer und sein Ex-Kollege Vitauts Stana, der dem Partnerschaftsverein auf lettischer Seite vorsteht, betonten bei der Begrüßung die Bedeutung der zwei Jahrzehnte währenden Beziehung mit ihren vielen Aspekten der Hilfe und des Austauschs. Ein Standbein ist die Kultur. Wenige Stunden nach ihrer Ankunft am Donnerstag hatte die 60-köpfige Valmiera-Delegation die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Andris Varpa und Ieva Lapina in der Kreissparkasse Wiedenbrück begleitet. Der eine, einer der bedeutendsten lettischen Bildhauer, hat sein Atelier in Valmiera, die andere hat dort die Kunstmittelschule besucht.
Dr. Silvana Kreyer, die Kulturbeauftragte der Partnerschaft, freute sich über den Dialog der Skulpturen des 62-jährigen Varpa und der pinselfrischen Bilder der 31-jährigen Malerin. Seit 1997, als ebenjener Varpa den Ausstellungsreigen im neuen Kreishaus Gütersloh eröffnete, habe sie rund 30 Ausstellungen und damit Begegnungen lettischer und deutscher Künstler kuratiert. Kreyer bedauerte, dass der Bildhauer kurzfristig abgesagt hatte.
Ieva Lapina dagegen ist mit der Delegation in den Kreis Gütersloh gekommen. Ihre neun großformatigen, in der Galerie der Kassenhalle gezeigten Bilder kennzeichnet eine ausgesprochene Sensitivität. "Die Welt ist so überfüllt und laut, also schaffe ich meine eigene Stille und Weite", sagt die Lettin. Ihre Inspirationen schöpft sie aus der Natur und der Mythologie. Die Arbeiten sind, so Dr. Kreyer, eine "fotorealistische Übersteigerung der Realität". Sie haben etwas Poetisches und Meditatives. Gefühle und Stimmungen sind allgegenwärtig. Klare Formen, ausdrucksvoll und ungekünstelt - so stellen sich Varpas Skulpturen aus Holz und Bronze dar. Die Arbeiten entstehen intuitiv "im Fluss der Energie". "Im richtigen Augenblick" greift der international Ausgezeichnete zum Werkzeug. Das Ergebnis: mal fließend-rund, mal kantig-streng, stets ein Einklang von natürlich gewachsenem Material und künstlerischer Formgebung. Dabei ist Varpa, so Kreyer, seiner Grundidee treu geblieben: Traditionelles nicht zu verwerfen, sondern darauf aufbauend zu neuen Ideen zu gelangen.

Kunst in der Kreissparkasse Wiedenbrück:
Bildgalerie unter www.die-glocke.de

Hintergrund
Andris Varpa wurde 1950 in Riga geboren. Seit 1980, nach dem Abschluss der Lettischen Kunstakademie, arbeitet er freischaffend als Bildhauer. 14 Jahre (bis 2011) war er Dozent an der Kunstmittelschule in Valmiera. Varpas Arbeiten waren schon in vielen Ländern zu sehen. 2010 bekam der Bildhauer für sein künstlerisches Schaffen den lettischen "Drei-Sterne-Orden". aIeva Lapina: Die 31-Jährige wurde in Riga geboren und lebt dort auch. Sie besuchte die Kunstmittelschule in Valmiera, wo sie heute selbst unterrichtet. An der Kunstakademie in Riga hat die mit verschiedenen Preisen ausgezeichnete Künstlerin Malerei studiert. Die Ausstellung in der Kreissparkasse Wiedenbrück, Wasserstraße, ist bis zum 19. Juli während der normalen Bank-Öffnungszeiten zu sehen.
Schmaler Verdienst nach oben  
Polizistin und Dolmetscherin Gundi Bitmane (links) zeigt dem leitenden Polizeidirektor Karsten Fehring aus Gütersloh den Raum des Erkennungsdiensts.
  Die Glocke AUSZUG VOM 27. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Ähnlichkeiten gibt es nicht nur bei der Struktur der Polizei in Valmiera und Gütersloh, sondern auch im Bereich der Straftaten: Fahrrad und Metalldiebstahl haben hier wie dort Konjunktur. Massiv gehen die Letten derzeit gegen Alkohol am Steuer vor - und gegen illegale Schnapsbrenner. "Das ist gleich geblieben. Schnapsbrennen war schon früher hier ein Problem", erinnert sich Fehring. Unterschiede gibt es auch: In Lettland gehen Polizisten bereits mit 50 Jahren in Pension (in Deutschland mit 61), arbeiten dann aber in anderen Branchen weiter. Viel gespart haben sie bis dahin in der Regel nicht: 450 Lat, etwa 640 Euro, verdient der Kripo-Chef der Polizei Valmiera, ein Polizeiinspektor 300 bis 350 Lat (430 - 500 Euro). Gundi Bitmane: "Viele nutzen ihren Urlaub nicht, um sich zu erholen, sondern um im Ausland für ein paar Wochen etwas zusätzlich zu verdienen." Erste Dienstfahrzeuge sind mit GPS-Ortung ausgestattet, ein ziviler Subaru hat eine Kamera an der Heckscheibe. Im Hof stehen neue allradgetriebene VW Tiguan-Streifenwagen. Lediglich die Büros der Polizei Valmiera - und vor allem die Zellen - versprühen noch einen Hauch Sowjetunion. Ganz anders das moderne Polizeigebäude der Regionalpolizei - ebenfalls in Valmiera angesiedelt.

Kurz & knapp
In einem Punkt ist die lettische der deutschen Polizei weit voraus: Die Rekrutierung des Nachwuchses fängt in der Schule an: An der Mittelschule in Valmiera, die von Rudite Markus, der lettischen Koordinatorin der Partnerschaft geleitet wird, gibt es eine Polizeiklasse. Auf dem Stundenplan steht auch Selbstverteidigung. Nach dem Schulabschluss geht es direkt auf die Polizeiakademie.
Fahrräder sind auch in Lettland bei Dieben beliebt nach oben  
Imants Mitrosenko
Auf dem Hof der Polizei Valmiera: Fünf Renault-Megane-Streifenwagen stehen dort, für deren Reparatur kein Geld da ist. Im Hintergrund ein beschlagnahmter Trecker (Verdacht auf Holzdiebstahl).
  Die Glocke AUSZUG VOM 27. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Im Flur der Polizei Valmiera gibt es ein Regal mit Fotoalben. Zu sehen sind unter anderem alte VW Passats, die die Letten von der Polizei aus dem Kreis Gütersloh bekommen und denen sie das lettische Polizei-Design verpasst haben. Von diesen Zeiten zeugen nur noch alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen.
"Wir bewegen uns heute auf Augenhöhe. Das sind selbstbewusste und gut aufgestellte Polizeiorganisationen", zieht Karsten Fehring, Leitender Polizeidirektor Kreis Gütersloh, Bilanz. Einen Tag lang tauschten sich Fehring und Wolfgang Niewald, Leiter der Direktion Kriminalität, jetzt im Rahmen des Delegationsbesuchs zum 20-Jährigen der Partnerschaft mit den lettischen Kollegen von der Polizei Valmiera und der Regionalpolizei aus.
"Die brauchen keine Unterstützung mehr", stellte Fehring am Ende des Tags fest. Wenn, dann müsse künftig ein Austausch zwischen der Polizei Gütersloh und der Regionalpolizei Vidzeme erfolgen. "Das macht Sinn, denn die ist von der Struktur vergleichbar." Nicht nur die Kreise wurden in Lettland zwischenzeitlich aufgelöst, auch die Polizei ist neu organisiert. Die für den ehemaligen Kreis Valmiera ist eine von sieben Einheiten, die der Regionalpolizei unter Leitung von Imants Mitrosenko (kleines Bild) unterstehen. 243 511 Einwohner zählt die Region Vidzeme (Kreis Gütersloh 354 000), 17 831 Quadratkilometer ist sie groß (Kreis Gütersloh 968) und 556 Polizeibeamte arbeiten dort (Kreis Gütersloh 485 Polizeibeamte, 50 Angestellte).
Sehr interessierte sich der Chef der Regionalpolizei Vidzeme für die 2007 im Kreis Gütersloh umgesetzte Polizeireform, die mehr Polizisten nachts auf die Straße brachte und im Gegenzug kleine Wachen dafür nicht mehr rund um die Uhr besetzte: Denn als einzige Regionalpolizei in ganz Lettland hat er genau das auch vor. "Ich bin ein wenig stolz, dieses nur fünf Jahre nach Ihnen umzusetzen", erklärte Mitrosenko. Und Gundega Bitmane, Polizistin und Einsatzführerin in Valmiera und ganztägig an diesem Tag als Übersetzerin tätig, ergänzte: "Es ist ja letztlich egal, wo ein Anruf aufschlägt. Wichtig ist doch nur, dass jemand das Telefonat entgegennimmt und sofort ein Streifenwagen unterwegs ist."
60-köpfige Delegation wird morgen im Kreis erwartet nach oben  
Wolfgang Niewald, der Leiter der Direktion Kriminalität bei der Polizei in Gütersloh, mit den beiden Maskottchen der Polizei Valmiera, die auf Festen und im Unterricht auftreten, um bei Kindern vor allem für Vertrauen in die Polizei zu werben.
  Die Glocke AUSZUG VOM 27. Juni 2012

Kreis Gütersloh (mn).
Ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region um die frühere lettische Kreisstadt Valmiera steht das Sommerfest des Kreises am Freitag, 29. Juni, ab 19 Uhr auf dem Reckenberg in Wiedenbrück. Eine rund 60-köpfige Delegation wird erwartet.
Die Letten treffen bereits morgen, Donnerstag, in Rheda-Wiedenbrück ein. Angeführt werden sie vom früheren Landrat und Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Vitauts Stana. Mit dabei sind die Bürgermeister der sechs Großgemeinden sowie der ehemalige Landrat Visvaldis Skujins, der 1994 die Partnerschaftsurkunde mit unterzeichnete. Für den terminlich verhinderten Bürgermeister der Stadt Valmiera kommt seine Stellvertreterin Vaira Dundure.
Eine so große offizielle Delegation hat noch nie den Kreis Gütersloh besucht. Deswegen hat der Kreis auch 19 000 Euro unter anderem für Unterkunft und Verpflegung der Gäste sowie Buskosten zusätzlich locker gemacht. Die Flüge zahlen die Letten selbst. Bei einem lettischen Durchschnittsverdienst von 350 Euro im Monat und fast genauso hohen Lebenshaltungskosten wie in Deutschland (abgesehen von der Miete) hält der Kreis das für vertretbar. Fahren Gütersloher - wie vor drei Wochen - in Sachen Partnerschaft nach Lettland, tragen sie die Kosten im Wesentlichen selbst. Das normale Valmiera-Budget des Kreisetats umfasst jährlich rund 37 000 Euro Sach- und Personalkosten. Das Geld fließt unter anderem in Hilfstransporte, Besuche, Erfahrungsaustausche und Fortbildungen.
Das offizielle Programm des sechstägigen Besuchs, das auch viele themenspezifische Begegnungen umfasst, beginnt morgen mit einer Besichtigung des Kiebitzhofs, bevor um 18.30 Uhr in der Kreissparkasse Wiedenbrück eine Ausstellung mit Werken der international ausgezeichneten und mit Valmiera eng verbundenen Künstler Andris Varpa und Ieva Lapina eröffnet wird. Abgesehen vom Sommerfest am Freitag, wird das 20-Jährige besonders bei einem musikalisch-kulinarischen Abend am Samstag auf Gut Geissel in Langenberg gewürdigt.
Talent und Begeisterung nach oben  
Junge Künstlerin: Ieva Lapina stellt ihre Bilder aus.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 21. Juni 2012

Ieva Lapina wurde 1981 in der lettischen Hauptstadt Riga geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kunstmittelschule in der Partnerstadt Valmiera studierte sie Malerei unter anderem an der Kunstakademie in Riga. Heute lebt und arbeitet Ieva Lapina in Riga. Die junge Künstlerin bannt mit Talent und Begeisterung ihre Gefühle und Stimmungen auf die Leinwand. Ihre Inspirationen schöpft sie aus der Natur und der Mythologie. Malerei ist für sie ein Spiel mit Farben und Linien, mit Licht und Schatten. (rz)
Einblicke in die lettische Kunst
Ausstellung von Andris Varpa und Ieva Lapinazum Partnerschaftsjubiläum
nach oben  
Kreativer Künstler: Eine Skulptur aus Ahornholz gehört zu den Exponaten, die Andris Varpazum20-jährigen Bestehen der Partnerschaft in der Kreissparkasse Wiedenbrück zeigen wird. FOTO: RICHARD ZELENKA
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 21. Juni 2012

Kreis Gütersloh/Valmiera.
Konzentriert bearbeitet Andris Varpa mit Klopfholz und Beitel vor seinem Atelier am Rande der lettischen Stadt Valmiera einen Ahornstamm. Durch nichts lässt sich der 62-jährige Bildhauer von seiner Arbeit ablenken, denn schließlich soll die Holzskulptur schon in wenigen Tagen im Blickpunkt der breiten Öffentlichkeit stehen - in der Kreissparkasse Wiedenbrück, wo Varpa gemeinsam mit der jungen Künstlerin Ieva Lapina ausstellt.
Die beiden geben den Menschen im Kreis Gütersloh tiefe Einblicke in die lettische Kunst der Gegenwart. Die Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera (bis zur Gebietsreform Kreis Valmiera) wird am Donnerstag, 28. Juni, um 18.30 Uhr im Service-Center der Kreissparkasse Wiedenbrück an der Wasserstraße 12 in Rheda-Wiedenbrück eröffnet und ist bis zum19. Juli dort zu sehen. Als wollte er dem Holz eine Seele einhauchen - so behutsam geht Andris Varpa mit dem Ahornrohling um. Wie sein Objekt am Ende des künstlerischen Prozesses heißen wird, das weiß er noch nicht genau. "Vielleicht Königin - oder auch anders", sagt der Künstler zwischen zwei Hammerschlägen. Namen sind Schall und Rauch. Die ästhetische Wirkung auf den Betrachter und dessen Empfindungen angesichts der von ihm geschaffenen Kunstobjekte sind ihm wichtiger. Bei all seinem Tun beugt sich Varpa einem festen Prinzip: "Formen können nicht ausgedacht werden - der Künstler ordnet sie nur".
"Andris Varpa gehört zu den bedeutendsten lettischen Künstlern der Gegenwart", betont Dr. Silvana Kreyer, die seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu Varpa pflegt und in ihrer Funktion als Kulturbeauftragte der Partnerschaft bereits viele Kulturprojekte unter Mitwirkung Andris Varpas initiiert. Insgesamt sieben Einzel-, aber auch Gruppenausstellungen mit seinen Arbeiten waren seit 1997 im Kreis Gütersloh zu sehen. In Deutschland hat Andris Varpa seine Skulpturen, die er aus den unterschiedlichsten Materialien wie Bronze, Holz und Stein formt, bereits bei mehr als 20 Ausstellungen präsentiert. Seine Werke, die alle seine eigenwillige und eigenständige Schrift abseits jeglicher stilistische Strömungen tragen, waren bereits in Russland, Estland, Italien, Zypern und den USA zu sehen. Mehrere Arbeiten im öffentlichen Raum setzen in Lettland und in Deutschland optische Akzente. So steht vor der Werkstatt für Behinderte in Halle seit 2007 seine Skulptur "Umarmung", die als Auftragswerk von der Kreissparkasse Halle gesponsert wurde.
Stadtprägend für seine Wirkungsstätte Valmiera, wo er auch als Kunstpädagoge wirkt, ist die Skulptur "Bogen", die sich vor dem Kulturhaus befindet. Weltweite Beachtung fand die Skulptur mit dem Motiv des früheren Rigaer Bürgermeisters George Armistaed, die 2009 im Beisein der englischen Königin Elisabeth in der Hauptstadt enthüllt wurde. Für seine besonderen Verdienste für Lettland erhielt Andris Varpa 2010 den "Drei-Sterne-Orden".
Spenden für Jung und Alt in Valmiera nach oben  
Spendenübergabe in Valmiera: (v. l.) Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow, Altenheimleiter Janis Roze und Bürgermeister Guntis Gladkins aus Rujiena sowie Bürgermeister Jürgen Lohmann (Herzebrock-Clarholz).
  Die Glocke AUSZUG VOM 19. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Auch wenn die Zeit der großen Hilfstransporte in den lettischen Partnerkreis vorbei ist, gibt es jedes Jahr Sach- und Geldspenden. Im Mittelpunkt dabei stehen zumeist die jüngsten und die ältesten Bewohner im ehemaligen Kreis Valmiera. Während ihres jüngsten Besuchs machte eine Gütersloher Delegation immer wieder dort Station, wo die Hilfe ankommt.
Der Vorschulkindergarten in Trikarta, das zur Großgemeinde Beverina gehört, verfügt dank der "Kinder in Valmiera" (Steinhagen) unter anderem über einen neuen Fuhrpark mit Bobby-Cars, Claas-Minitreckern und anderem Spielzeug. 1600 Euro hat der Verein dafür zur Verfügung gestellt. Die zweite Spende des Vereins, ein Scheck über 1000 Euro, ging an einen Kindergarten in Dikli. Beate und Konrad Balsliemke (Verl) unterstützen ebenfalls einen Kindergarten in einem Ortsteil von Dikli.
Landrat Sven-Georg Adenauer überreichte bei der Feier zum 20-Jährigen der Partnerschaft einen Scheck über 2000 Euro. Damit soll in Koceni ein Partnerschaftszimmer eingerichtet werden. Nach der Verwaltungsstrukturreform, die zur Auflösung der Kreise in Lettland geführt hat, ist an die Stelle des Partnerkreises auf lettischer Seite ein Partnerschaftsverein getreten, dem unter anderem alle Großgemeinden des ehemaligen Kreises und die Stadt Valmiera angehören. Von der jährlichen Spendenbereitschaft der Brüder Torsten und Volker Lehmann (IL Software Design, Bielefeld) profitierte in diesem Jahr die Kunst- und Musikschule Mazsalaca. Torsten Lehmann überreichte einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Die Firma pflegt die Internetseite der Partnerschaft (www.partnerschaft-valmiera.de).
Das privat geführte, aber vom Staat unterstützte Altenheim in Rujiena bekommt eine neue Waschmaschine. Die Leiter, die Brüder Janis und Karlis Rose, erhielten aus den Händen von Bürgermeister Jürgen Lohmann (CDU, Herzebrock-Clarholz) einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Das Geld kommt von der "Elfriede-und-Willi-Körber-Stiftung". Lohmann ist mit der Familie verwandt und sitzt im Stiftungsrat. Ziel der Stiftung ist es, etwas für alte Menschen zu tun.
Renate Groß und Valmiera
Rühriger Einsatz
nach oben  
Renate Groß aus Isselhorst vor dem Kleider-Regal im Krisenzentrum im lettischen Valmiera. Sie entdeckt auf einen Blick die Kleidung, die sie in die Partnerregion geschickt hat.
  Die Glocke AUSZUG VOM 15. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Wenn es in Sachen Valmiera jemanden gibt, auf den das Prädikat "unermüdliche Partnerschaftsarbeit" zutrifft, dann ist es Renate Groß. Die Isselhorsterin packte in den vergangenen Jahren Tausende Weihnachtspäckchen für Kinder in der lettischen Partnerregion. Und bei der jüngsten Reise der Delegation aus dem Kreis Gütersloh in den ehemaligen Kreis Valmiera begegneten ihr die Spuren ihres Engagements auf Schritt und Tritt. "Die Gardinen habe ich zusammen mit Franz-Josef Balke abgehängt", erzählte sie den Mitreisenden beim Besuch des noch jungen Altenheims in Rujiena.
Das Altenheim, das privat geführt, aber staatlich unterstützt wird, ist, wie berichtet, beinahe komplett mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück ausgestattet. Lampen, Fernseher, Sitzgruppen, Betten, Rollatoren: Renate Groß erkennt alle Gegenstände wieder. Sie hat die Brüder Janis und Karlis Roze, die das Altenheim leiten, versorgt, als diese das geschlossene Städtische Altenheim in Gütersloh und das frühere Evangelische Altenheim in Rheda ausräumten.
Gleiches Szenario im Krisenzentrum Valmiera. In dem Haus, in das Kinder vor häuslicher Gewalt fliehen können, steht Renate Groß vor einem riesigen Kleider-Regal, in dem alle Sachen fein säuberlich sortiert sind. "Das da ist von Maas Naturwaren. Das waren Fehldrucke, die ich für Valmiera bekommen habe", sagte die rüstige Isselhorsterin.
Drastischer Schwund nach oben  
Für ihre Verdienste wurden zahlreiche Aktive in der Partnerschaft auf lettischer und deutscher Seite ausgezeichnet: Hier erhält Dr. Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft, aus den Händen des Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins und Ex-Landrats Vitauts Stana eine Glas-Skulptur als Anerkennung. Der Zonta-Club Valmiera zeichnete Kreyer zudem für 20 Jahre Kulturaustausch als "Frau des Jahres 2012" aus.
  Die Glocke AUSZUG VOM 14. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Die ernsten Worte des lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins beim Festakt zum 20-Jährigen der Partnerschaft Gütersloh - Valmiera (siehe obigen Bericht) haben einen Hintergrund: Lettland war 2008 an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gelangt und konnte diese nur mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union abwenden. Seitdem suchen vor allem junge Letten ihr Glück im Ausland. Nach der Unabhängigkeit 1991 betrug die Bevölkerungszahl knapp 2,8 Millionen. Die Volkszählung im Jahr 2011 kam auf knapp 2,1 Millionen. Während der Reise der Delegation des Kreises Gütersloh erzählte eine Rathaus-Mitarbeiterin aus Rujiena jedoch, dass die Volkszählung in Wirklichkeit 1,9 Millionen ergeben habe. Die Zahl sei jedoch so erschreckend gewesen, dass man sie nicht habe veröffentlichen wollen. So heißt es offiziell: Lettland hat 2,068 Millionen Einwohner. Diese Aussage blieb unbestätigt.
Der ehemalige Kreis Valmiera, der vor einiger Zeit im Zuge einer Verwaltungsstrukturreform aufgelöst wurde, hat laut Volkszählung 51 285 Einwohner - ehedem waren es rund 60 000 in dem 2373 Quadratkilometer großen Gebiet. Zum Vergleich: Im Kreis Gütersloh leben auf knapp 1000 Quadratkilometern rund 354 000 Einwohner.

Hintergrund
Weil auch Sven-Georg Adenauers Amtsvorgänger Ursula Bolte und Franz-Josef Balke zur Delegation gehörten, waren in Lettland alle Personen dabei, die an der Spitze des Kreises Gütersloh die Partnerschaft aufgebaut und begleitet haben. Weitere Mitreisende waren unter anderen die CDU-Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier, Bürgermeisterin Susanne Mittag (Langenberg, UWG), die Bürgermeister Klemens Keller (Borgholzhausen, parteilos) und Jürgen Lohmann (Herzebrock-Clarholz, CDU), außerdem die Kreistagsmitglieder Helmut Feldmann, Helmut Kaltefleiter und Bernhild Köster (CDU) sowie Dirk Holtkamp und Peter Kalley von den Freien Wählern.
Partnerschaftsabend mit Staatspräsident
Ehrenamt wird zum wichtigen Thema für Letten
nach oben  
20 Jahre Partnerschaft Valmiera - Gütersloh: Landrat Sven-Georg Adenauer (links) und der lettische Staatspräsident Andris Berzins (rechts) sind beim Visitenkarten-Tausch in der Moderne angelangt: Sie schickten, von Hans-Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator der ersten Stunde) beobachtet, ihre Kontaktdaten auf das moderne Handy des jeweils anderen.
Ein Hoch auf die Partnerschaft: (vorn v. l.) Uwe Theismann (Sprecher der Werkfeuerwehren im Kreis Gütersloh), der stellvertretende Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper sowie Kreisbrandmeister Rolf Volkmann. Im Hintergrund links in weißer Uniform: Janis Skrastins, Ratsmitglied der Stadt Valmiera sowie stellvertretender Leiter der Staatlichen Feuerwehr und des Rettungsdiensts in Valmiera.
Musik und Tanz: Den festlichen Rahmen des Partnerschaftsabends zum 20-Jährigen gestalteten in Burtnieki auch die Jüngsten aus dem Partnerkreis Valmiera mit.
  Die Glocke AUSZUG VOM 14. Juni 2012

Kreis Gütersloh (gl).
Nationalhymnen, lettische und deutsche Fahnen - und als Krönung der Besuch des lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins: Der Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen den Kreisen Valmiera und Gütersloh im Kulturzentrum der Großgemeinde Burtnieki hat einen würdigen Rahmen gehabt.
Und einen politischen Stargast, der sich unter alten Freunden bewegte und mit ihnen viele Erinnerungen austauschte. Schließlich war es Berzins, der vor zwei Jahrzehnten in einem alten klapprigen Latvija-Bus als Landrat des Kreises Valmiera die erste Reise in den Kreis Gütersloh anführte. Landrat Sven-Georg Adenauer war mit einer Delegation zum Partnerschaftsjubiläum nach Lettland gereist, die mit 66 Männern und Frauen so groß war wie noch nie. Die "Latvija-Busse" der Rigaer Autobusfabrik sind inzwischen fast gänzlich aus dem Straßenbild Lettlands verschwunden, die dank seines Motors geschlossene Partnerschaft hingegen blüht. Und sie wird noch sehr wichtig sein, merkte Staatspräsident Berzins an. "Wir werden gemeinsam die freundschaftlichen Beziehungen leben", sagte er, nachdem er in seiner Ansprache seinen Landsleuten auch ins Gewissen geredet hatte. "Ich habe das Gefühl, dass wir inzwischen etwas hochnäsig geworden sind. Nur die Eigeninitiative bringt uns weiter - und nicht, wenn wir warten, dass jemand etwas für uns tut." Berzins zog einen Vergleich und stellte klar: "In Deutschland geht es schneller voran." Er sprach damit indirekt die aktuelle dritte Phase der Freundschaft an, in der es vor allem um den Erfahrungsaustausch geht, von dem die Letten profitieren können.
Phase eins, die Zeit der Hilfstransporte mit dem Notwendigsten, bestimmte den Beginn der Partnerschaft. Aber auch heute gibt es immer wieder materielle Unterstützung, nicht zuletzt für die Kinder unter anderem durch den Verein "Kinder in Valmiera". Phase zwei war die Zeit der großen Projekte, von denen Landrat Adenauer in seiner Rede vor allem eins heraushob: das Hörgeschädigten-Zentrum in Valmiera. Das wurde nach einer Komplettüberholung im Rahmen des Besuchs offiziell eröffnet worden. "Robert Möllmann hat mit dem Hörzentrum sein Lebenswerk geschaffen", lobte Adenauer den Hörstudiobesitzer aus Ahlen.
Für die Zukunft hat Landrat Adenauer vor allem den Bereich des bürgerschaftlichen Engagements in der Zivilgesellschaft als Thema im Blick. Das ehrenamtliche Engagement ist in Deutschland deutlich ausgeprägter als in Lettland. Einen ersten Erfahrungsaustausch dazu gab es im vorigen Jahr bereits. Ein Thema, das Ende des Monats vertieft werden kann: Dann kommen die Letten zum Gegenbesuch.
Ein Präsident zum Anfassen
Lettlands Staatsoberhaupt Andris Berzins beim Partnerschaftsjubiläum
nach oben  
Alte Freunde: Hans-Joachim Schwolow (l.)und der lettische Präsident Andris Berzins gehören zu den Initiatoren der Partnerschaft.
Wohlklang: Der Kammerchor "Kaki" ("Katzen") untermalte die Feierstundezum20-jährigen Bestehen der Partnerschaft musikalisch.
Würdigung: Erich Peitz (r.) wurde von Vitauts Stana und Sven-Georg Adenauer mit einem gläsernen Apfel geehrt. Peitz hatte in den 20 Jahren der Partnerschaft viele Male Hilfsgüter nach Lettland transportiert.
Im Fußballfieber: Landrat Sven-Georg Adenauer freute sich mit einem Deutschlandfähnchen über das 1:0 über Portugal, daneben der Herzebrock-Clarholzer Bürgermeister Jürgen Lohmann mit Ehefrau Kornelia.
  Neue Westfälische AUSZUG VOM 11. Juni 2012

Kreis Gütersloh/Valmiera.
Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow hatte Tränen der Freude in den Augen, als der lettische Staatspräsident Andris Berzinsam Samstag wie aus dem Nichts auftauchte, um mit den deutschen Gästen das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera zu feiern.
Bereits für Freitag Abend hatte das Staatsoberhaupt der kleinen lettischen Republik sein Kommen angekündigt - wegen einer plötzlichen Erkrankung musste das Zusammentreffen aber kurzfristig abgesagt werden. "Ich war schon sehr enttäuscht, dass Andris Berzins nicht dabei sein sollte. Denn er gehört zu den Initiatoren der Partnerschaft", sagte Schwolow. In der Tat: Berzins war in der Gründungsphase Landrat des damaligen Kreises Valmiera und gehörte auch der ersten lettischen Delegation an, die sich 1992 mit einem klapprigen Bus der Marke "Latvia" auf die weite Reise nach Deutschland machte, um neue Freunde zu suchen.
Andris Berzins, der seit einem Jahr als Präsident an der Spitze Lettlands steht, ist ein Präsident zum Anfassen. Bei uns undenkbar: Ohne Bodygards an der Seite flanierte der 67-jährige Geschäftsmann und Politiker locker und gut gelaunt durch den idyllischen Park am Kulturzentrum von Burtnieki, ließ sich geduldig fotografieren und plauderte entspannt mit den Weggefährten von einst und den Gästen aus Deutschland. Ein angeregtes Gespräch führte Berzins auch mit der Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier, die erstmals die Region Valmiera besuchte. Von ihm erfuhr die CDU-Politikerin, dass sich ihr 1992 verstorbener Ehemann Hubert Doppmeier als Bundestagsabgeordneter bereits Anfang der 90er Jahren für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und den baltischen Ländern einsetzte und damit die ersten Impulse für die Gründung der Partnerschaft gab. "Das war mir bislang nicht bekannt", sagte Doppmeier.
Viel Prominenz aus dem öffentlichen, kulturellen und politischen Leben sowie zahlreiche Pioniere und Förderer hatten sich im Burtnieki-Kulturzentrum versammelt, um im festlichen Rahmen an die wichtigsten Stationen der Freundschaft zu erinnern. Der erste Besuch der kleinen lettischen Delegation in den Kreis Gütersloh stehe symbolisch für die Entwicklung der Partnerschaft. "Wir sind durch ein schneebedecktes Polen gefahren und kamen nach Deutschland, wo alles grünte", sagte der Präsident in seinem Grußwort vor rund 150 geladenen Gästen. Das sei der "produktive Anfang" einer fruchtbaren Freundschaft gewesen, von der die Menschen in beiden Ländern profitierten. An sein Volk hatte Berzins angesichts der Wirtschaftskrise, die das kleine baltische Land mit voller Härte traf, auch mahnende Worte parat: "Viele stehen da und warten auf irgendwas, anstatt das eigene Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Wir müssen lernen, mehr Eigeninitiative zu entwickeln ". Es sei fest davon überzeugt, dass der Stellenwert Lettlands in Europa zunehmen werde, so das Staatsoberhaupt.
Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer zog ein gutes Resümee der 20-jährigen Freundschaft. Es sei auf vielen Ebenen vieles bewegt worden. "Aber ist die Partnerschaft stabil?", fragte Adenauer. Er hatte gleich eine Antwort parat: "Ich meine Ja! Und 20 Jahre: Kaum eine Ehe hält heutzutage so lange". Es gäbe indes noch Gebiete, auf denen man voneinander lernen könnte. Als Beispiele nannte Adenauer den kulturellen Bereich, auf dem Lettland Vorbildliches leiste, sowie das ehrenamtliche Engagement, wo es im Vergleich zu Deutschland hier noch Nachholbedarf gäbe. Lettlands Umgang mit der Wirtschaftskrise bezeichnete Adenauer als bewundernswert: "Was Sie gemeinsam durch gestanden haben, verdient höchstes Lob. Da spürt man im positiven Sinne den Stolz der Letten. Hochachtung! So mancher in der EU könnte sich eine Scheibe davon abschneiden".
Vitauts Stana, der frühere Valmiera-Landrat, der seit der Gebietsreform und Auflösung der Kreise an der Spitze des lettischen Partnerschaftsvereins steht, sagte, dass nach der Unabhängigkeit Lettlands 1991 viel Mut und Kraft dazu gehört hätten, eine Partnerschaft zu initiieren. Auch in schwierigen Zeiten hätten die deutschen Freunde ihren lettischen Partnern beigestanden. "Die Partnerschaft steht auf einem festen Fundament. Aber wir müssen vorausschauen. Ich hoffe, dass die Freundschaft ewig halten wird".

INFO
Gegenbesuch
  • Vom 28. Juni bis 3. Juli besucht eine lettische Delegation den Kreis Gütersloh.
  • Am Donnerstag, 28. Juni, um 18.30 Uhr wird in der Kreissparkasse Wiedenbrück eine Ausstellung mit den Werken der Künstler Ieva Lapina und Andris Varpa eröffnet.
  • Das Kreisfest am Freitag, 29. Juni, steht ganz im Zeichen der seit 20 Jahren bestehenden Partnerschaft.
  • Eine musikalisch-kulinarischer Abend findet am Samstag, 30. Juni, auf dem Gut Geissel in Langenberg statt.

created by IL-Softwaredesign Ltd.